Forschung & Lehre
Er kam, sah, kassierte
03.06.11 – warnt vor:Menschen zu meidende
Eine "Begegnung mit Bracos gebendem Blick" ist sicherlich sehr reizvoll. Man steht unter Gleichgesinnten schweigend für 30 bis 40 Minuten in dem schnuckeligen Meetingraum irgendeines Businesshotels und schaut selig benommen zu, wie Er – Mister magic eyes Braco – auf seine Gäste milde herabblickt. Was für Idioten, denkt sich der Meister beim Glotzen und lächelt noch etwas natürlicher. Jeder von denen hat 5 Euro Unkostenbeitrag gezahlt. Die Veranstaltung findet stündlich statt. Wenn auch nur hundert in den Saal passen und Braco sieben Blicksessions am Tag stemmt, gibt es für ihn keinen Grund mehr, etwas zu lernen um eine vergleichbar hoch bezahlte und ähnlich überflüssige Betätigung zu versuchen, wie sie beispielsweise Anwälte oder Unternehmensberater ausüben. Die Plakatgestalter haben es klug eingerichtet, neben Bracos gebendem Blick nicht auch noch Bracos nehmende Hand mit abzubilden.


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Heile, heile Segen
01.06.11 – warnt vor:Menschen zu meidende
Das schönste Experiment seit Wilhelm Reichs Versuchen mit dem Orgonakkumulator: „Katholische Ärzte wollen Homosexuelle mit Homöopathie kurieren“. In meiner Sprache heisst das: Komische Ärzte wollen Gesunde ohne Medizin heilen. Löblich, weil ungefährlich, wenn auch etwas unverschämt den „Patienten“ gegenüber. Erinnert mich in seiner paradoxen Aussichtslosigkeit an Heino Jaeger, der (ich weiß es nicht mehr wörtlich) einen Diät-Experten sagen ließ, man könne auch ganz ohne Diät ordentlich zunehmen. Einfach immer zwischendurch ein kleines Nahrungsplus zu sich nehmen.
Der Letzte macht das Licht aus
17.05.11 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Gesamtkunstwerk
18.02.11 – warnt vor:Menschen zu meidende
Die FAZ malt mir den Guttenberg, das Gesamtkunstwerk aus Gel, Geld und Gewäsch, so:
"Jetzt wird zum Problem, dass Guttenberg als eine Art Gesamtkunstwerk wahrgenommen wird: ein Baron, der gute Manieren hat und exzellent gekleidet ist, zwar eitel, aber nicht zu überheblich, finanziell unabhängig, also auf die Politik nicht angewiesen und damit glaubhaft, gleichzeitig rede- und auftrittsgewandt und einer, der Probleme „direkt anspricht“, dies alles eingebettet in eine familiäre Idylle."
Ich stutze bei dem Hinweis, Guttenberg sei "finanziell unabhängig, also auf die Politik nicht angewiesen und damit glaubhaft". Guttenberg ist Multimillionär und insofern durchaus finanziell unabhängig, die Folgerungen daraus kommen mir allerdings etwas gewagt vor, schließlich würde niemand von Berlusconi behaupten, er sei glaubhaft, weil finanziell unabhängig. Das Gegenteil wird vermutet. Der Mann lebt lustvoll ein Leben, das unabhängige, italienische Journalisten als permanenten Interessenskonflikt beschreiben. Er soll als Politiker das Allgemeinwohl mehren, als Unternehmer aber sein Kapital. Das geht nicht zusammen, wenn die politische Kaste ihrer Bestimmung nach über die Rahmenbedingungen des kapitalistischen Wirtschaftens wacht, also beispielsweise über freie Märkte und die Verhinderung von Monopolen.
Bei Guttenberg soll das genau umgekehrt sein. Er ist steinreich, engagiert sich aber in der ihm wesensfremden Politik als einer der wenigen, die nicht bestochen werden können. Das Argument ist von erlesener Hirnrissigkeit. Es setzt zwei Seiten des öffentlichen Lebens voraus: Die Kaste der von Bestechung bedrohten, unterbezahlten Politiker und die reichen potentiellen Bestecher. Was wird besser, wenn der Bestecher die Seite wechselt? Nichts. Man kann ihn nicht bestechen? Man muss es nicht. Er teilt die Ziele der Kapitalisten doch sowieso. Als Politiker ist er nur näher dran an seinen hilfreichen Lakaien und kann als Verteidigungsminister selbst für das sorgen, was das Kapital braucht, z. B. Zugang zu Märkten.
Menschenkundlich interessanter ist die Frage, warum sich ein Baron, dem ein sorgenfreies Leben in die Wiege gelegt wurde, das antut? Die Kameras, die Sitzungen, die unbequemen Reisen, das Merkel, den Seehofer, den vollen Terminkalender? Schwer zu sagen. Es gibt genug andere, die diese Drecksarbeit als Aufstieg empfinden würden. Für Guttenberg ist es ein Abstieg von der Beletage in die Wirtschaftsräume, wo die Staatsdiener wuseln und schwitzen. Warum also macht er da mit? Vielleicht geht es ihm hier genauso wie bei seiner Dissertation: Er ist ein Adabei und ein Geck aber tragischer Weise dabei auch noch dämlich.
"Jetzt wird zum Problem, dass Guttenberg als eine Art Gesamtkunstwerk wahrgenommen wird: ein Baron, der gute Manieren hat und exzellent gekleidet ist, zwar eitel, aber nicht zu überheblich, finanziell unabhängig, also auf die Politik nicht angewiesen und damit glaubhaft, gleichzeitig rede- und auftrittsgewandt und einer, der Probleme „direkt anspricht“, dies alles eingebettet in eine familiäre Idylle."
Ich stutze bei dem Hinweis, Guttenberg sei "finanziell unabhängig, also auf die Politik nicht angewiesen und damit glaubhaft". Guttenberg ist Multimillionär und insofern durchaus finanziell unabhängig, die Folgerungen daraus kommen mir allerdings etwas gewagt vor, schließlich würde niemand von Berlusconi behaupten, er sei glaubhaft, weil finanziell unabhängig. Das Gegenteil wird vermutet. Der Mann lebt lustvoll ein Leben, das unabhängige, italienische Journalisten als permanenten Interessenskonflikt beschreiben. Er soll als Politiker das Allgemeinwohl mehren, als Unternehmer aber sein Kapital. Das geht nicht zusammen, wenn die politische Kaste ihrer Bestimmung nach über die Rahmenbedingungen des kapitalistischen Wirtschaftens wacht, also beispielsweise über freie Märkte und die Verhinderung von Monopolen.
Bei Guttenberg soll das genau umgekehrt sein. Er ist steinreich, engagiert sich aber in der ihm wesensfremden Politik als einer der wenigen, die nicht bestochen werden können. Das Argument ist von erlesener Hirnrissigkeit. Es setzt zwei Seiten des öffentlichen Lebens voraus: Die Kaste der von Bestechung bedrohten, unterbezahlten Politiker und die reichen potentiellen Bestecher. Was wird besser, wenn der Bestecher die Seite wechselt? Nichts. Man kann ihn nicht bestechen? Man muss es nicht. Er teilt die Ziele der Kapitalisten doch sowieso. Als Politiker ist er nur näher dran an seinen hilfreichen Lakaien und kann als Verteidigungsminister selbst für das sorgen, was das Kapital braucht, z. B. Zugang zu Märkten.
Menschenkundlich interessanter ist die Frage, warum sich ein Baron, dem ein sorgenfreies Leben in die Wiege gelegt wurde, das antut? Die Kameras, die Sitzungen, die unbequemen Reisen, das Merkel, den Seehofer, den vollen Terminkalender? Schwer zu sagen. Es gibt genug andere, die diese Drecksarbeit als Aufstieg empfinden würden. Für Guttenberg ist es ein Abstieg von der Beletage in die Wirtschaftsräume, wo die Staatsdiener wuseln und schwitzen. Warum also macht er da mit? Vielleicht geht es ihm hier genauso wie bei seiner Dissertation: Er ist ein Adabei und ein Geck aber tragischer Weise dabei auch noch dämlich.
Die Knallkörper des Jahres 2010
17.12.10 – warnt vor:Menschen zu meidende
Pünktlich zu Silvester. In Doc Vogls Knalldeppenwettbewerb 2010 nahmen diese Feuerwerkskörper besonders erfolgreich teil:
1. Platz: „Detonator“ Karl u. v. a. zu Guttenberg

Deutschlands beliebteste Silvester-Wunderwaffe steigt auf wie ein Komet vor finsterem Nachthimmel. Wuchtige Bombettenabschüsse mit Knatterstern-Aufstieg, soundstarkem Crackling im Leopard-2a5-Stil und mächtigen Brillant-Buketts in blutrot, CSU-braun, schwarzer Afghane und camouflage, immer mit erschreckend lautem Knall, manchmal mit Gattin, dann Effektkombination mit lynchgrünen Poppingstars „Kinderschänder“ stets lautstark finalisierend mit mächtiger Goldkrone. Applaus garantiert.
2. Platz Alice „Alligator“ Schwarzer

Sinistre 15-Schuss-Brummer-Fontänen-Batterie. Als Effekt-Highlight werden gleich zu Beginn bundesweit unzählige vierfarbige „Jede Wahrheit braucht eine Mutige, die sie ausspricht“-Bildkreisel gleichzeitig abgefeuert, es folgt eine 6-fach-Verwandlungsfontäne zur Funken sprühenden Prozesshyäne mit einem gigantischen Crackling-Finale in einer senkrecht aufsteigenden Vergewaltigungskolumne vor dem tiefschwarzen Hintergrund des Ludenannoncenblatts BILD. Nur für gute Nerven, FSK 18. Brenndauer ca. 60 Jahre, evtl. mehr.
3. Platz Thilo „Die Bestie“ Sarrazin

Absoluter Klassiker! 3x soviel Effektmenge wie bisher! Die Effektkombination: Zuerst die gleißende Fontäne in Schwarzrotgold, soundstark bedroht durch Powerbatterie „Muslim“ mit goldener Leuchtspur zum bedrohlich pulsierenden Halbmond aufsteigend, Zwischenfinale: Sternbukett „SS“ mit silbern verhakten Kreuzen danach Sternenbukett braun mit arisch funkelnder DNA-Doppelhelix, schließlich 29 Kometenaufstiege als donnernde Trittbrettfahrer, die sich in buntem Quatsch zerfaseln, am Ende rauschhaftes Nachnuscheln, Funkenflug, pfeifen, aus.
Bilder: Wikipedia.de, Textvorlagen: pyroweb.de
1. Platz: „Detonator“ Karl u. v. a. zu Guttenberg

Deutschlands beliebteste Silvester-Wunderwaffe steigt auf wie ein Komet vor finsterem Nachthimmel. Wuchtige Bombettenabschüsse mit Knatterstern-Aufstieg, soundstarkem Crackling im Leopard-2a5-Stil und mächtigen Brillant-Buketts in blutrot, CSU-braun, schwarzer Afghane und camouflage, immer mit erschreckend lautem Knall, manchmal mit Gattin, dann Effektkombination mit lynchgrünen Poppingstars „Kinderschänder“ stets lautstark finalisierend mit mächtiger Goldkrone. Applaus garantiert.
2. Platz Alice „Alligator“ Schwarzer

Sinistre 15-Schuss-Brummer-Fontänen-Batterie. Als Effekt-Highlight werden gleich zu Beginn bundesweit unzählige vierfarbige „Jede Wahrheit braucht eine Mutige, die sie ausspricht“-Bildkreisel gleichzeitig abgefeuert, es folgt eine 6-fach-Verwandlungsfontäne zur Funken sprühenden Prozesshyäne mit einem gigantischen Crackling-Finale in einer senkrecht aufsteigenden Vergewaltigungskolumne vor dem tiefschwarzen Hintergrund des Ludenannoncenblatts BILD. Nur für gute Nerven, FSK 18. Brenndauer ca. 60 Jahre, evtl. mehr.
3. Platz Thilo „Die Bestie“ Sarrazin

Absoluter Klassiker! 3x soviel Effektmenge wie bisher! Die Effektkombination: Zuerst die gleißende Fontäne in Schwarzrotgold, soundstark bedroht durch Powerbatterie „Muslim“ mit goldener Leuchtspur zum bedrohlich pulsierenden Halbmond aufsteigend, Zwischenfinale: Sternbukett „SS“ mit silbern verhakten Kreuzen danach Sternenbukett braun mit arisch funkelnder DNA-Doppelhelix, schließlich 29 Kometenaufstiege als donnernde Trittbrettfahrer, die sich in buntem Quatsch zerfaseln, am Ende rauschhaftes Nachnuscheln, Funkenflug, pfeifen, aus.
Bilder: Wikipedia.de, Textvorlagen: pyroweb.de
Imame, die Kant singen
06.09.10 – warnt vor:Menschen zu meidende
Hamed Abdel-Samad hat ein Buch geschrieben, das den Untergang des Islam vorhersagt (Hamed Abdel-Samad: Der Untergang der islamischen Welt. Eine Prognose). Da beschreibt er, was seines Erachtens der Islam braucht: „Wir brauchen Imame, die Averroes, Kant und Spinoza gelesen haben, und Moscheen, in denen Frauen nicht nur ohne Abtrennung neben Männern beten, sondern auch predigen können. Wir brauchen mehr Mut und mehr klare Worte. Wenn es nach mir ginge, wollte ich den Wahlspruch der Aufklärung von jedem Minarett der islamischen Welt fünfmal am Tag hören: Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.“ – den Wahlspruch würde er sicher nicht fünfmal sondern nur einmal hören. Weil nach mutiger Betätigung seines eigenen Verstandes der Imam sofort von seinem Türmchen heruntersteigt und sich eine andere Beschäftigung sucht.
So denken wohl viele: Wenn es einen aufgeklärten Islam, ein aufgeklärtes Christentum, einen aufgeklärten Zionismus usw. gäbe, dann könnte die Vernunft ihre segensreiche Wirkung in und zwischen den Völkern entfalten. Wenn es aber nunmal nicht der Sache der Religion entspricht, besonders aufgeklärt zu sein? Die Selbstkritik der Religion reicht immer nur bis zum nächsten geoffenbarten oder sonstwie unaufgebbaren Glaubenssatz, resp. Fetisch.
So denken wohl viele: Wenn es einen aufgeklärten Islam, ein aufgeklärtes Christentum, einen aufgeklärten Zionismus usw. gäbe, dann könnte die Vernunft ihre segensreiche Wirkung in und zwischen den Völkern entfalten. Wenn es aber nunmal nicht der Sache der Religion entspricht, besonders aufgeklärt zu sein? Die Selbstkritik der Religion reicht immer nur bis zum nächsten geoffenbarten oder sonstwie unaufgebbaren Glaubenssatz, resp. Fetisch.
Revolutiönchen
06.07.10 – warnt vor:Menschen zu meidende
Wussten Sie, dass es eine „Bundesunmittelbare Stiftung des öffentlichen Rechts“ gibt, die sich mit „Aufarbeitung“ befasst? Nein? Dann passen Sie mal auf, was die aufarbeitet:
So sah die friedliche Revolution aus: „Die Entmachtung des Ministeriums für Staatssicherheit war ein wesentliches Moment der Friedlichen Revolution 1989/90. Am 4. Dezember 1989 besetzten Erfurter BürgerInnen als erste eine Stasi-Bezirkszentrale und lösten damit eine DDR-weite Welle aus...“ Nachdem also am 9. November die Mauer geöffnet worden war, besetzten die schon einen Monat später die Stasi-Behörden. Eine Revolution ex post sozusagen. Die ganze Stiftung scheint nur einen Zweck zu haben: Eine Revolution zu konstruieren, von der klar ist, es hat sie nie gegeben.
Jeder, der, und sei es unter Zuhilfenahme seiner Finger, bis drei Zählen kann, weiß, weshalb die DDR untergegangen ist: Die Russen haben Ihr die Unterstützung entzogen. Wer also nach einem Grund für den Mauerfall sucht, muss sich fragen, „was hat den Gorbatschow dazu gebracht, so etwas Dummes zu tun?“
Jede mögliche Antwort, die mir darauf einfällt, hat irgendwie mit der BRD zu tun, keine mit dem „Wir sind das“ Volk der DDR, wie die Aufarbeitungsstiftung mich glauben machen will. Das geht aber natürlich nicht, weil die Menschen ja glauben sollen, Sie selbst hätten die Mauer abgerissen und Honecker vertrieben. Mit Kerzen? Und Kirchentagsliedern?
Man braucht einen sehr sehr weiten Begriff von Revolution, um die Flucht in eine Botschaft oder das allmontägliche Verharren vor einer Kirche darunter zu subsumieren. Aber mit ein bisschen Phantasie geht das durchaus. Spätere Generationen von Historikern werden in Tagebüchern der Zonenendzeit wahrscheinlich solche Sätze finden:
Heute morgen aufgestanden. Der Aufstand ist wieder geglückt. Den ganzen Tag Kerzen gerollt für den Sturm auf die Bastille, ne, auf Eppelmanns Kirchenbuffett, sie sollen brennen, die Tyrannen! Symbolisch natürlich, wir sind ja nicht in Frankreich. Den ganzen Tag das Honeckerportrait im Herrgottswinkel ignoriert. Kein Gruß, kein „Rot Front, lieber Herr Genosse Staatsratsvorsitzender!“, nur eisige stumme Feindschaft. Mit der hab ich meine Ehe besiegt, die zwingt auch die DDR in die Knie. Früher oder später. Nach dem Abendbrot heimlich mit dem Bild des Staatsratsvorsitzenden unterm Schlafanzug niedergelegt. Die Niederlage wird er nicht verwinden. Jetzt aber strikte Nachtruhe. Denn: Morgen früh neuer Aufstand. Wir brauchen jeden Mann, der eine Kerze halten kann oder „We shall overcome“ singen oder ins Westfernsehen greinen oder die Christa Wolf ertragen oder sonstwas beitragen zur Destabilisierung des Unrechtsstaates, damit es auch morgen wieder heisst: Wir sind das Volk.
So sah die friedliche Revolution aus: „Die Entmachtung des Ministeriums für Staatssicherheit war ein wesentliches Moment der Friedlichen Revolution 1989/90. Am 4. Dezember 1989 besetzten Erfurter BürgerInnen als erste eine Stasi-Bezirkszentrale und lösten damit eine DDR-weite Welle aus...“ Nachdem also am 9. November die Mauer geöffnet worden war, besetzten die schon einen Monat später die Stasi-Behörden. Eine Revolution ex post sozusagen. Die ganze Stiftung scheint nur einen Zweck zu haben: Eine Revolution zu konstruieren, von der klar ist, es hat sie nie gegeben.
Jeder, der, und sei es unter Zuhilfenahme seiner Finger, bis drei Zählen kann, weiß, weshalb die DDR untergegangen ist: Die Russen haben Ihr die Unterstützung entzogen. Wer also nach einem Grund für den Mauerfall sucht, muss sich fragen, „was hat den Gorbatschow dazu gebracht, so etwas Dummes zu tun?“
Jede mögliche Antwort, die mir darauf einfällt, hat irgendwie mit der BRD zu tun, keine mit dem „Wir sind das“ Volk der DDR, wie die Aufarbeitungsstiftung mich glauben machen will. Das geht aber natürlich nicht, weil die Menschen ja glauben sollen, Sie selbst hätten die Mauer abgerissen und Honecker vertrieben. Mit Kerzen? Und Kirchentagsliedern?
Man braucht einen sehr sehr weiten Begriff von Revolution, um die Flucht in eine Botschaft oder das allmontägliche Verharren vor einer Kirche darunter zu subsumieren. Aber mit ein bisschen Phantasie geht das durchaus. Spätere Generationen von Historikern werden in Tagebüchern der Zonenendzeit wahrscheinlich solche Sätze finden:
Heute morgen aufgestanden. Der Aufstand ist wieder geglückt. Den ganzen Tag Kerzen gerollt für den Sturm auf die Bastille, ne, auf Eppelmanns Kirchenbuffett, sie sollen brennen, die Tyrannen! Symbolisch natürlich, wir sind ja nicht in Frankreich. Den ganzen Tag das Honeckerportrait im Herrgottswinkel ignoriert. Kein Gruß, kein „Rot Front, lieber Herr Genosse Staatsratsvorsitzender!“, nur eisige stumme Feindschaft. Mit der hab ich meine Ehe besiegt, die zwingt auch die DDR in die Knie. Früher oder später. Nach dem Abendbrot heimlich mit dem Bild des Staatsratsvorsitzenden unterm Schlafanzug niedergelegt. Die Niederlage wird er nicht verwinden. Jetzt aber strikte Nachtruhe. Denn: Morgen früh neuer Aufstand. Wir brauchen jeden Mann, der eine Kerze halten kann oder „We shall overcome“ singen oder ins Westfernsehen greinen oder die Christa Wolf ertragen oder sonstwas beitragen zur Destabilisierung des Unrechtsstaates, damit es auch morgen wieder heisst: Wir sind das Volk.
Allegorien, die die Welt verbessern werden. Teil V: 11. August 1999
03.07.10 – warnt vor:Menschen zu meidende
Was tun mit renitenten Vulkanen?
19.04.10 – warnt vor:Menschen zu meidende
Die Weltweisen und Ihre Lösungsmodelle:
„Wir werden den f*** volcano einkaufen und noch am selben Tag entlassen. Dann kann er auf dem Mond weiterqualmen. Auf diesem Planeten bleibt er arbeitslos.“ Warren Buffet
„Wie ich höre, sind in Guantanamo wieder Zellen frei. Wir sollten diesen glühenden Extremisten waterboarden. Das ist keine Folter, wir nennen es vorsichtig „Löschen“,– manchen macht es richtig Spaß, fragen Sie Cheney.“ George W. Bush
„Ich sage: Schwanz ab, wenn der Chauvi mit seinem riesigen, dunklen Schweif unsere Flughäfinnen penetriert. Wo sind eigentlich die Vulkaninnen?“ Alice Schwarzer
„Auch ein Vulkan ist nicht unfehlbar. Wie er unsere unschuldige Atmosphäre mit seinem Auswurf missbraucht, ist so ungeheuerlich, das hat nicht einmal das zweite Vatikanische Konzil vorhergesehen. Island muss jetzt alles offenlegen, was der Vulkan mit seinem Dreck verdeckt.“ Hans Küng & Eugen Drewermann
„Abscheulich, wie dieser Minderleister mit spätrömischer Dekadenz sein ALG II verraucht. Ich empfehle: Nikotinentzug und ein verpflichtendes Arbeitsangebot, das er nicht ablehnen kann: Auf der Müllverbrennungsanlage.“ Guido Westerwelle
„Ich filme ihn, O.K.? Dann ist er erledigt.“ Wim Wenders
„Und er tat den Brunnen des Abgrunds auf; und es ging auf ein Rauch aus dem Brunnen wie ein Rauch eines großen Ofens, und es ward verfinstert die Sonne und die Luft von dem Rauch des Brunnens.“ Johannes
„Ich werde ihn ein bisschen anlächeln, vielleicht hört er dann auf. Vielleicht auch nicht. Aber bringt die Kameras mit.“ Dalai Lama
„Oh mein Gott, ich dachte, wir hätten noch mehr Zeit. Bringen Sie mich zum Präsidenten. Wir müssen mit der Airforce One durch das Jurassic Island zum Erdkern vordringen und die Lava auspissen. Ich weiß, das ist ein Himmelfahrtskommando. Nur der Präsident kann es schaffen.“ Jeff Goldblum in „The Volcano No. 1“ von Wolfgang Petersen
„Wir werden den f*** volcano einkaufen und noch am selben Tag entlassen. Dann kann er auf dem Mond weiterqualmen. Auf diesem Planeten bleibt er arbeitslos.“ Warren Buffet
„Wie ich höre, sind in Guantanamo wieder Zellen frei. Wir sollten diesen glühenden Extremisten waterboarden. Das ist keine Folter, wir nennen es vorsichtig „Löschen“,– manchen macht es richtig Spaß, fragen Sie Cheney.“ George W. Bush
„Ich sage: Schwanz ab, wenn der Chauvi mit seinem riesigen, dunklen Schweif unsere Flughäfinnen penetriert. Wo sind eigentlich die Vulkaninnen?“ Alice Schwarzer
„Auch ein Vulkan ist nicht unfehlbar. Wie er unsere unschuldige Atmosphäre mit seinem Auswurf missbraucht, ist so ungeheuerlich, das hat nicht einmal das zweite Vatikanische Konzil vorhergesehen. Island muss jetzt alles offenlegen, was der Vulkan mit seinem Dreck verdeckt.“ Hans Küng & Eugen Drewermann
„Abscheulich, wie dieser Minderleister mit spätrömischer Dekadenz sein ALG II verraucht. Ich empfehle: Nikotinentzug und ein verpflichtendes Arbeitsangebot, das er nicht ablehnen kann: Auf der Müllverbrennungsanlage.“ Guido Westerwelle
„Ich filme ihn, O.K.? Dann ist er erledigt.“ Wim Wenders
„Und er tat den Brunnen des Abgrunds auf; und es ging auf ein Rauch aus dem Brunnen wie ein Rauch eines großen Ofens, und es ward verfinstert die Sonne und die Luft von dem Rauch des Brunnens.“ Johannes
„Ich werde ihn ein bisschen anlächeln, vielleicht hört er dann auf. Vielleicht auch nicht. Aber bringt die Kameras mit.“ Dalai Lama
„Oh mein Gott, ich dachte, wir hätten noch mehr Zeit. Bringen Sie mich zum Präsidenten. Wir müssen mit der Airforce One durch das Jurassic Island zum Erdkern vordringen und die Lava auspissen. Ich weiß, das ist ein Himmelfahrtskommando. Nur der Präsident kann es schaffen.“ Jeff Goldblum in „The Volcano No. 1“ von Wolfgang Petersen
Der Herr Hitler und seine Evi
22.02.10 – warnt vor:Menschen zu meidende
Eine Frau Görtemaker hat ein Buch über Eva Brauns Leben verfasst, zu dem sie in der SZ interviewt wird. Ich erkenne da einen Trend, vor dem ich warne:
Forschend fand sie heraus, es gebe Grund zu der Vermutung, die Beiden hätten ein „ganz normales sexuelles Verhältnis“ gehabt. Interessant ist dabei zweierlei: Erstens, dass der Interviewer danach nicht gefragt hatte, die Görtemaker aber wohl von Ihrem Agenten gebrieft war, was auf jeden Fall erwähnt werden muss, damit die Schwarte sich auch verkauft. Zweitens, dass es eine Frau auf dieser Welt gibt, die sich bei einem bizarr geistesgestörten Gewaltverbrecher ein Liebesleben vorstellen will und kann. Was Hitler liebte, werden wir nicht mehr erfahren. Die Liebe war es nicht.
Ganz blöd wird es dann ein paar Zeilen später, als die SZ fragt:
„sueddeutsche.de: Kurzum: Sie [Eva Braun] war genau das Gegenteil der deutschen Frau, wie sie sich die Nazis wünschten.
Görtemaker: So wie Hitler nicht dem NS-Idealbild eines Mannes entsprochen hat. Sein Lebensstil war der eines Bohemiens.“
Hitler der Bohemien. Warum? Weil er in Schwabing versucht hat in Kneipen seine selbstgemalten Postkarten zu verscherbeln und sich dabei von Bohemiens wie O. M. Graf anpfeifen lassen musste? Weil er, wie alle Bohemiens, von früh bis spät über die schnellstmögliche Vernichtung aller Juden nachdachte? Weil er all seinen sadistischen Impulsen rund um die Uhr nachgab und sich gern in riesigen Stadien von tausend gleichgeschalteten Idioten beklatschen liess? Ja, so war sie halt die Boheme, immer ein bisschen künstlerisch, immer ein bisschen diktatorisch...
Es endet damit: „Görtemaker: […] Aber beispielsweise Albert Speer hat bei einem amerikanischen Verhör unmittelbar nach Kriegsende im August 1945 ausgesagt, dass Hitler sie [Eva Braun] geliebt habe.“
Hitler der liebende Freund. Wer hat eigentlich damit angefangen, den Führer als schrulligen Nachbarn zu schildern? Der Hirschbiegel in „Der Untergang“? In zehn Jahren haben sie es geschafft und Hitler taucht in der Gala neben Putin und Berlusconi auf, als ein Vorläufer der erfolgreichsten Männer des letzten Dezenniums – aus der Münchner Boheme.
Forschend fand sie heraus, es gebe Grund zu der Vermutung, die Beiden hätten ein „ganz normales sexuelles Verhältnis“ gehabt. Interessant ist dabei zweierlei: Erstens, dass der Interviewer danach nicht gefragt hatte, die Görtemaker aber wohl von Ihrem Agenten gebrieft war, was auf jeden Fall erwähnt werden muss, damit die Schwarte sich auch verkauft. Zweitens, dass es eine Frau auf dieser Welt gibt, die sich bei einem bizarr geistesgestörten Gewaltverbrecher ein Liebesleben vorstellen will und kann. Was Hitler liebte, werden wir nicht mehr erfahren. Die Liebe war es nicht.
Ganz blöd wird es dann ein paar Zeilen später, als die SZ fragt:
„sueddeutsche.de: Kurzum: Sie [Eva Braun] war genau das Gegenteil der deutschen Frau, wie sie sich die Nazis wünschten.
Görtemaker: So wie Hitler nicht dem NS-Idealbild eines Mannes entsprochen hat. Sein Lebensstil war der eines Bohemiens.“
Hitler der Bohemien. Warum? Weil er in Schwabing versucht hat in Kneipen seine selbstgemalten Postkarten zu verscherbeln und sich dabei von Bohemiens wie O. M. Graf anpfeifen lassen musste? Weil er, wie alle Bohemiens, von früh bis spät über die schnellstmögliche Vernichtung aller Juden nachdachte? Weil er all seinen sadistischen Impulsen rund um die Uhr nachgab und sich gern in riesigen Stadien von tausend gleichgeschalteten Idioten beklatschen liess? Ja, so war sie halt die Boheme, immer ein bisschen künstlerisch, immer ein bisschen diktatorisch...
Es endet damit: „Görtemaker: […] Aber beispielsweise Albert Speer hat bei einem amerikanischen Verhör unmittelbar nach Kriegsende im August 1945 ausgesagt, dass Hitler sie [Eva Braun] geliebt habe.“
Hitler der liebende Freund. Wer hat eigentlich damit angefangen, den Führer als schrulligen Nachbarn zu schildern? Der Hirschbiegel in „Der Untergang“? In zehn Jahren haben sie es geschafft und Hitler taucht in der Gala neben Putin und Berlusconi auf, als ein Vorläufer der erfolgreichsten Männer des letzten Dezenniums – aus der Münchner Boheme.
Ein Buch ist ein Buch ist ein Scheit
25.01.10 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Die Gazette schreibt heute:
„Eine Londoner Zeitung berichtete am Dienstag, dass minderbemittelte Rentner in Wohltätigkeitsläden billige Bücher kaufen und sie als Heizmaterial verbrennen, um es in der strengen Kälte, die Großbritannien fest im Griff hat, warm zu haben.“
Die minderbemittelten Rentner lehren mich alles, was ich über das Verhältnis von Geist und Materie im Kapitalismus wissen muss. Ausserdem erstrahlen so Bolognaprozess, Studiengebühren und die ganzen Exzellenzinitiativen der deutschen Bildungselite einmal in dem richtigen Licht: Dem wärmenden Lodern des Kaminfeuers in den Häusern der sozial Exkludierten.
Andererseits: Während vier bis fünf Schwarten von Martin Walser den Raum gemütlich warm halten, kann ich schon fast ein Buch von Robert Walser durchlesen. Darauf könnte ich mich zur Not schon auch einlassen.
„Eine Londoner Zeitung berichtete am Dienstag, dass minderbemittelte Rentner in Wohltätigkeitsläden billige Bücher kaufen und sie als Heizmaterial verbrennen, um es in der strengen Kälte, die Großbritannien fest im Griff hat, warm zu haben.“
Die minderbemittelten Rentner lehren mich alles, was ich über das Verhältnis von Geist und Materie im Kapitalismus wissen muss. Ausserdem erstrahlen so Bolognaprozess, Studiengebühren und die ganzen Exzellenzinitiativen der deutschen Bildungselite einmal in dem richtigen Licht: Dem wärmenden Lodern des Kaminfeuers in den Häusern der sozial Exkludierten.
Andererseits: Während vier bis fünf Schwarten von Martin Walser den Raum gemütlich warm halten, kann ich schon fast ein Buch von Robert Walser durchlesen. Darauf könnte ich mich zur Not schon auch einlassen.
Gefährliche Zahlen – charmante Wissenschaft
13.01.10 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Wenn man in Georg Wagners „Einführung in die Erd- und Landschaftsgeschichte“ von 1931 im Vorwort nur immer die ersten Sätze der Absätze liest, wird einem der Wagner auf seltsame Weise sympathisch:
„Seit zwei Jahrzehnten stehe ich immer wieder vor der schönen Aufgabe, andere in die Geheimnisse der Erd- und Landschaftsgeschichte einzuführen. […]
Nun lernt man gerade diese Wissenschaft am allerwenigsten aus Büchern. […]
Aus demselben Grund ist das Buch auch reich mit Bildern ausgestattet. […]
Das Buch bringt auch viele Zahlen. […]
Es ist unmöglich, bei dem weit umfassenden Arbeitsfeld überall Fachmann zu sein, […]
Den Nichtfachmann muss man besonders darauf hinweisen, daß einen so junge Wissenschaft noch nicht am Ziel ist. […]
Das Werk ist bestimmt für alle, die ihre Heimat näher kennenlernen möchten. […]
Möge das Werk der Geologie neue Freunde gewinnen und uns inniger verwurzeln mit unserer Heimat, der Quelle unserer Kraft. Glück auf!“
Was für ein kluger, bescheidener Mensch. Der klassisch-schöne Satz „das Buch bringt auch viele Zahlen“ sollte m. E. verpflichtend sein für jede naturwissenschaftliche Veröffentlichung – die Warnung ist einfach zu putzig.
„Seit zwei Jahrzehnten stehe ich immer wieder vor der schönen Aufgabe, andere in die Geheimnisse der Erd- und Landschaftsgeschichte einzuführen. […]
Nun lernt man gerade diese Wissenschaft am allerwenigsten aus Büchern. […]
Aus demselben Grund ist das Buch auch reich mit Bildern ausgestattet. […]
Das Buch bringt auch viele Zahlen. […]
Es ist unmöglich, bei dem weit umfassenden Arbeitsfeld überall Fachmann zu sein, […]
Den Nichtfachmann muss man besonders darauf hinweisen, daß einen so junge Wissenschaft noch nicht am Ziel ist. […]
Das Werk ist bestimmt für alle, die ihre Heimat näher kennenlernen möchten. […]
Möge das Werk der Geologie neue Freunde gewinnen und uns inniger verwurzeln mit unserer Heimat, der Quelle unserer Kraft. Glück auf!“
Was für ein kluger, bescheidener Mensch. Der klassisch-schöne Satz „das Buch bringt auch viele Zahlen“ sollte m. E. verpflichtend sein für jede naturwissenschaftliche Veröffentlichung – die Warnung ist einfach zu putzig.
Morbus Novartis?
09.11.09 – warnt vor:Gefahren in Flora und Fauna
Wenn man ein paar Seiten von Schweinegrippenimpfgegnern liest und dann wieder ein paar "redaktionelle Beiträge", in denen ein Dutzend Verbandsfunktionäre mit Dr. med. vorm Namen die Impfung befürwortet, dann kippt man irgendwann im Stuhl gegen die Lehne, schließt die Augen, stöhnt leise und hat die ganze Diskussion dick. Das einzige, was mich daran noch interessiert, ist, ob mit so einer gut platzierten Hysterie vielleicht die Pharmaindustrie in Zukunft den Absatz ihrer Produkte selbst kontrollieren kann. Ist so ein Public-Relations-Coup wiederholbar?
Wahrscheinlich schon.
Am Ende ist es so wie immer. Wer sich den Schneid abkaufen lässt, gibt auch seine Freiheit mit ab. Und das gilt für beide Lager: Die einen Ängstlichen müssen dann nämlich Impfstoff in sich reinlassen, den sie aus guten Gründen vielleicht garnicht ausprobieren wollen. Die anderen müssen fürchten, Novartis setze einen Grippevirus frei, um dann mit Impfstoffen noch mehr Geld machen zu können, – eine Idee, die sie in mutigeren Momenten vielleicht als etwas zu gewagte These zurückweisen würden. Nachdem ich weder aus Angst zum Versuchskaninchen, noch zum Paranoiker werden möchte, gehe ich mir jetzt ein Bier holen und lass die Schweinegrippe eine Schweinegrippe sein. Prost.
Wahrscheinlich schon.
Am Ende ist es so wie immer. Wer sich den Schneid abkaufen lässt, gibt auch seine Freiheit mit ab. Und das gilt für beide Lager: Die einen Ängstlichen müssen dann nämlich Impfstoff in sich reinlassen, den sie aus guten Gründen vielleicht garnicht ausprobieren wollen. Die anderen müssen fürchten, Novartis setze einen Grippevirus frei, um dann mit Impfstoffen noch mehr Geld machen zu können, – eine Idee, die sie in mutigeren Momenten vielleicht als etwas zu gewagte These zurückweisen würden. Nachdem ich weder aus Angst zum Versuchskaninchen, noch zum Paranoiker werden möchte, gehe ich mir jetzt ein Bier holen und lass die Schweinegrippe eine Schweinegrippe sein. Prost.
Mehr Testosteron?
14.09.09 – warnt vor:Nachrichten
Fünf SZ-Headlines heute:
1) Prügelattacke in Solln - Zivilcourage mit Todesfolge …
2) Junge Schläger in München - Die Tat in Solln ist kein Einzelfall. …
3) "Stumpfe Gewalt mit einem Gegenstand". Folgen einer Schlägerei in Kenia: Der Gutachter sagt gegen Ernst August von Hannover aus. …
4) Beckham rastet aus. David Beckham würgt einen Gegenspieler, …
aber dann:
5) Das Testosteron-Defizit …
Wer stimmt eigentlich die Meldungen bei der Zeitung ab? Ich meine, das Gesamtbild ergibt die Prawda, nicht die einzelne Nachricht, oder? Wenn von den Minderjährigen über die vorbildlichen Sportler bis zum alten Adel so ziemlich alle draufloswürgen und -prügeln, was die Fäuste hergeben, dann soll ich an ein Testosterondefizit glauben? Nicht in dieser Welt.
1) Prügelattacke in Solln - Zivilcourage mit Todesfolge …
2) Junge Schläger in München - Die Tat in Solln ist kein Einzelfall. …
3) "Stumpfe Gewalt mit einem Gegenstand". Folgen einer Schlägerei in Kenia: Der Gutachter sagt gegen Ernst August von Hannover aus. …
4) Beckham rastet aus. David Beckham würgt einen Gegenspieler, …
aber dann:
5) Das Testosteron-Defizit …
Wer stimmt eigentlich die Meldungen bei der Zeitung ab? Ich meine, das Gesamtbild ergibt die Prawda, nicht die einzelne Nachricht, oder? Wenn von den Minderjährigen über die vorbildlichen Sportler bis zum alten Adel so ziemlich alle draufloswürgen und -prügeln, was die Fäuste hergeben, dann soll ich an ein Testosterondefizit glauben? Nicht in dieser Welt.
Affen in der Asse
03.07.09 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Fröhliche Wissenschaft
30.03.09 – warnt vor:Nachrichten
Vorsicht Grenzwerte
05.08.08 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben | Nachrichten
Zugspitzopfer
15.07.08 – warnt vor:Abgründe des Bergsteigens
Sonnenstaat
15.07.08 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben | Menschen zu meidende
Mastermind Gülen
02.07.08 – warnt vor:Menschen zu meidende | Nachrichten
Alternative Treibstoffe aus Geflügel
11.06.08 – warnt vor:Nachrichten | Gefahren in Flora und Fauna
Die Wissenschaft hat festgestellt: Emotionsarbeit macht krank
05.06.08 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben | Menschen zu meidende
Geläufige Irrtümer der Medizin
24.04.08 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Allegorie der Philosophia
02.03.08 – warnt vor:Bedrohungen allenthalben
Vorsicht Ärzte!
30.01.08 – warnt vor:Menschen zu meidende | Bedrohungen allenthalben
Fachsprachen sind nie schön und auch niemals besonders einfühlsam. Sie richten sich die Dinge so her, dass sich die Eingeweihten rasch, andere aber gar nicht mehr unterhalten können. Wer dabei steht, wundert sich, zum Beispiel bei Ärzten, über kauzige Wendungen wie „manisch-läppisches Faseln“ oder die bereits etwas breiter bekannte „senile Bettflucht“.
Manchmal gehen den Ärzten aber regelrecht die Zügel durch vor Entzücken, wenn Sie besonders aufregende Phänomene in ihrem Idiom ausdrücken dürfen. So las ich vor kurzem von einem „fulminanten Leberversagen“, das mir bereits etwas obszön vorkam, in der offenen Begeisterung für die seltene Krankheit. Mein Duden gibt mir diese Synonyme für „fulminant“: berauschend, brillant, grandios, großartig, hinreißend, imposant, mitreißend, überwältigend, umwerfend; (ugs.): [echt] bombig, famos, fantastisch; (oft scherzh.): göttlich.
Der Facharzt auf der Notaufnahme: „Mensch, Müller, Sie bringen uns da ja ein famoses Leberversagen mit. Sagen Sie nichts, wir müssen vielleicht erstmal sehen, wie wir sie wieder aus dem Koma kriegen, was? Aber ehrlich, Respekt, so einen imposanten totalen Leberausfall hatten wir hier Jahre nicht mehr. Einfach göttlich, Müller. Oh Mann, ihren Zusammenbruch erzähl ich gleich dem Chef, der kriegt sich nicht mehr ein.“
Manchmal gehen den Ärzten aber regelrecht die Zügel durch vor Entzücken, wenn Sie besonders aufregende Phänomene in ihrem Idiom ausdrücken dürfen. So las ich vor kurzem von einem „fulminanten Leberversagen“, das mir bereits etwas obszön vorkam, in der offenen Begeisterung für die seltene Krankheit. Mein Duden gibt mir diese Synonyme für „fulminant“: berauschend, brillant, grandios, großartig, hinreißend, imposant, mitreißend, überwältigend, umwerfend; (ugs.): [echt] bombig, famos, fantastisch; (oft scherzh.): göttlich.
Der Facharzt auf der Notaufnahme: „Mensch, Müller, Sie bringen uns da ja ein famoses Leberversagen mit. Sagen Sie nichts, wir müssen vielleicht erstmal sehen, wie wir sie wieder aus dem Koma kriegen, was? Aber ehrlich, Respekt, so einen imposanten totalen Leberausfall hatten wir hier Jahre nicht mehr. Einfach göttlich, Müller. Oh Mann, ihren Zusammenbruch erzähl ich gleich dem Chef, der kriegt sich nicht mehr ein.“
Verborgener Ballast
17.01.08 – warnt vor:Abgründe des Bergsteigens
Ich lerne ständig hinzu. Wussten Sie, dass ein menschlicher Körper aus 10 Billionen Zellen besteht? Wenn Sie das bereits erstaunlich finden, sollten Sie vor meiner nächsten Mitteilung noch einmal tief Luft holen. Ein Mensch beherbergt 10x10 Billionen Bakterien in seinem Leib. Muss ich ausführen, welche Aufschlüsse das über die Mühen des Bergsteigens gibt? 99% dieser Bakterien leben in einer Körperregion, die die Wissenschaft vielleicht etwas euphemistisch als Darmflora bezeichnet. Wenn also demnächst wieder einer ohne Sauerstoff auf den Mt. Everest steigt, klatschen Sie nicht zu früh. Vielleicht hat er für den Gipfelsturm nicht nur die Sauerstoffflaschen, sondern auch seine Darmflora im Basecamp zurückgelassen. So ist das natürlich ein Spaziergang.
Doktor Vogl lauscht
04.12.07 – warnt vor:Menschen zu meidende
Der Einstieg in die Reifezeit ist grausam. Mit den Jahren vergisst man wie hart der Weg aus der Kindheit wirklich ist. Ich musste kürzlich ein Gespräch zweier Schüler belauschen. Der dicke Große herrscht den Kleinen an, der so gar gerne auch dabei wäre: "Vergiss es, Gangster tragen keine Zahnspangen!"
Denkt der. Ich bin alt genug, es besser zu wissen: Der "Beisser" aus dem 007-Film "Moonraker - streng geheim" trägt durchaus eine.
Denkt der. Ich bin alt genug, es besser zu wissen: Der "Beisser" aus dem 007-Film "Moonraker - streng geheim" trägt durchaus eine.
Doc Vogl antwortet: Klärende Worte zu einigen unbeantwortet gebliebenen Fragen des Homöopathieopas Samuel Hahnemann.
21.11.07 – warnt vor:Menschen zu meidende | Gefahren in Flora und Fauna

Der Urgroßvater der Minimaldosierung erlebte die Antworten auf diese Fragen nicht mehr. Doch das lässt sich nachholen:
„Hat wohl die purgierende Strauchkugelblume etwas mit der unkräftigen Statice in der Familie Aggregatae gemein?“
Doc Vogl sagt: Nein.
„Läßt sich von der Zuckerwurzel etwas ähnliches als von der Wurzel der giftigen Nebendolde oder des Giftwütherichs erwarten, weil sie zusammen in der Schirmfamilie stehen?“
Natürlich nicht.
„Hat wohl (in der Familie hederaceae) der gar nicht unschuldige Ewigepheu mehr Aehnlichkeit mit der Edelweinrebe als etwa im äussern Wuchse?“
Wohl kaum.
„Läßt sich vom Klebmeyer etwas ähnliches als von der oft tödlichen Spigelia marylandica erwarten, weil sie beide unter den Stellatae stehen?“
Das würde kein vernünftiger Mensch behaupten.
„Welche Aehnlichkeit der Wirkung findet man zwischen der Melone und der Eselspringgurke aus derselben Familie Cucurbitaceae?“
Keine, Samuel, wirklich keine.
„Und nun in der Familie Solanaceae, wie paaret sich die schmacklose Königskerze mit der brennenden Sommerbeißbeere oder der die ersten Wege krampfende Tabak mit den die natürlichen Bewegungen des Darmkanals hemmenden Krähenaugen?
Sicherlich nur ungern.
„Wirkt der wässerige Pfennigweiderich der Fieberkleeblume ähnlich, oder die unkräftige Primelschlüsselblume dem drastischen Erdscheibeschweinsbrode in der Familie Rotaceae?
Das zarte Primelchen und der drastische Erdscheibeschweinsbrode? Niemals!
„Läßt sich von den Eigenschaften der die Harnwege stärkenden Sandbeerbärentraube auf die des erhitzend betäubenden Schneerosegichtstrauchs in der Familie Bicornes schließen?“
Das wäre mir neu.
„Ist in den Verticillatae die kaum etwas adstringirende Gottheilbraunelle und der unschuldige Kukukgünsel mit dem ätherischen Katzengamander oder dem feurigen Kreterdost nur in irgend einem Betrachte zu vergleichen?“
Ach wo.
„Wie weit entfernt sich die Glycyrrhiza von der Geoffroya in der Wirkung, obgleich in derselben Familie Papilionaceae?“
Lichtjahre. Mindestens.
„Den Filipendelwedel und die Rothheiltormentille vereinigt die Familie Senticosae und doch, wie unähnlich an Eigenschaften?“
Sehr unähnlich, Samuel, sehr unähnlich, haben wirs dann bald?
„Der Johannisbeerribes und die Lorberkirsche, der Vogelbeerspierling und die Pfirschmandel, wie ungleich an Kräften, und doch in derselben Familie Pomaceae! – Die Familie Succulentae vereinigt die Mauerpfefferfetthenne und den Gemüßportulak, gewiß nicht wegen ähnlicher Wirkungen! – Wie kömmt der Storchschnabel mit dem Purgirlein, der Sauerkleelujel mit der Bitterquassie in eine und dieselbe Familie?“
Hm, die Natur ist halt sonderbar, oder?
„doch nicht wegen Aehnlichkeit der Kräfte?“
Natürlich nicht. – Wars das dann?
„Wie ungleichartig an Arzneikraft sind alle die Glieder der Familie Ascyroideae! – und die der Dumosae! – und die der Trihilatae!“
Ja ja, Du altes Grübelköpfchen, jetzt gib halt einmal
„in der Familie Tricoccae, was hat da die fressende Euphorbienwolfsmilch mit dem für die Nerven nicht gleichgültigen Buchsbaum für Gemeinschaft? – Das unschmackhafte Glattbruchkraut, die scharfe Kermesphytolacke, der erquickende Ambergänsefuß und der brennende Wasserpfefferknöterich,“
Keine Gemeinschaft, wirkllich keine, aber jetzt ist es dann gut, ja?
„ wie ungleich wirkend sind die Scabridae! – Was soll die blos schleimig milde Weißlilie neben dem Knoblauch oder die Meerzwiebel, was der Eßspargel neben der giftigen Weißnieswurzel in der Familie Liliaceae?“
Stop.
Samuel, Samuel,– das staunende Sich-Wundern ist der Anfang der Wissenschaft. Bei manchen aber auch ihr Ende.
(http://www.mickler.de/journal/versuch-prinzip-1.htm)








