Kleine Tiere
Zahnfee trifft Uhu
18.11.11 – warnt vor:Gefahren in Flora und Fauna
Zwei Kinderbücher, die Sie kennen sollten, von der Autorin (Verena Brack, Milla Zahnfee), resp. dem Autor (Doc Vogl, Der Uhu sagt) selbst vorgelesen. - Ist ja geil, wann denn? - Am Sonntag, den 20.11.2011, 13 Uhr, Verehrteste und Verehrtester - echt jetzt? Wo denn? - Na bei den Gemischtwarentagen (IM OBERANGERTHEATER AM SENDLINGER TOR, MÜNCHEN). Wir sehen uns?
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Holt euch die Herdprämie!
10.11.11 – warnt vor:Menschen zu meidende
Alexander Dobrindt sagt: Das Betreuungsgeld sollen Eltern bekommen, die "bereit sind, keine staatliche Kinderbetreuung in Anspruch zu nehmen". Verstanden, Mütter? Ihr müsst jetzt nur noch die Herdprämie abgreifen und davon die private Kinderbetreuung bezahlen. Es kommen goldene Zeiten auf Euch zu. Die Teilnahme an dem dämlichen Spiel ist für Väter natürlich ausdrücklich erlaubt. Den CSU-Schädeln ist inzwischen schon alles egal. Sie drücken jeden Unsinn durch, Hauptsache es wird dabei irgendwas privatisiert.
Ich warte noch ein wenig, bis sie das Arbeitsgeld für Selbstständige einführen, die darauf verzichten, Arbeitslosenunterstützung zu beantragen. Und irgendwann gibt es dann staatliches Urlaubsgeld für alle, die im August nicht in die staatlich geförderte Stadtranderholung gehen. Oder staatliche Alterszuwendungen für Menschen, die auf ihre staatliche Rente verzichten. Gesundheitsgeld für spinnerte Politiker, die sich nicht einweisen lassen. Oder einen Demokratieersatzbonus für alle, die den Staat entlasten, indem sie freiwillig Ihr aufwändiges Wahlrecht zu Grabe tragen. Ich bitte darum.
Ich warte noch ein wenig, bis sie das Arbeitsgeld für Selbstständige einführen, die darauf verzichten, Arbeitslosenunterstützung zu beantragen. Und irgendwann gibt es dann staatliches Urlaubsgeld für alle, die im August nicht in die staatlich geförderte Stadtranderholung gehen. Oder staatliche Alterszuwendungen für Menschen, die auf ihre staatliche Rente verzichten. Gesundheitsgeld für spinnerte Politiker, die sich nicht einweisen lassen. Oder einen Demokratieersatzbonus für alle, die den Staat entlasten, indem sie freiwillig Ihr aufwändiges Wahlrecht zu Grabe tragen. Ich bitte darum.
Mündige Bürger oder was man so nennt
25.10.11 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Frank Rieger schreibt wahre Worte zur Überwachung in der FAZ ("Wir leben noch frei, aber nicht mehr lange"). „Schon jetzt werden demokratische Proteste ganz selbstverständlich observiert und ausgeforscht. Die Werkzeuge, um gesellschaftliche Veränderung zu unterdrücken, wenn es denn politisch gewollt ist, sind nunmehr vorhanden und installiert. Die umfassende Mobiltelefonüberwachung in Sachsen gibt einen Vorgeschmack, wie der Missbrauch ablaufen kann. Sich darauf zu verlassen, dass in Zeiten von Finanzmarktzusammenbrüchen, aufbrechenden sozialen Verwerfungen und kommenden Ressourcenkrisen die Mittel, die unter dem Banner der Terrorismusbekämpfung geschaffen wurden, zurückhaltend und wohlüberlegt zum Einsatz gebracht werden, ist etwas für naive Staatsgläubige, nicht für mündige Bürger.“
Er erzählt allerdings nur die halbe Wahrheit. Er sieht die Gefahr für die Freiheit, aber er fragt nicht, durch welchen Klassengegensatz sie gerade bedroht ist. Für wen installiert der Staat denn die Sicherheitsapparate? Um die Bürger zu schützen? Ja, aber nur die wenigen Schwerreichen vor den vielen um ihren Besitz Bangenden. Das Vermögen sehr weniger Menschen, die sich in den letzten 20 Jahren noch einmal in aberwitzigem Maße bereichert haben, wird vor dem Zugriff derer geschützt, die auch etwas Nennenswertes von den Früchten ihrer Arbeit abbekommen möchten. Kurz: Der Innenminister schützt nicht die "Bürger" vor "Terroristen", "Extremisten" oder was auch immer, sondern die Herren vor den Knechten. Wozu sonst werden mit Drohnen Demos überwacht, oder der Einsatz der Bundeswehr im Inneren oder die Vorratsdatenspeicherung gefordert? Für Siemensgroßaktionäre beispielsweise sind Extremisten und Terroristen zwar eine abstrakte Bedrohung irgendwie. Aber sie sind auch ganz konkrete Kunden, wie man an Achmachmirdendschihad sehen kann. Gegen die gehen die nicht ernsthaft vor. Aber gegen einen Frank Rieger, wollte der Chaos Computer Club einmal die Eigentumsfrage stellen, anstatt sich auf die Rettung einer Freiheit zu beschränken, die ohne adäquates Einkommen schon heute kaum ansatzweise realisiert werden kann. Wer lebt denn noch frei?
Er erzählt allerdings nur die halbe Wahrheit. Er sieht die Gefahr für die Freiheit, aber er fragt nicht, durch welchen Klassengegensatz sie gerade bedroht ist. Für wen installiert der Staat denn die Sicherheitsapparate? Um die Bürger zu schützen? Ja, aber nur die wenigen Schwerreichen vor den vielen um ihren Besitz Bangenden. Das Vermögen sehr weniger Menschen, die sich in den letzten 20 Jahren noch einmal in aberwitzigem Maße bereichert haben, wird vor dem Zugriff derer geschützt, die auch etwas Nennenswertes von den Früchten ihrer Arbeit abbekommen möchten. Kurz: Der Innenminister schützt nicht die "Bürger" vor "Terroristen", "Extremisten" oder was auch immer, sondern die Herren vor den Knechten. Wozu sonst werden mit Drohnen Demos überwacht, oder der Einsatz der Bundeswehr im Inneren oder die Vorratsdatenspeicherung gefordert? Für Siemensgroßaktionäre beispielsweise sind Extremisten und Terroristen zwar eine abstrakte Bedrohung irgendwie. Aber sie sind auch ganz konkrete Kunden, wie man an Achmachmirdendschihad sehen kann. Gegen die gehen die nicht ernsthaft vor. Aber gegen einen Frank Rieger, wollte der Chaos Computer Club einmal die Eigentumsfrage stellen, anstatt sich auf die Rettung einer Freiheit zu beschränken, die ohne adäquates Einkommen schon heute kaum ansatzweise realisiert werden kann. Wer lebt denn noch frei?
Schirrmacher liest zuviel Hacks
14.08.11 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Jetzt hat der Schirrmacher öffentlich den Verdacht geäußert, es könne tatsächlich ein Problem mit der Gerechtigkeit oder am Ende sogar Gleichheit im Kapitalismus geben, was ihn selbst einigermaßen verunsichert. „Es gibt Sätze, die sind falsch. Und es gibt Sätze, die sind richtig. Schlimm ist, wenn Sätze, die falsch waren, plötzlich richtig werden. Dann beginnt der Zweifel an der Rationalität des Ganzen. Dann beginnen die Zweifel, ob man richtig gelegen hat, ein ganzes Leben lang.“ „Das politische System dient nur den Reichen? Das ist so ein linker Satz, der immer falsch schien, in England vielleicht etwas weniger falsch als im Deutschland Ludwig Erhards. Ein falscher Satz, so Moore, der nun plötzlich ein richtiger ist.“ Er versteckt sich noch hinter dem Moore, spricht aber natürlich höchstselbst. Ich erkläre mir das so: Vor ein paar Jahren entdeckte Schirrmacher Peter Hacks. Drei Jahre später spricht er vernünftig. Das spricht für Hacks und wenn es anhält, sogar für Schirrmacher. Aber ob es seiner Karriere gut tut?
Nonhuman Resources
01.08.11 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Foxconn geht den konsequenten Weg: Wenn die Biomasse in den Werken zu instabil ist, um die gefragte Leistung zum gewünschten Preis zu erbringen (Problem: Lohnerhöhung wg. Selbstmord), dann geht es mit Robotern sicher besser. In jeder wünschbaren Welt wäre das ein Tag des Glücks, an dem Menschen von stupiden, entwürdigenden und deprimierenden Arbeiten befreit werden, die Roboter viel besser ausführen können. Die von ihrer Arbeit Befreiten würden auf den Straßen tanzen und den Erfindern der Roboter Lieder singen. Im Kapitalismus ist es ein Tag, der Armut verheisst. Die Freigestellten kennen kein anderes Ziel, als so schnell wie möglich irgendwo wieder unter die Fuchtel der nächsten Firma zu kriechen. Das ist die Grundbotschaft des Systems: Du sollst nur existieren, wenn Du in irgendeinem Produktionsprozess mehr Mehrwert erzeugst als irgendetwas anderes an derselben Stelle. Insofern ist der massenhafte Selbstmord der Foxconn-Mitarbeiter nur konsequent und vorausschauend.
Wenn der Arbeitgeber konsequent ist und die Arbeitnehmer auch und am Ende sind deshalb viele Menschen tot, was ist das dann? Der Segen der freien Marktwirtschaft?
Wenn der Arbeitgeber konsequent ist und die Arbeitnehmer auch und am Ende sind deshalb viele Menschen tot, was ist das dann? Der Segen der freien Marktwirtschaft?
Zivis sind jetzt Bufdis – und deutlich seltener
31.07.11 – warnt vor:Nachrichten
„Nichts erfüllt mehr, als gebraucht zu werden.“ Dieser schöne Satz, der sich wunderbar auf jeder Kotztüte im Flugzeug ausnähme, hat offenbar bislang nur wenige davon überzeugt, für Kost und Logis und einen Appel und ein Ei zwischen 6 und 24 Monaten Vollzeit im Bundesfreiwilligendienst zu arbeiten. Wenigstens einen sollte man zu diesem Liebesdienst zwingen: Guttenberg. Der hat es zu verantworten, wenn in Altenheimen, die kaum noch zu finanzieren sind, nun auch noch die letzten, billigsten Arbeitskräfte (spardeutsch: Ressourcen) fehlen, die sich diese Arbeit aus ideellen Überlegungen vorzunehmen bereit sind.
An die Front, Ihr Weicheier
29.07.11 – warnt vor:Menschen zu meidende | Nachrichten
Der Dr. a. D. Guttenberg hat, ehe er sein Ministeramt niederlegte, der Bundeswehr noch die Wehrpflicht unter dem stets einsatzbereiten Arsch weggezogen. Macht nichts, dachten die Marketingoffiziere der todschicken Imagetruppe. Kann man in der World-of-Warcraft-Generation durch Werbung ausgleichen. Jetzt aber mussten Sie berichten, was die teure „Werde-für-die-Heimat-zum-Mörder“-Kampagne so gebracht hat:
"Durch die in der Öffentlichkeit als hoch bewertete Zahl an gefallenen Soldaten im Einsatz kam es zu einer Änderung in der Einstellung zum Soldatenberuf“. Eine Perle der Selbstreflexion und ein Musterbeispiel für eine gehorsame Meldung an die Großväter: Von Euch haben noch viel mehr ihr Leben für Doitschland gelassen und die kneifen wegen der paar Leichen auf dem Hindukusch?
"Der Soldatenberuf wird mit Auslandseinsätzen und Gefahr für Leib und Leben assoziiert." Bislang wurde er wohl eher mit Inlandseinsätzen im Offizierskasino und Gefahr für Leber und Hirn assoziiert.
"Die Interessen der meisten Jugendlichen sind nicht im Bereich der Sicherheitspolitik zu suchen“. Das lässt hoffen. Denn das Sicherheitsbedürfnis seelisch intakter Jugendlicher lässt sich restlos mit Präservativen befriedigen. Make Love not War.
"Durch die in der Öffentlichkeit als hoch bewertete Zahl an gefallenen Soldaten im Einsatz kam es zu einer Änderung in der Einstellung zum Soldatenberuf“. Eine Perle der Selbstreflexion und ein Musterbeispiel für eine gehorsame Meldung an die Großväter: Von Euch haben noch viel mehr ihr Leben für Doitschland gelassen und die kneifen wegen der paar Leichen auf dem Hindukusch?
"Der Soldatenberuf wird mit Auslandseinsätzen und Gefahr für Leib und Leben assoziiert." Bislang wurde er wohl eher mit Inlandseinsätzen im Offizierskasino und Gefahr für Leber und Hirn assoziiert.
"Die Interessen der meisten Jugendlichen sind nicht im Bereich der Sicherheitspolitik zu suchen“. Das lässt hoffen. Denn das Sicherheitsbedürfnis seelisch intakter Jugendlicher lässt sich restlos mit Präservativen befriedigen. Make Love not War.
Verräter
09.07.11 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Mit dem Verleihen ist es so eine Sache. Ich hab einmal einem Kommilitonen (Sie können daran ablesen, wie lang das her sein muss und ich weiß es, als wär´ es gestern gewesen; der hiess Ecki, resp. Eckehard, Nachname ist mir leider entfallen, sonst wär´er längst dran) ein Buch geliehen. Nicht irgendein Buch, sondern eins von Christoph Martin Wieland. Nicht irgendeinen Wieland, sondern die Abderiten, für Unkundige: also das Amüsanteste, was der geschrieben hat. Und um die Sache aufs Hässlichste abzurunden, auch nicht irgendeine Ausgabe der Abderiten, sondern die aus meiner Gesamtausgabe letzter Hand. Kann sich so ein Ecki nicht denken, was das im Seelenhaushalt eines Bibliophilen für Hannibal Lectersche Gemütszustände provoziert, wenn er im Regal die k o m p l e t t e Wielandausgabe mit einer bedeutenden Lücke geschändet und entweiht sieht? Kann er, aber ist ihm wurscht? Dachte ich´s mir doch. Der Verräter. Ich wünsche ihm, mit Peter Rühmkorff zu sprechen, er möge nur ganz flache Orgasmen erleben bis ans Ende seiner Tage.
Nr. 2 und 3: Franz Morak. Mann, was war das für einer! Burgschauspieler in Wien, dauernd im Clinch mit allen und jedem, ein Iggy Pop für Österreicher. Ein Anarchist, ein echter Rock ´n Roller. Die ersten 3 Alben waren eine Fundgrube, ein Trost, eine Stimme für das keimende, kochende Seelchen meiner Jugend. Ich hatte sie alle und konnte mitsingen: Billiger Rock´n Roll, kleine Schwester, Schizo, Sieger sehen anders aus ... Dann hab ich sie verliehen an irgendeinen, nennen wir ihn „Ecki“, und weg waren die Perlen, fort die Musik. Den Morak können Sie sich nicht mal peer-to-peer saugen, so weg ist der, wenn sie die LP nicht mehr besitzen. Und dann das:
iTunes
führt unter „Weltmusik“ – klar, der Mann ist aus Österreich – Moraks letzte, die Best-of-CD von 1998. Ein schöner Tag, ein lauter Tag, das tut gut. Ich will Ihnen aber trotz der gerade im Posting aufwallenden Stimmung des Versöhnlichen nicht verschweigen, was aus dem Morak dann noch so geworden ist:
1994-2000 stellvertretender Vorsitzender des Kulturausschusses unter Haider-Schüssel.
2000-2007 Staatssekretär für Kunst und Medien im Bundeskanzleramt.
Inzwischen Frühpensionist.
Also auch ein Verräter par excellence. Den können Sie demnach vergessen. Aber den nicht:
http://www.youtube.com/watch?v=betJ4BiJjJE
Nr. 2 und 3: Franz Morak. Mann, was war das für einer! Burgschauspieler in Wien, dauernd im Clinch mit allen und jedem, ein Iggy Pop für Österreicher. Ein Anarchist, ein echter Rock ´n Roller. Die ersten 3 Alben waren eine Fundgrube, ein Trost, eine Stimme für das keimende, kochende Seelchen meiner Jugend. Ich hatte sie alle und konnte mitsingen: Billiger Rock´n Roll, kleine Schwester, Schizo, Sieger sehen anders aus ... Dann hab ich sie verliehen an irgendeinen, nennen wir ihn „Ecki“, und weg waren die Perlen, fort die Musik. Den Morak können Sie sich nicht mal peer-to-peer saugen, so weg ist der, wenn sie die LP nicht mehr besitzen. Und dann das:
iTunes
führt unter „Weltmusik“ – klar, der Mann ist aus Österreich – Moraks letzte, die Best-of-CD von 1998. Ein schöner Tag, ein lauter Tag, das tut gut. Ich will Ihnen aber trotz der gerade im Posting aufwallenden Stimmung des Versöhnlichen nicht verschweigen, was aus dem Morak dann noch so geworden ist:
1994-2000 stellvertretender Vorsitzender des Kulturausschusses unter Haider-Schüssel.
2000-2007 Staatssekretär für Kunst und Medien im Bundeskanzleramt.
Inzwischen Frühpensionist.
Also auch ein Verräter par excellence. Den können Sie demnach vergessen. Aber den nicht:
http://www.youtube.com/watch?v=betJ4BiJjJE
Hallstatt in China
16.06.11 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Hallstatt ist hübsch am See gelegen und auch für Chinesen leicht auszusprechen im Unterschied zu beispielsweise Lom oder Lecklinghausen. Wenn man keine Zeit hat hinzufahren – und es gibt viele Gründe dafür, das zu unterlassen, manche würden die Österreicher an dieser Stelle nennen – kann man es schließlich immer noch in der Nachbarschaft nachbauen. Anstatt sich jetzt darüber aufzuregen, sollten die Österreicher die Chinesen mit den gleichen Waffen zum Duell herausfordern. Mir würde es beispielsweise gefallen, am Wolfgangsee in die verbotene Stadt zu laufen. Oder in Klagenfurt? Warum nicht? Wo der Platz des himmlischen Friedens in Österreich liegt, verrate ich nicht. Sonst rennen alle ins Karwendel und ich kann nie mehr allein im kleinen Ahornboden sitzen und zur Moserkarspitze hinaufgrüßen. Ups.
Heile, heile Segen
01.06.11 – warnt vor:Menschen zu meidende
Das schönste Experiment seit Wilhelm Reichs Versuchen mit dem Orgonakkumulator: „Katholische Ärzte wollen Homosexuelle mit Homöopathie kurieren“. In meiner Sprache heisst das: Komische Ärzte wollen Gesunde ohne Medizin heilen. Löblich, weil ungefährlich, wenn auch etwas unverschämt den „Patienten“ gegenüber. Erinnert mich in seiner paradoxen Aussichtslosigkeit an Heino Jaeger, der (ich weiß es nicht mehr wörtlich) einen Diät-Experten sagen ließ, man könne auch ganz ohne Diät ordentlich zunehmen. Einfach immer zwischendurch ein kleines Nahrungsplus zu sich nehmen.
Der Letzte macht das Licht aus
17.05.11 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Studie, Studie an der Wand, wie winzig ist der Lohn im Land?
29.04.11 – warnt vor:Nachrichten | Bedrohungen allenthalben
Eine Studie findet etwas heraus, was sich jede denken kann, die denken kann: Wenn es einen Mindestlohn gibt, steigen die Steuereinnahmen. Ginge es den Arbeitnehmern gut, täte das dem Staat gut. Zahlen müssten in diesem Fall einmal die Unternehmen, weshalb aus der Sache voraussichtlich nichts wird. Nachdem Deutschland aber nicht gerne mit Griechenland, Portugal, Irland, Spanien, England, Italien und Schaunwirmalwernoch vom Schuldengipfel des Mount Debts fallen möchte, ist es auch nicht ganz auszuschliessen, dass der Staat sich vorübergehend und punktuell einmal gegen die Interessen des Kapitals stellt. Wenn sogar Sozialausschüsse der CDU dafür sind ... Der in der Studie unterstellte Mindestlohn liegt mit 8,50 Euro sicherheitshalber sowieso unter dem, was in anderen, zivilisierteren Ländern Europas bereits Gesetz ist. Apropos zivilisiert: Ist eigentlich ein Land bekannt, in dem es Höchstlöhne gibt? Nein? Sie meinen, das würde beispielsweise die Hedgefondmanager zu sehr demotivieren, Ihren wertvollen Beitrag für das Funktionieren der Weltwirtschaft zu leisten? Da müssen schon einmal 5 Milliarden per annum fliessen, damit der Manager mit dem anstrengenden Wetten weitermacht? Verstehe.
Die Financial Times:
14.03.11 – warnt vor:Nachrichten
Die Internationale Atombehörde berichtet, momentan gäbe es keine Kernschmelze.
Sie schreiben, als ob sie sich, von der Katastrophe erregt, die Kernschmelze herbeisehnten. Der Satz bedeutet: Die Internationale Atombehörde berichtet das zwar, aber es stimmt nicht. Was die FTD-Volontäre natürlich exklusiv wissen. Hätten sie Deutschkenntnisse, oder Mitgefühl, oder journalistische Aufrichtigkeit, hätten sie geschrieben: Die Internationale Atombehörde berichtet, momentan gebe es keine Kernschmelze.
Sie schreiben, als ob sie sich, von der Katastrophe erregt, die Kernschmelze herbeisehnten. Der Satz bedeutet: Die Internationale Atombehörde berichtet das zwar, aber es stimmt nicht. Was die FTD-Volontäre natürlich exklusiv wissen. Hätten sie Deutschkenntnisse, oder Mitgefühl, oder journalistische Aufrichtigkeit, hätten sie geschrieben: Die Internationale Atombehörde berichtet, momentan gebe es keine Kernschmelze.
Bio ohne Sprit
08.03.11 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Die Benzinversorger haben es versäumt, eine neue Spritsorte so einzuführen, dass der normale deutsche Autofahrer keinen Herzanfall oder Hetzanfall an der Tankstelle erleiden muss. Himmel! Darf das E10 in mein Allerheiligstes? Oder geht dann mein Rollfetisch kaputt? Quälende Unsicherheiten, die zwar mit einer kurzen Nachfrage beim Tankwart oder einem zehnsekündigen Internetbesuch beantwortet wären, großzügiger ist aber dann doch ein Benzingipfel, wie ihn der Brüderle anberaumt, um sein den aufgewühlten Autofahrern kongeniales Denkvermögen zu beweisen. Angeblich geht es da um „Biosprit“. Der Begriff ist so treffend wie „humanitärer Einsatz“ für das Verschicken von Panzern in Krisengebiete. Er meint das Gegenteil dessen, was er ausspricht. Denn Bio geht nur ohne Sprit. Früher, bei den Benediktiner, hiess das „stabilitas loci“. Zu deutsch: Daheim bleiben, locker bleiben – ist gut fürs Seelenheil und hilft das deutsche Mobilitätsdrama „Gas geben, drängeln, mehr Gas geben, aufregen, tanken – Himmel, aber was?“ zu vermeiden.
Graceland
15.02.11 – warnt vor:Nachrichten
I
Ich habe viel Zeit. Sie fragen sich, was ich mit der anfange? Oft spaziere ich in den Elvis Presley Boulevard und stelle mich vor das Gelände, das Sie hier „the kings kitschy home“ nennen. Dann höre ich den Touristen zu, die in die grüne Pracht von Graceland starren und noch bevor sie anfangen zu sprechen, weiß ich schon, was sie sagen werden. Sie alle erzählen mir zuerst, was sie sehen, die prächtigen Gärten, die auf den ersten Blick gar nicht so auffällige Villa, danach ehrfürchtige Anekdoten über den King, seine Stimme, seinen Hüftschwung, den märchenhaften Lebensstil. Und am Ende natürlich glücklich ergriffene Worte über das Unglück und den zu frühen Tod dieses großen Rock n Roll Stars. Lebt er noch unerkannt irgendwo? Sie streiten im Scherz. Nein, er lebt nur noch in ihren Herzen. Auch das ist ihnen etwas wert. Aus Europa kommen sie, aus Russland, sogar von Japan reisen sie an, kleine Tokyoten mit offenen Mündern, mit gefestigter Haartolle, Sonnenbrille, in strahlend weiße, gewissenhaft mit Pailletten bestickte Fransenanzüge gesteckt, die bleichen Wangen mit dicken Koteletten beklebt. Sie wollen sein wie er. Das ist Memphis. Elvis lebt, aber ich, Bruce Hall, gehe hier ein.
II
Werktags, wenn die meisten anderen Einwohner von Memphis ihre Zeit mit Arbeit tot schlagen, habe ich frei. Ich wehre mich dagegen, als armer Arbeitsloser betrachtet zu werden. Ich bin ein Freiherr und ein Sekundenmillionär. Diese Stadt dagegen ist arm. Sie hat keine Zeit, sie zahlt monatlich mehrere Millionen Dollar Zinstilgung für ständig wachsende Kredite und hat verständlicherweise kein Geld mehr übrig für Kindergärten und andere Kostenstellen wie mich. Ich dagegen bin unter anderem deshalb so reich, weil ich mich nie mit einem Kreditinstitut eingelassen habe. Nie. Eine Bank ist kein vertrauenswürdiger Ort für mich. Da hängen schräg oben im Foyer immer Kameras von den Decken. Bewaffnete Wachleute glotzen dich an. Wer so viel Schutz braucht, lenkt einen Verdacht auf sich. Den Verdacht, er verdanke seinen Reichtum der bloßen Gewalt. Sie mögen mich für etwas überspannt halten. Aber ich glaube, im Leben zu bestehen, ist eine Frage der Vorsicht und des Betrachtungswinkels. Vorsichtig bin ich schon. Und von ganz unten gesehen, geht es mir auch recht gut.
Aber manchmal, wenn ich unter der Woche wieder vor Graceland sitze und den Touristen zuhöre, schweifen meine Gedanken ab und ich stelle mir vor, wie es wäre, einmal, nur einmal das Geld zu besitzen, um Memphis zu verlassen. Wahrscheinlich sehr lange zu verlassen und sehr weit fort zu gehen. Vielleicht nach Japan, dort gibt es wunderschöne alte botanische Gärten in kleinen wohlriechenden Parks mit Papierpavillons und seltenen Karpfen in den Teichen. Ich schnuppere so gerne an allem, was blüht. Hier riecht es, wie nur amerikanische Großstädte riechen können. Aus der Perspektive der Hunde, die um mich herumstreichen, ist Memphis sicher großartig. Eine olphaktorisch hochinteressante, mit erlesenen Variationen von Abgasen, allerlei Beutefleischbouquets und feinstem Urin aromatisierte Jagdzone. Viel schöner als der Blütenduft, der mich entzückt. Aus meiner Perspektive ist Memphis das Anti-Rom, der Ort, von dem alle Straßen wegführen. Das finstere Land Mordor, in dem ich mein Leben verschlafe. - Ab und zu reißt mich ein Klimpern aus meinen Träumen. Irgendwelche Gracelandbesucher werfen mir kleine Geldstücke zu, vermutlich weil ich blind bin und meinen Hut wie einen Teller auf den Gehsteig lege, bevor ich mich etwas ausruhe. Ich wehre mich dagegen nicht, das Geld kann ich gebrauchen, es reicht für die Miete und für etwas zu essen. Es reicht nicht, um hier zu verschwinden.
III
Ich sagte, ich habe viel Zeit. Das stimmt. Andererseits: Ich habe keine Zeit mehr zu verlieren. Sie müssen wissen, dass ich schon bald 48 Jahre alt werde. Mein Leben war bislang nicht im eigentlichen Sinne erfolgreich zu nennen. Details werde ich Ihnen ersparen, aber die Bilanz ist durchaus kritisch. Auf allen drei gesellschaftlich beachteten Erfolgsskalen, Kapital, Sex und Ruhm, bin ich am untersten Ende zu finden. Verstehen Sie mich recht. Ich beneide die Lohnabhängigen nicht. Ich bin auch nicht hässlich oder unbegabt. Ich kann nur nicht sehen und meine Kraft liegt eher in meiner ruhigen angenehmen Persönlichkeit als in meinem Ehrgeiz. Ich falle nicht sehr auf und bin niemandem lästig. Wird dennoch einer auf mich aufmerksam, zwingt ihn die Magie meines Wesens, mir etwas Geld zu geben. Das ist nicht nichts, aber selbst Elvis wäre damit nicht groß in der Welt herumgekommen. Deshalb muss ich mir wohl eine Alternative ausdenken. Mein Leben braucht eine neue Vision, eine bereichernde Tat. Ich habe da auch schon eine Idee. Aber ich weiß nicht, ob ich mich das trauen kann,- das Geld einfach zu rauben.
IV
Es ist besser, es nicht zu tun, wenn man es nicht kann. Das sagt mir die Vorsicht und meine Erfahrung. Ich bin manchmal ein bisschen zu ungeschickt, um sicher durch das Leben zu kommen. Nahezu täglich schreien mich Autofahrer an, weil sie mir plötzlich ausweichen müssen. Ich grüble und höre nicht, wenn sie auf mich zusteuern. Das ist gefährlich ungeschickt. Vor zwei Monaten konnte ich tagelang nichts essen vor Kummer. Ich hatte versehentlich die Tür sehr fest zugeworfen und „Billy the Kid“, meine Katze, dabei erschlagen. „Erschlagen“ ist auch die richtige Beschreibung meiner Seele nach diesem Attentat. Ich habe kaum Geld, aber mein Zimmer quillt über von den Zeitschriftenabonnements, die mir Vertreter an der Tür verkauften. Nicht dass ich die Zeitschriften lesen könnte, ich verheize sie im Winter. Eine teure Heizung, nur, ich kann nicht gut Nein sagen, wenn mir ein Zeitschriftenverkäufer unter Schluchzen von seiner kranken Familie erzählt. Das Leben unter Hyänen ist schwierig, wenn man eine angeborene Beißhemmung hat und nichts sieht. In einem Satz: Bruce, sei gescheit.
Gut, ich lasse es bleiben. Ich werde mir kein Geld organisieren, ich lasse es mir auch in Zukunft von Touristen zustecken. Irgendwann werde ich genug davon haben. So viel Zeit muss sein. Und ich habe viel Zeit.
V
Süddeutsche Zeitung 10. Dez. 1999
BRUCE HALL, ein blinder Amerikaner, ist in Memphis bei dem Versuch festgenommen worden, eine Bank zu überfallen. Der 48 Jahre alte Hall hatte sich am Dienstag von einem Wachmann zur Kasse führen lassen und dort dem Kassierer eine Notiz zugeschoben, in der er Geld verlangte, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Der Kassierer sagte zu dem in der Nähe stehenden Wachmann: „Es ist ein Überfall“ und gab Hall etwas Geld. Wachleute nahmen Hall fest, als er wegging. Er hatte keine Waffe.
Ich habe viel Zeit. Sie fragen sich, was ich mit der anfange? Oft spaziere ich in den Elvis Presley Boulevard und stelle mich vor das Gelände, das Sie hier „the kings kitschy home“ nennen. Dann höre ich den Touristen zu, die in die grüne Pracht von Graceland starren und noch bevor sie anfangen zu sprechen, weiß ich schon, was sie sagen werden. Sie alle erzählen mir zuerst, was sie sehen, die prächtigen Gärten, die auf den ersten Blick gar nicht so auffällige Villa, danach ehrfürchtige Anekdoten über den King, seine Stimme, seinen Hüftschwung, den märchenhaften Lebensstil. Und am Ende natürlich glücklich ergriffene Worte über das Unglück und den zu frühen Tod dieses großen Rock n Roll Stars. Lebt er noch unerkannt irgendwo? Sie streiten im Scherz. Nein, er lebt nur noch in ihren Herzen. Auch das ist ihnen etwas wert. Aus Europa kommen sie, aus Russland, sogar von Japan reisen sie an, kleine Tokyoten mit offenen Mündern, mit gefestigter Haartolle, Sonnenbrille, in strahlend weiße, gewissenhaft mit Pailletten bestickte Fransenanzüge gesteckt, die bleichen Wangen mit dicken Koteletten beklebt. Sie wollen sein wie er. Das ist Memphis. Elvis lebt, aber ich, Bruce Hall, gehe hier ein.
II
Werktags, wenn die meisten anderen Einwohner von Memphis ihre Zeit mit Arbeit tot schlagen, habe ich frei. Ich wehre mich dagegen, als armer Arbeitsloser betrachtet zu werden. Ich bin ein Freiherr und ein Sekundenmillionär. Diese Stadt dagegen ist arm. Sie hat keine Zeit, sie zahlt monatlich mehrere Millionen Dollar Zinstilgung für ständig wachsende Kredite und hat verständlicherweise kein Geld mehr übrig für Kindergärten und andere Kostenstellen wie mich. Ich dagegen bin unter anderem deshalb so reich, weil ich mich nie mit einem Kreditinstitut eingelassen habe. Nie. Eine Bank ist kein vertrauenswürdiger Ort für mich. Da hängen schräg oben im Foyer immer Kameras von den Decken. Bewaffnete Wachleute glotzen dich an. Wer so viel Schutz braucht, lenkt einen Verdacht auf sich. Den Verdacht, er verdanke seinen Reichtum der bloßen Gewalt. Sie mögen mich für etwas überspannt halten. Aber ich glaube, im Leben zu bestehen, ist eine Frage der Vorsicht und des Betrachtungswinkels. Vorsichtig bin ich schon. Und von ganz unten gesehen, geht es mir auch recht gut.
Aber manchmal, wenn ich unter der Woche wieder vor Graceland sitze und den Touristen zuhöre, schweifen meine Gedanken ab und ich stelle mir vor, wie es wäre, einmal, nur einmal das Geld zu besitzen, um Memphis zu verlassen. Wahrscheinlich sehr lange zu verlassen und sehr weit fort zu gehen. Vielleicht nach Japan, dort gibt es wunderschöne alte botanische Gärten in kleinen wohlriechenden Parks mit Papierpavillons und seltenen Karpfen in den Teichen. Ich schnuppere so gerne an allem, was blüht. Hier riecht es, wie nur amerikanische Großstädte riechen können. Aus der Perspektive der Hunde, die um mich herumstreichen, ist Memphis sicher großartig. Eine olphaktorisch hochinteressante, mit erlesenen Variationen von Abgasen, allerlei Beutefleischbouquets und feinstem Urin aromatisierte Jagdzone. Viel schöner als der Blütenduft, der mich entzückt. Aus meiner Perspektive ist Memphis das Anti-Rom, der Ort, von dem alle Straßen wegführen. Das finstere Land Mordor, in dem ich mein Leben verschlafe. - Ab und zu reißt mich ein Klimpern aus meinen Träumen. Irgendwelche Gracelandbesucher werfen mir kleine Geldstücke zu, vermutlich weil ich blind bin und meinen Hut wie einen Teller auf den Gehsteig lege, bevor ich mich etwas ausruhe. Ich wehre mich dagegen nicht, das Geld kann ich gebrauchen, es reicht für die Miete und für etwas zu essen. Es reicht nicht, um hier zu verschwinden.
III
Ich sagte, ich habe viel Zeit. Das stimmt. Andererseits: Ich habe keine Zeit mehr zu verlieren. Sie müssen wissen, dass ich schon bald 48 Jahre alt werde. Mein Leben war bislang nicht im eigentlichen Sinne erfolgreich zu nennen. Details werde ich Ihnen ersparen, aber die Bilanz ist durchaus kritisch. Auf allen drei gesellschaftlich beachteten Erfolgsskalen, Kapital, Sex und Ruhm, bin ich am untersten Ende zu finden. Verstehen Sie mich recht. Ich beneide die Lohnabhängigen nicht. Ich bin auch nicht hässlich oder unbegabt. Ich kann nur nicht sehen und meine Kraft liegt eher in meiner ruhigen angenehmen Persönlichkeit als in meinem Ehrgeiz. Ich falle nicht sehr auf und bin niemandem lästig. Wird dennoch einer auf mich aufmerksam, zwingt ihn die Magie meines Wesens, mir etwas Geld zu geben. Das ist nicht nichts, aber selbst Elvis wäre damit nicht groß in der Welt herumgekommen. Deshalb muss ich mir wohl eine Alternative ausdenken. Mein Leben braucht eine neue Vision, eine bereichernde Tat. Ich habe da auch schon eine Idee. Aber ich weiß nicht, ob ich mich das trauen kann,- das Geld einfach zu rauben.
IV
Es ist besser, es nicht zu tun, wenn man es nicht kann. Das sagt mir die Vorsicht und meine Erfahrung. Ich bin manchmal ein bisschen zu ungeschickt, um sicher durch das Leben zu kommen. Nahezu täglich schreien mich Autofahrer an, weil sie mir plötzlich ausweichen müssen. Ich grüble und höre nicht, wenn sie auf mich zusteuern. Das ist gefährlich ungeschickt. Vor zwei Monaten konnte ich tagelang nichts essen vor Kummer. Ich hatte versehentlich die Tür sehr fest zugeworfen und „Billy the Kid“, meine Katze, dabei erschlagen. „Erschlagen“ ist auch die richtige Beschreibung meiner Seele nach diesem Attentat. Ich habe kaum Geld, aber mein Zimmer quillt über von den Zeitschriftenabonnements, die mir Vertreter an der Tür verkauften. Nicht dass ich die Zeitschriften lesen könnte, ich verheize sie im Winter. Eine teure Heizung, nur, ich kann nicht gut Nein sagen, wenn mir ein Zeitschriftenverkäufer unter Schluchzen von seiner kranken Familie erzählt. Das Leben unter Hyänen ist schwierig, wenn man eine angeborene Beißhemmung hat und nichts sieht. In einem Satz: Bruce, sei gescheit.
Gut, ich lasse es bleiben. Ich werde mir kein Geld organisieren, ich lasse es mir auch in Zukunft von Touristen zustecken. Irgendwann werde ich genug davon haben. So viel Zeit muss sein. Und ich habe viel Zeit.
V
Süddeutsche Zeitung 10. Dez. 1999
BRUCE HALL, ein blinder Amerikaner, ist in Memphis bei dem Versuch festgenommen worden, eine Bank zu überfallen. Der 48 Jahre alte Hall hatte sich am Dienstag von einem Wachmann zur Kasse führen lassen und dort dem Kassierer eine Notiz zugeschoben, in der er Geld verlangte, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Der Kassierer sagte zu dem in der Nähe stehenden Wachmann: „Es ist ein Überfall“ und gab Hall etwas Geld. Wachleute nahmen Hall fest, als er wegging. Er hatte keine Waffe.
Westerwelle reist nach Tunis – aber nie ohne seinen Fettnapf
14.02.11 – warnt vor:Menschen zu meidende
Der ideelle Gesamtvertriebs-Mitarbeiter der deutschen Industrie trifft verblüffend off topic in Tunis den Minister für Sport und Jugend, Slim Amamou, der bis vor kurzem als Blogger und Twitterer Slim404 den Umsturz befördern half. Was will Westerwelle von dem? Was kann er mit ihm Hilfreiches vereinbaren? Was interessiert ihn an dem? Was bringt er ihm als Gastgeschenk mit? Dreimal "nichts" und einmal ein Stifte-Set mit Bundesadler.
So bekommt man eine halbe Seite public relations gratis in der SZ für Guido "Jugend & Revolutionen" Westerwelle und kann gleichzeitig dem renitenten Bloggerchen als Laufbursche des deutschen Großkapitals durch die Stifte sagen: Benimm Dich, Du afrikanischer Lakai, und vergiss nicht: Die Stifte sind zum Unterzeichnen da – das Logo zeigt Dir immer unter welchem Vertragsangebot.
So bekommt man eine halbe Seite public relations gratis in der SZ für Guido "Jugend & Revolutionen" Westerwelle und kann gleichzeitig dem renitenten Bloggerchen als Laufbursche des deutschen Großkapitals durch die Stifte sagen: Benimm Dich, Du afrikanischer Lakai, und vergiss nicht: Die Stifte sind zum Unterzeichnen da – das Logo zeigt Dir immer unter welchem Vertragsangebot.
Endlich: JNR rettet Europa
13.01.11 – warnt vor:Menschen zu meidende
Julian Nida-Rümelin, der gelockte Adabei unter den deutschen Philosophendarstellern, äussert sich zur Lage. Zu welcher? Zu der in seinem Oberstübchen? Nein. An seinem Lehrstuhl? Auch nicht. Nein, das Thema muss schon ein bisschen größer, bedeutender sein, wenn er sich die Mühe macht etwas für die Öffentlichkeit abzufassen, zum Beispiel Europa.
Gewohnt überraschend diagnostiziert der Liebhaber der Weisheit eine Krise in Europa, ausgelöst durch einen Vertiefungsverzicht in Tateinheit mit EU-Erweiterung. Subventionitis findet er außerdem schlecht. Gut findet er, wofür Europa angeblich bei allen Menschen der Erde steht: „Europa steht weltweit für eine sozial gebändigte Ökonomie, eine staatliche Kulturverpflichtung und die Akzeptanz eingeschränkter nationaler Souveränität.“ Ich paraphrasiere: Europa steht für Hartz 4, Goetheinstitut und EADS. Diese Errungenschaften sollte man retten, meint der Philosophenmime und, fast hätte ich es unterschlagen, Kulturminister a. D.
Wozu schreibt er den Quatsch? Damit dieser Satz in unserem Kopf ankommt: „Niemand sollte die Existenz der Europäischen Union mit dem Fortbestand des Euro verknüpfen“. D. h. damit wir uns an den Gedanken gewöhnen, die D-Mark könne bald zurückkehren. Warum auch nicht? Der Euro hat sein Werk getan, das, der Rückblick macht es offenbar, darin bestand, für die Deutschen den verlorenen WW II doch noch zu gewinnen. Deutschlands Wirtschaft brummt auf Kosten der europäischen Freunde, deren Volkswirtschaften rasant den Bach runtergehen.
Ich war so dermassen froh, als ich las, JNR werde sich nicht für das Amt des Münchner Oberbürgermeisters bewerben. Muss ich jetzt befürchten, er bewirbt sich als Finanzminister? EU-Generalsekretär?
Gewohnt überraschend diagnostiziert der Liebhaber der Weisheit eine Krise in Europa, ausgelöst durch einen Vertiefungsverzicht in Tateinheit mit EU-Erweiterung. Subventionitis findet er außerdem schlecht. Gut findet er, wofür Europa angeblich bei allen Menschen der Erde steht: „Europa steht weltweit für eine sozial gebändigte Ökonomie, eine staatliche Kulturverpflichtung und die Akzeptanz eingeschränkter nationaler Souveränität.“ Ich paraphrasiere: Europa steht für Hartz 4, Goetheinstitut und EADS. Diese Errungenschaften sollte man retten, meint der Philosophenmime und, fast hätte ich es unterschlagen, Kulturminister a. D.
Wozu schreibt er den Quatsch? Damit dieser Satz in unserem Kopf ankommt: „Niemand sollte die Existenz der Europäischen Union mit dem Fortbestand des Euro verknüpfen“. D. h. damit wir uns an den Gedanken gewöhnen, die D-Mark könne bald zurückkehren. Warum auch nicht? Der Euro hat sein Werk getan, das, der Rückblick macht es offenbar, darin bestand, für die Deutschen den verlorenen WW II doch noch zu gewinnen. Deutschlands Wirtschaft brummt auf Kosten der europäischen Freunde, deren Volkswirtschaften rasant den Bach runtergehen.
Ich war so dermassen froh, als ich las, JNR werde sich nicht für das Amt des Münchner Oberbürgermeisters bewerben. Muss ich jetzt befürchten, er bewirbt sich als Finanzminister? EU-Generalsekretär?
Menschenrechte – Affenrechte – und an die Hefe denkt wieder keiner!
13.12.10 – warnt vor:Gefahren in Flora und Fauna | Nachrichten
Die Süddeutsche Zeitung gibt engagierten Tierschützern die Gelegenheit, einmal Tacheles zu reden (SZ ). Sind wir nicht alle ein bisschen Affen? So fragen sich die Autoren morgens vorm Spiegel, nicken kurz und behaupten recht konsequent, die französische Revolution habe sich ganz unnötig auf Verhältnisse zwischen Mensch und Mensch eingeschränkt. Dabei gäbe es ja noch mehr Kandidaten für Freiheit, Gleichheit und naja, vielleicht, Biestigkeit, Viecherlsoli? „Was ist Frauen und Tieren gemein?“ fragte sich schließlich schon 1994 die EMMA und beantwortete diese nur auf den ersten Blick bizarre Kernfrage der Frauenbewegung mit der „Deklaration der Rechte der großen Menschenaffen“. Wie auch immer. Mir greift diese Menschenrechte-für-Affen-Initiative auf jeden Fall noch zu kurz und das nicht nur, weil die Affenweibchen sprachlich nicht sauber inkludiert sind. Schließlich fragt das Magazin der Uni Zürich aus gutem Grund „Wie menschenähnlich ist die Hefe?“ und findet auch gleich darauf die korrekte Antwort: „Kein Zweifel, sie sind unsere Verwandten. Hefen sind nämlich Eukaryoten, das heisst Lebewesen mit einem Zellkern, und stehen damit dem Menschen viel näher als etwa den Bakterien.“ Das erweitert den Spielraum für Menschenrechte in wahrlich globalem Maßstab. Zellkernbesitzer aller Evolutionsstufen vereinigt Euch! Nieder mit den Bakterien, alle Macht den Eukaryoten! Das überzeugt selbst Altstalinisten mit einem Herz für Tiere, also Kommi-Eukaryoten wie mich.
Was mir bei dieser Ansicht dann aber nach etwas längerem Nachdenken doch nicht so gut gefällt, ist, wie meine Lieblingskombi Schweinsbraten/Hefeweißbier plötzlich so ein bisschen ins Kannibalische changiert. Und am Ende sind womöglich nur noch zwei Beschimpfungen aus dem Tierreich am Stammtisch akzeptabel. Nämlich wahlweise „Du Bakterie“ oder „Ihr Archea“! Du Aff´, oder auch das im Nachbarland beliebte, Ihr depperten Schwammerl, wäre gegen die Menschenwürde unserer Verwandten. Wir sitzen schließlich alle im selben Genpool, irgendwie, oder?
Was mir bei dieser Ansicht dann aber nach etwas längerem Nachdenken doch nicht so gut gefällt, ist, wie meine Lieblingskombi Schweinsbraten/Hefeweißbier plötzlich so ein bisschen ins Kannibalische changiert. Und am Ende sind womöglich nur noch zwei Beschimpfungen aus dem Tierreich am Stammtisch akzeptabel. Nämlich wahlweise „Du Bakterie“ oder „Ihr Archea“! Du Aff´, oder auch das im Nachbarland beliebte, Ihr depperten Schwammerl, wäre gegen die Menschenwürde unserer Verwandten. Wir sitzen schließlich alle im selben Genpool, irgendwie, oder?
Wo sind nur all die Brüste hin?
28.06.10 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Wenn ich in der alten Bundesrepublik an den See zum Baden ging, sah ich mindestens so viele Frauen, die stolz ihre Brüste zeigten, wie andere, die sie verdeckten. Jetzt, in der Fähnchen schwingenden „Wirsindwiederwer“-Republik hat sich das geändert. Public Viewing gibt´s nur noch im schwulsten Sport der Weltgeschichte, wenn sich die überbezahlten Fussballfachkräfte, nachdem sie dem Torwart „das Ding reingemacht“ haben, ihre Leibchen vom Leib reissen. Ich beobachte seit mehreren Jahren, wie die Freizügigkeit an Bayerns Badeorten einer neuen Freude am Bedecktsein weicht. Freude? Vielleicht auch nicht. Als vulgärer Marxist und ordinärer Freudianer würde ich sagen, das ist kein gutes Zeichen. Da rutscht eine Gesellschaft in Richtung Totalitarismus und Kontrolle ab. Sex und Anarchie liegen so nahe beieinander wie die rechte und die linke Brust. Ein Volk, das seiner Lust nicht über den Weg traut dagegen, lässt sich prima regieren. Nicht nur die Katholiken leben es vor. Passt auch irgendwie zu den letzten Innenministern und ihren paranoiden Phantasien vom sicheren Bürger. Hmhm. Da muss ich noch ein bisschen dran feilen, aber der Grundstock für eine spitzen Verschwörungstheorie / Abendland-Untergangsprognose ist gelegt.
Miezen, hergehört!
27.05.10 – warnt vor:Nachrichten
Koch wechselt in die freie Wirtschaft und wird…
20.05.10 – warnt vor:Menschen zu meidende
… Barbecue-Dummy für Gehacktes in den McDonald Laboratories.
… BP-Berater für die Agitation gegen die ausländische schwarze Invasion, die die freie Welt überraschend überflutet.
… Hollywood-Star (Swamp Thing 4, der Blob, Invasion der Monsterschleimpilze)
… Pizza
… Wirt
… "im Bereich von Wirtschaft und unternehmerischen Entscheidungen" tätig sein, verdeutlicht der CDU-Politiker.
… d. h. nichts mehr tun müssen, weil die unternehmerisch Entscheidenden sich nichts mehr von ihm versprechen, oder sich vom Nachfolger noch mehr Entgegenkommen versprechen können. Mal sehen, welche Lobby ihm den Lebensabend für seine Willfährigkeit vergoldet. Wenn er klug ist, spielt er den Anwalt. Dann dürfen alle mal.
… BP-Berater für die Agitation gegen die ausländische schwarze Invasion, die die freie Welt überraschend überflutet.
… Hollywood-Star (Swamp Thing 4, der Blob, Invasion der Monsterschleimpilze)
… Pizza
… Wirt
… "im Bereich von Wirtschaft und unternehmerischen Entscheidungen" tätig sein, verdeutlicht der CDU-Politiker.
… d. h. nichts mehr tun müssen, weil die unternehmerisch Entscheidenden sich nichts mehr von ihm versprechen, oder sich vom Nachfolger noch mehr Entgegenkommen versprechen können. Mal sehen, welche Lobby ihm den Lebensabend für seine Willfährigkeit vergoldet. Wenn er klug ist, spielt er den Anwalt. Dann dürfen alle mal.
Trau schau wem
17.05.10 – warnt vor:Menschen zu meidende
Wenn Ihnen ein Beduine ein Brot zum Tausch anbietet (beispielsweise gegen Ihr Kamel oder Ihre Frau), dann sehen Sie sich genau seinen Gesichtsausdruck an. Micro-Expressions täuschen nie: Der hier guckt verschlagen drein: Zusammengekniffene Lippen, eine Hand im Hinterhalt, den Blick starr auf sein Opfer gerichtet. Es würde mich nicht wundern, wenn er von dem Brot schon abgebissen hätte. Also Vorsicht.


Allegorien, die die Welt verbessern werden. Teil I: Der Bürger
23.02.10 – warnt vor:Menschen zu meidende
Was macht eigentlich der Dalai Lama so den ganzen Tag?
26.01.10 – warnt vor:Menschen zu meidende

Das „Meer der Weisheit“ findet ständig Neues heraus und spricht zu uns als letzter Universalgelehrter:
Zum Beispiel in der Biologie erkannte der Einstein der Tibeter: „Wenn die Wurzeln nicht vertrocknet sind, ist der Baum noch nicht tot.“ Wer will da widersprechen? Aber auch in unseren Kalendersprüchen steckt ein kleiner Dalai Lama: Liegt der Bauer tot im Zimmer, lebt er nimmer.
„Wenn es einen guten, starken Beweis dafür gibt, daß dies und das der Fall ist, dann werden wir uns ändern.“ Und wenn dies und das nicht der Fall ist? Dann machen wir weiter wie bisher. Mann, Mann, Mann – der bringt es auf den Punkt.
„Meine Philosophie ist Freundlichkeit“, sprach der tibetische Kellner und freute sich auf´s Trinkgeld.
Zwischendurch wird es recht übersichtlich: „Befolge grundsätzlich die folgenden drei Regeln: Denke an Respekt für dich selbst, Respekt für andere und Respekt für alle deine Handlungen.“ Aber, liebe Dalai-Lamisten, nur um gleich wieder sehr unübersichtlich zu werden: „Lerne die Regeln, damit du weißt, wie du sie brichst.“ Aha.
Dann geht es munter dahin, wie in jeder Sonntagspredigt aller Prediger in allen Konfessionen. Die Zukurzgekommenen werden getröstet: „Denke daran, dass etwas, was Du nicht bekommst, manchmal eine wunderbare Fügung des Schicksals sein kann.“ Goldene Armut. Wär´eh blöd, reich zu sein: „Das Geschäftemachen und der Reichtum kann den Menschen nicht volle Zufriedenheit geben.“ Aber Geschäftemachen, Reichtum, täglich feinste Speisen, tolle Weiber, Spitzenmedizin und viel Urlaub in Sant-Tropez können Menschen hier und da durchaus einmal ein wenig Befriedigung und langes Leben schenken, oder, Lama?
Aber auch was für die Ökos ist dabei: „Sei freundlich zur Erde.“ Mach ich eh jeden Morgen: Guten Morgen, alte Schwungkugel, wie gehts? Immer noch am Rotieren? Das legt sich in ein paar Milliarden Jahren, Mütterchen.
Manchmal wagt er sich auch an den Stammtisch: „Eine freundliche Atmosphäre in Deinem Haus ist die beste Grundlage für Dein Leben.“ Der Lama sagt´s doch auch: Schmeiss die Alte raus, dann is´ wieder Ruh daheim.
„Besuche einmal im Jahr einen Ort, den du noch nicht kennst.“ Muss ich jetzt doch mal ins Fußballstadion?
Er kann auch ohne zu erröten mythenalten Quatsch nacherzählen: „Das Unglück, das uns heute widerfährt, ist die karmische, auf Ursache und Wirkung beruhende Vergeltung eines Unrechts, das wir anderen zugefügt haben.“ Wer andern eine Grube gräbt… geniesst die Schadenfreude.
„Wenn Leute lachen, sind sie fähig zu denken.“ Zum Beispiel das: Was finden die Esoteriker nur an dem lachhaften Priesterfürsten? Der Mann ist das geistige Mittelalter und die moderne Marketingmaschine in einer Person. Sonst sehe ich da wenig Originelles.
Zitate kommen von hier, hier und hier.
Ein Buch ist ein Buch ist ein Scheit
25.01.10 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Die Gazette schreibt heute:
„Eine Londoner Zeitung berichtete am Dienstag, dass minderbemittelte Rentner in Wohltätigkeitsläden billige Bücher kaufen und sie als Heizmaterial verbrennen, um es in der strengen Kälte, die Großbritannien fest im Griff hat, warm zu haben.“
Die minderbemittelten Rentner lehren mich alles, was ich über das Verhältnis von Geist und Materie im Kapitalismus wissen muss. Ausserdem erstrahlen so Bolognaprozess, Studiengebühren und die ganzen Exzellenzinitiativen der deutschen Bildungselite einmal in dem richtigen Licht: Dem wärmenden Lodern des Kaminfeuers in den Häusern der sozial Exkludierten.
Andererseits: Während vier bis fünf Schwarten von Martin Walser den Raum gemütlich warm halten, kann ich schon fast ein Buch von Robert Walser durchlesen. Darauf könnte ich mich zur Not schon auch einlassen.
„Eine Londoner Zeitung berichtete am Dienstag, dass minderbemittelte Rentner in Wohltätigkeitsläden billige Bücher kaufen und sie als Heizmaterial verbrennen, um es in der strengen Kälte, die Großbritannien fest im Griff hat, warm zu haben.“
Die minderbemittelten Rentner lehren mich alles, was ich über das Verhältnis von Geist und Materie im Kapitalismus wissen muss. Ausserdem erstrahlen so Bolognaprozess, Studiengebühren und die ganzen Exzellenzinitiativen der deutschen Bildungselite einmal in dem richtigen Licht: Dem wärmenden Lodern des Kaminfeuers in den Häusern der sozial Exkludierten.
Andererseits: Während vier bis fünf Schwarten von Martin Walser den Raum gemütlich warm halten, kann ich schon fast ein Buch von Robert Walser durchlesen. Darauf könnte ich mich zur Not schon auch einlassen.
Empörte Steinewerfer im Glashaus
25.11.09 – warnt vor:Menschen zu meidende
Die Nepalesen. Die machen so Sachen, so archaische. Opfern geschätzte 300.000 Viecher einer noch mehr geschätzten Hindugottheit. Ein Gemetzel:
http://www.sueddeutsche.de/panorama/249/495573/text/
Vor Empörung verschlägt es der SZ gleich die Sprache, wenn das weltweit „größte Tieropferfest ... in Kathmandu tobt.“ Während unsere tierlieben Abergläubigen weltweit das Fest der freien Marktwirtschaft feiern, stirbt alle drei Sekunden ein Mensch an Hunger.
Einer der religiösen Teilnehmer spricht so: "Meine Tochter hat vor zwei Jahren geheiratet und ich hatte versprochen, ein Tier zu opfern, wenn sie ihr erstes Kind bekommt. Ich weiß, dass Opferungen keine gute Idee sind. Aber ich habe Angst, dass die Göttin böse wird, wenn ich mein Versprechen nicht halte.“
Nur mal als Frage in den Raum gestellt: Ob eventuell die Schamanen der Marktwirtschaft, wie beispielsweise Westerwelle, Hundt, Ackermann oder der Fischer, Angst haben, dass die Göttin der Gewinnmaximierung böse wird, wenn nicht mehr genügend Menschen dem Profit geopfert werden?
http://www.sueddeutsche.de/panorama/249/495573/text/
Vor Empörung verschlägt es der SZ gleich die Sprache, wenn das weltweit „größte Tieropferfest ... in Kathmandu tobt.“ Während unsere tierlieben Abergläubigen weltweit das Fest der freien Marktwirtschaft feiern, stirbt alle drei Sekunden ein Mensch an Hunger.
Einer der religiösen Teilnehmer spricht so: "Meine Tochter hat vor zwei Jahren geheiratet und ich hatte versprochen, ein Tier zu opfern, wenn sie ihr erstes Kind bekommt. Ich weiß, dass Opferungen keine gute Idee sind. Aber ich habe Angst, dass die Göttin böse wird, wenn ich mein Versprechen nicht halte.“
Nur mal als Frage in den Raum gestellt: Ob eventuell die Schamanen der Marktwirtschaft, wie beispielsweise Westerwelle, Hundt, Ackermann oder der Fischer, Angst haben, dass die Göttin der Gewinnmaximierung böse wird, wenn nicht mehr genügend Menschen dem Profit geopfert werden?
Davor warnen die Anderen
03.11.09 – warnt vor:Gefahren in Flora und Fauna | Nachrichten
"Grippewelle". "Rollt der Grippe-Tsunami aus Bayern über Deutschland?". "Die Welle hat begonnen." Das höre ich alle paar Jahre. Das letzte Mal waren, glaube ich, Hühner schuld, oder?
Die Pandemie nimmt im bürgerlichen Pandämonium vielleicht deshalb einen so prominenten Platz ein, weil der zufällig auf der richtigen Erdhalbkugel Geborene ahnt, seine Untaten und seine Untätigkeit in betreffs echter Weltprobleme könnten irgendwann den Weltgeist zu einem die Gerechtigkeit durch Ausgleich herstellenden Rachespektakel bewegen. Für diesen Fall wäre es natürlich angenehmer, die unsichtbaren Viren würden das besorgen, als die Armen kämen selbst vorbei und der Exodus der Dritten Welt würde einen Tsunami der Plünderer übers behütete Heimatl schwemmen.
Ich geh mir Taschentücher kaufen. Im Herbst läuft sogar dem Doc die Nase.
Die Pandemie nimmt im bürgerlichen Pandämonium vielleicht deshalb einen so prominenten Platz ein, weil der zufällig auf der richtigen Erdhalbkugel Geborene ahnt, seine Untaten und seine Untätigkeit in betreffs echter Weltprobleme könnten irgendwann den Weltgeist zu einem die Gerechtigkeit durch Ausgleich herstellenden Rachespektakel bewegen. Für diesen Fall wäre es natürlich angenehmer, die unsichtbaren Viren würden das besorgen, als die Armen kämen selbst vorbei und der Exodus der Dritten Welt würde einen Tsunami der Plünderer übers behütete Heimatl schwemmen.
Ich geh mir Taschentücher kaufen. Im Herbst läuft sogar dem Doc die Nase.
Fußball
26.06.08 – warnt vor:Nachrichten | Menschen zu meidende
Alternative Treibstoffe aus Geflügel
11.06.08 – warnt vor:Nachrichten | Gefahren in Flora und Fauna
Reiner Schleckers sicherheitsbewusste Hasen
21.04.08 – warnt vor:Gefahren in Flora und Fauna
Hasen sind vorsichtige Tiere. Ich besitze einen wunderschönen kleinen Buchsbaum (er heisst "Refugium der Habachtstellung"), in dem sich seit Wochen vier kleine Hasen verstecken, ich erkenne das an den Ohren, die deutlich aus dem Gebüsch herausstehen. Jetzt möchte ich die liebenswürdigen kleinen Rammler gerne einmal kennen lernen, sie verlassen ihren Buchs aber nicht. Ich spreche ihnen Mut zu und versuche im grundgütigen Plauderton eine möglichst entspannte, vertrauensvolle Atmo zu schaffen ("na Ihr kleinen Löffelmänner, schon was gemümmelt heute? Nö? Nö, ich auch nicht, na ja, bald wirds Zeit für ein kleines Happahappa, nicht? Karöttchen dazu, hm?"), dem Hasen ist´s egal. Er bleibt scheu und drin. Ich habe auch schon alles, was mir zur Welt der Hasen als passend und typisch einfällt in lockender Absicht vors Gebüsch gelegt, also Thymian, Rosmarin, etwas Knoblauch, ein paar Dörrpflaumen, dunklen Rotwein, feine Pinienkerne, zarten, rohen Speck zum Belegen, Lorbeer und sogar ein paar Wacholderbeeren. Kein Erfolg. Irgendwelche Ideen?

Neidisch? Die Bäumchen gibts hier: kast-schlecker@arcor.de

Neidisch? Die Bäumchen gibts hier: kast-schlecker@arcor.de
Gackt Diabolos - Angelos interruptus
07.04.08 – warnt vor:Menschen zu meidende
„Ach nö, also echt, jetzt wirds mir aber bissel lang, scheiss drauf, ich lasses“, so, oder so ähnlich, sprach der bei Anderen sicherlich sehr bekannte Tokyotische Unisex-Künstler (Gesang, Gitarre, Klavier) mit dem musikalischen Namen Gackt, nachdem er sich vorgenommen hatte, einmal Menschen fremder Zunge etwas Gutes zu tun:
Gackt - Diabolos
Europäische Edition! Schuber, deluxe Booklet + zusätzliches Booklet mit englischen Übersetzungen der Lyrics! Diese Übersetzung hat Gackt extra für seine europäischen Fans selbst verfasst!
1. Misty
2. Farewell
…
7. Future
8. Black Stone
9. Storm
10. Road
11. Todokanai ai to shitteitanoni osaekirezuni aishitsuzuketa
Gackt - Diabolos
Europäische Edition! Schuber, deluxe Booklet + zusätzliches Booklet mit englischen Übersetzungen der Lyrics! Diese Übersetzung hat Gackt extra für seine europäischen Fans selbst verfasst!
1. Misty
2. Farewell
…
7. Future
8. Black Stone
9. Storm
10. Road
11. Todokanai ai to shitteitanoni osaekirezuni aishitsuzuketa
Der Eros ist auch nicht mehr das, was er einmal war
22.02.08 – warnt vor:Gefahren in Flora und Fauna
Dumme Tiere
30.01.08 – warnt vor:Gefahren in Flora und Fauna
Der Uhu lebt im Wald. Er schläft tags und jagt nachts. Stirbt ein Mensch, hört man zuzeiten im Finstern sein dumpfes Huhu. Traf sichs einmal andersrum, der Uhu rief erst und dann fuhr einer dahin, wurden die Alten unruhig, entsetzten sich, rannten wirr umher und riefen: `s Leichhuhn! `s Leichhuhn!
Dumme Tiere
17.01.08 – warnt vor:Gefahren in Flora und Fauna
Nicht genug bewundern können wir, wie ein Faultier nach achtzehn Stunden leidlich ausgeschlafen sein überschaubares Tagewerk vollbringt. Das zahnarme Säugetier zupft ein paar Blätter und zermahlt das Laub ganz langsam. Raubvögel, Schlangen, Herr Brehm und manche Wildkatzen sehen es an und fragen sich, was das für ein Leben sein soll, während das Faultier ritardando mit der Klaue seine Stirne kratzt.
Bergarchitektur
22.10.07 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben | Abgründe des Bergsteigens
Dieser Scheich aus Abu Dhabi, namens Vibramil Bin-Andreas, ist der einzige mir bekannte Bergarchitekt. Ein Visionär unter den Baukünstlern, der seine kolossalen Werke grundsätzlich selbst erstbesteigt.

Man muss ihn einmal mit eigenen Augen bei der Arbeit gesehen haben. Fieberhaft, als gäbe es kein Morgen, entwirft er am Zeichentisch mit donnerndem Lachen und wild wirbelnden Gesten neue Bergrücken, Latschengürtel, Kämme, Grate, Abdachungen, Rinnen, Runsen, Schrofenbänder, Spalten, Risse, Platten, Ferner, Felsen, Bohrhaken nicht zu vergessen und Gipfelkreuze, ausschließlich zu seinem persönlichen Vergnügen. Ganze Heervölker von Bausklaven und Jahresproduktionen an Baggern, Kränen und Lastwagen schleppen, wuchten und betonieren die titanischen Entwürfe in die überraschte Landschaft unserer bis vor kurzem noch sehr bescheidenen Alpen. Danach widmet sich der "Godfather of Mountainbuilding" der Flora und Fauna, gestaltet so manisch wie liebevoll neue großzügigere Murmeltiermodelle, schrofensichere Kühe und Bergdohlen mit kleinen Schnapsfässchen um den Hals, für Verunglückte an schwer zugänglichen Stellen. Gefällt ihm sein Werk, tupft er hier und da ein paar letzte quietschbunte Enziane in den Fels und tritt etwas zurück.
Ist ein neuer Gebirgszug fertig geworden, prüft der steinreiche Bergphantast die Winkel, vermisst die Grate und murmelt, „steiler könntens sein, höher auch, was solls“, nur wenig später ist der agile Wüstensohn am Gipfel, felsgrau in feinsten Ozelot gekleidet, stolz und für einen kurzen Augenblick zufrieden.

Ein Foto – schon hat er am Horizont eine noch unbebergte Ebene ausgemacht und hastet wieder seinem Schreibtisch zu, den Kopf voller neuer Entwürfe, „aber diesmal auf Westalpenniveau“ wie er mit irre flackendem Blick verrät.
Zur Zeit befindet sich Vibramil Bin-Andreas auf Urlaubsreise in Nepal, wo ihn handverlesene Spitzen-Sherpas auf einer vergoldeten Ottomane die Pässe hinauftragen. Hier inspiriert sich der pfiffige Gebirgsbaumeister in seidenen Kissenbergen locker ausgestreckt zu neuen Ideen, schielt auf seiner Prunkliege mit halb geöffneten Augen zum Annapurna hinüber und flüstert, „hübsch, sehr hübsch, den lass ich gleich abtragen, und zieh ihn in Murnau wieder hoch, aber höher, steiler und vielleicht noch einmal in Istrien bei meinem kleinen Lustschloß, wer weiß; na, jetzt schau ich mir doch erst noch den Everest an.“

Man muss ihn einmal mit eigenen Augen bei der Arbeit gesehen haben. Fieberhaft, als gäbe es kein Morgen, entwirft er am Zeichentisch mit donnerndem Lachen und wild wirbelnden Gesten neue Bergrücken, Latschengürtel, Kämme, Grate, Abdachungen, Rinnen, Runsen, Schrofenbänder, Spalten, Risse, Platten, Ferner, Felsen, Bohrhaken nicht zu vergessen und Gipfelkreuze, ausschließlich zu seinem persönlichen Vergnügen. Ganze Heervölker von Bausklaven und Jahresproduktionen an Baggern, Kränen und Lastwagen schleppen, wuchten und betonieren die titanischen Entwürfe in die überraschte Landschaft unserer bis vor kurzem noch sehr bescheidenen Alpen. Danach widmet sich der "Godfather of Mountainbuilding" der Flora und Fauna, gestaltet so manisch wie liebevoll neue großzügigere Murmeltiermodelle, schrofensichere Kühe und Bergdohlen mit kleinen Schnapsfässchen um den Hals, für Verunglückte an schwer zugänglichen Stellen. Gefällt ihm sein Werk, tupft er hier und da ein paar letzte quietschbunte Enziane in den Fels und tritt etwas zurück.
Ist ein neuer Gebirgszug fertig geworden, prüft der steinreiche Bergphantast die Winkel, vermisst die Grate und murmelt, „steiler könntens sein, höher auch, was solls“, nur wenig später ist der agile Wüstensohn am Gipfel, felsgrau in feinsten Ozelot gekleidet, stolz und für einen kurzen Augenblick zufrieden.

Ein Foto – schon hat er am Horizont eine noch unbebergte Ebene ausgemacht und hastet wieder seinem Schreibtisch zu, den Kopf voller neuer Entwürfe, „aber diesmal auf Westalpenniveau“ wie er mit irre flackendem Blick verrät.
Zur Zeit befindet sich Vibramil Bin-Andreas auf Urlaubsreise in Nepal, wo ihn handverlesene Spitzen-Sherpas auf einer vergoldeten Ottomane die Pässe hinauftragen. Hier inspiriert sich der pfiffige Gebirgsbaumeister in seidenen Kissenbergen locker ausgestreckt zu neuen Ideen, schielt auf seiner Prunkliege mit halb geöffneten Augen zum Annapurna hinüber und flüstert, „hübsch, sehr hübsch, den lass ich gleich abtragen, und zieh ihn in Murnau wieder hoch, aber höher, steiler und vielleicht noch einmal in Istrien bei meinem kleinen Lustschloß, wer weiß; na, jetzt schau ich mir doch erst noch den Everest an.“
Dumme Tiere
16.10.07 – warnt vor:Gefahren in Flora und Fauna
Fleißige Backenhörnchen horten feine Zirbelnüsse, Mais und Pilze, jedes in seiner Kammer bis alles voll ist, futtern dann Hanf und Mohn und schlafen fünf kalte Monate selig durch. In Sibirien spüren gefinkelte Bären die Vorratskammern auf, graben Sie aus und fressen die ratzenden Backenhörnchen gleich mit.
Hasen
08.09.07 – warnt vor:Gefahren in Flora und Fauna
Schaffen Sie sich keine Hasen an, sie werden es irgendwann bereuen. Freunde von mir ignorierten meine Warnung und bereuten innerhalb kürzester Frist dreimal bitterlich. Nana, wer wird denn weinen, kondolierte ich einfühlsam, Hasen sind wie Wollpullover, erst sind sie weich und kuschlig, dann gehen Sie ein. Jetzt schmücken frisch gepflanzte Rhododendren die kleinen Hasengräber und ein Gelegenheitsgedicht richtete Frauchen und Herrchen wieder auf:
Ein Kondolenzkerzlein
für Dani und Markus
I
Wenn Große sterben, ist es Brauch,
die Trauer wortreich auszufeilen.
Besonders Kleine darf ich auch
verewigen in ein paar Zeilen.
Drei Hasen sind ´s , die ich vergotte:
Luise, Leopold und Lotte.
II
Die liebe Lotte findet Ruh,
man steht am Grab erbleicht.
Das Frauchen deckt den Leichnam zu.
“Ach Du”, der Gatte reicht
ein Glas und klagt, “es tut mir weh,
wenn ich dich weinen seh´ - Chantré?”
III
“Luise, ach, wer, wenn nicht diese,
Erfreut´ uns durch ein sanftes Wesen?
Leg dich zu Lotte in die Wiese,
ein Engel bist du uns gewesen”,
so schluchzt die Frau, ihr Mann spricht: “Jö,
ich hol´ uns einen Dujardin.”
IV
Nur wenig später: Leopold –
ein Has´, den Löwen leben ließen,
wenn er mit ihnen spielen wollt´ –
verlässt die Kraft. Die Tränen fließen,
die Schaufel scharrt zum dritten Mal.
Der Gatte greift zum Cardenal.
V
Nun hocken zwei sich kondolie-
rend, die um Trost Bemühten brüten
vor rosa Rhododendronblüten.
Der arme Has´. Er lehrt uns, wie
wir tapfer unsern Kreis vollenden.
Das Kerzlein brennt an beiden Enden.
Ein Kondolenzkerzlein
für Dani und Markus
I
Wenn Große sterben, ist es Brauch,
die Trauer wortreich auszufeilen.
Besonders Kleine darf ich auch
verewigen in ein paar Zeilen.
Drei Hasen sind ´s , die ich vergotte:
Luise, Leopold und Lotte.
II
Die liebe Lotte findet Ruh,
man steht am Grab erbleicht.
Das Frauchen deckt den Leichnam zu.
“Ach Du”, der Gatte reicht
ein Glas und klagt, “es tut mir weh,
wenn ich dich weinen seh´ - Chantré?”
III
“Luise, ach, wer, wenn nicht diese,
Erfreut´ uns durch ein sanftes Wesen?
Leg dich zu Lotte in die Wiese,
ein Engel bist du uns gewesen”,
so schluchzt die Frau, ihr Mann spricht: “Jö,
ich hol´ uns einen Dujardin.”
IV
Nur wenig später: Leopold –
ein Has´, den Löwen leben ließen,
wenn er mit ihnen spielen wollt´ –
verlässt die Kraft. Die Tränen fließen,
die Schaufel scharrt zum dritten Mal.
Der Gatte greift zum Cardenal.
V
Nun hocken zwei sich kondolie-
rend, die um Trost Bemühten brüten
vor rosa Rhododendronblüten.
Der arme Has´. Er lehrt uns, wie
wir tapfer unsern Kreis vollenden.
Das Kerzlein brennt an beiden Enden.






