Kapitalismus
Qualitätsjournalismus leicht gemacht
27.10.11 – warnt vor:Menschen zu meidende | Nachrichten
Erstens: Der Titel muss ziehen. Suchmaschinenoptimiert und auch sonst mit ordentlich Wallung. Mindestens Finanzkrise und Strahlenopfer und Trümmerfrauen-Edelmut. Warum also nicht: „Aufräumarbeiten im Finanz-Fukushima“? Ja, ist gut. Echt gut. Und dann was, was die Leute mitreisst. Erst abholt, auch die Analphabeten, und dann empört. Vielleicht so: „Berlin ist Entenhausen. Seit Mittwoch ist das amtlich. Schon die 440 Milliarden Euro des sogenannten Rettungsschirms, der Europa und den Euro auffangen soll, waren eine schwer vorstellbare Summe. Durch einen Trick der Finanz-Alchemie wurde daraus nun eine Billion Euro. Onkel Dagobert lässt grüßen.“ Genau. Schon sind alle, die sich auch nichts vorstellen können, bei ihm. Und gleich noch etwas mehr Dramatik: „Die Trümmer der europäischen Wirtschaftsarchitektur bergen eine vernichtende Gefahr für den ganzen Kontinent. Ein Finanz-Fukushima, dessen die Politik nicht Herr wird.“ Diese Worte bergen zwar logisch und grammatikalisch einen Unsinn, dessen der Deutschlehrer kaum Herr wird, aber eine notwendige Zuspitzung für die Katharsis dieses kleinen Journalliendramas sind sie durchaus: „Seit Beginn der Krise im Jahr 2008 tut Angela Merkel ihr Bestes, den maroden Reaktor des Finanzkapitalismus wieder in Gang zu setzen während doch die einzige Lehre aus dem Desaster lauten muss: Abschalten!“ Ja, abschalten, das wär´s doch, er ist so in Rage, da vergisst man schonmal die korrekte Zeichensetzung. Dann spricht er noch, was er bei der Wagenknecht gelesen hat: „Die Schulden des Staates sind die Vermögen der Reichen.“ Aber auf einmal geht es mit der SPD weiter, der zur „Zukunft Europas offenbar auch nichts anderes einfällt als der CDU“. SPD, CDU? Ein fieses Signal, das schlimme Ahnungen, es könnte vielleicht garnicht so gemeint sein, wie es sich anhört, im Leser weckt. Sie bestätigen sich wenig später in diesem Satz: „Er (Steinbrück) könnte etwas tun, was Angela Merkel nicht vermag: Vertrauen schaffen. Aber er verzichtet darauf.“ Das muss man erstmal hinkriegen: Von Entenhausen aus die Gesamtlage ins Visier nehmen, dabei die linke Kampfrhetorik bemühen, um dann am Ende nach was zu schreien? Der Enteignung der Reichen? Der Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmitteln? Der Gerechtigkeit bei Löhnen? Ich werde kleinmütiger: Dem Sozialstaat? Hm. Höheren Hartz 4-Sätzen? Nein. Er schreit nach: Vertrauen. Dem Augstein ist nicht mehr zu helfen. Bei dem Mental-Fukushima sind Aufräumarbeiten zwecklos.
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Mündige Bürger oder was man so nennt
25.10.11 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Frank Rieger schreibt wahre Worte zur Überwachung in der FAZ ("Wir leben noch frei, aber nicht mehr lange"). „Schon jetzt werden demokratische Proteste ganz selbstverständlich observiert und ausgeforscht. Die Werkzeuge, um gesellschaftliche Veränderung zu unterdrücken, wenn es denn politisch gewollt ist, sind nunmehr vorhanden und installiert. Die umfassende Mobiltelefonüberwachung in Sachsen gibt einen Vorgeschmack, wie der Missbrauch ablaufen kann. Sich darauf zu verlassen, dass in Zeiten von Finanzmarktzusammenbrüchen, aufbrechenden sozialen Verwerfungen und kommenden Ressourcenkrisen die Mittel, die unter dem Banner der Terrorismusbekämpfung geschaffen wurden, zurückhaltend und wohlüberlegt zum Einsatz gebracht werden, ist etwas für naive Staatsgläubige, nicht für mündige Bürger.“
Er erzählt allerdings nur die halbe Wahrheit. Er sieht die Gefahr für die Freiheit, aber er fragt nicht, durch welchen Klassengegensatz sie gerade bedroht ist. Für wen installiert der Staat denn die Sicherheitsapparate? Um die Bürger zu schützen? Ja, aber nur die wenigen Schwerreichen vor den vielen um ihren Besitz Bangenden. Das Vermögen sehr weniger Menschen, die sich in den letzten 20 Jahren noch einmal in aberwitzigem Maße bereichert haben, wird vor dem Zugriff derer geschützt, die auch etwas Nennenswertes von den Früchten ihrer Arbeit abbekommen möchten. Kurz: Der Innenminister schützt nicht die "Bürger" vor "Terroristen", "Extremisten" oder was auch immer, sondern die Herren vor den Knechten. Wozu sonst werden mit Drohnen Demos überwacht, oder der Einsatz der Bundeswehr im Inneren oder die Vorratsdatenspeicherung gefordert? Für Siemensgroßaktionäre beispielsweise sind Extremisten und Terroristen zwar eine abstrakte Bedrohung irgendwie. Aber sie sind auch ganz konkrete Kunden, wie man an Achmachmirdendschihad sehen kann. Gegen die gehen die nicht ernsthaft vor. Aber gegen einen Frank Rieger, wollte der Chaos Computer Club einmal die Eigentumsfrage stellen, anstatt sich auf die Rettung einer Freiheit zu beschränken, die ohne adäquates Einkommen schon heute kaum ansatzweise realisiert werden kann. Wer lebt denn noch frei?
Er erzählt allerdings nur die halbe Wahrheit. Er sieht die Gefahr für die Freiheit, aber er fragt nicht, durch welchen Klassengegensatz sie gerade bedroht ist. Für wen installiert der Staat denn die Sicherheitsapparate? Um die Bürger zu schützen? Ja, aber nur die wenigen Schwerreichen vor den vielen um ihren Besitz Bangenden. Das Vermögen sehr weniger Menschen, die sich in den letzten 20 Jahren noch einmal in aberwitzigem Maße bereichert haben, wird vor dem Zugriff derer geschützt, die auch etwas Nennenswertes von den Früchten ihrer Arbeit abbekommen möchten. Kurz: Der Innenminister schützt nicht die "Bürger" vor "Terroristen", "Extremisten" oder was auch immer, sondern die Herren vor den Knechten. Wozu sonst werden mit Drohnen Demos überwacht, oder der Einsatz der Bundeswehr im Inneren oder die Vorratsdatenspeicherung gefordert? Für Siemensgroßaktionäre beispielsweise sind Extremisten und Terroristen zwar eine abstrakte Bedrohung irgendwie. Aber sie sind auch ganz konkrete Kunden, wie man an Achmachmirdendschihad sehen kann. Gegen die gehen die nicht ernsthaft vor. Aber gegen einen Frank Rieger, wollte der Chaos Computer Club einmal die Eigentumsfrage stellen, anstatt sich auf die Rettung einer Freiheit zu beschränken, die ohne adäquates Einkommen schon heute kaum ansatzweise realisiert werden kann. Wer lebt denn noch frei?
Wagnis muss sich wieder lohnen
25.10.11 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben | Gefahren in Flora und Fauna
Unter dem offenbar vom FDP-Wahlkampf inspirierten Titel „Wagnis muss sich lohnen“ veröffentlicht die sonst nicht genug zu lobende Bergundsteigen einen Artikel zum Risiko beim Bergsteigen.
Ich steige so viel auf die Berge, wie ich kann. Das ist mitunter riskant, aber was tut man nicht alles, um für ein paar Stunden ein Alternativleben zu dem allgegenwärtig alternativlosen Wahnsinn des Kapitalismus zu führen. Der Artikel betrifft mich also als Experten des Warnens und als einen Experten des Warnungenindenwindschießens – ich beginne zu lesen.
Ein Prof. Dr. Siegbert Warwitz, Germanist und Pädagoge, verteidigte beim International Mountain Summit (was es alles gibt) seine These vom Recht aufs Risiko. Und zwar so: „Wagnis ist ein Impulsgeber für Höchstleistungen. Wagnisverweigerung ist eine Charakterschwäche.“ und so: „Heute ist Griechenland (das unter Alexander noch wagen konnte) ein bankrotter … Staat, der nicht den Mut … hat, sich aus dem Sumpf … zu ziehen, in den er sich selbst gebracht hat. Das nenne ich eine degenerierte Gesellschaft.“ und so: „Ich … kämpfe energisch gegen die verbreitete Verwechslung von sinnleerem Risikohandeln und werthaltigem Wagnisverhalten.“ und schließlich so: „Der Kern der Wagnisphilosophie heisst nämlich: Wagnis muss sich lohnen, muss zu Wertschöpfungen und höherer Lebensqualität führen.“
Mir wurde beim Lesen schwach übel. Haben Sie es gemerkt? Da spricht der Führer einer Großbank und will sein Volk zum Kampf ertüchtigen. Es geht um alles, es geht um Wertschöpfung. Die charakterschwachen, degenerierten Griechen, die sich nicht mehr trauen, wie Alexander der Große Krieg und Tod bis nach Indien zu tragen, sollen doch mit ihrem sinnleeren Risikohandeln selbst schauen, wo sie bleiben. Wir setzen auf Impulse zur Höchstleistung und auf Wertschöpfung und Lebensqualität. Da kann man schon mal ein werthaltiges Wagnisverhalten zeigen und beispielsweise auf den Untergang des Euro wetten. Der Mann weiß garnicht, wie gut er verstanden hat, was die, die was zu sagen haben, ihn sagen hören wollen. Bei so viel vorauseilendem Gehorsam eines Intellektuellen wird der Schritt vom Warwitz zum Wahnwitz ganz klein.
Hoffentlich bleibt das ein Einzelfall. Ich dulde keinen Kapitalismus beim Klettern.
Ich steige so viel auf die Berge, wie ich kann. Das ist mitunter riskant, aber was tut man nicht alles, um für ein paar Stunden ein Alternativleben zu dem allgegenwärtig alternativlosen Wahnsinn des Kapitalismus zu führen. Der Artikel betrifft mich also als Experten des Warnens und als einen Experten des Warnungenindenwindschießens – ich beginne zu lesen.
Ein Prof. Dr. Siegbert Warwitz, Germanist und Pädagoge, verteidigte beim International Mountain Summit (was es alles gibt) seine These vom Recht aufs Risiko. Und zwar so: „Wagnis ist ein Impulsgeber für Höchstleistungen. Wagnisverweigerung ist eine Charakterschwäche.“ und so: „Heute ist Griechenland (das unter Alexander noch wagen konnte) ein bankrotter … Staat, der nicht den Mut … hat, sich aus dem Sumpf … zu ziehen, in den er sich selbst gebracht hat. Das nenne ich eine degenerierte Gesellschaft.“ und so: „Ich … kämpfe energisch gegen die verbreitete Verwechslung von sinnleerem Risikohandeln und werthaltigem Wagnisverhalten.“ und schließlich so: „Der Kern der Wagnisphilosophie heisst nämlich: Wagnis muss sich lohnen, muss zu Wertschöpfungen und höherer Lebensqualität führen.“
Mir wurde beim Lesen schwach übel. Haben Sie es gemerkt? Da spricht der Führer einer Großbank und will sein Volk zum Kampf ertüchtigen. Es geht um alles, es geht um Wertschöpfung. Die charakterschwachen, degenerierten Griechen, die sich nicht mehr trauen, wie Alexander der Große Krieg und Tod bis nach Indien zu tragen, sollen doch mit ihrem sinnleeren Risikohandeln selbst schauen, wo sie bleiben. Wir setzen auf Impulse zur Höchstleistung und auf Wertschöpfung und Lebensqualität. Da kann man schon mal ein werthaltiges Wagnisverhalten zeigen und beispielsweise auf den Untergang des Euro wetten. Der Mann weiß garnicht, wie gut er verstanden hat, was die, die was zu sagen haben, ihn sagen hören wollen. Bei so viel vorauseilendem Gehorsam eines Intellektuellen wird der Schritt vom Warwitz zum Wahnwitz ganz klein.
Hoffentlich bleibt das ein Einzelfall. Ich dulde keinen Kapitalismus beim Klettern.
Gewalt ist keine Lösung gegen Jakob Augstein
27.09.11 – warnt vor:Menschen zu meidende
In Berlin kam es zu politisch motivierten Straftaten. Bahnstreckenvandalen. Schlug das Herz der Saboteure rechts oder links? Keiner weiß es. Jakob Augstein vermutet links. Er schreibt das auch, dabei mitfühlend, der Provokateur reagiere auf einen Zusammenbruch des Rechts und der Moral im Land. Was Augstein in die Nähe der Linken bringt. Das macht ihn interessant. Aber es ist gefährlich für die Auftragslage eines Journalisten. Wenn er das ernst meint, muss er bald für Gremliza schreiben und davon kann sicher keiner leben. In seinem Artikel auf Spiegel Online steht vorsorglich, Gewalt sei keine Lösung. Damit ist er den RAF-Verdacht los, aber so langweilig wie zuvor. Deshalb dementiert er diesen Satz wieder im Freitag nur zur Vervollständigung des trüben Bildes, das ich mir von ihm mache: „Lieber TS, nur zur Vervollständigung. Der Satz "Gewalt ist keine Lösung" stand in meinem Artikel nicht drin. Den haben die Kollegen in Hamburg reingeschrieben. Ich will damit nicht sagen, dass ich Gewalt für eine Lösung halte. Aber ich hätte von mir aus nie geschrieben, dass sie keine Lösung ist. Das ist ein großer Unterschied. Ihr JA“.
„Gewalt ist eine Lösung, Herr Augstein?“ – „Das will ich nicht sagen, aber von mir aus auch nicht nicht geschrieben haben.“ Danke, das genügt uns.
Das Problem ist bei diesem Geeiere nicht die böse Redaktion des Spiegel. Es ist der Kapitalismus im Journalismus, der immer wieder brave Journalisten dazu verleitet, so zu tun, als ob es Systemkritik in ihrem Kopf gäbe, nur weil sich der Revolutionsfake so gut bei den Frustrierten verkauft.
„Gewalt ist eine Lösung, Herr Augstein?“ – „Das will ich nicht sagen, aber von mir aus auch nicht nicht geschrieben haben.“ Danke, das genügt uns.
Das Problem ist bei diesem Geeiere nicht die böse Redaktion des Spiegel. Es ist der Kapitalismus im Journalismus, der immer wieder brave Journalisten dazu verleitet, so zu tun, als ob es Systemkritik in ihrem Kopf gäbe, nur weil sich der Revolutionsfake so gut bei den Frustrierten verkauft.
Wer baut Sie wieder auf?
13.08.11 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Nonhuman Resources
01.08.11 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Foxconn geht den konsequenten Weg: Wenn die Biomasse in den Werken zu instabil ist, um die gefragte Leistung zum gewünschten Preis zu erbringen (Problem: Lohnerhöhung wg. Selbstmord), dann geht es mit Robotern sicher besser. In jeder wünschbaren Welt wäre das ein Tag des Glücks, an dem Menschen von stupiden, entwürdigenden und deprimierenden Arbeiten befreit werden, die Roboter viel besser ausführen können. Die von ihrer Arbeit Befreiten würden auf den Straßen tanzen und den Erfindern der Roboter Lieder singen. Im Kapitalismus ist es ein Tag, der Armut verheisst. Die Freigestellten kennen kein anderes Ziel, als so schnell wie möglich irgendwo wieder unter die Fuchtel der nächsten Firma zu kriechen. Das ist die Grundbotschaft des Systems: Du sollst nur existieren, wenn Du in irgendeinem Produktionsprozess mehr Mehrwert erzeugst als irgendetwas anderes an derselben Stelle. Insofern ist der massenhafte Selbstmord der Foxconn-Mitarbeiter nur konsequent und vorausschauend.
Wenn der Arbeitgeber konsequent ist und die Arbeitnehmer auch und am Ende sind deshalb viele Menschen tot, was ist das dann? Der Segen der freien Marktwirtschaft?
Wenn der Arbeitgeber konsequent ist und die Arbeitnehmer auch und am Ende sind deshalb viele Menschen tot, was ist das dann? Der Segen der freien Marktwirtschaft?
An die Front, Ihr Weicheier
29.07.11 – warnt vor:Menschen zu meidende | Nachrichten
Der Dr. a. D. Guttenberg hat, ehe er sein Ministeramt niederlegte, der Bundeswehr noch die Wehrpflicht unter dem stets einsatzbereiten Arsch weggezogen. Macht nichts, dachten die Marketingoffiziere der todschicken Imagetruppe. Kann man in der World-of-Warcraft-Generation durch Werbung ausgleichen. Jetzt aber mussten Sie berichten, was die teure „Werde-für-die-Heimat-zum-Mörder“-Kampagne so gebracht hat:
"Durch die in der Öffentlichkeit als hoch bewertete Zahl an gefallenen Soldaten im Einsatz kam es zu einer Änderung in der Einstellung zum Soldatenberuf“. Eine Perle der Selbstreflexion und ein Musterbeispiel für eine gehorsame Meldung an die Großväter: Von Euch haben noch viel mehr ihr Leben für Doitschland gelassen und die kneifen wegen der paar Leichen auf dem Hindukusch?
"Der Soldatenberuf wird mit Auslandseinsätzen und Gefahr für Leib und Leben assoziiert." Bislang wurde er wohl eher mit Inlandseinsätzen im Offizierskasino und Gefahr für Leber und Hirn assoziiert.
"Die Interessen der meisten Jugendlichen sind nicht im Bereich der Sicherheitspolitik zu suchen“. Das lässt hoffen. Denn das Sicherheitsbedürfnis seelisch intakter Jugendlicher lässt sich restlos mit Präservativen befriedigen. Make Love not War.
"Durch die in der Öffentlichkeit als hoch bewertete Zahl an gefallenen Soldaten im Einsatz kam es zu einer Änderung in der Einstellung zum Soldatenberuf“. Eine Perle der Selbstreflexion und ein Musterbeispiel für eine gehorsame Meldung an die Großväter: Von Euch haben noch viel mehr ihr Leben für Doitschland gelassen und die kneifen wegen der paar Leichen auf dem Hindukusch?
"Der Soldatenberuf wird mit Auslandseinsätzen und Gefahr für Leib und Leben assoziiert." Bislang wurde er wohl eher mit Inlandseinsätzen im Offizierskasino und Gefahr für Leber und Hirn assoziiert.
"Die Interessen der meisten Jugendlichen sind nicht im Bereich der Sicherheitspolitik zu suchen“. Das lässt hoffen. Denn das Sicherheitsbedürfnis seelisch intakter Jugendlicher lässt sich restlos mit Präservativen befriedigen. Make Love not War.
Hellau Hellas
15.06.11 – warnt vor:Nachrichten | Menschen zu meidende
Die Abrissparty kann steigen. Das sollten sich Portugal, Spanien, Irland, Italien und so manche anderen Wackelkandidaten genau ansehen. Was an Griechenland gerade durchgeführt wird, ist die billigste Art, einen Wirtschaftskrieg zu gewinnen: Man zerstört das Vertrauen in die Wirtschaftskraft eine Landes, wartet zu, bis die Depression groß genug ist und kauft den entwerteten Plunder dann für symbolische Summen auf. 16,7 Mio Eur für den Hafen von Piräus. Das Prinzip hat schon prima bei der DDR funktioniert. Wer nicht über den Tisch gezogen werden will, wird von den selbstlos rettenden Investoren abgewatscht. Schließlich beteiligen sich längst auch Hochtief und die Deutsche Telekom am Ausverkauf der griechischen Infrastruktur. Da sagt es ein bestallter Interessenvertreter der europäischen Geldelite im Klartext:
„Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker hatte am Wochenende gefordert, die Regierung in Athen solle deutlich mehr Tafelsilber zu Geld machen als geplant und die Kontrolle über die Privatisierungen aus der Hand geben. „Die Europäische Union wird das Privatisierungsprogramm künftig so eng begleiten, als würden wir es selbst durchführen“, sagte er im „Spiegel“. Er forderte eine regierungsunabhängige Privatisierungsagentur, die mit ausländischen Experten besetzt werden soll. Als Vorbild nannte er die deutsche Treuhandanstalt, die den Verkauf des DDR-Vermögens leitete. Die Regierung teilte mit, einen staatlichen Fonds einzurichten, um Privatisierungen und den Verkauf von Immobilien zu beschleunigen.“
„Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker hatte am Wochenende gefordert, die Regierung in Athen solle deutlich mehr Tafelsilber zu Geld machen als geplant und die Kontrolle über die Privatisierungen aus der Hand geben. „Die Europäische Union wird das Privatisierungsprogramm künftig so eng begleiten, als würden wir es selbst durchführen“, sagte er im „Spiegel“. Er forderte eine regierungsunabhängige Privatisierungsagentur, die mit ausländischen Experten besetzt werden soll. Als Vorbild nannte er die deutsche Treuhandanstalt, die den Verkauf des DDR-Vermögens leitete. Die Regierung teilte mit, einen staatlichen Fonds einzurichten, um Privatisierungen und den Verkauf von Immobilien zu beschleunigen.“
Er kam, sah, kassierte
03.06.11 – warnt vor:Menschen zu meidende
Eine "Begegnung mit Bracos gebendem Blick" ist sicherlich sehr reizvoll. Man steht unter Gleichgesinnten schweigend für 30 bis 40 Minuten in dem schnuckeligen Meetingraum irgendeines Businesshotels und schaut selig benommen zu, wie Er – Mister magic eyes Braco – auf seine Gäste milde herabblickt. Was für Idioten, denkt sich der Meister beim Glotzen und lächelt noch etwas natürlicher. Jeder von denen hat 5 Euro Unkostenbeitrag gezahlt. Die Veranstaltung findet stündlich statt. Wenn auch nur hundert in den Saal passen und Braco sieben Blicksessions am Tag stemmt, gibt es für ihn keinen Grund mehr, etwas zu lernen um eine vergleichbar hoch bezahlte und ähnlich überflüssige Betätigung zu versuchen, wie sie beispielsweise Anwälte oder Unternehmensberater ausüben. Die Plakatgestalter haben es klug eingerichtet, neben Bracos gebendem Blick nicht auch noch Bracos nehmende Hand mit abzubilden.


Koordinierte Preisgestaltung
23.05.11 – warnt vor:Nachrichten
Die SZ berichtet ihren Lesern, denen der Kapitalismus noch geheuer ist, Ungeheuerliches: „Die deutsche Mineralölindustrie bestätigt die vom Kartellamt festgestellte koordinierte Preisgestaltung - und will weitermachen wie bisher.“ Darf das wahr sein? Die lästern gegen das Allerheiligste und sträuben sich gegen freie Märkte? Fast sympathisch erscheint es mir, dass sie wenigstens die Preise gemeinsam planen, anstatt sich vollständig wie Tiere zu benehmen und den Wirtschaftskrieg, den sie selbst Konkurrenz nennen, weiterzukämpfen. Natürlich geschieht das ganz systemkonform allein zur Gewinnmaximierung. Aber könnte man nicht auch darin noch eine positive Anregung entdecken? Einigkeit macht teuer? Vielleicht könnten sich einmal die Angestellten und Arbeiter der Ölindustrie zu einer koordinierten Preisgestaltung ihrer Arbeitskraft verabreden und sich die im Kartell erpressten Gewinne als Lohn wieder zurückholen? Ich frag ja nur.
Wachstum überall
03.05.11 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Das ist das Verblüffende am ständigen Wachstum im Kapitalismus: Sogar die Menschen werden immer mehr. Wer will dieses Jahr dem Erdenbürger Nr. 7.000.000.000 an der Wiege singen: „Wie schön, dass Du geboren bist. Wir hätten Dich sonst sehr vermisst“? Das traut sich allenfalls noch der Papst. Und der meint es nicht so.
Studie, Studie an der Wand, wie winzig ist der Lohn im Land?
29.04.11 – warnt vor:Nachrichten | Bedrohungen allenthalben
Eine Studie findet etwas heraus, was sich jede denken kann, die denken kann: Wenn es einen Mindestlohn gibt, steigen die Steuereinnahmen. Ginge es den Arbeitnehmern gut, täte das dem Staat gut. Zahlen müssten in diesem Fall einmal die Unternehmen, weshalb aus der Sache voraussichtlich nichts wird. Nachdem Deutschland aber nicht gerne mit Griechenland, Portugal, Irland, Spanien, England, Italien und Schaunwirmalwernoch vom Schuldengipfel des Mount Debts fallen möchte, ist es auch nicht ganz auszuschliessen, dass der Staat sich vorübergehend und punktuell einmal gegen die Interessen des Kapitals stellt. Wenn sogar Sozialausschüsse der CDU dafür sind ... Der in der Studie unterstellte Mindestlohn liegt mit 8,50 Euro sicherheitshalber sowieso unter dem, was in anderen, zivilisierteren Ländern Europas bereits Gesetz ist. Apropos zivilisiert: Ist eigentlich ein Land bekannt, in dem es Höchstlöhne gibt? Nein? Sie meinen, das würde beispielsweise die Hedgefondmanager zu sehr demotivieren, Ihren wertvollen Beitrag für das Funktionieren der Weltwirtschaft zu leisten? Da müssen schon einmal 5 Milliarden per annum fliessen, damit der Manager mit dem anstrengenden Wetten weitermacht? Verstehe.
Dein Freund und Helfer
04.04.11 – warnt vor:Nachrichten
Und ich dachte immer, die Polizei wäre dazu da, die öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten, während sich die Konzerninhaber zuhause und in aller Welt gut bewacht bereichern. Jetzt lerne ich von der ARD, dass die durchaus auch einmal direkt zur Wertschöpfung abkommandiert werden, wenn es die EADS befiehlt. Und zwar im Servicebereich „Training und Fortbildung“. Wer könnte den Saudis schließlich besser erklären, wie man mit deutscher Hochtechnologie die Grenzen dicht kriegt, als das Ordnungspersonal mit der effektivsten Asylantenabwehrpraxis, die nahezu jeden Asylbewerber in ein so genanntes sicheres Drittland abschiebt. 2009 haben es gerade noch rund 8.000 geschafft, die Grenze in unser sicheres Erstland zu passieren. Was ist aus den Anderen geworden? Nichts, was die Rüstungsprofiteure um den Schlaf bringt.
And the winner is: Winfried
28.03.11 – warnt vor:Menschen zu meidende
Winfried Kretschmann hat die Grünen – also diese Mischung aus Gelben und Blauäugigen, die aus der ehemaligen Friedens-, Gerechtigkeits-, und Anti-Akw-Partei so eine Art Öko-Flügel der FDP haben werden lassen – in einen Sieg geführt, der nach S21, Guttenberg und Fukushima einfach nicht mehr zu vermasseln war.
Ein, zwei Schlaglichter auf den Mann: Kretschmann ist den Weg aller Grünen gegangen, vom Kommunistischen Bund Westdeutschland in die Regierungsverantwortung, den ganzen langen Marsch durch die Institutionen, bis am Ende vom Kommunistischen Bund Westdeutschland nur noch der Bund übrig geblieben war. Die Verbundenheit mit so progressiven Gruppen wie dem Schützenverein Laiz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Wenig überraschend engagiert er sich bei Donum Vitae, einem Verein, dessen Gründung der Überzeugung entsprang, "dass eine ergebnisoffene, aber zielgerichtete Beratung die beste Möglichkeit sei, um ungeborenes Leben zu schützen." Nachdem er hier bereits gelernt hat, wie man ergebnisoffen etwas so lange diskutiert, bis zielgerichtet das herauskommt, was man schon vorher wollte, wird er vielleicht auch S21 so lange mit den Bürgern diskutieren können, bis die zielgerichtet das Ding bauen lassen? Er ist jetzt der Mann am Hebel und findet allerlei von seinem Vorgänger unterschriebene Verträge vor. Die Unternehmer werden ihm schon bald klarmachen, was das heißt: Pacta sunt servanda. In der Presse liest sich das gerade noch anders, da sind alle besoffen vor Glück:
"Die grüne Revolution", "historischer Wahlsieg", es wehe "der Atem der Geschichte", Kretschmann stehe für eine "Politik des Gehörtwerdens", was wohl eine Floskel ist für "was heute noch dem Mappus gehört - werden wir uns nun unter den Nagel reissen." Jedenfalls verspricht er den Bürgern Baden-Württembergs etwas Schönes: „Wir werden in diesem Land einen Politikwechsel einleiten, wir werden den versprochenen Weg in die Bürgergesellschaft gehen und wir werden diesen Wechsel zusammen mit der Bevölkerung Baden-Württembergs einleiten.“ Wenn ich das in meinen Politikerdeutsch-zu-Klartext-Compiler einspeise, kommt hinten das raus: "Wir werden S21 bauen und ihr werdet es mögen, weil wir es grün und demokratisch aussehen lassen". Na, dann ist ja alles nochmal gut gegangen für die, auf die es ankommt.
Ein, zwei Schlaglichter auf den Mann: Kretschmann ist den Weg aller Grünen gegangen, vom Kommunistischen Bund Westdeutschland in die Regierungsverantwortung, den ganzen langen Marsch durch die Institutionen, bis am Ende vom Kommunistischen Bund Westdeutschland nur noch der Bund übrig geblieben war. Die Verbundenheit mit so progressiven Gruppen wie dem Schützenverein Laiz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Wenig überraschend engagiert er sich bei Donum Vitae, einem Verein, dessen Gründung der Überzeugung entsprang, "dass eine ergebnisoffene, aber zielgerichtete Beratung die beste Möglichkeit sei, um ungeborenes Leben zu schützen." Nachdem er hier bereits gelernt hat, wie man ergebnisoffen etwas so lange diskutiert, bis zielgerichtet das herauskommt, was man schon vorher wollte, wird er vielleicht auch S21 so lange mit den Bürgern diskutieren können, bis die zielgerichtet das Ding bauen lassen? Er ist jetzt der Mann am Hebel und findet allerlei von seinem Vorgänger unterschriebene Verträge vor. Die Unternehmer werden ihm schon bald klarmachen, was das heißt: Pacta sunt servanda. In der Presse liest sich das gerade noch anders, da sind alle besoffen vor Glück:
"Die grüne Revolution", "historischer Wahlsieg", es wehe "der Atem der Geschichte", Kretschmann stehe für eine "Politik des Gehörtwerdens", was wohl eine Floskel ist für "was heute noch dem Mappus gehört - werden wir uns nun unter den Nagel reissen." Jedenfalls verspricht er den Bürgern Baden-Württembergs etwas Schönes: „Wir werden in diesem Land einen Politikwechsel einleiten, wir werden den versprochenen Weg in die Bürgergesellschaft gehen und wir werden diesen Wechsel zusammen mit der Bevölkerung Baden-Württembergs einleiten.“ Wenn ich das in meinen Politikerdeutsch-zu-Klartext-Compiler einspeise, kommt hinten das raus: "Wir werden S21 bauen und ihr werdet es mögen, weil wir es grün und demokratisch aussehen lassen". Na, dann ist ja alles nochmal gut gegangen für die, auf die es ankommt.
Suum cuique
16.03.11 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Jedem das Seine, denken sich die Vorstandsvorsitzenden und Anteilseigner der großen Energiemonopolisten: Uns der Gewinn von einer Million täglich je altem AKW, dem Steuerzahler und Kunden das gesundheitliche und finanzielle Risiko. Wenn die sich jetzt auch noch gegen die kleinsten Zugeständnisse an eine am Allgemeinwohl orientierte Vernunft sperren und Schadensersatz einklagen möchten, weil ein paar der unkalkulierbaren Risiken abgestellt sind: Was spricht dann eigentlich noch dagegen, die Energiekonzerne gleich zu verstaatlichen? Wäre gut für den verschuldeten Staat und gut für die Konsumenten und Bürger. Müssten die Konzerne für den Schaden aufkommen, den sie bereits mit ihren AKWen angerichtet haben, würden die von selbst und kleinlaut aus der Kernkraft aussteigen. Aber nachdem sie ihren strahlenden Müll durch die Welt karren oder irgendwo hin schmeissen dürfen, wo ihn keiner mehr sieht, machen die weiter als wäre nichts. Es ist ja auch nichts. Man höre und staune: Umweltminister Norbert Röttgen sagte, das Moratorium sei politisch gemeint, nicht rechtlich: "Die Exekutive kann nicht Gesetze außer Kraft setzen." Das heißt nichts anderes als, es gibt kein Moratorium. Es gibt nur Öffentlichkeitsarbeit.
In jedem Unglück liegt eine Chance, Geld zu machen
14.03.11 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Die SZ fragt nach den wirtschaftlichen Auswirkungen der Katastrophe in Japan und zieht einen tröstlichen Vergleich zum Beben in Kobe 1995:
Die seinerzeit in Kobe entstandenen wirtschaftlichen Schäden hatte das Land erstaunlich schnell wieder aufgeholt: Der Wiederaufbau wirkte dabei wie ein riesiges Konjunkturprogramm.
Beben, Tsunami, Supergau, Krieg – ganz egal. Unser Wirtschaftssystem wird mit allem fertig und wenn es dazu alle fertig machen muss. Ohne regelmäßigen Kollaps wäre am Ende noch die Konjunktur am Ende und das darf nicht sein. Da kommt jede Form der wiederbelebenden Zerstörung recht.
Die seinerzeit in Kobe entstandenen wirtschaftlichen Schäden hatte das Land erstaunlich schnell wieder aufgeholt: Der Wiederaufbau wirkte dabei wie ein riesiges Konjunkturprogramm.
Beben, Tsunami, Supergau, Krieg – ganz egal. Unser Wirtschaftssystem wird mit allem fertig und wenn es dazu alle fertig machen muss. Ohne regelmäßigen Kollaps wäre am Ende noch die Konjunktur am Ende und das darf nicht sein. Da kommt jede Form der wiederbelebenden Zerstörung recht.
Ende gut, alles noch viel besser
10.03.11 – warnt vor:Menschen zu meidende
Heute berichte ich Ihnen ein Wirtschaftswunder in drei Akten mit einem strahlenden Happy End.
1)
2009 zeigte mir die TZ Oma Barbie am Abgrund. Wird sie, verzweifelt wie Merkle, vor den Zug springen?

Quelle
2)
Heute lese ich dagegen:
"Wieder dabei unter den Superreichen bei Forbes ist Maria-Elisabeth Schaeffler, die im Vorjahr auf Grund der finanziellen Schwierigkeiten ihres Unternehmens nicht als Milliardärin geführt wurde. Mit 9,8 Milliarden kommt die Maschinenbau-Unternehmerin auf Platz 89."
3)
Wie hat sie das nur geschafft? Die IG Metall erklärt es Ihnen:
"Leiharbeit: arm durch Arbeit
Sozialsystem von den Arbeitgebern missbraucht
Nach der vom Arbeitsministerium, dem Deutschen Städtetag und der Bundesagentur für Arbeit jetzt vorgelegten "Halbjahresbilanz Hartz IV" beziehen immer mehr Erwerbstätige nebenher ergänzendes Arbeitslosengeld II. Insgesamt 1,18 Millionen Erwerbstätige waren "Aufstocker" und erhielten ergänzendes Arbeitslosengeld II. Etwa die Hälfte hat nur Minijobs - aber 602.000 sind regulär sozialversicherungspflichtig beschäftigt. 440.000 davon haben sogar einen Vollzeitjob.Vor allem bei der Saisonarbeit, im Bau- und Gaststättengewerbe und in der Leiharbeitsbranche reichen die Löhne nicht aus, um eine Familie zu ernähren. Das Sozialsystem würde "von den Arbeitgebern missbraucht", kritisierte Stephan Articus, Hauptgeschäftsführer des Städtetags.
Wie am Standort Luckenwalde ist auch an anderen Standorten der Schaeffler Gruppe davon auszugehen, dass vor allem Leiharbeitnehmer ihr Einkommen durch Hartz IV aufstocken müssen, um zu überleben. Das bedeutet: Die Verleihfirmen wie auch die Schaeffler Gruppe bekommen indirekt "Stütze" aus den Sozialkassen.
Inzwischen sind die Löhne in Deutschland so niedrig, dass viele Osteuropäer lieber in Großbritannien anheuern, als in Deutschland für Niedrigstlöhne zu arbeiten."
Das Bundesverdienstkreuz am Bande für Frau Schäffler ist bei solchen Wohltaten nur noch eine Formsache und versteht sich von selbst. Das durfte ihr deshalb bereits 2001 der Beckstein an Revers schleimen.
So viel unternehmerisches Engagement will aber natürlich auch von der Bildungselite gewürdigt werden. Für Ihre besonderen Verdienste um die wirtschaftliche Entwicklung verlieh der Freundeskreis der Leibniz Universität Hannover e. V. der Schäfflerschen darum die wahrhaftig so genannte "Karmarsch-Denkmünze".
Den Preis hätte ich ihr auch verliehen. Muss wohl ihr arschiges Karma sein, dass sie immer nur an Münzen denken kann.
1)
2009 zeigte mir die TZ Oma Barbie am Abgrund. Wird sie, verzweifelt wie Merkle, vor den Zug springen?

Quelle
2)
Heute lese ich dagegen:
"Wieder dabei unter den Superreichen bei Forbes ist Maria-Elisabeth Schaeffler, die im Vorjahr auf Grund der finanziellen Schwierigkeiten ihres Unternehmens nicht als Milliardärin geführt wurde. Mit 9,8 Milliarden kommt die Maschinenbau-Unternehmerin auf Platz 89."
3)
Wie hat sie das nur geschafft? Die IG Metall erklärt es Ihnen:
"Leiharbeit: arm durch Arbeit
Sozialsystem von den Arbeitgebern missbraucht
Nach der vom Arbeitsministerium, dem Deutschen Städtetag und der Bundesagentur für Arbeit jetzt vorgelegten "Halbjahresbilanz Hartz IV" beziehen immer mehr Erwerbstätige nebenher ergänzendes Arbeitslosengeld II. Insgesamt 1,18 Millionen Erwerbstätige waren "Aufstocker" und erhielten ergänzendes Arbeitslosengeld II. Etwa die Hälfte hat nur Minijobs - aber 602.000 sind regulär sozialversicherungspflichtig beschäftigt. 440.000 davon haben sogar einen Vollzeitjob.Vor allem bei der Saisonarbeit, im Bau- und Gaststättengewerbe und in der Leiharbeitsbranche reichen die Löhne nicht aus, um eine Familie zu ernähren. Das Sozialsystem würde "von den Arbeitgebern missbraucht", kritisierte Stephan Articus, Hauptgeschäftsführer des Städtetags.
Wie am Standort Luckenwalde ist auch an anderen Standorten der Schaeffler Gruppe davon auszugehen, dass vor allem Leiharbeitnehmer ihr Einkommen durch Hartz IV aufstocken müssen, um zu überleben. Das bedeutet: Die Verleihfirmen wie auch die Schaeffler Gruppe bekommen indirekt "Stütze" aus den Sozialkassen.
Inzwischen sind die Löhne in Deutschland so niedrig, dass viele Osteuropäer lieber in Großbritannien anheuern, als in Deutschland für Niedrigstlöhne zu arbeiten."
Das Bundesverdienstkreuz am Bande für Frau Schäffler ist bei solchen Wohltaten nur noch eine Formsache und versteht sich von selbst. Das durfte ihr deshalb bereits 2001 der Beckstein an Revers schleimen.
So viel unternehmerisches Engagement will aber natürlich auch von der Bildungselite gewürdigt werden. Für Ihre besonderen Verdienste um die wirtschaftliche Entwicklung verlieh der Freundeskreis der Leibniz Universität Hannover e. V. der Schäfflerschen darum die wahrhaftig so genannte "Karmarsch-Denkmünze".
Den Preis hätte ich ihr auch verliehen. Muss wohl ihr arschiges Karma sein, dass sie immer nur an Münzen denken kann.
Erfolgsautor Schröder
04.03.11 – warnt vor:Menschen zu meidende
Es gibt ein Gerücht, Maschmeyer habe Schröder eine Million gezahlt – für dessen Memoiren. Das ist im Spiegel sicher irreführend ausgedrückt. Er bekam das Geld lediglich für das Kapitel "Rentenreform" in seinen Memoiren. Wenn dann ein Journalist dem Schröder dieses Gerücht erzählt, wird er mit den Worten "das ist meine private Angelegenheit" weggeschickt. Das bedeutet, es geht niemanden etwas an, wem Schröder für wie viel Geld den Staat verkauft. Die Einsicht der 68er, alles Private sei immer auch politisch, gilt für Schröder und seinesgleichen auch, nur genau umgekehrt. Was auch immer der Politiker durchsetzt, ist mit Sicherheit privat zu seinem Vorteil.
Oh mein Gott! Steve Jobs ist unterwegs zur wundervollsten Erfindung des Lebens
21.02.11 – warnt vor:Menschen zu meidende
In unserem Wirtschaftssystem geschehen seltsame Dinge. Einem amerikanischen Hersteller von IT-Spielzeug wird ein höherer Firmenwert zugeschrieben als dem größten chinesischen Erdölunternehmen. Wird der Geschäftsführer dieser Gadgetfabrik krank, verringert dieser Vorfall den Wert des Unternehmens um 24 Milliarden Dollar. Von heute auf morgen.
Unsere Art zu wirtschaften darf man wohl als von rationalen Erwägungen und irgendwelchen der Menschheit nützlichen Zwecken restlos befreit betrachten. Spätere Generationen werden die Industrialisierung, die wir als menschheitsgeschichtlich beispiellose Wachstums- und Fortschrittsperiode zu betrachten erzogen sind, vermutlich als das dunkle Kapitel der Menschheit ansehen, das den Müll anbetete, alle Rohstoffe der Erde verfeuerte und gar nicht genug davon kriegen konnte, immer mehr Zeug herzustellen, das allein dem Zweck diente, so bald wie möglich wieder weggeworfen zu sein. Man sieht es dem Planeten längst an, er ist eine Müllkippe und er wird es bleiben, solange sich Menschen von Steve Jobs und seiner Kaste sagen lassen, was sie brauchen und wie viel davon und warum. Jobsoide Führungskräfte sind nicht weise. Sie sagen Dinge wie "That's why I think death is the most wonderful invention of life. It purges the system of these old models that are obsolete." Im Grunde beten sie den Tod an, weil nur er neues "Wachstum" erlaubt. Lauter Priester des Wegschmeissens. Wo sind die Priester des Behaltens? Manufactum? Es gibt sie noch, die guten alten Wegschmeissdinge. Ist doch egal, ob man neues Zeug oder altes wegschmeisst, Hauptsache Geld kommt in Umlauf und Arbeitszeit wird vernichtet. Steve Jobs ist unter den Propheten des Wegschmeisskapitalismus einer der schlimmsten. Er schafft es, dass die Menschen applaudieren und in Ekstase geraten, wenn er, ein leidender Jesus des Konsums, das immer gleiche Passionsspiel mit liturgischer Präzision wiederholt und wiederholt. Nach der Floskel "one more thing" kommt so sicher wie das Amen in der Kirche der nächste Grund, wieder etwas wegzuschmeissen.
Der Herrgottswinkel der Gegenwart ist das Mülltonnenhäuschen. Solange die Tonne täglich voll wird, haben sich die Götter noch nicht von uns abgewandt und schicken uns auch noch die zweitausendste Haarshampoosorte, den hundertsten SUV, die millionste Band, die wie die Beatles klingt, und irgendwann endlich den Apple Fernseher. In dem sehen wir uns dann doppelt so überzeugt die Werbung zu dem ganzen Zeug an, das wir anschaffen dürfen – für die Tonne, wofür sonst.
Unsere Art zu wirtschaften darf man wohl als von rationalen Erwägungen und irgendwelchen der Menschheit nützlichen Zwecken restlos befreit betrachten. Spätere Generationen werden die Industrialisierung, die wir als menschheitsgeschichtlich beispiellose Wachstums- und Fortschrittsperiode zu betrachten erzogen sind, vermutlich als das dunkle Kapitel der Menschheit ansehen, das den Müll anbetete, alle Rohstoffe der Erde verfeuerte und gar nicht genug davon kriegen konnte, immer mehr Zeug herzustellen, das allein dem Zweck diente, so bald wie möglich wieder weggeworfen zu sein. Man sieht es dem Planeten längst an, er ist eine Müllkippe und er wird es bleiben, solange sich Menschen von Steve Jobs und seiner Kaste sagen lassen, was sie brauchen und wie viel davon und warum. Jobsoide Führungskräfte sind nicht weise. Sie sagen Dinge wie "That's why I think death is the most wonderful invention of life. It purges the system of these old models that are obsolete." Im Grunde beten sie den Tod an, weil nur er neues "Wachstum" erlaubt. Lauter Priester des Wegschmeissens. Wo sind die Priester des Behaltens? Manufactum? Es gibt sie noch, die guten alten Wegschmeissdinge. Ist doch egal, ob man neues Zeug oder altes wegschmeisst, Hauptsache Geld kommt in Umlauf und Arbeitszeit wird vernichtet. Steve Jobs ist unter den Propheten des Wegschmeisskapitalismus einer der schlimmsten. Er schafft es, dass die Menschen applaudieren und in Ekstase geraten, wenn er, ein leidender Jesus des Konsums, das immer gleiche Passionsspiel mit liturgischer Präzision wiederholt und wiederholt. Nach der Floskel "one more thing" kommt so sicher wie das Amen in der Kirche der nächste Grund, wieder etwas wegzuschmeissen.
Der Herrgottswinkel der Gegenwart ist das Mülltonnenhäuschen. Solange die Tonne täglich voll wird, haben sich die Götter noch nicht von uns abgewandt und schicken uns auch noch die zweitausendste Haarshampoosorte, den hundertsten SUV, die millionste Band, die wie die Beatles klingt, und irgendwann endlich den Apple Fernseher. In dem sehen wir uns dann doppelt so überzeugt die Werbung zu dem ganzen Zeug an, das wir anschaffen dürfen – für die Tonne, wofür sonst.
Judges Cut
08.02.11 – warnt vor:Nachrichten | Menschen zu meidende
Das ist ja mal hübsch: Der empfehlenswerte Film des NDR zur Maschmeyer-Schröder-e.a.-Connection wird nun als "judges cut " effektvoll zensiert gezeigt. Was lerne ich daraus? Ein Kapitalismus, der Anwälte hat, spart sich die staatliche Zensur.
Sozialdemokraten aller Länder zerstreut euch auf nimmer wiedersehen
04.02.11 – warnt vor:Menschen zu meidende
Martin Schulz, Vorsitzender der Sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament und Vertreter der politischen Klasse, äußert sich:„Ich wundere mich, dass die politische Klasse in Europa nicht in der Lage ist, sich über die Freiheitsbewegung in Ägypten einfach zu freuen. Überall hört man von großer Sorge, nirgendwo von großer Freude", erklärte Schulz.“
Dabei sollte er am besten wissen, warum das so ist. Schließlich war die NVD, Mubaraks Partei im ägyptischen Parlament, bis zum 31.01.2011 Mitglied der Sozialistischen Internationale, wo der greise Despot mit Sigmar Gabriel, dem Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, über den sozialistischen Fortschritt in der Welt parlieren durfte. Dass Gabriel dem 40 Milliarden Dollar schweren Volksfreund als guter Sozialdemokrat dabei ein ums andere Mal von Genosse zu Genosse den Rücktritt nahe gelegt und sicher schelmisch bemerkt hatte, dass er sich über eine Freiheitsbewegung in Ägypten einfach nur freuen könnte, versteht sich von selbst.
Alles, was man dazu sagen muss, hat Sigmar Gabriel längst ausgesprochen: „Die SPD muss sich entscheiden, ob sie so sein will, wie viele Menschen es den Parteien unterstellen – nämlich gnadenlos opportunistisch auch dann, wenn es im grundlegende Werte geht.“ Diese Entscheidung haben er und seinesgleichen getroffen.
By the way:

Diese Eintrittskarte führt – man weiß es von Schröder, dem der Satz entliehen ist – von hinten unten direkt ins Großkapital. Z. B. bei der Sozialistischen Internationale.
Einem Hinweis von Straker aus Leidenschaft verdanke ich diesen Einblick in die Verfassung unserer Sozialdemokratie. Doktor Vogl sagt danke.
Ein Herz für Geld
13.01.11 – warnt vor:Menschen zu meidende
Gestern Abend gab es eine feine Sendung im Ersten, die das fröhliche Politbordell in Deutschland an einem besonders gelungenen Beispiel etwas beleuchtete. Das ganze Pack in seiner traumhaften Synergie von Politik und privaten Bereicherungsinteressen, auch Opfer kommen zu Wort, denn eins ist klar: Die Geldmenge in jeder Volkswirtschaft ist konstant. Fliessen einem Maschmeyer 500 Mio auf seine Konten, müssen die zuvor andernorts flüssig gemacht worden sein. So entsteht im System immer ganz von selbst eine ausgeglichene Bilanz von Champagner hier und Tränen da. „Der Drückerkönig und die Politik“. Da lohnt sich das glotzen mal, auch wenn es nicht unbedingt froh macht. Sehen, staunen und sich übergeben sind da quasi eins.
Grenzprobleme in Kalifornien
11.01.11 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben | Menschen zu meidende
Victor David Hanson ist ein studierter Mann. Er ist eloquent, sportlich und geht mit wachen Augen durch seine kalifornische Heimat. Was er sieht, ist Müll, dazwischen Aliens. In einem durchaus interessanten Artikel alarmiert er seine Freunde der oberen Mittelschicht Kaliforniens wegen der Gefahr aus dem Süden. Er rennt dabei offene Türen ein, wenn man sich die Kommentare zum Artikel anschaut. Warum ich das erwähne? Weil das Bürgertum in unserem Heimatschland offenbar die gleichen Ängste hat wie in Kalifornien und nach ähnlichen Lösungen sucht. Die Logik ist die Sarrazinsche: Schuld am allgemeinen Niedergang des Gemeinwesens ist immer der, der kein Mathe kann, den Müll aus dem Autofenster wirft und am Ende nicht mal von hier ist. Ergo wäre es besser, er bliebe da, wo er hergekommen ist. Das Problem wird an der Grenze zu Mexiko gelöst.
Es verblüfft mich immer wieder, wie intelligente Menschen, geht es um ihren bedrohten Wohlstand, sofort alles vergessen, was sie einmal gelernt haben und einen Buhmann suchen. Wenn das Geld im Gemeinwesen fehlt, wo ist es denn dann? In den Taschen der illegalen Immigranten? Da streut der Staat ein paar Peanuts hinein. Ansonsten gibt er sein Geld dafür aus, dem Kapital die möglichst reibungslose Akkumulation zu ermöglichen. Im Grunde ihres unschuldigen Herzens glauben sogar kalifornische Akademiker wie der Hanson, die Wirtschaft würde von Sekundärtugenden wie Fleiß, Unternehmertum und viel gutem Willen in Schwung gehalten (Attribute die den Mexikanern natürlich fehlen). Das gilt vielleicht für die Kita-Initiative seiner Frau, aber nicht für Apple oder General Electric. Da geht es nur um Kapitalakkumulation und die Erwirtschaftung von Reichtümern für eine kleine geschlossene Gesellschaft, die sich sehr gut abzugrenzen weiss. Vor allem von allen, die ihr in die Geldspeicher greifen wollen.
Die Grenze, an der das kalifornische Problem gelöst werden könnte, verläuft sicher nicht zwischen Mexiko und den USA. Sie verläuft zwischen Beverly Hills und den Slums von L. A. Sie zieht sich quer durch alle Länder der Erde und ist die am besten bewachte der Welt. Die Mexikaner wissen das und stehen vor der deprimierenden Frage: Welchen Slum hätten sie denn gern? Mexiko City? Dann doch lieber den mit den Peanuts in San Joaquin Valley.
Es verblüfft mich immer wieder, wie intelligente Menschen, geht es um ihren bedrohten Wohlstand, sofort alles vergessen, was sie einmal gelernt haben und einen Buhmann suchen. Wenn das Geld im Gemeinwesen fehlt, wo ist es denn dann? In den Taschen der illegalen Immigranten? Da streut der Staat ein paar Peanuts hinein. Ansonsten gibt er sein Geld dafür aus, dem Kapital die möglichst reibungslose Akkumulation zu ermöglichen. Im Grunde ihres unschuldigen Herzens glauben sogar kalifornische Akademiker wie der Hanson, die Wirtschaft würde von Sekundärtugenden wie Fleiß, Unternehmertum und viel gutem Willen in Schwung gehalten (Attribute die den Mexikanern natürlich fehlen). Das gilt vielleicht für die Kita-Initiative seiner Frau, aber nicht für Apple oder General Electric. Da geht es nur um Kapitalakkumulation und die Erwirtschaftung von Reichtümern für eine kleine geschlossene Gesellschaft, die sich sehr gut abzugrenzen weiss. Vor allem von allen, die ihr in die Geldspeicher greifen wollen.
Die Grenze, an der das kalifornische Problem gelöst werden könnte, verläuft sicher nicht zwischen Mexiko und den USA. Sie verläuft zwischen Beverly Hills und den Slums von L. A. Sie zieht sich quer durch alle Länder der Erde und ist die am besten bewachte der Welt. Die Mexikaner wissen das und stehen vor der deprimierenden Frage: Welchen Slum hätten sie denn gern? Mexiko City? Dann doch lieber den mit den Peanuts in San Joaquin Valley.
Humor und Entertainment?
15.11.10 – warnt vor:Menschen zu meidende

ja, da schmunzeln die reichsten Deutschen heute sicher, wenn ihre Visagen versehentlich in der Witzeecke der SZ auftauchen. Wie putzig und humorvoll sie doch sind, die Oligarchen des Geldmachtapparates. Versteht man Reichtum als das, was er seinem Ursprung nach ist, nämlich ein Doppelverbrechen aus Raub und unterlassener Hilfeleistung, wird aus diesem Ranking der Erfolgsverwöhnten aber ganz schnell eine Fahndungsliste.
Mappus, Kämpfer für die Demokratie
06.10.10 – warnt vor:Menschen zu meidende
Würde mir jemand das Gesicht des baden-württembergischen Ministerpräsidenten zeigen und mich fragen, wie so etwas wohl heissen müsste, dann würde ich kurz nachdenken und sagen: Das ist vielleicht ein Plonz, Speckel, Mops, Pampel, Kotzel oder so? Aber „Mappus“ trifft es schon auch sehr gut, ich meine, der Mann hat zum Zeichen seiner vollsten Saturiertheit als Volksvertreter ja bereits Speckpolster auf der Stirn. Das macht ihm nichtmal Ottfried Fischer nach. Soviel zur Person. Zur Sache:
Mappus meint, Man könne "demokratisch legitimierte Beschlüsse nicht einfach ad acta legen", so Mappus. Was er dabei verschweigt, ist: Die demokratischen Legitimierer sitzen der europäischen Großfinanz und Bauwirtschaft auf dem Schoß, wenn sie ihr Händchen heben in der Abstimmung. Aber das stört den Mappus natürlich nicht, weil ihm der Weg, wohin er geht, von seinen Leistungseliten mit goldenen Marshmallows gepflastert wird. Und diesen weichen Gang durchs Leben lässt man sich doch nicht von irgendwelchen Leuten oder Argumenten wegnehmen. Da sei die Polizei vor.

Mappus meint, Man könne "demokratisch legitimierte Beschlüsse nicht einfach ad acta legen", so Mappus. Was er dabei verschweigt, ist: Die demokratischen Legitimierer sitzen der europäischen Großfinanz und Bauwirtschaft auf dem Schoß, wenn sie ihr Händchen heben in der Abstimmung. Aber das stört den Mappus natürlich nicht, weil ihm der Weg, wohin er geht, von seinen Leistungseliten mit goldenen Marshmallows gepflastert wird. Und diesen weichen Gang durchs Leben lässt man sich doch nicht von irgendwelchen Leuten oder Argumenten wegnehmen. Da sei die Polizei vor.

Von Hartz 4 zu Hartz 5
28.09.10 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Die Empörung ist natürlich groß. Nur fünf Euro mehr sollen die bekommen, die „Basisgeld“ beantragen müssen. Da können Sie sich die Hand, mit der sie es abheben, gleich in den Mund stecken, reichen wird es nämlich nicht. Aber, ernsthaft: Hat irgendwer etwas anderes erwartet?
Und deshalb braucht man auch nur ein, zwei Tage zu warten, bis die Bürgerlichen einen ihrer Erkläresbittedemvolk-Deppen vorschicken, der (Thomas Öchsner ist diesmal sein Name) den Lesern der SZ ausführt, jeder höhere Satz wäre „politischer Selbstmord“ gewesen, das Bundesverfassungsgericht habe auch keinen höheren Satz gewollt, sondern nur eine andere Kalkulation des gleichen Ergebnisses. Warum wäre mehr Stütze „politischer Selbstmord“? Weil das Geld ja dann Anderen, Reicheren genommen werden müsste. Keiner dieser Kommentatoren traut sich auch nur kurz zu denken, dass eine Grundsicherung selbstverständlich eine Umverteilung bedeuten würde – das Geld fliesst von den Sicheren weg zu den Ungesicherten hin. So weit darf es nicht kommen. Öchsner lobt deshalb auch eher das staatliche Almosenwesen, das mit einem „warmen Mittagessen in der Schule, Nachhilfestunden, dem Vereinsbeitrag, den der Staat übernimmt“ sozial exkludierten Kindern sicher massenhaft zum Uniabschluß verhilft. Dass die das schaffen diese Journalisten. Sich jeden Tag hinsetzen und so staatstragendes Zeug runterschreiben. Der Öchsner hat vom Gewerkschaftsbund einen Preis für „investigativen Journalismus“ in Sachen Aktienhandel mit Schrottimmobilien bekommen. Ich muss nicht lesen, was der dazu geschrieben hat. Ich kann es mir denken. Er fand heraus, dass hier sehr sehr viele Menschen böse abgezockt wurden. Und er fand heraus, warum das leider fürs Allgemeinwohl so sein muss. Er fand nicht heraus, wie man den Abzockern das Geld wieder abnimmt. Dafür gibt es nämlich keinen DGB-Preis.
Und deshalb braucht man auch nur ein, zwei Tage zu warten, bis die Bürgerlichen einen ihrer Erkläresbittedemvolk-Deppen vorschicken, der (Thomas Öchsner ist diesmal sein Name) den Lesern der SZ ausführt, jeder höhere Satz wäre „politischer Selbstmord“ gewesen, das Bundesverfassungsgericht habe auch keinen höheren Satz gewollt, sondern nur eine andere Kalkulation des gleichen Ergebnisses. Warum wäre mehr Stütze „politischer Selbstmord“? Weil das Geld ja dann Anderen, Reicheren genommen werden müsste. Keiner dieser Kommentatoren traut sich auch nur kurz zu denken, dass eine Grundsicherung selbstverständlich eine Umverteilung bedeuten würde – das Geld fliesst von den Sicheren weg zu den Ungesicherten hin. So weit darf es nicht kommen. Öchsner lobt deshalb auch eher das staatliche Almosenwesen, das mit einem „warmen Mittagessen in der Schule, Nachhilfestunden, dem Vereinsbeitrag, den der Staat übernimmt“ sozial exkludierten Kindern sicher massenhaft zum Uniabschluß verhilft. Dass die das schaffen diese Journalisten. Sich jeden Tag hinsetzen und so staatstragendes Zeug runterschreiben. Der Öchsner hat vom Gewerkschaftsbund einen Preis für „investigativen Journalismus“ in Sachen Aktienhandel mit Schrottimmobilien bekommen. Ich muss nicht lesen, was der dazu geschrieben hat. Ich kann es mir denken. Er fand heraus, dass hier sehr sehr viele Menschen böse abgezockt wurden. Und er fand heraus, warum das leider fürs Allgemeinwohl so sein muss. Er fand nicht heraus, wie man den Abzockern das Geld wieder abnimmt. Dafür gibt es nämlich keinen DGB-Preis.
Atomkraft? Na, gut. Wenns denn sein muss
08.09.10 – warnt vor:Menschen zu meidende
Im Jahr 2000 beschlossen die Grünen gemeinsam mit der SPD einen Atomausstieg mit einer Laufzeit der Kraftwerke von 30 bis 34 Jahren bei einer fixen Gesamtstrommenge, die die produzieren dürfen. Die Grünen? Genau. Die Partei, die wegen der Parole „Atomausstieg jetzt!“ gewählt worden war, beschloss einen Atomausstieg, der schlappe 22 bis 24 Jahre in der Zukunft liegt. Jetzt ist dieser Haufen halt- und gewissenloser Opportunisten in der Opposition, oder was bei uns so genannt wird, und behauptet, man könne nicht mit den Schwarzen zusammenarbeiten, solange die an der Verlängerung der Laufzeiten festhalten. Cem Özdemir sagte der Rheinischen Post: "Eines ist klar: Uns gibt es 2013 nur auf Basis des Atomausstiegs, wie er 2000 vereinbart wurde.“ Ich kann da beim besten Willen keine Basis erkennen, nur eine große Bereitschaft zur Selbstverläugnung. Bei den Grünen heissen die Bezahlten, glaub ich, „Realos“ im Gegensatz zu den „Fundis“, die als Nochzubezahlende in irgendwelchen Ortsgruppen versauern müssen und sich für die Bundesgarde hoffentlich ordentlich schämen.
Noch 2010 trauen sich die Grünenrealos sowas zu plakatieren:

Auf dem Plakat fehlt nur die Erklärung, dass die Bedeutung des Wortes „Jetzt“ von gewissen Transferleistungen der Energiekonzerne abhängen kann. Wir wissen ja, dass im erdgeschichtlichen Massstab der Zeitpunkt Jetzt durchaus ein paar Jahrzehnte umfassen kann. Ein Denken in größeren Zeiträumen ist dem Thema ja sowieso angemessen, schließlich wird auch der Müll der KKWs noch einige Jahrtausende vor sich hin strahlen.
Im Kapitalismus gibt es genau zwei mögliche Ursachen für einen Atomausstieg: Die KKWs werfen nicht mehr den gewünschten Gewinn ab. Die Uranvorkommen sind erschöpft. Ich weiss nicht, was davon als erstes passieren wird, aber ich weiss dass davor nichts passiert.
Noch 2010 trauen sich die Grünenrealos sowas zu plakatieren:

Auf dem Plakat fehlt nur die Erklärung, dass die Bedeutung des Wortes „Jetzt“ von gewissen Transferleistungen der Energiekonzerne abhängen kann. Wir wissen ja, dass im erdgeschichtlichen Massstab der Zeitpunkt Jetzt durchaus ein paar Jahrzehnte umfassen kann. Ein Denken in größeren Zeiträumen ist dem Thema ja sowieso angemessen, schließlich wird auch der Müll der KKWs noch einige Jahrtausende vor sich hin strahlen.
Im Kapitalismus gibt es genau zwei mögliche Ursachen für einen Atomausstieg: Die KKWs werfen nicht mehr den gewünschten Gewinn ab. Die Uranvorkommen sind erschöpft. Ich weiss nicht, was davon als erstes passieren wird, aber ich weiss dass davor nichts passiert.
Revolutiönchen
06.07.10 – warnt vor:Menschen zu meidende
Wussten Sie, dass es eine „Bundesunmittelbare Stiftung des öffentlichen Rechts“ gibt, die sich mit „Aufarbeitung“ befasst? Nein? Dann passen Sie mal auf, was die aufarbeitet:
So sah die friedliche Revolution aus: „Die Entmachtung des Ministeriums für Staatssicherheit war ein wesentliches Moment der Friedlichen Revolution 1989/90. Am 4. Dezember 1989 besetzten Erfurter BürgerInnen als erste eine Stasi-Bezirkszentrale und lösten damit eine DDR-weite Welle aus...“ Nachdem also am 9. November die Mauer geöffnet worden war, besetzten die schon einen Monat später die Stasi-Behörden. Eine Revolution ex post sozusagen. Die ganze Stiftung scheint nur einen Zweck zu haben: Eine Revolution zu konstruieren, von der klar ist, es hat sie nie gegeben.
Jeder, der, und sei es unter Zuhilfenahme seiner Finger, bis drei Zählen kann, weiß, weshalb die DDR untergegangen ist: Die Russen haben Ihr die Unterstützung entzogen. Wer also nach einem Grund für den Mauerfall sucht, muss sich fragen, „was hat den Gorbatschow dazu gebracht, so etwas Dummes zu tun?“
Jede mögliche Antwort, die mir darauf einfällt, hat irgendwie mit der BRD zu tun, keine mit dem „Wir sind das“ Volk der DDR, wie die Aufarbeitungsstiftung mich glauben machen will. Das geht aber natürlich nicht, weil die Menschen ja glauben sollen, Sie selbst hätten die Mauer abgerissen und Honecker vertrieben. Mit Kerzen? Und Kirchentagsliedern?
Man braucht einen sehr sehr weiten Begriff von Revolution, um die Flucht in eine Botschaft oder das allmontägliche Verharren vor einer Kirche darunter zu subsumieren. Aber mit ein bisschen Phantasie geht das durchaus. Spätere Generationen von Historikern werden in Tagebüchern der Zonenendzeit wahrscheinlich solche Sätze finden:
Heute morgen aufgestanden. Der Aufstand ist wieder geglückt. Den ganzen Tag Kerzen gerollt für den Sturm auf die Bastille, ne, auf Eppelmanns Kirchenbuffett, sie sollen brennen, die Tyrannen! Symbolisch natürlich, wir sind ja nicht in Frankreich. Den ganzen Tag das Honeckerportrait im Herrgottswinkel ignoriert. Kein Gruß, kein „Rot Front, lieber Herr Genosse Staatsratsvorsitzender!“, nur eisige stumme Feindschaft. Mit der hab ich meine Ehe besiegt, die zwingt auch die DDR in die Knie. Früher oder später. Nach dem Abendbrot heimlich mit dem Bild des Staatsratsvorsitzenden unterm Schlafanzug niedergelegt. Die Niederlage wird er nicht verwinden. Jetzt aber strikte Nachtruhe. Denn: Morgen früh neuer Aufstand. Wir brauchen jeden Mann, der eine Kerze halten kann oder „We shall overcome“ singen oder ins Westfernsehen greinen oder die Christa Wolf ertragen oder sonstwas beitragen zur Destabilisierung des Unrechtsstaates, damit es auch morgen wieder heisst: Wir sind das Volk.
So sah die friedliche Revolution aus: „Die Entmachtung des Ministeriums für Staatssicherheit war ein wesentliches Moment der Friedlichen Revolution 1989/90. Am 4. Dezember 1989 besetzten Erfurter BürgerInnen als erste eine Stasi-Bezirkszentrale und lösten damit eine DDR-weite Welle aus...“ Nachdem also am 9. November die Mauer geöffnet worden war, besetzten die schon einen Monat später die Stasi-Behörden. Eine Revolution ex post sozusagen. Die ganze Stiftung scheint nur einen Zweck zu haben: Eine Revolution zu konstruieren, von der klar ist, es hat sie nie gegeben.
Jeder, der, und sei es unter Zuhilfenahme seiner Finger, bis drei Zählen kann, weiß, weshalb die DDR untergegangen ist: Die Russen haben Ihr die Unterstützung entzogen. Wer also nach einem Grund für den Mauerfall sucht, muss sich fragen, „was hat den Gorbatschow dazu gebracht, so etwas Dummes zu tun?“
Jede mögliche Antwort, die mir darauf einfällt, hat irgendwie mit der BRD zu tun, keine mit dem „Wir sind das“ Volk der DDR, wie die Aufarbeitungsstiftung mich glauben machen will. Das geht aber natürlich nicht, weil die Menschen ja glauben sollen, Sie selbst hätten die Mauer abgerissen und Honecker vertrieben. Mit Kerzen? Und Kirchentagsliedern?
Man braucht einen sehr sehr weiten Begriff von Revolution, um die Flucht in eine Botschaft oder das allmontägliche Verharren vor einer Kirche darunter zu subsumieren. Aber mit ein bisschen Phantasie geht das durchaus. Spätere Generationen von Historikern werden in Tagebüchern der Zonenendzeit wahrscheinlich solche Sätze finden:
Heute morgen aufgestanden. Der Aufstand ist wieder geglückt. Den ganzen Tag Kerzen gerollt für den Sturm auf die Bastille, ne, auf Eppelmanns Kirchenbuffett, sie sollen brennen, die Tyrannen! Symbolisch natürlich, wir sind ja nicht in Frankreich. Den ganzen Tag das Honeckerportrait im Herrgottswinkel ignoriert. Kein Gruß, kein „Rot Front, lieber Herr Genosse Staatsratsvorsitzender!“, nur eisige stumme Feindschaft. Mit der hab ich meine Ehe besiegt, die zwingt auch die DDR in die Knie. Früher oder später. Nach dem Abendbrot heimlich mit dem Bild des Staatsratsvorsitzenden unterm Schlafanzug niedergelegt. Die Niederlage wird er nicht verwinden. Jetzt aber strikte Nachtruhe. Denn: Morgen früh neuer Aufstand. Wir brauchen jeden Mann, der eine Kerze halten kann oder „We shall overcome“ singen oder ins Westfernsehen greinen oder die Christa Wolf ertragen oder sonstwas beitragen zur Destabilisierung des Unrechtsstaates, damit es auch morgen wieder heisst: Wir sind das Volk.
Soros, die Kassandra unter den Heuschrecken
23.06.10 – warnt vor:Menschen zu meidende | Nachrichten
Wenn einer der wirklich was zu sagen hat, was sagt, sollte man zuhören. Soros, eine der US-Megaheuschrecken, fordert von Deutschland einen Beitrag zur Überwindung der Krise, die er selbst mit Wetten gegen den Euro angeblich noch vergrößert hat. Deutschland solle nicht so verbissen sparen, sonst halten die anderen, im Export schwächeren EU-Länder nicht mehr mit, bleiben auf ihren Gütern sitzen und fallen in eine Deflation: „ Es droht eine lange Phase der Stagnation. Und die führte zu Nationalismus, zu sozialen Unruhen, zu Fremdenfeindlichkeit. Sie gefährdet also die Demokratie.“ An der dem Soros wieviel liegt? Eben. Warum sagt er es dann? Weil er in der Leiche Europas nicht mehr herumspekulieren kann. Das hat einen gewissen Weitblick, der den deutschen Politikern fehlt, die offenbar glauben, Sie könnten jetzt den zweiten Weltkrieg doch noch im Nachgang gewinnen und die anderen EU-Länder wirtschaftlich unterwerfen. Aber wer soll dann noch die deutschen Autos kaufen, wenn es am Ende heisst: Operation gelungen, Patient tot? Noch geht bissel was: Die klammen Griechen wehren sich zwar ein wenig, sollen aber dennoch deutsche Kampfflugzeuge kaufen, – schließlich erhalten sie von Deutschland üppig Kredit. Wenn die PIGS plus Italien aber irgendwann garnichts mehr kaufen können, was dann? Dann liegt auch der deutsche Export darnieder und der Soros bekommt recht.
iKillmyself
28.05.10 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Bei Apples Zulieferer Foxconn unterschreiben die Mitarbeiter nun also eine Suizidklausel des folgenden Inhalts: „Ich verspreche, mich oder andere niemals in einer extremen Form zu verletzen“. Erinnert ein wenig an das hübsche Schild an einem Baumstamm, das sich die Titanic ausgedacht hatte: „Waldsterben verboten.“
Dabei lenkt die Aufregung um Mitarbeiter, die Ihr Leben abrupt beenden, davon ab, wie viele genau dasselbe mit leicht verzögertem Tempo erledigen. Und wirklich nicht nur die Knechte. Auch die Herren.
Was ich so mitbekomme, ist ohne als Genuss verbrämten Alkohol- und Nikotin-Abusus, um nur die erlaubten Drogen zu nennen, ja nicht einmal den steinreichen „Gewinnern“ des Systems erträglich, wie sie im Getriebe des Spätkapitalismus als Rädchen rotieren dürfen. Deren Frauen (1, 2, 3) sehen oft aus, als hätte man die Unglücklichen gerade aus einer Favela gezerrt, zum Frisör geschleift und unpassenderweise in Designerfummel gestopft – zwecklos, im Gesichtsausdruck bleiben das Elend und die Angst kleben. Lebenslust sieht anders aus. Dabei haben die doch alles, sollte man meinen. Die Selbstentleibung auf Raten ist das Grundmodell kapitalistischer Lebenserfüllung. In die Nachrichten schaffen es halt nur die paar besonders hektischen, die vor der Fabrik auf dem Pflaster aufschlagen oder sich wie der Ratiopharm-Tycoon Merckle vor einen fahrenden Zug begeben.
Dabei lenkt die Aufregung um Mitarbeiter, die Ihr Leben abrupt beenden, davon ab, wie viele genau dasselbe mit leicht verzögertem Tempo erledigen. Und wirklich nicht nur die Knechte. Auch die Herren.
Was ich so mitbekomme, ist ohne als Genuss verbrämten Alkohol- und Nikotin-Abusus, um nur die erlaubten Drogen zu nennen, ja nicht einmal den steinreichen „Gewinnern“ des Systems erträglich, wie sie im Getriebe des Spätkapitalismus als Rädchen rotieren dürfen. Deren Frauen (1, 2, 3) sehen oft aus, als hätte man die Unglücklichen gerade aus einer Favela gezerrt, zum Frisör geschleift und unpassenderweise in Designerfummel gestopft – zwecklos, im Gesichtsausdruck bleiben das Elend und die Angst kleben. Lebenslust sieht anders aus. Dabei haben die doch alles, sollte man meinen. Die Selbstentleibung auf Raten ist das Grundmodell kapitalistischer Lebenserfüllung. In die Nachrichten schaffen es halt nur die paar besonders hektischen, die vor der Fabrik auf dem Pflaster aufschlagen oder sich wie der Ratiopharm-Tycoon Merckle vor einen fahrenden Zug begeben.
iAd
06.05.10 – warnt vor:Nachrichten
Gibt es dieses Gesetz schon? Wenn nicht, dann wünsche ich, es möge das Doc-Voglsche-Entwicklungsgesetz heissen. Es lautet so:
„Jedes, auch das gehypteste Unternehmen wächst, bis es evil wird.“
Das ist unausweichlich.
Na, so richtig neu ist das Gesetz vielleicht garnicht.
Kenner der Materie flüstern jetzt leise „Gesetz der Kapitalakkumulation“. Aber das versteht heut ja kein iPod-Käufer mehr. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir noch mehr Details über die Geschäftspraktiken von Apple erfahren. Keine davon werden den „Ich-bin-ein-Mac“-Jobsjüngern gefallen, die dem ruchlosesten Vorstandsvorsitzenden nach Josef Ackermann jeden neuen Fetisch mit frenetischem Applaus aus der Hand reissen - und wenn es eine Fernbedienung für 500 Euro ist, Verzeihung, ein iPad.
„Jedes, auch das gehypteste Unternehmen wächst, bis es evil wird.“
Das ist unausweichlich.
Na, so richtig neu ist das Gesetz vielleicht garnicht.
Kenner der Materie flüstern jetzt leise „Gesetz der Kapitalakkumulation“. Aber das versteht heut ja kein iPod-Käufer mehr. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir noch mehr Details über die Geschäftspraktiken von Apple erfahren. Keine davon werden den „Ich-bin-ein-Mac“-Jobsjüngern gefallen, die dem ruchlosesten Vorstandsvorsitzenden nach Josef Ackermann jeden neuen Fetisch mit frenetischem Applaus aus der Hand reissen - und wenn es eine Fernbedienung für 500 Euro ist, Verzeihung, ein iPad.
Flegel des Jahres 2009
01.02.10 – warnt vor:Menschen zu meidende
Da unterhielt sich einer, der Luik Arno, mit Sir Eric Hobsbawm. Das bedeutet: Einem Absolventen der Amerikanistik und des Sports, der sich als Journalist von „Tempo“ bis zum „Stern“ hochgearbeitet hat, wird die Ehre zuteil, dem größten lebenden Historiker eine halbe Stunde seiner unbezahlbaren Lebenszeit stehlen zu dürfen. Und er nutzt diese Begegnung mit dem zweiundneunzigjährigen Großintellektuellen dafür, dem Interviewten Sätze wie diese hinzuhauen:
„Klar, dass Sie das so sehen müssen. Sie als alter Marxist, der hier in London in Rufweite vom Grab von Karl Marx lebt.“
„Das ist doch Unsinn.“
„Okay, das ist doch einfach absurd, dieser Gedanke!“
„Hören Sie doch bitte auf mit Ihrem Pessimismus!“
„Vielleicht ist es einfach so: Der Mensch ist habgierig - fertig, aus, Nikolaus.“
„Und das ist alles?“
„Mein Gott, für einen alten Marxisten hören Sie sich sehr bescheiden an!“
Ich möchte ihn ohrfeigen für seine ungezogenen Frechheiten. Weiß der überhaupt, mit wem er gesprochen hat? Zu Luik ließ Luik in die Wikipedia schreiben: Gespräche (u.a. mit Angela Merkel, Martin Walser, Inge und Walter Jens, Otto Graf Lambsdorff, Joschka Fischer, Reinhold Messner, Wendelin Wiedeking, Oskar Lafontaine) von "Deutschlands führendem Interviewer" (taz) sind in mehr als zwei Dutzend Sprachen übersetzt worden. 2008 wurde Luik von Medium Magazin als Kulturjournalist des Jahres ausgezeichnet.
Von mir wird er zum Flegel des Jahres ausgezeichnet.
http://www.stern.de/wirtschaft/news/maerkte/eric-hobsbawm-es-wird-blut-fliessen-viel-blut-700669.html
„Klar, dass Sie das so sehen müssen. Sie als alter Marxist, der hier in London in Rufweite vom Grab von Karl Marx lebt.“
„Das ist doch Unsinn.“
„Okay, das ist doch einfach absurd, dieser Gedanke!“
„Hören Sie doch bitte auf mit Ihrem Pessimismus!“
„Vielleicht ist es einfach so: Der Mensch ist habgierig - fertig, aus, Nikolaus.“
„Und das ist alles?“
„Mein Gott, für einen alten Marxisten hören Sie sich sehr bescheiden an!“
Ich möchte ihn ohrfeigen für seine ungezogenen Frechheiten. Weiß der überhaupt, mit wem er gesprochen hat? Zu Luik ließ Luik in die Wikipedia schreiben: Gespräche (u.a. mit Angela Merkel, Martin Walser, Inge und Walter Jens, Otto Graf Lambsdorff, Joschka Fischer, Reinhold Messner, Wendelin Wiedeking, Oskar Lafontaine) von "Deutschlands führendem Interviewer" (taz) sind in mehr als zwei Dutzend Sprachen übersetzt worden. 2008 wurde Luik von Medium Magazin als Kulturjournalist des Jahres ausgezeichnet.
Von mir wird er zum Flegel des Jahres ausgezeichnet.
http://www.stern.de/wirtschaft/news/maerkte/eric-hobsbawm-es-wird-blut-fliessen-viel-blut-700669.html
Ein Buch ist ein Buch ist ein Scheit
25.01.10 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Die Gazette schreibt heute:
„Eine Londoner Zeitung berichtete am Dienstag, dass minderbemittelte Rentner in Wohltätigkeitsläden billige Bücher kaufen und sie als Heizmaterial verbrennen, um es in der strengen Kälte, die Großbritannien fest im Griff hat, warm zu haben.“
Die minderbemittelten Rentner lehren mich alles, was ich über das Verhältnis von Geist und Materie im Kapitalismus wissen muss. Ausserdem erstrahlen so Bolognaprozess, Studiengebühren und die ganzen Exzellenzinitiativen der deutschen Bildungselite einmal in dem richtigen Licht: Dem wärmenden Lodern des Kaminfeuers in den Häusern der sozial Exkludierten.
Andererseits: Während vier bis fünf Schwarten von Martin Walser den Raum gemütlich warm halten, kann ich schon fast ein Buch von Robert Walser durchlesen. Darauf könnte ich mich zur Not schon auch einlassen.
„Eine Londoner Zeitung berichtete am Dienstag, dass minderbemittelte Rentner in Wohltätigkeitsläden billige Bücher kaufen und sie als Heizmaterial verbrennen, um es in der strengen Kälte, die Großbritannien fest im Griff hat, warm zu haben.“
Die minderbemittelten Rentner lehren mich alles, was ich über das Verhältnis von Geist und Materie im Kapitalismus wissen muss. Ausserdem erstrahlen so Bolognaprozess, Studiengebühren und die ganzen Exzellenzinitiativen der deutschen Bildungselite einmal in dem richtigen Licht: Dem wärmenden Lodern des Kaminfeuers in den Häusern der sozial Exkludierten.
Andererseits: Während vier bis fünf Schwarten von Martin Walser den Raum gemütlich warm halten, kann ich schon fast ein Buch von Robert Walser durchlesen. Darauf könnte ich mich zur Not schon auch einlassen.
"Nur wer etwas leistet, kann sich etwas leisten."
11.01.10 – warnt vor:Menschen zu meidende
Und wenn er nur diesen einen Satz gesagt hätte, der Michail Gorbatschow, dann wüsste man schon, von wem er gekauft worden war, ehe er die Bürger der Sowjetunion und der Anrainerstaaten im Warschauer Pakt auf eine lange hässliche Reise in die Armut schickte. Er soll sich schämen bis ans Ende seiner Tage. Ich bin kein Unmensch wie er. Strafverkürzend möchte ich ihm ein rasches wünschen.
Schweinegrippchen
16.12.09 – warnt vor:Gefahren in Flora und Fauna | Nachrichten
Hamburger Abendblatt 14. August 2003:
20 000 Grippetote in Deutschland
Marburg. Die ungewöhnlich starke Grippewelle des vergangenen Winters hat in Deutschland bis zu 20 000 Menschen das Leben gekostet, schätzt die Arbeitsgemeinschaft Influenza in Marburg. Die meisten Opfer waren älter als 60 Jahre.
(http://www.abendblatt.de/vermischtes/article203028/20-000-Grippetote-in-Deutschland.html)
SZ heute:
In Deutschland wurden laut Robert-Koch-Institut insgesamt mehr als 192.000 Fälle der neuen Influenza registriert. 94 Menschen starben. Europaweit verzeichneten die Behörden rund 1370 Todesfälle, weltweit wurden fast 19.000 gezählt.
(http://www.sueddeutsche.de/,ra16m1/wissen/389/497691/text/)
Wenn weltweit fast so viele Menschen an einer Grippe sterben, wie sonst schon mal in Deutschland in einem Winter, dann ist das also eine Pandemie. Anders gesagt: In Deutschland hat eine Pandemie stattgefunden, wenn im Vergleich zum Winter 2003 immerhin 0,47 % der Grippetoten zu beklagen sind. Was wir als Schweinegrippe erleben durften, war eine Gesundheitsepidemie, nichts anderes.
Bleibt die Frage: Spinnen die jetzt alle in den Medien mit ihrer hysterischen Berichterstattung über weniger als Nichts? Oder sind die bereits flächendeckend „durchfinanziert“ von der Pharmaindustrie?
20 000 Grippetote in Deutschland
Marburg. Die ungewöhnlich starke Grippewelle des vergangenen Winters hat in Deutschland bis zu 20 000 Menschen das Leben gekostet, schätzt die Arbeitsgemeinschaft Influenza in Marburg. Die meisten Opfer waren älter als 60 Jahre.
(http://www.abendblatt.de/vermischtes/article203028/20-000-Grippetote-in-Deutschland.html)
SZ heute:
In Deutschland wurden laut Robert-Koch-Institut insgesamt mehr als 192.000 Fälle der neuen Influenza registriert. 94 Menschen starben. Europaweit verzeichneten die Behörden rund 1370 Todesfälle, weltweit wurden fast 19.000 gezählt.
(http://www.sueddeutsche.de/,ra16m1/wissen/389/497691/text/)
Wenn weltweit fast so viele Menschen an einer Grippe sterben, wie sonst schon mal in Deutschland in einem Winter, dann ist das also eine Pandemie. Anders gesagt: In Deutschland hat eine Pandemie stattgefunden, wenn im Vergleich zum Winter 2003 immerhin 0,47 % der Grippetoten zu beklagen sind. Was wir als Schweinegrippe erleben durften, war eine Gesundheitsepidemie, nichts anderes.
Bleibt die Frage: Spinnen die jetzt alle in den Medien mit ihrer hysterischen Berichterstattung über weniger als Nichts? Oder sind die bereits flächendeckend „durchfinanziert“ von der Pharmaindustrie?
Die Botschaft der Engel
14.12.09 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Die ev. Kirche lädt mich ein zu einer Veranstaltung
im Festsaal der St. Johanneskirche mit Rudolf Lenhard zum Thema: der Mensch, die Globalisierung und die Moral
Kurz nach Kopenhagen und kurz vor Weihnachten möchten wir an diesem Abend unser Menschsein im globalen Horizont verorten. Die weihnachtliche Botschaft der Engel, Friede auf Erden, bedeutet viel in diesen Tagen.
Rudolf Lenhard, seit Jahren in einem internationalem Unternehmen tätig und zudem vielfältig in sozialen Projekten engagiert, wird mit uns die Frage diskutieren, wo der Ort des Einzelnen in der globalen Welt ist und wie die Verantwortung jedes Einzelnen Aussehen kann, ohne, dass die Aufgaben erdrücken oder ohnmächtig machen. Es geht an diesem Abend nicht um den moralischen Zeigefinger, sondern darum, wie wir mit Globalisierung (vielleicht lustvoll) gestalten können. Dies wollen wir in gewohnt heiterer Atmosphäre bei Wasser, Wein und Brot diskutieren.
Da nimmt sich ein sozial engagierter Herr Lenhard, der hastig gegoogelt ein CEO der Swiss Re sein könnte, und in dieser Funktion gerade die Wachstumspotentiale Lateinamerikas abzugrasen beginnt (http://www.bnamericas.com/interviews/insurance/Rudolf_Lenhard_,Munich_Re), einen ganzen Abend Zeit für die Gemeinde. Ihm wird zugesichert, der moralische Zeigefinger wird nicht erhoben und Spaß, vielleicht lustvoll, wird es ihm auch machen, wenn er diskutiert, „wo der Ort des Einzelnen in der globalen Welt ist“. Dabei sind diese Orte doch allesamt bekannt. Es sind drei: Da gibt es oben (CEO), unten und ganz unten. Selten bekommt man die Funktion der Religion so auf einen Blick präsentiert wie in dieser Einladung. Die Botschaft der Engel: In gewohnt heiterer Atmosphäre das Unerträgliche weiter gestalten. Und der Vorstand der Globalisierung nickt väterlich dazu.
im Festsaal der St. Johanneskirche mit Rudolf Lenhard zum Thema: der Mensch, die Globalisierung und die Moral
Kurz nach Kopenhagen und kurz vor Weihnachten möchten wir an diesem Abend unser Menschsein im globalen Horizont verorten. Die weihnachtliche Botschaft der Engel, Friede auf Erden, bedeutet viel in diesen Tagen.
Rudolf Lenhard, seit Jahren in einem internationalem Unternehmen tätig und zudem vielfältig in sozialen Projekten engagiert, wird mit uns die Frage diskutieren, wo der Ort des Einzelnen in der globalen Welt ist und wie die Verantwortung jedes Einzelnen Aussehen kann, ohne, dass die Aufgaben erdrücken oder ohnmächtig machen. Es geht an diesem Abend nicht um den moralischen Zeigefinger, sondern darum, wie wir mit Globalisierung (vielleicht lustvoll) gestalten können. Dies wollen wir in gewohnt heiterer Atmosphäre bei Wasser, Wein und Brot diskutieren.
Da nimmt sich ein sozial engagierter Herr Lenhard, der hastig gegoogelt ein CEO der Swiss Re sein könnte, und in dieser Funktion gerade die Wachstumspotentiale Lateinamerikas abzugrasen beginnt (http://www.bnamericas.com/interviews/insurance/Rudolf_Lenhard_,Munich_Re), einen ganzen Abend Zeit für die Gemeinde. Ihm wird zugesichert, der moralische Zeigefinger wird nicht erhoben und Spaß, vielleicht lustvoll, wird es ihm auch machen, wenn er diskutiert, „wo der Ort des Einzelnen in der globalen Welt ist“. Dabei sind diese Orte doch allesamt bekannt. Es sind drei: Da gibt es oben (CEO), unten und ganz unten. Selten bekommt man die Funktion der Religion so auf einen Blick präsentiert wie in dieser Einladung. Die Botschaft der Engel: In gewohnt heiterer Atmosphäre das Unerträgliche weiter gestalten. Und der Vorstand der Globalisierung nickt väterlich dazu.
Mantra
08.12.09 – warnt vor:Gefahren in Flora und Fauna | Nachrichten
Der Kapitalismus hat ein Mantra. Es existiert in vielen Varianten, die alle so enden: „… muss sich lohnen.“ Was anstelle der drei Pünktchen steht, ist gleichgültig. Das Mantra gilt immer. Man könnte auch sagen, alles hat einen Zweck im Kapitalismus. Und zwar alles denselben. So spannend, bunt und individuell ist der freie Markt. Von der Wohnung, über die Frühstückssemmel, die Arbeit, das Buch am Abend bis zu Freizeitaktivitäten und Intimbeziehungen. Lohnen muss es sich. Wofür die Dinge früher einmal da waren, Semmeln, die gut schmecken und dabei satt machen, Wohnungen, die Lebensraum und Wärme schenken – alle diese Zwecke sind dem Mantra untergeordnet. Sie werden zu Nebensachen. Lohnt sich die Semmel nicht, wird sie nicht hergestellt. Das Zweckmäßige fällt halt so nebenher ab, beim Profit machen. Oder auch nicht. Wie schwachsinnig dieses Monozweckwesen ist, wird aufs Grellste deutlich in der Headline „Klimaschutz muss sich lohnen“. Welche Zwecke verfolgte gleich wieder der Klimaschutz? Ach ja, das Ansteigen der Meere sollte verhindert werden, das Ozonloch auch und überhaupt die komplette Verwüstung großer Landstriche in den wärmeren Ländern. Wenn eine Katastrophe abgewehrt werden muss, kann da der Profit bitte einmal ganz kurz schweigen? Nur so kurz, bis in dem ein oder anderen Journalistengehirn sich vielleicht aus der Stille die Frage erhebt: Wer muss den Klimaschutz bezahlen? Eventuell die, die von der Verursachung der Katastrophe zwei Jahrhunderte lang profitiert haben?
Empörte Steinewerfer im Glashaus
25.11.09 – warnt vor:Menschen zu meidende
Die Nepalesen. Die machen so Sachen, so archaische. Opfern geschätzte 300.000 Viecher einer noch mehr geschätzten Hindugottheit. Ein Gemetzel:
http://www.sueddeutsche.de/panorama/249/495573/text/
Vor Empörung verschlägt es der SZ gleich die Sprache, wenn das weltweit „größte Tieropferfest ... in Kathmandu tobt.“ Während unsere tierlieben Abergläubigen weltweit das Fest der freien Marktwirtschaft feiern, stirbt alle drei Sekunden ein Mensch an Hunger.
Einer der religiösen Teilnehmer spricht so: "Meine Tochter hat vor zwei Jahren geheiratet und ich hatte versprochen, ein Tier zu opfern, wenn sie ihr erstes Kind bekommt. Ich weiß, dass Opferungen keine gute Idee sind. Aber ich habe Angst, dass die Göttin böse wird, wenn ich mein Versprechen nicht halte.“
Nur mal als Frage in den Raum gestellt: Ob eventuell die Schamanen der Marktwirtschaft, wie beispielsweise Westerwelle, Hundt, Ackermann oder der Fischer, Angst haben, dass die Göttin der Gewinnmaximierung böse wird, wenn nicht mehr genügend Menschen dem Profit geopfert werden?
http://www.sueddeutsche.de/panorama/249/495573/text/
Vor Empörung verschlägt es der SZ gleich die Sprache, wenn das weltweit „größte Tieropferfest ... in Kathmandu tobt.“ Während unsere tierlieben Abergläubigen weltweit das Fest der freien Marktwirtschaft feiern, stirbt alle drei Sekunden ein Mensch an Hunger.
Einer der religiösen Teilnehmer spricht so: "Meine Tochter hat vor zwei Jahren geheiratet und ich hatte versprochen, ein Tier zu opfern, wenn sie ihr erstes Kind bekommt. Ich weiß, dass Opferungen keine gute Idee sind. Aber ich habe Angst, dass die Göttin böse wird, wenn ich mein Versprechen nicht halte.“
Nur mal als Frage in den Raum gestellt: Ob eventuell die Schamanen der Marktwirtschaft, wie beispielsweise Westerwelle, Hundt, Ackermann oder der Fischer, Angst haben, dass die Göttin der Gewinnmaximierung böse wird, wenn nicht mehr genügend Menschen dem Profit geopfert werden?
Morbus Novartis?
09.11.09 – warnt vor:Gefahren in Flora und Fauna
Wenn man ein paar Seiten von Schweinegrippenimpfgegnern liest und dann wieder ein paar "redaktionelle Beiträge", in denen ein Dutzend Verbandsfunktionäre mit Dr. med. vorm Namen die Impfung befürwortet, dann kippt man irgendwann im Stuhl gegen die Lehne, schließt die Augen, stöhnt leise und hat die ganze Diskussion dick. Das einzige, was mich daran noch interessiert, ist, ob mit so einer gut platzierten Hysterie vielleicht die Pharmaindustrie in Zukunft den Absatz ihrer Produkte selbst kontrollieren kann. Ist so ein Public-Relations-Coup wiederholbar?
Wahrscheinlich schon.
Am Ende ist es so wie immer. Wer sich den Schneid abkaufen lässt, gibt auch seine Freiheit mit ab. Und das gilt für beide Lager: Die einen Ängstlichen müssen dann nämlich Impfstoff in sich reinlassen, den sie aus guten Gründen vielleicht garnicht ausprobieren wollen. Die anderen müssen fürchten, Novartis setze einen Grippevirus frei, um dann mit Impfstoffen noch mehr Geld machen zu können, – eine Idee, die sie in mutigeren Momenten vielleicht als etwas zu gewagte These zurückweisen würden. Nachdem ich weder aus Angst zum Versuchskaninchen, noch zum Paranoiker werden möchte, gehe ich mir jetzt ein Bier holen und lass die Schweinegrippe eine Schweinegrippe sein. Prost.
Wahrscheinlich schon.
Am Ende ist es so wie immer. Wer sich den Schneid abkaufen lässt, gibt auch seine Freiheit mit ab. Und das gilt für beide Lager: Die einen Ängstlichen müssen dann nämlich Impfstoff in sich reinlassen, den sie aus guten Gründen vielleicht garnicht ausprobieren wollen. Die anderen müssen fürchten, Novartis setze einen Grippevirus frei, um dann mit Impfstoffen noch mehr Geld machen zu können, – eine Idee, die sie in mutigeren Momenten vielleicht als etwas zu gewagte These zurückweisen würden. Nachdem ich weder aus Angst zum Versuchskaninchen, noch zum Paranoiker werden möchte, gehe ich mir jetzt ein Bier holen und lass die Schweinegrippe eine Schweinegrippe sein. Prost.
Mauertrauertag
09.11.09 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Das war schon immer ein Scheißtag: Am 9. November 1925 ordnete Hitler die Gründung der Schutzstaffel an. Am 9. November 1938 Reichspogromnacht. 9.11. 1989: Die Mauer wird geöffnet. Am nächsten Tag bricht als Menetekel der Bananenhandel zusammen, die DDR wird an westliche Industrieunternehmen verschenkt, und das Kapital beginnt kurz drauf mit seinen ergebenen Erfüllungsgehilfen Schröder, Fischer, Scharping, Clement, Riester e. a., den Reichtum nachhaltig (das Wort lieben die) umzuverteilen. Regelmäßige Wirtschaftskrisen, Ausbau des Überwachungstaates und Beginn erster taktischer Kriege im Ausland inklusive. Kurz: Wir haben schon auch unseren "nine eleven". Dabei wäre es doch so einfach, dem Tag des Verbrechens eine kleine Tat der Wiedergutmachung entgegenzustellen. Am 9. 11. 2010 stellt die Regierung in einem unerwarteten Anfall von historischer Vernunft den "antifaschistischen Schutzwall" bitte wieder auf, versprochen? Ich warte drauf.
Opel
06.11.09 – warnt vor:Menschen zu meidende | Gefahren in Flora und Fauna
Um die Blechkisten sollen andere weinen. Ein Bekannter stieg einmal aus einem Opel, schüttelte sich leicht und sprach: In dem Auto wachsen einem ja Hosenträger. Soviel dazu. Jetzt zu Irmgard von Opel. Wenn Menschen viel Geld haben, können Sie sich beruflich genau mit dem beschäftigen, mit dem sie sich sowieso beschäftigen. Irmi Opel war eine zeitlang die beste Reiterin der Disziplinen Springen und Military. Als Unternehmerin setzte sie auf: Vollblutpferdezucht, Weingut mit Sektvertrieb, Schweinezucht, Geschirre aus Gummi, Herstellung von Flaschenkapseln, Chio Chips. Die Tage und Nächte auf dem Hofgut Westerhaus kann man sich damit mühelos ausmalen. Muss lustig gewesen sein. Wäre ich reich, hätte ich vielleicht einen kleinen Verlag, eine Landbrauerei und eine Bergschule. Ich fang schonmal an zu sparen. Obwohl: Sind das nicht genau drei Unternehmen, mit denen man sicher nicht reich bleibt?
Davor warnen die Anderen
03.11.09 – warnt vor:Gefahren in Flora und Fauna | Nachrichten
"Grippewelle". "Rollt der Grippe-Tsunami aus Bayern über Deutschland?". "Die Welle hat begonnen." Das höre ich alle paar Jahre. Das letzte Mal waren, glaube ich, Hühner schuld, oder?
Die Pandemie nimmt im bürgerlichen Pandämonium vielleicht deshalb einen so prominenten Platz ein, weil der zufällig auf der richtigen Erdhalbkugel Geborene ahnt, seine Untaten und seine Untätigkeit in betreffs echter Weltprobleme könnten irgendwann den Weltgeist zu einem die Gerechtigkeit durch Ausgleich herstellenden Rachespektakel bewegen. Für diesen Fall wäre es natürlich angenehmer, die unsichtbaren Viren würden das besorgen, als die Armen kämen selbst vorbei und der Exodus der Dritten Welt würde einen Tsunami der Plünderer übers behütete Heimatl schwemmen.
Ich geh mir Taschentücher kaufen. Im Herbst läuft sogar dem Doc die Nase.
Die Pandemie nimmt im bürgerlichen Pandämonium vielleicht deshalb einen so prominenten Platz ein, weil der zufällig auf der richtigen Erdhalbkugel Geborene ahnt, seine Untaten und seine Untätigkeit in betreffs echter Weltprobleme könnten irgendwann den Weltgeist zu einem die Gerechtigkeit durch Ausgleich herstellenden Rachespektakel bewegen. Für diesen Fall wäre es natürlich angenehmer, die unsichtbaren Viren würden das besorgen, als die Armen kämen selbst vorbei und der Exodus der Dritten Welt würde einen Tsunami der Plünderer übers behütete Heimatl schwemmen.
Ich geh mir Taschentücher kaufen. Im Herbst läuft sogar dem Doc die Nase.
Hort des Wahnsinns?
16.10.09 – warnt vor:Nachrichten
Offenbar gibt es in Nordrheinwestfalen ein paar Politiker, die tatsächlich etwas versuchen, was der Mehrheit Ihrer Kollegen zu anstrengend und zu wenig einträglich erscheint: Denken. Und zwar recht phantasievoll und ohne jede unnötige Selbstzensur. Das beste daran ist, dass diese Linksparteiler ihre Ideen auch veröffentlichen. Da steht dann im "Langwahlprogramm DIE LINKE" beispielsweise das:
"Für dezentrale und kommunale Energieversorgungsstrukturen: die Energiekonzerne – in NRW RWE und E.ON - müssen vergesellschaftet werden, ihre Netze gehören in öffentliches und demokratisch kontrolliertes Eigentum"
und das:
"Die derzeitige Kriminalisierung von Rauschmittel konsumierenden Menschen schafft durch die Zerstörung von Lebensläufen, Vertrauensverhältnissen, Freundschaften und Familien mehr Probleme, als sie vorgibt zu lösen."
und auch sowas:
"[Die Linke ist für] die Abschaffung des Religionsunterrichts und die Einführung eines gemeinsamen Ethikunterrichtes"
Diese Gedanken sind nicht neu, aber es ist erfrischend zu sehen, dass eine Partei sie formuliert, die sogar eine kleine, wachsende Basis hat.
Dazu die Süddeutsche: "Seit die Linke vergangene Woche ihre Thesen vorgestellt hat, die auf dem Parteitag im November zur Abstimmung stehen, herrscht parteiübergreifend Entsetzen. 54 Seiten umfasst der Entwurf, wie üblich aber konzentriert sich die Debatte auf ein paar Punkte: So sollen die Energiekonzerne RWE und Eon "vergesellschaftet", der Religionsunterricht abgeschafft und in der Drogenpolitik ein "Recht auf Rausch" verwirklicht werden."
In dem SZ-Artikel stehen ausserdem die Vokabeln: Absurdistan, zusammenhangsloses Sammelsurium, diese Quartalsirren, Hort des Wahnsinns.
Bevor ich nun die Gretchenfrage stelle und vor zu großen Hoffnungen warne, möchte ich betonen, wie traurig dieses Kasperltheater auch ist. Wenn Ideen zur Verbesserung der Lage ohne den Ansatz einer Diskussion parteiübergreifend mit Entsetzen abgewehrt werden müssen - mit wem soll denn ein an Veränderung interessierter Politiker dann überhaupt noch sprechen?
Die große Frage ist nun: Wann kippen die um? Nach einigen Tagen? Monaten? Nie?
"Für dezentrale und kommunale Energieversorgungsstrukturen: die Energiekonzerne – in NRW RWE und E.ON - müssen vergesellschaftet werden, ihre Netze gehören in öffentliches und demokratisch kontrolliertes Eigentum"
und das:
"Die derzeitige Kriminalisierung von Rauschmittel konsumierenden Menschen schafft durch die Zerstörung von Lebensläufen, Vertrauensverhältnissen, Freundschaften und Familien mehr Probleme, als sie vorgibt zu lösen."
und auch sowas:
"[Die Linke ist für] die Abschaffung des Religionsunterrichts und die Einführung eines gemeinsamen Ethikunterrichtes"
Diese Gedanken sind nicht neu, aber es ist erfrischend zu sehen, dass eine Partei sie formuliert, die sogar eine kleine, wachsende Basis hat.
Dazu die Süddeutsche: "Seit die Linke vergangene Woche ihre Thesen vorgestellt hat, die auf dem Parteitag im November zur Abstimmung stehen, herrscht parteiübergreifend Entsetzen. 54 Seiten umfasst der Entwurf, wie üblich aber konzentriert sich die Debatte auf ein paar Punkte: So sollen die Energiekonzerne RWE und Eon "vergesellschaftet", der Religionsunterricht abgeschafft und in der Drogenpolitik ein "Recht auf Rausch" verwirklicht werden."
In dem SZ-Artikel stehen ausserdem die Vokabeln: Absurdistan, zusammenhangsloses Sammelsurium, diese Quartalsirren, Hort des Wahnsinns.
Bevor ich nun die Gretchenfrage stelle und vor zu großen Hoffnungen warne, möchte ich betonen, wie traurig dieses Kasperltheater auch ist. Wenn Ideen zur Verbesserung der Lage ohne den Ansatz einer Diskussion parteiübergreifend mit Entsetzen abgewehrt werden müssen - mit wem soll denn ein an Veränderung interessierter Politiker dann überhaupt noch sprechen?
Die große Frage ist nun: Wann kippen die um? Nach einigen Tagen? Monaten? Nie?
Der Staat, Frau Zypries und die Killerkids
15.09.09 – warnt vor:Nachrichten | Bedrohungen allenthalben
In der Telepolis lese ich: "Justizministerin Zypries hat den Eindruck, "dass die Verrohung unter Jugendlichen seit Jahren zunimmt. Das mag vor allem daran liegen, dass es bei vielen jungen Menschen an einem vernünftigen Sozialverhalten fehlt." Dem abzuhelfen, empfiehlt sie Jugendarbeit.
Man könnte also der luciden Analyse der Frau Zypris folgend davon sprechen, die Verrohung der Jugendlichen leite sich aus einer gewissen Verrohung her. Klar. Dass der Staat diesen Möchtegern-Gangstarappern aus dem Stadelheim 0 Perspektive gibt, geht in die Ursachenforschung nicht mit ein.
Wer heute nicht das Glück hat, in der schrumpfenden Mittelschicht mit einem halbwegs schlauen Köpfchen geboren zu sein, der endet mit großer Wahrscheinlichkeit als Futter für die Zeitarbeitsfirmen oder in noch würdeloseren Umständen. Er hat sein Leben am Arbeitsmarkt abzugeben, ohne auch nur soviel von dort dafür zurückzubekommen, dass er sich ein halbwegs ausreichendes Auskommen verdienen kann. Kurz: Er gehört nicht mehr dazu, er ist draussen, asozial. Er ist bereits materiell und seelisch aus dem Kreis der Menschen mit einem vernünftigen Sozialverhalten ausgeschlossen.
Er kann sich fast nichts von dem leisten, was die vernünftigen Sozialen haben und kommt nirgends rein, wo die hingehen. Alles zu teuer. Er bekommt nicht die Wohnung, die Frauen, die Bestätigung, die medizinische Versorgung, die Sicherheit, die Hoffnungen, den Spaß, den Urlaub auf Ibiza - nichts. Und Bier und Schnaps, das Lebenselixier der Prekären, mit dessen Besteuerung sich der Staat die Taschen voll macht, aus denen er dann wieder Streetworker und Antidrogenkampagnen bezahlen kann, werden auch nicht billiger.
Killerkids sind notorische Schwarzfahrer. Jetzt fragen Sie: Müssen aus Schwarzfahrern Schläger werden? Nein. Aber aus der Gesellschaft ausgeschlossen zu sein, erhöht die Wahrscheinlichkeit. Das staatlich geförderte Syndrom Armut in Tateinheit mit täglichem Verarschtwerden ist sicher kein moralischer Grund dafür, sich asozial zu verhalten. Eine Ursache aber schon. Wirtschaft und Staat verhalten sich einer wachsenden Gruppe an Armen gegenüber weder vernünftig noch sozial. Und die armen Streetworker und Fussballclubs sollen´s dann wieder richten. Sozialpädagogik und Vereinswesen sind schön, aber mit Sicherheit nicht die richtige Antwort auf Ungerechtigkeit.
Man könnte also der luciden Analyse der Frau Zypris folgend davon sprechen, die Verrohung der Jugendlichen leite sich aus einer gewissen Verrohung her. Klar. Dass der Staat diesen Möchtegern-Gangstarappern aus dem Stadelheim 0 Perspektive gibt, geht in die Ursachenforschung nicht mit ein.
Wer heute nicht das Glück hat, in der schrumpfenden Mittelschicht mit einem halbwegs schlauen Köpfchen geboren zu sein, der endet mit großer Wahrscheinlichkeit als Futter für die Zeitarbeitsfirmen oder in noch würdeloseren Umständen. Er hat sein Leben am Arbeitsmarkt abzugeben, ohne auch nur soviel von dort dafür zurückzubekommen, dass er sich ein halbwegs ausreichendes Auskommen verdienen kann. Kurz: Er gehört nicht mehr dazu, er ist draussen, asozial. Er ist bereits materiell und seelisch aus dem Kreis der Menschen mit einem vernünftigen Sozialverhalten ausgeschlossen.
Er kann sich fast nichts von dem leisten, was die vernünftigen Sozialen haben und kommt nirgends rein, wo die hingehen. Alles zu teuer. Er bekommt nicht die Wohnung, die Frauen, die Bestätigung, die medizinische Versorgung, die Sicherheit, die Hoffnungen, den Spaß, den Urlaub auf Ibiza - nichts. Und Bier und Schnaps, das Lebenselixier der Prekären, mit dessen Besteuerung sich der Staat die Taschen voll macht, aus denen er dann wieder Streetworker und Antidrogenkampagnen bezahlen kann, werden auch nicht billiger.
Killerkids sind notorische Schwarzfahrer. Jetzt fragen Sie: Müssen aus Schwarzfahrern Schläger werden? Nein. Aber aus der Gesellschaft ausgeschlossen zu sein, erhöht die Wahrscheinlichkeit. Das staatlich geförderte Syndrom Armut in Tateinheit mit täglichem Verarschtwerden ist sicher kein moralischer Grund dafür, sich asozial zu verhalten. Eine Ursache aber schon. Wirtschaft und Staat verhalten sich einer wachsenden Gruppe an Armen gegenüber weder vernünftig noch sozial. Und die armen Streetworker und Fussballclubs sollen´s dann wieder richten. Sozialpädagogik und Vereinswesen sind schön, aber mit Sicherheit nicht die richtige Antwort auf Ungerechtigkeit.
Piëch am 22.10.2008
03.04.09 – warnt vor:Menschen zu meidende | Nachrichten
Dirty
01.03.09 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben | Gefahren in Flora und Fauna
Elefantenjagd
27.06.08 – warnt vor:Menschen zu meidende | Nachrichten
Alternative Treibstoffe aus Geflügel
11.06.08 – warnt vor:Nachrichten | Gefahren in Flora und Fauna
Schäuble lädt ein
30.05.08 – warnt vor:Menschen zu meidende | Nachrichten
Bundespräsident Horst Köhler vermisst eine Entschuldigung. Doktor Vogl auch.
15.05.08 – warnt vor:Nachrichten | Menschen zu meidende
Süddeutsche Zeitung
18.03.08 – warnt vor:Nachrichten | Menschen zu meidende
SZ am 18.03.2008: „Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann glaubt nicht mehr an die Selbstheilungskraft der Finanzmärkte. Die Versorgung mit Liquidität reiche als Maßnahme nicht aus, sagte Ackermann. Die Regierungen müssten Einfluss nehmen auf die Märkte. Der Chef der größten deutschen Bank rief Regierungen und Zentralbanken zu "mutigen Schritten" gegen die Finanzmarktkrise auf.“
(http://www.sueddeutsche.de/,tt3m2/finanzen/artikel/492/164031/)
Ich glaube auch nicht mehr an die Selbstheilungskraft der Finanzmärkte und schlage deshalb die folgenden mutigen Schritte vor:
Schritt 1: Merkel ruft bei Ackermann an, und erkundigt sich, wo die Finanzmarktkrise wohnt.
Schritt 2: Die Finanzmarktkrise wird von der Regierung und der Zentralbank aufgefordert, das Land zu verlassen.
Schritt 3: Die Finanzmarktkrise wird via BILD-Kampagne umbenannt in „die schwere Zeit der Deutschen, die wir gemeinsam meistern werden“.
Schritt 4: Renten kürzen, Hartz 5, Agenda 2030. Die fortschreitende Enteignung der Bevölkerung verschafft der Regierung die Möglichkeit, den Finanzinstituten etwas auszuhelfen und den Märkten ein paar Ladenhüter abzunehmen, vielleicht aus dem Segment Hochgeschwindigkeitszüge?
Schritt 5: Puh. Das ist ja nochmal gut gegangen. Der Sockelarbeitslose stöhnt zwar ohne Zahnersatz, hat aber noch etwas Kleidung an. Probleme gibt es nur auf den Cayman Islands: Dort kriegen Sie nämlich nicht so viel Champagner in sich rein, wie sie möchten, um den erneuten Sieg über die Menschheit zu feiern und müssen kotzen vor Glück.
(http://www.sueddeutsche.de/,tt3m2/finanzen/artikel/492/164031/)
Ich glaube auch nicht mehr an die Selbstheilungskraft der Finanzmärkte und schlage deshalb die folgenden mutigen Schritte vor:
Schritt 1: Merkel ruft bei Ackermann an, und erkundigt sich, wo die Finanzmarktkrise wohnt.
Schritt 2: Die Finanzmarktkrise wird von der Regierung und der Zentralbank aufgefordert, das Land zu verlassen.
Schritt 3: Die Finanzmarktkrise wird via BILD-Kampagne umbenannt in „die schwere Zeit der Deutschen, die wir gemeinsam meistern werden“.
Schritt 4: Renten kürzen, Hartz 5, Agenda 2030. Die fortschreitende Enteignung der Bevölkerung verschafft der Regierung die Möglichkeit, den Finanzinstituten etwas auszuhelfen und den Märkten ein paar Ladenhüter abzunehmen, vielleicht aus dem Segment Hochgeschwindigkeitszüge?
Schritt 5: Puh. Das ist ja nochmal gut gegangen. Der Sockelarbeitslose stöhnt zwar ohne Zahnersatz, hat aber noch etwas Kleidung an. Probleme gibt es nur auf den Cayman Islands: Dort kriegen Sie nämlich nicht so viel Champagner in sich rein, wie sie möchten, um den erneuten Sieg über die Menschheit zu feiern und müssen kotzen vor Glück.
Doing a great job for just a smile
22.01.08 – warnt vor:Menschen zu meidende
Manche Vorstandvorsitzende (BWL: Vovo) kamen vor kurzem ihrer Bezüge wegen ins Gerede. Die Motivation der kleinlichen Kritiker ist mit einem Wort abgetan: Neid. Um die andere interessantere Frage zu beantworten, weshalb die Herren eigentlich dieses viele Geld nehmen – sie haben ja schon genügend – müssen wir tiefer dringen. Sehen wir uns diese Top-Leistungsträger einmal genauer an.
Sie sind unfassbar produktiv. Vovos verdienen mindestens einhundertmal so viel wie der durchschnittliche Angestellte, weil sie an einem Arbeitstag mühelos einhundertmal so viel leisten. Denselben Gewinnzuwachs, für den ein Arbeiter ein ganzes Jahr lang arbeiten muss, verschafft ein Vovo dem Konzern mit einem kühlen Anruf beim Betriebsrat und einer Unterschrift, die dem genannten Arbeiter in Zukunft viel Freizeit verschafft.
Sie zaubern. Manchmal stemmen Vovos durch die bloße mentale Kraft ihrer verantwortungsschweren Gedanken eine Währung hoch und werfen eine andere hinunter. Der Umtauschkurs verbessert sich, die Konzerngewinne schnellen nach oben. Ein Vovo nickt dazu ruhig vor dem Bildschirm, stellt das Kristallglas auf seiner Sekretärin ab, schliesst seinen Armani-Reissverschluß, heisst die Tippse sich kuschen, und wieder sind Millionen verdient. Ein Zuwachs, den der Arbeiter am Band nicht einmal bemerkt, geschweige denn mit einem so souveränen, väterlichen Nicken für das Unternehmen realisiert hätte. Es ist dieser Blick des Vovo, mit dem er das, was geschieht, aufnimmt und sich als Orden ans Revers steckt, der ihn so teuer und so wertvoll macht für sein Unternehmen.
Sie können immer und wollen immer. Ist ein Angestellter gut gelaunt – vielleicht wurde er gerade von seinem Abteilungsleiter in einem Gespräch unter vier Augen dazu motiviert, unter neuen Bedingungen doch noch im Unternehmen zu bleiben – dann macht er eine Überstunde oder ein paar hundert. Ist ein Vovo gut gelaunt, stellt er den verborgenen Hebel unter seinem Mahagonischreibtisch von Baisse auf Hausse, lächelt ob des Beweises seiner geradezu magischen Schaffenskraft und ruft nach seiner Sekretärin oder irgendeiner anderen weiblichen Hilfskraft, mit der er die Freude über die steilen Börsenkurse teilen kann. Wenn es die Unternehmensstrategie verlangt, macht er bis zum nächsten Morgen kein Auge zu. Zweimal der gleiche Impuls zur Leistung, aber welche Diskrepanz in der Umsetzung und im Effekt.
Sie jammern nie. Der normale Angestellte arbeitet von früh bis spät und manchmal auch etwas länger und lamentiert darüber ganz ungehörig. Der Vovo arbeitet immer. Sein Tag hat 48 Stunden und seine Woche mindestens 12 Tage. Dem Vovo vergeht die Zeit im Flug, er ist ständig unterwegs und immer froh, wenn er, ein gnädiger Zufall gewährt es selten, ein zweites Mal in den gleichen Whirlpool steigt, oder dort sogar ein zweites Mal die gleiche Dame antrifft. Während der Vovo bei professionellen Körper-Assistentinnen seine Jetlag-bedingten Verspannungen in strenger Zucht unter verhaltenem Stöhnen abarbeitet, um desto schneller wieder 150% seines Wertschöpfungsvermögens in den Dienst seiner AG stellen zu können, hält sich der Angestellte träge aus dem Bürofenster blickend mit der Frage auf, wann er eigentlich zuletzt seine Frau gesprochen hat.
Sie arbeiten eigentlich ehrenamtlich. Warum nimmt der Vovo also das viele Geld? Weil er es kriegt. Es ist ja da. Nicht, dass es ihm viel bedeuten würde. Denn sein wahrer Lohn ist ein Lächeln. Sein Lächeln. Das spitze, steife Lächeln, das seine Gesichtszüge sieghaft verzieht, wenn wieder einer der aufstrebenden Lohnabhängigen sich dazu erniedrigt, ihm die immer gleiche Strophe zu entlocken:
„Hehe, schon wahr, aber sie übertreiben, Schulze. So unersetzlich bin ich nicht. Natürlich, es gibt auch noch ein paar, vielleicht zwei, andere Vorstandsvorsitzende, die fast Vergleichbares leisten. Aus Ihnen wird noch was, Schulze. Sie sehen die Dinge aus dem richtigen Blickwinkel.“
Von ganz unten.
Sie sind unfassbar produktiv. Vovos verdienen mindestens einhundertmal so viel wie der durchschnittliche Angestellte, weil sie an einem Arbeitstag mühelos einhundertmal so viel leisten. Denselben Gewinnzuwachs, für den ein Arbeiter ein ganzes Jahr lang arbeiten muss, verschafft ein Vovo dem Konzern mit einem kühlen Anruf beim Betriebsrat und einer Unterschrift, die dem genannten Arbeiter in Zukunft viel Freizeit verschafft.
Sie zaubern. Manchmal stemmen Vovos durch die bloße mentale Kraft ihrer verantwortungsschweren Gedanken eine Währung hoch und werfen eine andere hinunter. Der Umtauschkurs verbessert sich, die Konzerngewinne schnellen nach oben. Ein Vovo nickt dazu ruhig vor dem Bildschirm, stellt das Kristallglas auf seiner Sekretärin ab, schliesst seinen Armani-Reissverschluß, heisst die Tippse sich kuschen, und wieder sind Millionen verdient. Ein Zuwachs, den der Arbeiter am Band nicht einmal bemerkt, geschweige denn mit einem so souveränen, väterlichen Nicken für das Unternehmen realisiert hätte. Es ist dieser Blick des Vovo, mit dem er das, was geschieht, aufnimmt und sich als Orden ans Revers steckt, der ihn so teuer und so wertvoll macht für sein Unternehmen.
Sie können immer und wollen immer. Ist ein Angestellter gut gelaunt – vielleicht wurde er gerade von seinem Abteilungsleiter in einem Gespräch unter vier Augen dazu motiviert, unter neuen Bedingungen doch noch im Unternehmen zu bleiben – dann macht er eine Überstunde oder ein paar hundert. Ist ein Vovo gut gelaunt, stellt er den verborgenen Hebel unter seinem Mahagonischreibtisch von Baisse auf Hausse, lächelt ob des Beweises seiner geradezu magischen Schaffenskraft und ruft nach seiner Sekretärin oder irgendeiner anderen weiblichen Hilfskraft, mit der er die Freude über die steilen Börsenkurse teilen kann. Wenn es die Unternehmensstrategie verlangt, macht er bis zum nächsten Morgen kein Auge zu. Zweimal der gleiche Impuls zur Leistung, aber welche Diskrepanz in der Umsetzung und im Effekt.
Sie jammern nie. Der normale Angestellte arbeitet von früh bis spät und manchmal auch etwas länger und lamentiert darüber ganz ungehörig. Der Vovo arbeitet immer. Sein Tag hat 48 Stunden und seine Woche mindestens 12 Tage. Dem Vovo vergeht die Zeit im Flug, er ist ständig unterwegs und immer froh, wenn er, ein gnädiger Zufall gewährt es selten, ein zweites Mal in den gleichen Whirlpool steigt, oder dort sogar ein zweites Mal die gleiche Dame antrifft. Während der Vovo bei professionellen Körper-Assistentinnen seine Jetlag-bedingten Verspannungen in strenger Zucht unter verhaltenem Stöhnen abarbeitet, um desto schneller wieder 150% seines Wertschöpfungsvermögens in den Dienst seiner AG stellen zu können, hält sich der Angestellte träge aus dem Bürofenster blickend mit der Frage auf, wann er eigentlich zuletzt seine Frau gesprochen hat.
Sie arbeiten eigentlich ehrenamtlich. Warum nimmt der Vovo also das viele Geld? Weil er es kriegt. Es ist ja da. Nicht, dass es ihm viel bedeuten würde. Denn sein wahrer Lohn ist ein Lächeln. Sein Lächeln. Das spitze, steife Lächeln, das seine Gesichtszüge sieghaft verzieht, wenn wieder einer der aufstrebenden Lohnabhängigen sich dazu erniedrigt, ihm die immer gleiche Strophe zu entlocken:
„Hehe, schon wahr, aber sie übertreiben, Schulze. So unersetzlich bin ich nicht. Natürlich, es gibt auch noch ein paar, vielleicht zwei, andere Vorstandsvorsitzende, die fast Vergleichbares leisten. Aus Ihnen wird noch was, Schulze. Sie sehen die Dinge aus dem richtigen Blickwinkel.“
Von ganz unten.
Vom Nutzen der deutschen Sprache
06.09.07 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Hüten Sie sich davor, zu viele Worte zu machen. Vieles lässt sich im Deutschen ausgesprochen kurz sagen.
Die deutsche Sprache schafft es, sehr vielschichtige Zusammenhänge, wie beispielsweise die Biographie Harald Juhnkes, in zwei Worten, mit einer winzigen Modifikation des Ausgangswortes vollständig darzustellen.
Glück - Gluck.
Kürzer und schöner lässt es sich nicht sagen. Schon fast eine Grabinschrift.
Für fünf Jahrhunderte der schleichenden Säkularisierung braucht unsere Muttersprache nur ein passend gewähltes Ausgangswort und ein r.
Beichte - Berichte.
Wie der Kapitalismus diese Entwicklung innerhalb weniger Sekunden in einer trivialen Online-Auktion wieder rückgängig macht, erschliesst sich mit nur einem i:
Bieten - Beten
Auch die Folgen des Wohlstands sind sehr knapp ausgesagt in:
Torte - Tote
Manche behaupten, sogar der Geisteszustand eines bekannten Internetdoktors lasse sich in einem e beschreiben:
Vogl - Vogel
Aber das stimmt nicht.
Die deutsche Sprache schafft es, sehr vielschichtige Zusammenhänge, wie beispielsweise die Biographie Harald Juhnkes, in zwei Worten, mit einer winzigen Modifikation des Ausgangswortes vollständig darzustellen.
Glück - Gluck.
Kürzer und schöner lässt es sich nicht sagen. Schon fast eine Grabinschrift.
Für fünf Jahrhunderte der schleichenden Säkularisierung braucht unsere Muttersprache nur ein passend gewähltes Ausgangswort und ein r.
Beichte - Berichte.
Wie der Kapitalismus diese Entwicklung innerhalb weniger Sekunden in einer trivialen Online-Auktion wieder rückgängig macht, erschliesst sich mit nur einem i:
Bieten - Beten
Auch die Folgen des Wohlstands sind sehr knapp ausgesagt in:
Torte - Tote
Manche behaupten, sogar der Geisteszustand eines bekannten Internetdoktors lasse sich in einem e beschreiben:
Vogl - Vogel
Aber das stimmt nicht.


