Sauberes Netz?

Wo werden Kinder vergewaltigt? In Ihrer Familie von ihren Familienangehörigen. Jedenfalls allermeistens. Spektakulärer ist natürlich der Kinderpornoring, eine Mafia sadistischer, sabbernder Lustgreise, die sich im Internet die Kinder braver Leute zu Vergewaltigungszwecken zuschanzen. Gegen wen wird sich auf Initiative des Familienministeriums der Gesetzgeber, der bei Familien vor der Wahl richtig punkten will, also wenden? Gegen Papa? Oder gegen die Internetspießgesellen des Satanisten Dutroux?
Im Internet gibt es alles, was es woanders auch gibt, nur eben virtuell. Also gibt es dort auch Zugucken bei Kindervergewaltigung. Das hat nun ein Ende, weil dieses Schild aufgestellt wird:



Ich lobe die Absicht, könnte natürlich Zweifel anmelden, wie sinnvoll das ist, fragen, ob die Gesetzgeber schon einmal von Peer to Peer Netzen gehört haben etc. Das sollen technisch Kundigere tun. In mein Fach fällt aber ganz klar die Kommunikationskritik. Also, Gesetzgeber:

  1. Das ist natürlich viel zu viel Text. Wer soll denn das unterwegs zu Kindervergewaltigungsdokumenten alles lesen? Stopp! und ein Kürzel, das jeder mit dem Thema identifiziert, hätten leicht gereicht: „Stopp, Belgier!“
  2. Der Schlußsatz ist zu negativ und zu wenig aktivierend. „Polizei“ darf nicht das letzte Wort sein. Wie wäre es mit: „Besucher dieser gesperrten Seite haben auch die Stoppschilder auf den Seiten Kinderpornos.net und belgien-online.org ignoriert.“
  3. Nützlicher als die Surf-Sackgasse wäre sicher auch eine ermunternde Einladung, strafrechtlich unbedenkliche Seiten zu besuchen. Z. B. „Stopp, Belgier! Wenn Sie dieses Stoppschild sehen, sind Sie wahrscheinlich auf der Suche nach Kindern im Netz. Biegen Sie jetzt Ihre Perversionen gerade und erfreuen Sie sich an www.sendungmitdermaus.de oder besuchen Sie die einzigen Menschen, die im Netz straffrei nach Kinderpornografie suchen dürfen, unter www.kids.polizei-beratung.de.
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