Bedrohungen allenthalben
Die Schlußmacher
30.01.12 –
Lothar Götter und Doktor Vogl machen Schluss, aber nicht mit lustig. Der Kommentar in der Augsburger Allgemeinen ist freundlich. Aber was das wohl für eine seltsame journalistische Fehlleistung ist, die aus einem Lothar Götter einen Lothar Gönner macht? Nicht dass er keinen brauchen könnte, aber deshalb heisst er doch nicht gleich so. Meint jedenfalls Doktor Vögel.


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Heimatschland in Ulm
05.01.12 –
Vodafone sucks II
06.12.11 –
Anruf der Kundenbetreuung: Man könne mir keine Rechnung als PDF schicken, das müsse ich selbst online in MeinVodafone veranlassen. Verbindungsdaten heben sie auf, solange es ihnen vorgeschrieben wird. Und wenn´s ein halbes Jahr ist. Aber sie scheinen dort tatsächlich nach zwei Tagen alle Servicetickets zu löschen, sonst hätte die Dame gewusst, dass genau das mein Problem war. Aus diesem Grund hatte die andere Servicestimme mir versprochen, ich würde ein PDF per E-Mail erhalten. Wie angenehm und zugewandt kam mir die erste Versagerin nun vor, wie einfühlsam und kompetent. Na ja, es hatte nicht funktioniert, aber die alte Stimme hat wenigstens was Tröstliches versprochen. Ich weiß sogar das zu schätzen, inzwischen. Bekenntnis Vogl: Ich kann keine Rechnung online laden. Stimme Vodafones: „Ach. Da muss ich Rücksprache halten." Neuer Anruf nach einer halben Stunde: Ich sei ja Geschäftskunde und hätte eine digitale Signatur hinterlegt, die Probleme macht … Doc: Ich habe nichts hinterlegt. Leicht genervte Service-Stimme: Haben Sie doch. Ich: Nein. Ich weiß nichts von einer digitalen Signatur, ich möchte lediglich eine Rechnung geschickt bekommen. Rufen Sie nicht wieder an. Schicken Sie die Rechnung.
Gestern tippte ich der schlechtesten Telekom der Welt ins Onlineformular:
Ich habe heute nachmittag eine halbe Stunde mit der sicher nur von ihnen so genannten Servicehotline telefoniert, weil ich neuerdings keine Rechnung mehr als Pdf unter MeinVodafone laden kann. Das ging bis vor kurzem. Die Frau am Telefon versprach mir, die Rechnung in Kopie zu mailen. Was kam, waren fünf (!) Mails mit jeweils vier Anhängen, von denen keiner ein PDF und keiner die Rechnung war. Nur Werbung. Wenn ich nicht ganz genau wüsste, dass die anderen Telefonprovider genauso dreist, schlecht und unfähig sind, würde ich wechseln. Ehrlich. Also: Schicken Sie mir meine Rechnung zu. Per Mail. Versuche Sie es einfach noch ein sechstes Mal. Irgendwann schafft das sogar vodafone.
Heute erhielt ich dazu diese humorvolle E-Mail:
Guten Tag Herr Vogl, vielen Dank für Ihre Mail.
Doppelter Vorgang
Freundliche Grüße
Vodafone-WebTeam #vfteam07*
Ja. Vodafone achtet auf effiziente Serviceprozesse. Man will schließlich nicht versehentlich ein Kundenproblem doppelt ignorieren.
Ich schick jetzt mal ein Fax, in dem ich meine Einzugsermächtigung kündige. Mal sehen was das bringt.
Update: Keine Faxnummer. Dann halt mit der Post.
Ein paar Eindrücke von der Suche nach nicht telefonischem Kontakt mit einem "Kommunikationsunternehmen":
Filialen sortiert nach PLZ:

Chat:

Kontakt-Formular:

Schauen Sie auch beim nächsten Mal wieder rein, wenn es heisst: Vodafone sucks and sucks and sucks …
Gestern tippte ich der schlechtesten Telekom der Welt ins Onlineformular:
Ich habe heute nachmittag eine halbe Stunde mit der sicher nur von ihnen so genannten Servicehotline telefoniert, weil ich neuerdings keine Rechnung mehr als Pdf unter MeinVodafone laden kann. Das ging bis vor kurzem. Die Frau am Telefon versprach mir, die Rechnung in Kopie zu mailen. Was kam, waren fünf (!) Mails mit jeweils vier Anhängen, von denen keiner ein PDF und keiner die Rechnung war. Nur Werbung. Wenn ich nicht ganz genau wüsste, dass die anderen Telefonprovider genauso dreist, schlecht und unfähig sind, würde ich wechseln. Ehrlich. Also: Schicken Sie mir meine Rechnung zu. Per Mail. Versuche Sie es einfach noch ein sechstes Mal. Irgendwann schafft das sogar vodafone.
Heute erhielt ich dazu diese humorvolle E-Mail:
Guten Tag Herr Vogl, vielen Dank für Ihre Mail.
Doppelter Vorgang
Freundliche Grüße
Vodafone-WebTeam #vfteam07*
Ja. Vodafone achtet auf effiziente Serviceprozesse. Man will schließlich nicht versehentlich ein Kundenproblem doppelt ignorieren.
Ich schick jetzt mal ein Fax, in dem ich meine Einzugsermächtigung kündige. Mal sehen was das bringt.
Update: Keine Faxnummer. Dann halt mit der Post.
Ein paar Eindrücke von der Suche nach nicht telefonischem Kontakt mit einem "Kommunikationsunternehmen":
Filialen sortiert nach PLZ:

Chat:

Kontakt-Formular:

Schauen Sie auch beim nächsten Mal wieder rein, wenn es heisst: Vodafone sucks and sucks and sucks …
Vodafone sucks
01.12.11 –
Was einen Telefonanbieter von anderen Unternehmen unterscheidet, ist im Wesentlichen, dass er nichts unternimmt. Außer vielleicht immer neue Preisverschleierungstaktiken zu erfinden, die der Mobilfunkteufel dann z. B. Superflats zu nennen den Humor hat – so flat sieht Ihr Geldbeutel aus, wenn Sie das bestellen. Ich kenne mehrere und kann das mit Bestimmtheit sagen: Bulgarische Hütchenspieler sind ein seriöses Gegenüber im Vergleich zu denen.
Momentan erhält Vodafone mein Geld, wofür ich bislang auch ab und zu eine Rechnung erhielt. Das funktionierte nur in einem Randommodus, weshalb ich nach längeren Schleifen in der nur von Vodafone so genannten Servicehotline mir schließlich wünschen durfte, die Rechnung hinfort online selbst als PDF-Datei abzuholen. Das ging ein paar Monate gut. Jetzt fehlt plötzlich der dafür vorgesehen Button. Also wieder rein in den „1, 2 oder 3“-Folterautomaten und nur 15 Minuten später ermahnt mich die erste wirklich menschliche Stimme: „Ich sehe aber den Knopf für das PDF.“ „Ich sehe ihn nicht.“ „Bitte warten sie, ich muss das nachprüfen.“ Sie prüfte weitere 15 Minuten und kam dann mit der Botschaft zurück, der Techniker sei der Meinung, meine Augen würden mich nicht täuschen. Kein Button in Dr. Vogls Browserfenster. „In ein oder zwei Werktagen ist das Problem gelöst, wir kontaktieren Sie.“ Bis dahin wollte sie mir die Rechnung als E-Mail-Anhang schicken. Keine schlechte Idee, aber sie hatte wohl vorübergehend einfach vergessen, wo sie arbeitet und was das für gute Ideen bedeutet. Es kamen fünf E-Mails. Mit jeweils vier Anhängen, die mir u. a. Vodafone TV interessant machen wollten. Eine Rechnung konnte ich nicht finden. Meine Antwortmail auf dieses multiple Versagen kam zurück mit der Information: „: Recipient address rejected: User unknown“. Das wusste ich irgendwie schon vorher. Besonders drollig ist die regelmäßige Rückfrage nach meiner Zufriedenheit mit der Kundenbetreuung von Vodafone. Das wollt Ihr nicht wirklich wissen.
Ich berichte, wie es weitergeht. Was für ein Saftladen.
Momentan erhält Vodafone mein Geld, wofür ich bislang auch ab und zu eine Rechnung erhielt. Das funktionierte nur in einem Randommodus, weshalb ich nach längeren Schleifen in der nur von Vodafone so genannten Servicehotline mir schließlich wünschen durfte, die Rechnung hinfort online selbst als PDF-Datei abzuholen. Das ging ein paar Monate gut. Jetzt fehlt plötzlich der dafür vorgesehen Button. Also wieder rein in den „1, 2 oder 3“-Folterautomaten und nur 15 Minuten später ermahnt mich die erste wirklich menschliche Stimme: „Ich sehe aber den Knopf für das PDF.“ „Ich sehe ihn nicht.“ „Bitte warten sie, ich muss das nachprüfen.“ Sie prüfte weitere 15 Minuten und kam dann mit der Botschaft zurück, der Techniker sei der Meinung, meine Augen würden mich nicht täuschen. Kein Button in Dr. Vogls Browserfenster. „In ein oder zwei Werktagen ist das Problem gelöst, wir kontaktieren Sie.“ Bis dahin wollte sie mir die Rechnung als E-Mail-Anhang schicken. Keine schlechte Idee, aber sie hatte wohl vorübergehend einfach vergessen, wo sie arbeitet und was das für gute Ideen bedeutet. Es kamen fünf E-Mails. Mit jeweils vier Anhängen, die mir u. a. Vodafone TV interessant machen wollten. Eine Rechnung konnte ich nicht finden. Meine Antwortmail auf dieses multiple Versagen kam zurück mit der Information: „
Ich berichte, wie es weitergeht. Was für ein Saftladen.
Oostende
08.11.11 –
Ich weiß nicht, welcher Oost dort sein Ende gefunden hat, aber es wundert mich nicht, dass er es gefunden hat. In Oostende war es letzte Woche nach kürzester Zeit auch mit meiner Vitalität vorbei. Stellen Sie sich das Meer vor. Geht nicht? Zu formlos? Zu einerlei? Versuchen Sie es trotzdem: Also unten eher grau, oben blau, dazwischen ein waagrechter, dunstiger Strich. Davor ein armer Streifen Sand, der sich, vor dem hinterhältig in größter Seelenruhe Sandkorn für Sandkorn das Land wegleckenden Meer fliehend, rückwärts etwas zu einem Deichrücken aufwölbt. Die Geste kenne ich von Katzen. Auf dem Deich eine Bahnstrecke. Hinter der Bahn eine schnurgerade Strasse, als hätte hier jemand dem Meer zeigen wollen, wo die zerstörerische Natur auf und das zerstörerische Oostende anfängt. Hinter der Strasse ein kilometerlanges, sandiges Hundeklo. Dahinter Häuser und Hochhäuser im späten mephistofelischen Stil und ab da bis zu den deutschen Mittelgebirgen flaches, nutzloses Land. Denken Sie: Da leben Menschen und merken von alledem nichts. Ich war abends um sechs in einem Speiselokal („Warme Küche nonstop“ stand belgisch am Fenster) das mir, meiner Frau und meinem Kind auch das kleinste Essen verweigerte. Trinken ja, aber durchgehend warme Küche bedeutet in Oostende, der Koch geht um 17:30 Uhr nach Hause. So deplatziert habe ich mich zuletzt in der Dänemark gefühlt. Um im, nennen wir es einmal so, Hotel noch einen wahrlich sehr angeratenen Wein zu erhalten, musste ich die Hotelbesitzerin wecken. Um acht. Es gibt viele Städte, die haben sich aufgegeben, wie Wien, Heidelberg oder München. Aber sie lassen sich dabei nicht so hängen wie Oostende.
Mündige Bürger oder was man so nennt
25.10.11 –
Frank Rieger schreibt wahre Worte zur Überwachung in der FAZ ("Wir leben noch frei, aber nicht mehr lange"). „Schon jetzt werden demokratische Proteste ganz selbstverständlich observiert und ausgeforscht. Die Werkzeuge, um gesellschaftliche Veränderung zu unterdrücken, wenn es denn politisch gewollt ist, sind nunmehr vorhanden und installiert. Die umfassende Mobiltelefonüberwachung in Sachsen gibt einen Vorgeschmack, wie der Missbrauch ablaufen kann. Sich darauf zu verlassen, dass in Zeiten von Finanzmarktzusammenbrüchen, aufbrechenden sozialen Verwerfungen und kommenden Ressourcenkrisen die Mittel, die unter dem Banner der Terrorismusbekämpfung geschaffen wurden, zurückhaltend und wohlüberlegt zum Einsatz gebracht werden, ist etwas für naive Staatsgläubige, nicht für mündige Bürger.“
Er erzählt allerdings nur die halbe Wahrheit. Er sieht die Gefahr für die Freiheit, aber er fragt nicht, durch welchen Klassengegensatz sie gerade bedroht ist. Für wen installiert der Staat denn die Sicherheitsapparate? Um die Bürger zu schützen? Ja, aber nur die wenigen Schwerreichen vor den vielen um ihren Besitz Bangenden. Das Vermögen sehr weniger Menschen, die sich in den letzten 20 Jahren noch einmal in aberwitzigem Maße bereichert haben, wird vor dem Zugriff derer geschützt, die auch etwas Nennenswertes von den Früchten ihrer Arbeit abbekommen möchten. Kurz: Der Innenminister schützt nicht die "Bürger" vor "Terroristen", "Extremisten" oder was auch immer, sondern die Herren vor den Knechten. Wozu sonst werden mit Drohnen Demos überwacht, oder der Einsatz der Bundeswehr im Inneren oder die Vorratsdatenspeicherung gefordert? Für Siemensgroßaktionäre beispielsweise sind Extremisten und Terroristen zwar eine abstrakte Bedrohung irgendwie. Aber sie sind auch ganz konkrete Kunden, wie man an Achmachmirdendschihad sehen kann. Gegen die gehen die nicht ernsthaft vor. Aber gegen einen Frank Rieger, wollte der Chaos Computer Club einmal die Eigentumsfrage stellen, anstatt sich auf die Rettung einer Freiheit zu beschränken, die ohne adäquates Einkommen schon heute kaum ansatzweise realisiert werden kann. Wer lebt denn noch frei?
Er erzählt allerdings nur die halbe Wahrheit. Er sieht die Gefahr für die Freiheit, aber er fragt nicht, durch welchen Klassengegensatz sie gerade bedroht ist. Für wen installiert der Staat denn die Sicherheitsapparate? Um die Bürger zu schützen? Ja, aber nur die wenigen Schwerreichen vor den vielen um ihren Besitz Bangenden. Das Vermögen sehr weniger Menschen, die sich in den letzten 20 Jahren noch einmal in aberwitzigem Maße bereichert haben, wird vor dem Zugriff derer geschützt, die auch etwas Nennenswertes von den Früchten ihrer Arbeit abbekommen möchten. Kurz: Der Innenminister schützt nicht die "Bürger" vor "Terroristen", "Extremisten" oder was auch immer, sondern die Herren vor den Knechten. Wozu sonst werden mit Drohnen Demos überwacht, oder der Einsatz der Bundeswehr im Inneren oder die Vorratsdatenspeicherung gefordert? Für Siemensgroßaktionäre beispielsweise sind Extremisten und Terroristen zwar eine abstrakte Bedrohung irgendwie. Aber sie sind auch ganz konkrete Kunden, wie man an Achmachmirdendschihad sehen kann. Gegen die gehen die nicht ernsthaft vor. Aber gegen einen Frank Rieger, wollte der Chaos Computer Club einmal die Eigentumsfrage stellen, anstatt sich auf die Rettung einer Freiheit zu beschränken, die ohne adäquates Einkommen schon heute kaum ansatzweise realisiert werden kann. Wer lebt denn noch frei?
Wagnis muss sich wieder lohnen
25.10.11 –
Unter dem offenbar vom FDP-Wahlkampf inspirierten Titel „Wagnis muss sich lohnen“ veröffentlicht die sonst nicht genug zu lobende Bergundsteigen einen Artikel zum Risiko beim Bergsteigen.
Ich steige so viel auf die Berge, wie ich kann. Das ist mitunter riskant, aber was tut man nicht alles, um für ein paar Stunden ein Alternativleben zu dem allgegenwärtig alternativlosen Wahnsinn des Kapitalismus zu führen. Der Artikel betrifft mich also als Experten des Warnens und als einen Experten des Warnungenindenwindschießens – ich beginne zu lesen.
Ein Prof. Dr. Siegbert Warwitz, Germanist und Pädagoge, verteidigte beim International Mountain Summit (was es alles gibt) seine These vom Recht aufs Risiko. Und zwar so: „Wagnis ist ein Impulsgeber für Höchstleistungen. Wagnisverweigerung ist eine Charakterschwäche.“ und so: „Heute ist Griechenland (das unter Alexander noch wagen konnte) ein bankrotter … Staat, der nicht den Mut … hat, sich aus dem Sumpf … zu ziehen, in den er sich selbst gebracht hat. Das nenne ich eine degenerierte Gesellschaft.“ und so: „Ich … kämpfe energisch gegen die verbreitete Verwechslung von sinnleerem Risikohandeln und werthaltigem Wagnisverhalten.“ und schließlich so: „Der Kern der Wagnisphilosophie heisst nämlich: Wagnis muss sich lohnen, muss zu Wertschöpfungen und höherer Lebensqualität führen.“
Mir wurde beim Lesen schwach übel. Haben Sie es gemerkt? Da spricht der Führer einer Großbank und will sein Volk zum Kampf ertüchtigen. Es geht um alles, es geht um Wertschöpfung. Die charakterschwachen, degenerierten Griechen, die sich nicht mehr trauen, wie Alexander der Große Krieg und Tod bis nach Indien zu tragen, sollen doch mit ihrem sinnleeren Risikohandeln selbst schauen, wo sie bleiben. Wir setzen auf Impulse zur Höchstleistung und auf Wertschöpfung und Lebensqualität. Da kann man schon mal ein werthaltiges Wagnisverhalten zeigen und beispielsweise auf den Untergang des Euro wetten. Der Mann weiß garnicht, wie gut er verstanden hat, was die, die was zu sagen haben, ihn sagen hören wollen. Bei so viel vorauseilendem Gehorsam eines Intellektuellen wird der Schritt vom Warwitz zum Wahnwitz ganz klein.
Hoffentlich bleibt das ein Einzelfall. Ich dulde keinen Kapitalismus beim Klettern.
Ich steige so viel auf die Berge, wie ich kann. Das ist mitunter riskant, aber was tut man nicht alles, um für ein paar Stunden ein Alternativleben zu dem allgegenwärtig alternativlosen Wahnsinn des Kapitalismus zu führen. Der Artikel betrifft mich also als Experten des Warnens und als einen Experten des Warnungenindenwindschießens – ich beginne zu lesen.
Ein Prof. Dr. Siegbert Warwitz, Germanist und Pädagoge, verteidigte beim International Mountain Summit (was es alles gibt) seine These vom Recht aufs Risiko. Und zwar so: „Wagnis ist ein Impulsgeber für Höchstleistungen. Wagnisverweigerung ist eine Charakterschwäche.“ und so: „Heute ist Griechenland (das unter Alexander noch wagen konnte) ein bankrotter … Staat, der nicht den Mut … hat, sich aus dem Sumpf … zu ziehen, in den er sich selbst gebracht hat. Das nenne ich eine degenerierte Gesellschaft.“ und so: „Ich … kämpfe energisch gegen die verbreitete Verwechslung von sinnleerem Risikohandeln und werthaltigem Wagnisverhalten.“ und schließlich so: „Der Kern der Wagnisphilosophie heisst nämlich: Wagnis muss sich lohnen, muss zu Wertschöpfungen und höherer Lebensqualität führen.“
Mir wurde beim Lesen schwach übel. Haben Sie es gemerkt? Da spricht der Führer einer Großbank und will sein Volk zum Kampf ertüchtigen. Es geht um alles, es geht um Wertschöpfung. Die charakterschwachen, degenerierten Griechen, die sich nicht mehr trauen, wie Alexander der Große Krieg und Tod bis nach Indien zu tragen, sollen doch mit ihrem sinnleeren Risikohandeln selbst schauen, wo sie bleiben. Wir setzen auf Impulse zur Höchstleistung und auf Wertschöpfung und Lebensqualität. Da kann man schon mal ein werthaltiges Wagnisverhalten zeigen und beispielsweise auf den Untergang des Euro wetten. Der Mann weiß garnicht, wie gut er verstanden hat, was die, die was zu sagen haben, ihn sagen hören wollen. Bei so viel vorauseilendem Gehorsam eines Intellektuellen wird der Schritt vom Warwitz zum Wahnwitz ganz klein.
Hoffentlich bleibt das ein Einzelfall. Ich dulde keinen Kapitalismus beim Klettern.
Wirtschaftsregierung
16.08.11 –
Sarkozy und Merkel. Die haben immer so Ideen. Wirtschaftsregierung. Die Wirtschaft regiert doch längst.
Oder meinten die – das wäre allerdings fast nur durch den Einfluss bewusstseinsverändernder Drogen erklärbar – Sie, die Regierungslakaien, würden die Wirtschaft … ? Hm. Ein bisschen bekokst sieht der Sarkozy ja eigentlich immer aus. Die Merkel eher nicht, aber die kann so wenig Genitiv, dass sie vielleicht nicht gemerkt hat, was der Machtzwerg Ihr im Übermut vorschlägt?
Oder meinten die – das wäre allerdings fast nur durch den Einfluss bewusstseinsverändernder Drogen erklärbar – Sie, die Regierungslakaien, würden die Wirtschaft … ? Hm. Ein bisschen bekokst sieht der Sarkozy ja eigentlich immer aus. Die Merkel eher nicht, aber die kann so wenig Genitiv, dass sie vielleicht nicht gemerkt hat, was der Machtzwerg Ihr im Übermut vorschlägt?
Schirrmacher liest zuviel Hacks
14.08.11 –
Jetzt hat der Schirrmacher öffentlich den Verdacht geäußert, es könne tatsächlich ein Problem mit der Gerechtigkeit oder am Ende sogar Gleichheit im Kapitalismus geben, was ihn selbst einigermaßen verunsichert. „Es gibt Sätze, die sind falsch. Und es gibt Sätze, die sind richtig. Schlimm ist, wenn Sätze, die falsch waren, plötzlich richtig werden. Dann beginnt der Zweifel an der Rationalität des Ganzen. Dann beginnen die Zweifel, ob man richtig gelegen hat, ein ganzes Leben lang.“ „Das politische System dient nur den Reichen? Das ist so ein linker Satz, der immer falsch schien, in England vielleicht etwas weniger falsch als im Deutschland Ludwig Erhards. Ein falscher Satz, so Moore, der nun plötzlich ein richtiger ist.“ Er versteckt sich noch hinter dem Moore, spricht aber natürlich höchstselbst. Ich erkläre mir das so: Vor ein paar Jahren entdeckte Schirrmacher Peter Hacks. Drei Jahre später spricht er vernünftig. Das spricht für Hacks und wenn es anhält, sogar für Schirrmacher. Aber ob es seiner Karriere gut tut?
Wer baut Sie wieder auf?
13.08.11 –
Nonhuman Resources
01.08.11 –
Foxconn geht den konsequenten Weg: Wenn die Biomasse in den Werken zu instabil ist, um die gefragte Leistung zum gewünschten Preis zu erbringen (Problem: Lohnerhöhung wg. Selbstmord), dann geht es mit Robotern sicher besser. In jeder wünschbaren Welt wäre das ein Tag des Glücks, an dem Menschen von stupiden, entwürdigenden und deprimierenden Arbeiten befreit werden, die Roboter viel besser ausführen können. Die von ihrer Arbeit Befreiten würden auf den Straßen tanzen und den Erfindern der Roboter Lieder singen. Im Kapitalismus ist es ein Tag, der Armut verheisst. Die Freigestellten kennen kein anderes Ziel, als so schnell wie möglich irgendwo wieder unter die Fuchtel der nächsten Firma zu kriechen. Das ist die Grundbotschaft des Systems: Du sollst nur existieren, wenn Du in irgendeinem Produktionsprozess mehr Mehrwert erzeugst als irgendetwas anderes an derselben Stelle. Insofern ist der massenhafte Selbstmord der Foxconn-Mitarbeiter nur konsequent und vorausschauend.
Wenn der Arbeitgeber konsequent ist und die Arbeitnehmer auch und am Ende sind deshalb viele Menschen tot, was ist das dann? Der Segen der freien Marktwirtschaft?
Wenn der Arbeitgeber konsequent ist und die Arbeitnehmer auch und am Ende sind deshalb viele Menschen tot, was ist das dann? Der Segen der freien Marktwirtschaft?
Die Gottentotten soll man verspotten
13.07.11 –
Niko Alm, den ich sehr um seinen Nachnahmen beneide, hat ein Zeichen für seinen Glauben gesetzt. Ein prima Zeichen. Ein ganz besonders schönes, spaghettimonstertreues Bekenntnis zum Nudelsieb. Was für ein Pirat.
Verräter
09.07.11 –
Mit dem Verleihen ist es so eine Sache. Ich hab einmal einem Kommilitonen (Sie können daran ablesen, wie lang das her sein muss und ich weiß es, als wär´ es gestern gewesen; der hiess Ecki, resp. Eckehard, Nachname ist mir leider entfallen, sonst wär´er längst dran) ein Buch geliehen. Nicht irgendein Buch, sondern eins von Christoph Martin Wieland. Nicht irgendeinen Wieland, sondern die Abderiten, für Unkundige: also das Amüsanteste, was der geschrieben hat. Und um die Sache aufs Hässlichste abzurunden, auch nicht irgendeine Ausgabe der Abderiten, sondern die aus meiner Gesamtausgabe letzter Hand. Kann sich so ein Ecki nicht denken, was das im Seelenhaushalt eines Bibliophilen für Hannibal Lectersche Gemütszustände provoziert, wenn er im Regal die k o m p l e t t e Wielandausgabe mit einer bedeutenden Lücke geschändet und entweiht sieht? Kann er, aber ist ihm wurscht? Dachte ich´s mir doch. Der Verräter. Ich wünsche ihm, mit Peter Rühmkorff zu sprechen, er möge nur ganz flache Orgasmen erleben bis ans Ende seiner Tage.
Nr. 2 und 3: Franz Morak. Mann, was war das für einer! Burgschauspieler in Wien, dauernd im Clinch mit allen und jedem, ein Iggy Pop für Österreicher. Ein Anarchist, ein echter Rock ´n Roller. Die ersten 3 Alben waren eine Fundgrube, ein Trost, eine Stimme für das keimende, kochende Seelchen meiner Jugend. Ich hatte sie alle und konnte mitsingen: Billiger Rock´n Roll, kleine Schwester, Schizo, Sieger sehen anders aus ... Dann hab ich sie verliehen an irgendeinen, nennen wir ihn „Ecki“, und weg waren die Perlen, fort die Musik. Den Morak können Sie sich nicht mal peer-to-peer saugen, so weg ist der, wenn sie die LP nicht mehr besitzen. Und dann das:
iTunes
führt unter „Weltmusik“ – klar, der Mann ist aus Österreich – Moraks letzte, die Best-of-CD von 1998. Ein schöner Tag, ein lauter Tag, das tut gut. Ich will Ihnen aber trotz der gerade im Posting aufwallenden Stimmung des Versöhnlichen nicht verschweigen, was aus dem Morak dann noch so geworden ist:
1994-2000 stellvertretender Vorsitzender des Kulturausschusses unter Haider-Schüssel.
2000-2007 Staatssekretär für Kunst und Medien im Bundeskanzleramt.
Inzwischen Frühpensionist.
Also auch ein Verräter par excellence. Den können Sie demnach vergessen. Aber den nicht:
http://www.youtube.com/watch?v=betJ4BiJjJE
Nr. 2 und 3: Franz Morak. Mann, was war das für einer! Burgschauspieler in Wien, dauernd im Clinch mit allen und jedem, ein Iggy Pop für Österreicher. Ein Anarchist, ein echter Rock ´n Roller. Die ersten 3 Alben waren eine Fundgrube, ein Trost, eine Stimme für das keimende, kochende Seelchen meiner Jugend. Ich hatte sie alle und konnte mitsingen: Billiger Rock´n Roll, kleine Schwester, Schizo, Sieger sehen anders aus ... Dann hab ich sie verliehen an irgendeinen, nennen wir ihn „Ecki“, und weg waren die Perlen, fort die Musik. Den Morak können Sie sich nicht mal peer-to-peer saugen, so weg ist der, wenn sie die LP nicht mehr besitzen. Und dann das:
iTunes
führt unter „Weltmusik“ – klar, der Mann ist aus Österreich – Moraks letzte, die Best-of-CD von 1998. Ein schöner Tag, ein lauter Tag, das tut gut. Ich will Ihnen aber trotz der gerade im Posting aufwallenden Stimmung des Versöhnlichen nicht verschweigen, was aus dem Morak dann noch so geworden ist:
1994-2000 stellvertretender Vorsitzender des Kulturausschusses unter Haider-Schüssel.
2000-2007 Staatssekretär für Kunst und Medien im Bundeskanzleramt.
Inzwischen Frühpensionist.
Also auch ein Verräter par excellence. Den können Sie demnach vergessen. Aber den nicht:
http://www.youtube.com/watch?v=betJ4BiJjJE
Hallstatt in China
16.06.11 –
Hallstatt ist hübsch am See gelegen und auch für Chinesen leicht auszusprechen im Unterschied zu beispielsweise Lom oder Lecklinghausen. Wenn man keine Zeit hat hinzufahren – und es gibt viele Gründe dafür, das zu unterlassen, manche würden die Österreicher an dieser Stelle nennen – kann man es schließlich immer noch in der Nachbarschaft nachbauen. Anstatt sich jetzt darüber aufzuregen, sollten die Österreicher die Chinesen mit den gleichen Waffen zum Duell herausfordern. Mir würde es beispielsweise gefallen, am Wolfgangsee in die verbotene Stadt zu laufen. Oder in Klagenfurt? Warum nicht? Wo der Platz des himmlischen Friedens in Österreich liegt, verrate ich nicht. Sonst rennen alle ins Karwendel und ich kann nie mehr allein im kleinen Ahornboden sitzen und zur Moserkarspitze hinaufgrüßen. Ups.
Kaufen Sie sich Ihr Heimatschland
01.06.11 –
ein paar gibt es noch: Kaufen Sie sich Ihr Heimatschland, bevor es andere tun. Und als kleine Entscheidungshilfe gibt es eins von 19 Spitzenfotos mit echten Qualitätsreimen (wer hier regelmäßig reinschneit, kennt noch einige mehr):


Der Letzte macht das Licht aus
17.05.11 –
Wachstum überall
03.05.11 –
Das ist das Verblüffende am ständigen Wachstum im Kapitalismus: Sogar die Menschen werden immer mehr. Wer will dieses Jahr dem Erdenbürger Nr. 7.000.000.000 an der Wiege singen: „Wie schön, dass Du geboren bist. Wir hätten Dich sonst sehr vermisst“? Das traut sich allenfalls noch der Papst. Und der meint es nicht so.
Free-Gaza-Flotte: Wird das jetzt eine feste Touristenlinie?
29.04.11 –
Ägypten lässt iranische Kriegsschiffe den Suezkanal passieren, die Hamas formuliert mit der Fatah gemeinsame Ziele, Ägypten will die Grenze zum Gazastreifen öffnen und die USA spielen auf der Bühne des nahen Ostens den sterbenden Schwan, während die EU ganz gern einmal die Arabische Liga fragt, wann sie Ihre demokratisch-freiheitlichen Interessen vertreten darf. In Israel gibt es derzeit keinen Grund zu lachen. Darüber freut sich die IHH und schickt einen neuen "Hilfskonvoi" an den Gazastreifen. Was auch immer daraus wird, eins ist jetzt schon klar: Die Israelis und speziell die IDF werden es für unsere Medien wieder verkehrt machen. Die Süddeutsche Zeitung (Der Coup von Kairo) und der Spiegel reiben sich jetzt schon die Hände: "Obwohl die israelische Marine alle sechs Schiffe auf hoher See beschlagnahmte und sie mit sämtlichen Aktivisten an Bord nach Israel "entführte", wie Orunc sagt, fand sich nicht eine einzige vorzeigbare Waffe. "Unsere Waffen sind Worte", sagt Orunc. "Wir hatten vergangenes Jahr niemals vor, wirklich die Blockade zu durchbrechen, wie hätten wir das gegen die Marine auch tun sollten? Wir dachten, dass sie uns kurz vor der eigentlichen Hoheitszone stoppen und wir dann eine gutes Propagandamittel gegen die Blockade hätten. Niemals haben wir damit gerechnet, dass die Israelis auf uns schießen würden." Ich habe selten so viele Lügen in so wenig Text gelesen. Natürlich waren Waffen an Bord, selbstverständlich haben die "Friedensaktivisten" zielstrebig alles getan, um die Situation eskalieren zu lassen und natürlich war genau das das Ziel der Aktion: Israels Gazakontrolle als die satanische Gewaltherrschaft hinzustellen, die sie nun einmal wirklich nicht ist. Die Fakten sind bekannt und leicht zu recherchieren. Aber dafür wird ein Journalist nicht bezahlt. Seine Aufgabe ist es, die antisemitische Voreingenommenheit der Abonnenten zu bestätigen. Sonst bestellen die das Blatt noch ab wegen Verdachts auf israelfreundliche Berichterstattung.
Studie, Studie an der Wand, wie winzig ist der Lohn im Land?
29.04.11 –
Eine Studie findet etwas heraus, was sich jede denken kann, die denken kann: Wenn es einen Mindestlohn gibt, steigen die Steuereinnahmen. Ginge es den Arbeitnehmern gut, täte das dem Staat gut. Zahlen müssten in diesem Fall einmal die Unternehmen, weshalb aus der Sache voraussichtlich nichts wird. Nachdem Deutschland aber nicht gerne mit Griechenland, Portugal, Irland, Spanien, England, Italien und Schaunwirmalwernoch vom Schuldengipfel des Mount Debts fallen möchte, ist es auch nicht ganz auszuschliessen, dass der Staat sich vorübergehend und punktuell einmal gegen die Interessen des Kapitals stellt. Wenn sogar Sozialausschüsse der CDU dafür sind ... Der in der Studie unterstellte Mindestlohn liegt mit 8,50 Euro sicherheitshalber sowieso unter dem, was in anderen, zivilisierteren Ländern Europas bereits Gesetz ist. Apropos zivilisiert: Ist eigentlich ein Land bekannt, in dem es Höchstlöhne gibt? Nein? Sie meinen, das würde beispielsweise die Hedgefondmanager zu sehr demotivieren, Ihren wertvollen Beitrag für das Funktionieren der Weltwirtschaft zu leisten? Da müssen schon einmal 5 Milliarden per annum fliessen, damit der Manager mit dem anstrengenden Wetten weitermacht? Verstehe.
Heimatschland im ASYL!
17.03.11 –
Doktor Vogls Heimatschland, von ihm selbst belichtet und bedichtet und schließlich von Lothar Götter ein für alle Mal gemalt und installiert, muss ins Asyl:
Die Galerie Nina Kalt hat in meinen Texten zum Heimatschland Politisches entdeckt (Ein Beispiel). Auweia. Wenn das die Freunde der Galerie Kalt bemerken. Um eine Lösung, wie man das Problem aus der Welt schafft, war Frau Kalt nicht verlegen. Nur manchmal ist das Problem eben die Sache selbst. Ihren Vorschlag, das deutsche Leporello besser in einer zensierten Variante zu präsentieren, mussten Lothar Götter und ich ablehnen.
Die Ausstellung findet deshalb an einem neuen Ort und an einem anderen Tag statt:
Galerie ASYL, Schleißheimerstr 18, 80333 München
Vernissage: Donnerstag 14. April 19 Uhr
Geöffnet: 15. und 16. April 15-20 Uhr

Die Galerie Nina Kalt hat in meinen Texten zum Heimatschland Politisches entdeckt (Ein Beispiel). Auweia. Wenn das die Freunde der Galerie Kalt bemerken. Um eine Lösung, wie man das Problem aus der Welt schafft, war Frau Kalt nicht verlegen. Nur manchmal ist das Problem eben die Sache selbst. Ihren Vorschlag, das deutsche Leporello besser in einer zensierten Variante zu präsentieren, mussten Lothar Götter und ich ablehnen.
Die Ausstellung findet deshalb an einem neuen Ort und an einem anderen Tag statt:
Galerie ASYL, Schleißheimerstr 18, 80333 München
Vernissage: Donnerstag 14. April 19 Uhr
Geöffnet: 15. und 16. April 15-20 Uhr

Suum cuique
16.03.11 –
Jedem das Seine, denken sich die Vorstandsvorsitzenden und Anteilseigner der großen Energiemonopolisten: Uns der Gewinn von einer Million täglich je altem AKW, dem Steuerzahler und Kunden das gesundheitliche und finanzielle Risiko. Wenn die sich jetzt auch noch gegen die kleinsten Zugeständnisse an eine am Allgemeinwohl orientierte Vernunft sperren und Schadensersatz einklagen möchten, weil ein paar der unkalkulierbaren Risiken abgestellt sind: Was spricht dann eigentlich noch dagegen, die Energiekonzerne gleich zu verstaatlichen? Wäre gut für den verschuldeten Staat und gut für die Konsumenten und Bürger. Müssten die Konzerne für den Schaden aufkommen, den sie bereits mit ihren AKWen angerichtet haben, würden die von selbst und kleinlaut aus der Kernkraft aussteigen. Aber nachdem sie ihren strahlenden Müll durch die Welt karren oder irgendwo hin schmeissen dürfen, wo ihn keiner mehr sieht, machen die weiter als wäre nichts. Es ist ja auch nichts. Man höre und staune: Umweltminister Norbert Röttgen sagte, das Moratorium sei politisch gemeint, nicht rechtlich: "Die Exekutive kann nicht Gesetze außer Kraft setzen." Das heißt nichts anderes als, es gibt kein Moratorium. Es gibt nur Öffentlichkeitsarbeit.
In jedem Unglück liegt eine Chance, Geld zu machen
14.03.11 –
Die SZ fragt nach den wirtschaftlichen Auswirkungen der Katastrophe in Japan und zieht einen tröstlichen Vergleich zum Beben in Kobe 1995:
Die seinerzeit in Kobe entstandenen wirtschaftlichen Schäden hatte das Land erstaunlich schnell wieder aufgeholt: Der Wiederaufbau wirkte dabei wie ein riesiges Konjunkturprogramm.
Beben, Tsunami, Supergau, Krieg – ganz egal. Unser Wirtschaftssystem wird mit allem fertig und wenn es dazu alle fertig machen muss. Ohne regelmäßigen Kollaps wäre am Ende noch die Konjunktur am Ende und das darf nicht sein. Da kommt jede Form der wiederbelebenden Zerstörung recht.
Die seinerzeit in Kobe entstandenen wirtschaftlichen Schäden hatte das Land erstaunlich schnell wieder aufgeholt: Der Wiederaufbau wirkte dabei wie ein riesiges Konjunkturprogramm.
Beben, Tsunami, Supergau, Krieg – ganz egal. Unser Wirtschaftssystem wird mit allem fertig und wenn es dazu alle fertig machen muss. Ohne regelmäßigen Kollaps wäre am Ende noch die Konjunktur am Ende und das darf nicht sein. Da kommt jede Form der wiederbelebenden Zerstörung recht.
Kurios und schmuck: Der Galliumhort von Obertraun am 15.3. in der Archäologischen Staatssammlung, München
08.03.11 –
In einer ungewöhnlichen Zusammenarbeit präsentiert die Archäologische Staatssammlung eine Ausstellung, die Peter Bauhuis initiiert und kuratiert hat. Ausgestellt wird ein Schatz von 80 singulären Schmuckstücken, die den Archäologen mehr Fragen aufgeben, als sie beantworten können. Dazu erfahren wir eine Entdeckungsgeschichte, deren Entdecker abhanden gekommen ist.
Am 15. März ist die Eröffnung der Ausstellung "Der Galliumhort von Obertraun",
in der Archäologischen Staatssammlung, um 18 Uhr,
.
Am 15. März ist die Eröffnung der Ausstellung "Der Galliumhort von Obertraun",
in der Archäologischen Staatssammlung, um 18 Uhr,
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Bio ohne Sprit
08.03.11 –
Die Benzinversorger haben es versäumt, eine neue Spritsorte so einzuführen, dass der normale deutsche Autofahrer keinen Herzanfall oder Hetzanfall an der Tankstelle erleiden muss. Himmel! Darf das E10 in mein Allerheiligstes? Oder geht dann mein Rollfetisch kaputt? Quälende Unsicherheiten, die zwar mit einer kurzen Nachfrage beim Tankwart oder einem zehnsekündigen Internetbesuch beantwortet wären, großzügiger ist aber dann doch ein Benzingipfel, wie ihn der Brüderle anberaumt, um sein den aufgewühlten Autofahrern kongeniales Denkvermögen zu beweisen. Angeblich geht es da um „Biosprit“. Der Begriff ist so treffend wie „humanitärer Einsatz“ für das Verschicken von Panzern in Krisengebiete. Er meint das Gegenteil dessen, was er ausspricht. Denn Bio geht nur ohne Sprit. Früher, bei den Benediktiner, hiess das „stabilitas loci“. Zu deutsch: Daheim bleiben, locker bleiben – ist gut fürs Seelenheil und hilft das deutsche Mobilitätsdrama „Gas geben, drängeln, mehr Gas geben, aufregen, tanken – Himmel, aber was?“ zu vermeiden.
USA abgeschaltet
25.02.11 –
Dass die Herrscher im Nahen Osten offenbar alle dem Westen Softwaresysteme abgekauft haben, mit denen sie das Internet abschalten können, habe ich gelernt in den letzten Wochen. Aber wie schaffen sie es, die USA abzuschalten? Verblüffend. Die Herren der „freien Welt“ hocken rum und mahnen ein bisschen, während es für Israel und für ihre eigenen Interessen spitzaufknopf steht. Man sollte meinen, Obama könnte ein Interesse daran haben, die richtige, säkulare Partei möge aus dem Durcheinander an die Regierung(en) gelangen. Statt dessen lassen sie iranische Marine den Suezkanal passieren, sehen zu wie Gaddafi seine Bevölkerung zusammenschiesst und drängen verhalten auf ein Ende der Gewalt. Die USA sind die Gewalt, remember? Anstatt in Afghanistan die Mohnernte zu beobachten, könnten sie wenigstens in Libyen den Luftraum sichern. „Barack Obama bricht sein Schweigen und zeigt sich schockiert vom Vorgehen des Gaddafi-Regimes gegen Demonstranten. Eine direkte Kritik am libyschen Staatschef aber vermeidet er.“ So eine selbstvernichtende Passivität wäre keinem seiner Amtsvorgänger passiert. Die hätten keinen Lidschlag lang gewartet, sondern sofort die Gelegenheit ergriffen und wenigstens den Achmachmirdenjihad entmachtet. Das müssen jetzt die Iraner im Alleingang schaffen, sonst kann es auch schnell ganz dunkel werden im Morgenland. Die reiben sich schon die schmutzigen Hände in Teheran.
Vormerken: Heimatschland 24. März
23.02.11 –
Von Tunesien lernen
06.02.11 –
In dem sehr lesenswerten Artikel von Bernd Beier und Thomas von der Osten-Sacken zum Aufstand in Tunis steht dieses schöne Zitat, ein Merksatz der Toleranz:
»Säkularismus ist, wenn Juden in Synagogen, Christen in Kirchen und Muslime in Moscheen Gottesdienste abhalten und die Atheisten derweil im Café sitzen. Aber auf der Straße sind wir alle nur Citoyens.«
Wenn die Radikalreligiösen doch wenigstens dieses Eine verstehen wollten: Nur der säkulare Staat kann die freie Religionsausübung garantieren. In jedem radikalreligiösen Staat ist die Religionsfreiheit vorbei. Das kennen wir im Keim auch in Deutschland. Sobald die Kirchen im laizistischen Staat irgendein eigenes Recht etablieren dürfen, beginnt unweigerlich die Diskriminierung, z. B. am Arbeitsplatz. „Wer nicht gottgefällig lebt, wer sich scheiden lässt, sich nicht so gibt, wie sich die Kirche das Leben eines Christenmenschen vorstellt, muss mit seiner Kündigung rechnen.“
»Säkularismus ist, wenn Juden in Synagogen, Christen in Kirchen und Muslime in Moscheen Gottesdienste abhalten und die Atheisten derweil im Café sitzen. Aber auf der Straße sind wir alle nur Citoyens.«
Wenn die Radikalreligiösen doch wenigstens dieses Eine verstehen wollten: Nur der säkulare Staat kann die freie Religionsausübung garantieren. In jedem radikalreligiösen Staat ist die Religionsfreiheit vorbei. Das kennen wir im Keim auch in Deutschland. Sobald die Kirchen im laizistischen Staat irgendein eigenes Recht etablieren dürfen, beginnt unweigerlich die Diskriminierung, z. B. am Arbeitsplatz. „Wer nicht gottgefällig lebt, wer sich scheiden lässt, sich nicht so gibt, wie sich die Kirche das Leben eines Christenmenschen vorstellt, muss mit seiner Kündigung rechnen.“
Götters erster Streich: 17.2., 19 Uhr, Galerie Kalt
05.02.11 –

Zum ersten Mal: Lothar Götters Kunst als Triplefeature in der Galerie Kalt, Guldeinstr. 40a, München.
1 Zuerst zurück zu den Wurzeln. Unter dem Titel „Holz“ zeigt Götter Planair-Malerei in bayerischer Waldesinnerlichkeit.
2 Von den deutschen Eichen geklettert übermalt er sein Heimatschland so, wie ihm Doc Vogl in Reim & Bild ein Andenken gestiftet hat.
3 Am Ende wird in seinem globalen Gesichtsbuch alles gut und Götter, Dr. Vogl und – bitte sehr – auch Sie werden freund. Als Portraitierte.
Vernissagen:
Lothar Götter: Holz 17.02.,
Lothar Götter& Dr Vogl: Heimatschland 24.3.
Lothar Götter: Gesichtsbuch 5.5.
Ich werde die nächsten beiden Vernissagen rechtzeitig ankündigen.
Wir sehen uns?
Das Hirn voller Jihad und den Mund voller Kreide
01.02.11 –
Das schlimme bei der schönen Revolution in Ägypten ist, man weiß nicht, wer am Ende mit Madam Freiheit ins Bett darf.
Die Kreide fressenden Muslimbrüder?
„13:26 Uhr Ein Vertreter der Muslimbrüder bekräftigt bei al-Dschasira, dass niemand von seiner Bewegung mit Mubarak reden wolle. "Unsere erste Forderung lautet: Mubarak muss zurücktreten", sagt der Islamist, "wir trauen ihm nicht und wir glauben auch nicht, dass er zu Reformen fähig ist". Während der Muslimbruder diese Sätze sagt, zeigt der Sender erneut eine Mubarak-Puppe am Galgen - mit einem Davidstern auf der aufgemalten Krawatte.“
Dann wird es für Israel sehr ernst.
Oder gewinnt die gebildete Mittelschicht? Wie in Tunesien, wo die Bürger gerne die französische Revolution nachholen möchten und einen laizistischen Staat wünschen, in dem die Muslimbrüder freilich außer Gebeten nichts zu sagen hätten. Bei Wadi steht dazu hoffnungsfroh:
„Unsere Freunde aus Libyen, Jordanien, Syrien, Algerien, Mauretanien und nicht zuletzt Ägypten (…) schauen auf uns mit traumerfüllten Augen wie auf ein Bild von Delacroix. Die tunesische Marianne trägt die Fahne und führt das Volk an. Endlich ist die “Büchse der Pandorra” geöffnet worden. (…) Wenn Tunesien erwacht, bebt die arabische Welt”
Eben Marianne, nicht irgendwelche Bärtigen in der Nachfolge des Propheten.
[…] Marianne ist übers Meer gekommen und hat sich an die Spitze des Protestes gestellt -wir erleben hier offenbar so etwas wie die Geburt einer neuen Ikonographie.“
Mir wäre natürlich diese Marianne immer lieber als Tante Burka von der drögen Muslim-Bruderschaft. Finden Sie die Unterschiede selbst:


Die Kreide fressenden Muslimbrüder?
„13:26 Uhr Ein Vertreter der Muslimbrüder bekräftigt bei al-Dschasira, dass niemand von seiner Bewegung mit Mubarak reden wolle. "Unsere erste Forderung lautet: Mubarak muss zurücktreten", sagt der Islamist, "wir trauen ihm nicht und wir glauben auch nicht, dass er zu Reformen fähig ist". Während der Muslimbruder diese Sätze sagt, zeigt der Sender erneut eine Mubarak-Puppe am Galgen - mit einem Davidstern auf der aufgemalten Krawatte.“
Dann wird es für Israel sehr ernst.
Oder gewinnt die gebildete Mittelschicht? Wie in Tunesien, wo die Bürger gerne die französische Revolution nachholen möchten und einen laizistischen Staat wünschen, in dem die Muslimbrüder freilich außer Gebeten nichts zu sagen hätten. Bei Wadi steht dazu hoffnungsfroh:
„Unsere Freunde aus Libyen, Jordanien, Syrien, Algerien, Mauretanien und nicht zuletzt Ägypten (…) schauen auf uns mit traumerfüllten Augen wie auf ein Bild von Delacroix. Die tunesische Marianne trägt die Fahne und führt das Volk an. Endlich ist die “Büchse der Pandorra” geöffnet worden. (…) Wenn Tunesien erwacht, bebt die arabische Welt”
Eben Marianne, nicht irgendwelche Bärtigen in der Nachfolge des Propheten.
[…] Marianne ist übers Meer gekommen und hat sich an die Spitze des Protestes gestellt -wir erleben hier offenbar so etwas wie die Geburt einer neuen Ikonographie.“
Mir wäre natürlich diese Marianne immer lieber als Tante Burka von der drögen Muslim-Bruderschaft. Finden Sie die Unterschiede selbst:


Bayern schon wieder Nr. 1
31.01.11 –
Wir müssen einfach überall die Besten sein: In Bayern gibt es das schwerste Abitur, die katholischste Bevölkerung, den bayerischsten Papst, die reichsten Deutschen, das romantischste Neuschwanstein, die höchste Zugspitze, das weltgrößte Bierfest und jetzt auch noch die meisten Selbstmörder. Da hat bestimmt in der Staatskanzlei einer gelesen, dass die Spanier in dieser Disziplin führend sind. Schon hat man bayernweit ein paar „Hotspots“ eingerichtet, die die Scharte wieder auswetzen. Dazu „fällt Psychiater Schmidtke ein: "Die Politik muss uns mehr dabei unterstützen, Hotspots zu entschärfen." Es hat sich nämlich gezeigt, dass an bestimmten Brücken, Türmen oder Bahngleisen immer wieder Suizide vorkommen. Sperrt man solche Orte ab, weicht nur ein kleiner Teil der Menschen, die hier Suizid begehen wollten, an einen anderen Ort aus. Die meisten können gerettet werden.“
Denn auch für den Raub des eigenen Lebens gilt: Gelegenheit macht Diebe. Vielleicht erklärt mal einer dem Psychiater, dass die Selbstentleibung ortsunabhängig durchführbar ist. Die Hotspots, die die Politik für Verzweifelte entschärfen könnte, heissen nicht Brücke, Turm und Bahngleise, sondern eher Kontostand, Pflegeheim und Arbeitsplatz. Das wird allerdings teurer als ein seniorensicheres Brückengeländer.
Denn auch für den Raub des eigenen Lebens gilt: Gelegenheit macht Diebe. Vielleicht erklärt mal einer dem Psychiater, dass die Selbstentleibung ortsunabhängig durchführbar ist. Die Hotspots, die die Politik für Verzweifelte entschärfen könnte, heissen nicht Brücke, Turm und Bahngleise, sondern eher Kontostand, Pflegeheim und Arbeitsplatz. Das wird allerdings teurer als ein seniorensicheres Brückengeländer.
Israel macht Internet kaputt
29.01.11 –
Es ist unendlich schade, dass ich regelmäßig in dem an sich sehr verdienstvollen Blog von fefe verschwörungsverliebten Unsinn zu Israel lesen muss. Ein Beispiel für mehrere:
Ein Artikel von Time „Israel Has Faith Mubarak Will Prevail“ fasst Fefe so zusammen: „Israel findet Mubarak auch total toll und will, dass der im Amt bleibt“. Ich sage Ihnen, was in dem Artikel steht: Netanyahu gehe davon aus, Mubarak werde die Aufständischen besiegen, weil er seinen Sicherheitsapparat und sein Militär besser im Griff habe, als der Kollege in Tunesien. Demokratisierung würde Israel begrüßen. Netanyahu sei aber nicht sicher, ob jetzt ein guter Zeitpunkt für Demokratisierung in Ägypten sei. Möglicherweise bräuchten die arabischen Staaten noch etwas, bis so ein Schritt tatsächlich gelingen könne. Schließlich könnten auch radikale Muslime die Situation für ihre Zwecke nutzen.
Mit Mubarak zu tun zu haben ist uns immer noch lieber als mit Teheran. Das steht dort. In der Haaretz steht: „Prime Minister Netanyahu and the Israel Foreign Ministry announced Friday that they are keeping close track of the volatile situation in neighboring Egypt, but are refraining from taking a political stance.“
In der Süddeutschen lese ich: „ "Es geht in diesem Kampf nicht um Mubarak gegen pro-demokratische Elemente, sondern um Mubarak und die Muslim-Bruderschaft", wird der Generalmajor a.D. und frühere Nationale Sicherheitsberater Giora Eiland zitiert.“ Wenn das stimmt, hat Israel einen sehr guten Grund, Mubarak noch eine lange Amtszeit zu wünschen. Israel hofft, Mubaraks Regierung könnte als Verbündeter erhalten bleiben, weil die muslimische Alternative die Sicherheit Israels noch mehr bedrohen würde.
Die Situation ist also so, wie jedesmal, wenn man anfängt Zeitung zu lesen. In der einen steht das, in der anderen das Andre. Und am Ende ist da ein kleines demokratisches Land, das seit seiner Gründung ums Überleben kämpft, ohne auf größeres Verständnis bei den alten Demokratien hoffen zu dürfen. Wie man in dieser Lage zu dem Schluss „Israel findet Mubarak auch total toll und will, dass der im Amt bleibt“ kommen kann, ist mir ein Rätsel. Als ob die eine Wahl hätten.
Vielleicht löst sich das Rätsel, wenn man den Fefeschen Kontext mit einbezieht. Da steht nämlich: „Übrigens, Detail am Rande: wisst ihr, wer Ägypten seine Telefon-und-Internet-Repressionstechnologie verkauft hat? Kommt ihr nie drauf! Narus. Narus ist eine von Israelis gegründete US-Firma.“ Na, dann ist ja alles klar. Ich paraphrasiere fefe: Der Mossad gründet in den USA eine Firma, die es Israels Nachbarn erlaubt, die IT-TK-Infrastruktur des Landes lahmzulegen. Israel, der Unterdrückerstaat, macht gemeinsame Sache mit dem Despoten Mubarak.
Dass diese Überwachungs-Softwarefirma anstatt von Israelis in den USA genausogut von Kroaten in Frankreich oder von Russen in Polen gegründet sein, oder ganz einfach den Namen Siemens tragen könnte, das kommt Fefe nicht in den Sinn.
Wenn jemand zur Floskel „Übrigens, Detail am Rande“ greift, dann weiß ich, jetzt kommt die Hauptsache. Und die ist für einen Feind Israels immer der nächste halluzinierte Grund, Israel anzufeinden.
Update:
12:35 Uhr Iran hat die Proteste gegen die Regierung in Ägypten als "Welle des islamischen Erwachens" bezeichnet. Das Außenministerium in Teheran rief die Führung in Kairo auf, die Gewalt gegen diese Bewegung zu beenden. Der erzkonservative Ajatollah Ahmad Chatami sagte beim Freitagsgebet, "die politische Achse des neuen Nahen Ostens wird bald die islamische Führerschaft und eine Demokratie sein, die auf Religion basiert".
Das wäre dann allerdings der GAU. Hoffentlich träumen die nur vom islamischen Erwachen.
Ein Artikel von Time „Israel Has Faith Mubarak Will Prevail“ fasst Fefe so zusammen: „Israel findet Mubarak auch total toll und will, dass der im Amt bleibt“. Ich sage Ihnen, was in dem Artikel steht: Netanyahu gehe davon aus, Mubarak werde die Aufständischen besiegen, weil er seinen Sicherheitsapparat und sein Militär besser im Griff habe, als der Kollege in Tunesien. Demokratisierung würde Israel begrüßen. Netanyahu sei aber nicht sicher, ob jetzt ein guter Zeitpunkt für Demokratisierung in Ägypten sei. Möglicherweise bräuchten die arabischen Staaten noch etwas, bis so ein Schritt tatsächlich gelingen könne. Schließlich könnten auch radikale Muslime die Situation für ihre Zwecke nutzen.
Mit Mubarak zu tun zu haben ist uns immer noch lieber als mit Teheran. Das steht dort. In der Haaretz steht: „Prime Minister Netanyahu and the Israel Foreign Ministry announced Friday that they are keeping close track of the volatile situation in neighboring Egypt, but are refraining from taking a political stance.“
In der Süddeutschen lese ich: „ "Es geht in diesem Kampf nicht um Mubarak gegen pro-demokratische Elemente, sondern um Mubarak und die Muslim-Bruderschaft", wird der Generalmajor a.D. und frühere Nationale Sicherheitsberater Giora Eiland zitiert.“ Wenn das stimmt, hat Israel einen sehr guten Grund, Mubarak noch eine lange Amtszeit zu wünschen. Israel hofft, Mubaraks Regierung könnte als Verbündeter erhalten bleiben, weil die muslimische Alternative die Sicherheit Israels noch mehr bedrohen würde.
Die Situation ist also so, wie jedesmal, wenn man anfängt Zeitung zu lesen. In der einen steht das, in der anderen das Andre. Und am Ende ist da ein kleines demokratisches Land, das seit seiner Gründung ums Überleben kämpft, ohne auf größeres Verständnis bei den alten Demokratien hoffen zu dürfen. Wie man in dieser Lage zu dem Schluss „Israel findet Mubarak auch total toll und will, dass der im Amt bleibt“ kommen kann, ist mir ein Rätsel. Als ob die eine Wahl hätten.
Vielleicht löst sich das Rätsel, wenn man den Fefeschen Kontext mit einbezieht. Da steht nämlich: „Übrigens, Detail am Rande: wisst ihr, wer Ägypten seine Telefon-und-Internet-Repressionstechnologie verkauft hat? Kommt ihr nie drauf! Narus. Narus ist eine von Israelis gegründete US-Firma.“ Na, dann ist ja alles klar. Ich paraphrasiere fefe: Der Mossad gründet in den USA eine Firma, die es Israels Nachbarn erlaubt, die IT-TK-Infrastruktur des Landes lahmzulegen. Israel, der Unterdrückerstaat, macht gemeinsame Sache mit dem Despoten Mubarak.
Dass diese Überwachungs-Softwarefirma anstatt von Israelis in den USA genausogut von Kroaten in Frankreich oder von Russen in Polen gegründet sein, oder ganz einfach den Namen Siemens tragen könnte, das kommt Fefe nicht in den Sinn.
Wenn jemand zur Floskel „Übrigens, Detail am Rande“ greift, dann weiß ich, jetzt kommt die Hauptsache. Und die ist für einen Feind Israels immer der nächste halluzinierte Grund, Israel anzufeinden.
Update:
12:35 Uhr Iran hat die Proteste gegen die Regierung in Ägypten als "Welle des islamischen Erwachens" bezeichnet. Das Außenministerium in Teheran rief die Führung in Kairo auf, die Gewalt gegen diese Bewegung zu beenden. Der erzkonservative Ajatollah Ahmad Chatami sagte beim Freitagsgebet, "die politische Achse des neuen Nahen Ostens wird bald die islamische Führerschaft und eine Demokratie sein, die auf Religion basiert".
Das wäre dann allerdings der GAU. Hoffentlich träumen die nur vom islamischen Erwachen.
Qualitätsjournalismus
28.01.11 –
Die Financial Times Deutschland am 27.1.11:

Bei dieser Überschriften wäre es mir einer Korrektur auch nicht mehr getan gewesen. Aus dem „soll eine weitere .. mitgetanzt haben“ wird in der Überschrift ganz forsch die Tatsache, die alle lesen wollen. Dazu ein sensibel gewähltes, in der Aussage ausgesprochen neutral gehaltenes Foto. Doch, das hat was. Was sehr sehr Schlechtes.

Bei dieser Überschriften wäre es mir einer Korrektur auch nicht mehr getan gewesen. Aus dem „soll eine weitere .. mitgetanzt haben“ wird in der Überschrift ganz forsch die Tatsache, die alle lesen wollen. Dazu ein sensibel gewähltes, in der Aussage ausgesprochen neutral gehaltenes Foto. Doch, das hat was. Was sehr sehr Schlechtes.
Deutsche Ärgernisse
11.01.11 –
Denken Sie manchmal übers Auswandern nach? Dann könnten Sie sich solange mit den Beobachtungen einer Gleichgesinnten trösten, bis sie den Mut dazu finden: Deutsche Ärgernisse auf Wordpress. Toller Tipp? Bitte, gern geschehn. Ich warne nicht.
Grenzprobleme in Kalifornien
11.01.11 –
Victor David Hanson ist ein studierter Mann. Er ist eloquent, sportlich und geht mit wachen Augen durch seine kalifornische Heimat. Was er sieht, ist Müll, dazwischen Aliens. In einem durchaus interessanten Artikel alarmiert er seine Freunde der oberen Mittelschicht Kaliforniens wegen der Gefahr aus dem Süden. Er rennt dabei offene Türen ein, wenn man sich die Kommentare zum Artikel anschaut. Warum ich das erwähne? Weil das Bürgertum in unserem Heimatschland offenbar die gleichen Ängste hat wie in Kalifornien und nach ähnlichen Lösungen sucht. Die Logik ist die Sarrazinsche: Schuld am allgemeinen Niedergang des Gemeinwesens ist immer der, der kein Mathe kann, den Müll aus dem Autofenster wirft und am Ende nicht mal von hier ist. Ergo wäre es besser, er bliebe da, wo er hergekommen ist. Das Problem wird an der Grenze zu Mexiko gelöst.
Es verblüfft mich immer wieder, wie intelligente Menschen, geht es um ihren bedrohten Wohlstand, sofort alles vergessen, was sie einmal gelernt haben und einen Buhmann suchen. Wenn das Geld im Gemeinwesen fehlt, wo ist es denn dann? In den Taschen der illegalen Immigranten? Da streut der Staat ein paar Peanuts hinein. Ansonsten gibt er sein Geld dafür aus, dem Kapital die möglichst reibungslose Akkumulation zu ermöglichen. Im Grunde ihres unschuldigen Herzens glauben sogar kalifornische Akademiker wie der Hanson, die Wirtschaft würde von Sekundärtugenden wie Fleiß, Unternehmertum und viel gutem Willen in Schwung gehalten (Attribute die den Mexikanern natürlich fehlen). Das gilt vielleicht für die Kita-Initiative seiner Frau, aber nicht für Apple oder General Electric. Da geht es nur um Kapitalakkumulation und die Erwirtschaftung von Reichtümern für eine kleine geschlossene Gesellschaft, die sich sehr gut abzugrenzen weiss. Vor allem von allen, die ihr in die Geldspeicher greifen wollen.
Die Grenze, an der das kalifornische Problem gelöst werden könnte, verläuft sicher nicht zwischen Mexiko und den USA. Sie verläuft zwischen Beverly Hills und den Slums von L. A. Sie zieht sich quer durch alle Länder der Erde und ist die am besten bewachte der Welt. Die Mexikaner wissen das und stehen vor der deprimierenden Frage: Welchen Slum hätten sie denn gern? Mexiko City? Dann doch lieber den mit den Peanuts in San Joaquin Valley.
Es verblüfft mich immer wieder, wie intelligente Menschen, geht es um ihren bedrohten Wohlstand, sofort alles vergessen, was sie einmal gelernt haben und einen Buhmann suchen. Wenn das Geld im Gemeinwesen fehlt, wo ist es denn dann? In den Taschen der illegalen Immigranten? Da streut der Staat ein paar Peanuts hinein. Ansonsten gibt er sein Geld dafür aus, dem Kapital die möglichst reibungslose Akkumulation zu ermöglichen. Im Grunde ihres unschuldigen Herzens glauben sogar kalifornische Akademiker wie der Hanson, die Wirtschaft würde von Sekundärtugenden wie Fleiß, Unternehmertum und viel gutem Willen in Schwung gehalten (Attribute die den Mexikanern natürlich fehlen). Das gilt vielleicht für die Kita-Initiative seiner Frau, aber nicht für Apple oder General Electric. Da geht es nur um Kapitalakkumulation und die Erwirtschaftung von Reichtümern für eine kleine geschlossene Gesellschaft, die sich sehr gut abzugrenzen weiss. Vor allem von allen, die ihr in die Geldspeicher greifen wollen.
Die Grenze, an der das kalifornische Problem gelöst werden könnte, verläuft sicher nicht zwischen Mexiko und den USA. Sie verläuft zwischen Beverly Hills und den Slums von L. A. Sie zieht sich quer durch alle Länder der Erde und ist die am besten bewachte der Welt. Die Mexikaner wissen das und stehen vor der deprimierenden Frage: Welchen Slum hätten sie denn gern? Mexiko City? Dann doch lieber den mit den Peanuts in San Joaquin Valley.
Was die Welt so alles braucht
13.12.10 –
Die Welt braucht 26.000 neue Flugzeuge für die nächsten 20 Jahre – fragt sich zwischendurch eigentlich auch mal so ein Wirtschaftsweiser, ein Vorstandsvorsitzender, einer von den top-geschulten Industriekapitänen mit den Big-Picture-Visionen für die Zukunft des Kapitalismus, womit die fliegen sollen? Warp? Ach so, der Warpantrieb. Dann wird sicher alles gut.

Quelle: http://www.dieoff.org/page224.htm

Quelle: http://www.dieoff.org/page224.htm
Saufen, Schmuck und Nazischelte
15.11.10 –
...aber auch Tapeten aus den quietschigen 70ern: Das ist der Blog von Verena Brack. Doktor Vogl empfiehlt: Weinchen einschenken, Sonnenbrille abnehmen und einfach mal reinlesen.
Von Hartz 4 zu Hartz 5
28.09.10 –
Die Empörung ist natürlich groß. Nur fünf Euro mehr sollen die bekommen, die „Basisgeld“ beantragen müssen. Da können Sie sich die Hand, mit der sie es abheben, gleich in den Mund stecken, reichen wird es nämlich nicht. Aber, ernsthaft: Hat irgendwer etwas anderes erwartet?
Und deshalb braucht man auch nur ein, zwei Tage zu warten, bis die Bürgerlichen einen ihrer Erkläresbittedemvolk-Deppen vorschicken, der (Thomas Öchsner ist diesmal sein Name) den Lesern der SZ ausführt, jeder höhere Satz wäre „politischer Selbstmord“ gewesen, das Bundesverfassungsgericht habe auch keinen höheren Satz gewollt, sondern nur eine andere Kalkulation des gleichen Ergebnisses. Warum wäre mehr Stütze „politischer Selbstmord“? Weil das Geld ja dann Anderen, Reicheren genommen werden müsste. Keiner dieser Kommentatoren traut sich auch nur kurz zu denken, dass eine Grundsicherung selbstverständlich eine Umverteilung bedeuten würde – das Geld fliesst von den Sicheren weg zu den Ungesicherten hin. So weit darf es nicht kommen. Öchsner lobt deshalb auch eher das staatliche Almosenwesen, das mit einem „warmen Mittagessen in der Schule, Nachhilfestunden, dem Vereinsbeitrag, den der Staat übernimmt“ sozial exkludierten Kindern sicher massenhaft zum Uniabschluß verhilft. Dass die das schaffen diese Journalisten. Sich jeden Tag hinsetzen und so staatstragendes Zeug runterschreiben. Der Öchsner hat vom Gewerkschaftsbund einen Preis für „investigativen Journalismus“ in Sachen Aktienhandel mit Schrottimmobilien bekommen. Ich muss nicht lesen, was der dazu geschrieben hat. Ich kann es mir denken. Er fand heraus, dass hier sehr sehr viele Menschen böse abgezockt wurden. Und er fand heraus, warum das leider fürs Allgemeinwohl so sein muss. Er fand nicht heraus, wie man den Abzockern das Geld wieder abnimmt. Dafür gibt es nämlich keinen DGB-Preis.
Und deshalb braucht man auch nur ein, zwei Tage zu warten, bis die Bürgerlichen einen ihrer Erkläresbittedemvolk-Deppen vorschicken, der (Thomas Öchsner ist diesmal sein Name) den Lesern der SZ ausführt, jeder höhere Satz wäre „politischer Selbstmord“ gewesen, das Bundesverfassungsgericht habe auch keinen höheren Satz gewollt, sondern nur eine andere Kalkulation des gleichen Ergebnisses. Warum wäre mehr Stütze „politischer Selbstmord“? Weil das Geld ja dann Anderen, Reicheren genommen werden müsste. Keiner dieser Kommentatoren traut sich auch nur kurz zu denken, dass eine Grundsicherung selbstverständlich eine Umverteilung bedeuten würde – das Geld fliesst von den Sicheren weg zu den Ungesicherten hin. So weit darf es nicht kommen. Öchsner lobt deshalb auch eher das staatliche Almosenwesen, das mit einem „warmen Mittagessen in der Schule, Nachhilfestunden, dem Vereinsbeitrag, den der Staat übernimmt“ sozial exkludierten Kindern sicher massenhaft zum Uniabschluß verhilft. Dass die das schaffen diese Journalisten. Sich jeden Tag hinsetzen und so staatstragendes Zeug runterschreiben. Der Öchsner hat vom Gewerkschaftsbund einen Preis für „investigativen Journalismus“ in Sachen Aktienhandel mit Schrottimmobilien bekommen. Ich muss nicht lesen, was der dazu geschrieben hat. Ich kann es mir denken. Er fand heraus, dass hier sehr sehr viele Menschen böse abgezockt wurden. Und er fand heraus, warum das leider fürs Allgemeinwohl so sein muss. Er fand nicht heraus, wie man den Abzockern das Geld wieder abnimmt. Dafür gibt es nämlich keinen DGB-Preis.
Scrivener for Windows
17.09.10 –
Sie schreiben viel, haben sich aber mit der dunklen Seite der Macht verbündet und einen PC gekauft? Schämen Sie sich ein bisschen – – – gut. Das sollte reichen. Denn ich habe heute gute Nachrichten für Sie. Der für Autoren und Texter wichtigste Grund, einen Mac zu kaufen, ist ab 2011 keiner mehr: Denn dann gibt es Scrivener auch für Windows:
http://www.literatureandlatte.com/scrivenerforwindows/
Was ist Scrivener, fragen Sie? Das Werkzeug mit dem ich jeden Tag arbeite. Glücklich. Mein Herz klopft vor Freude, wenn ich daran denke, dass Ende Oktober Scrivener 2.0 erscheint. Zu einem Spottpreis.
Das hier ist eine Website für Warnungen. Betrachten Sie diese kleine Reklame bitte als Ausnahme und freuen Sie sich auf die nächsten Warnungen in naher Zukunft. Obacht!
http://www.literatureandlatte.com/scrivenerforwindows/
Was ist Scrivener, fragen Sie? Das Werkzeug mit dem ich jeden Tag arbeite. Glücklich. Mein Herz klopft vor Freude, wenn ich daran denke, dass Ende Oktober Scrivener 2.0 erscheint. Zu einem Spottpreis.
Das hier ist eine Website für Warnungen. Betrachten Sie diese kleine Reklame bitte als Ausnahme und freuen Sie sich auf die nächsten Warnungen in naher Zukunft. Obacht!
Eine gegen alles
07.09.10 –
Tripp trapp die U-Bahn-Treppe hoch und raus ans Licht, haut mir plötzlich dieses Reklametaferl eins auf die Augen:

Schau an, denkt sich der Doc, an diesem Werbeobjekt stören mich eigentlich nur der schrottige Schalter, die schwule Farbe und die Worte „Effektive“, „erfolgsorientierte“, „Lösungen“, „positive“, „Bewegung“ sowie „Ihr Leben“ und „bringen“. Das ist die Sprache der Unternehmensberater. Das ist das Lebensziel der Heilpraktiker. Hier kommt beides zusammen. Das Dümmste aus zwei Welten.
Drüber steht „Wegezurlebensfreude.de“, nicht zu verwechseln mit „Lebensfreunde.de“, die sich für die Unversehrtheit von Föten einsetzen. Wer führt mich denn nun den Weg zur Lebensfreude? Anja Morgenroth im schönen München tut das. Nachdem kürzlich ein Mann in der U-Bahn versuchte, mich mit Hypnose glücklich zu machen, bin ich jetzt natürlich neugierig, was die Morgenroth so auf der Pfanne hat. Das liest sich so:
„Deep memory process (Tiefenerinnerung) erlaubt ein Hervorholen von Bildern und Erinnerungen aus tieferen Schichten des Unterbewusstseins. Dieser Prozess findet in einer Tiefenentspannung statt. Der Klient erinnert sich hinterher an alles.“ Mit der Tiefenentspannung kann sie bei mir schonmal punkten. Das Hervorholen von Bildern aus tieferen Schichten ist auch super. Ich habe da so ein uraltes, vermutlich noch aus der Renaissance stammendes Fresko in einem der unteren Verliese meines Unterbewusstseins, das muss ganz großartig sein, ein Gruppenakt bei einem Bacchanal in einem Serail ist, glaub ich, zu sehen, aber ich bin nicht entspannt genug, nochmal da hinzufinden und die vielen auch nicht gerade keuschen Deckerinnerungen abzukratzen. Schön, wenn das Frau Morgenroth für mich über- oder unternimmt. Mit gefällt auch, dass ich mich hinterher an alles erinnere, der Hypnoseheini wollte in dieser Hinsicht nichts garantieren.
Das Bild ist da und schon geht alles Schlag auf Schlag! Knoten werden durchtrennt und Ströme entfesselt: „Gebundene Lebensenergie wird nach Lösen von Blockaden und Verstrickungen frei. Das persönliche Energieniveau erhöht sich spürbar.“ Klar. Denn hinter jedem geretteten Tiefenfresko schlummert ein Geysir der – nennen wir das Kind doch beim Namen – der unbändigen Lust, eine brodelnde Quelle, was sage ich, die Morgenröthe der Lebensenergie. Der Deep memory process klingt wohl nicht zufällig nach einer besonders tief gehenden Fellatiovariante. Sex sells, denkt sich der Tiefenheilpraktiker.
Und wann und wogegen hilft das, Frau Morgenroth?
Gegen Energiedefizite natürlich, aber auch bei Beziehungsproblemen, Stagnation („ich stagnier´ heut wieder so“?), Angst vor dem Tod, Krankheiten, Naturkatastrophen und Sinnkrisen. Also immer und gegen alles, was so als übles Hindernis auf dem Weg zur Lebensfreude im Weg liegen könnte. Spätestens jetzt fragt man sich natürlich schon, ob hier nicht der Wunsch der Vater des Hilfsangebotes sein könnte.
Im Impressum steht deshalb sicherheitshalber: „Der Autor behält es sich ausdrücklich vor, […] das gesamte Angebot […] zu löschen“. Warten wir´s ab.

Schau an, denkt sich der Doc, an diesem Werbeobjekt stören mich eigentlich nur der schrottige Schalter, die schwule Farbe und die Worte „Effektive“, „erfolgsorientierte“, „Lösungen“, „positive“, „Bewegung“ sowie „Ihr Leben“ und „bringen“. Das ist die Sprache der Unternehmensberater. Das ist das Lebensziel der Heilpraktiker. Hier kommt beides zusammen. Das Dümmste aus zwei Welten.
Drüber steht „Wegezurlebensfreude.de“, nicht zu verwechseln mit „Lebensfreunde.de“, die sich für die Unversehrtheit von Föten einsetzen. Wer führt mich denn nun den Weg zur Lebensfreude? Anja Morgenroth im schönen München tut das. Nachdem kürzlich ein Mann in der U-Bahn versuchte, mich mit Hypnose glücklich zu machen, bin ich jetzt natürlich neugierig, was die Morgenroth so auf der Pfanne hat. Das liest sich so:
„Deep memory process (Tiefenerinnerung) erlaubt ein Hervorholen von Bildern und Erinnerungen aus tieferen Schichten des Unterbewusstseins. Dieser Prozess findet in einer Tiefenentspannung statt. Der Klient erinnert sich hinterher an alles.“ Mit der Tiefenentspannung kann sie bei mir schonmal punkten. Das Hervorholen von Bildern aus tieferen Schichten ist auch super. Ich habe da so ein uraltes, vermutlich noch aus der Renaissance stammendes Fresko in einem der unteren Verliese meines Unterbewusstseins, das muss ganz großartig sein, ein Gruppenakt bei einem Bacchanal in einem Serail ist, glaub ich, zu sehen, aber ich bin nicht entspannt genug, nochmal da hinzufinden und die vielen auch nicht gerade keuschen Deckerinnerungen abzukratzen. Schön, wenn das Frau Morgenroth für mich über- oder unternimmt. Mit gefällt auch, dass ich mich hinterher an alles erinnere, der Hypnoseheini wollte in dieser Hinsicht nichts garantieren.
Das Bild ist da und schon geht alles Schlag auf Schlag! Knoten werden durchtrennt und Ströme entfesselt: „Gebundene Lebensenergie wird nach Lösen von Blockaden und Verstrickungen frei. Das persönliche Energieniveau erhöht sich spürbar.“ Klar. Denn hinter jedem geretteten Tiefenfresko schlummert ein Geysir der – nennen wir das Kind doch beim Namen – der unbändigen Lust, eine brodelnde Quelle, was sage ich, die Morgenröthe der Lebensenergie. Der Deep memory process klingt wohl nicht zufällig nach einer besonders tief gehenden Fellatiovariante. Sex sells, denkt sich der Tiefenheilpraktiker.
Und wann und wogegen hilft das, Frau Morgenroth?
Gegen Energiedefizite natürlich, aber auch bei Beziehungsproblemen, Stagnation („ich stagnier´ heut wieder so“?), Angst vor dem Tod, Krankheiten, Naturkatastrophen und Sinnkrisen. Also immer und gegen alles, was so als übles Hindernis auf dem Weg zur Lebensfreude im Weg liegen könnte. Spätestens jetzt fragt man sich natürlich schon, ob hier nicht der Wunsch der Vater des Hilfsangebotes sein könnte.
Im Impressum steht deshalb sicherheitshalber: „Der Autor behält es sich ausdrücklich vor, […] das gesamte Angebot […] zu löschen“. Warten wir´s ab.
Wagnis
27.07.10 –
Ich bin Mitglied einer Wohnbaugenossenschaft mit dem schönen Namen „Wagnis“. Ich bin nur Genosse geworden, weil mir der Name so gut gefällt. Der würde jeden Marketingberater in den Wahnsinn treiben. Jetzt möchte ich noch bei der freiwilligen Feuerwehr mitmachen, aber nur im Zug „Inferno“. Wenn es einen Kochclub „Der Kotzlöffel“ gibt - ich bin dabei. Und sogar Greenpeace dürfte auf meine Mitarbeit hoffen, wenn sie sich „Naturfreunde Sisyphos“ nennen wollten.
Wo sind nur all die Brüste hin?
28.06.10 –
Wenn ich in der alten Bundesrepublik an den See zum Baden ging, sah ich mindestens so viele Frauen, die stolz ihre Brüste zeigten, wie andere, die sie verdeckten. Jetzt, in der Fähnchen schwingenden „Wirsindwiederwer“-Republik hat sich das geändert. Public Viewing gibt´s nur noch im schwulsten Sport der Weltgeschichte, wenn sich die überbezahlten Fussballfachkräfte, nachdem sie dem Torwart „das Ding reingemacht“ haben, ihre Leibchen vom Leib reissen. Ich beobachte seit mehreren Jahren, wie die Freizügigkeit an Bayerns Badeorten einer neuen Freude am Bedecktsein weicht. Freude? Vielleicht auch nicht. Als vulgärer Marxist und ordinärer Freudianer würde ich sagen, das ist kein gutes Zeichen. Da rutscht eine Gesellschaft in Richtung Totalitarismus und Kontrolle ab. Sex und Anarchie liegen so nahe beieinander wie die rechte und die linke Brust. Ein Volk, das seiner Lust nicht über den Weg traut dagegen, lässt sich prima regieren. Nicht nur die Katholiken leben es vor. Passt auch irgendwie zu den letzten Innenministern und ihren paranoiden Phantasien vom sicheren Bürger. Hmhm. Da muss ich noch ein bisschen dran feilen, aber der Grundstock für eine spitzen Verschwörungstheorie / Abendland-Untergangsprognose ist gelegt.
Passau rocks
22.06.10 –
Irgendwas stört mich in dem Text:

Wer, um Gottes willen, zieht „einfach so“ nach Passau? P a s s a u? Und das, obwohl uns dort einfach so viel Arbeit und viele Fragen erwarten: „Was will ich hier? Warum bin ich nicht woanders?“ Bzw. „Scheißarbeit, jetzt muss ich den ganzen Mist wieder einpacken, ich bin versehentlich einfach so nach Passau gezogen.“
Mann haben die ein Ego. Die Dreiflüssestadt sollte Dreieierstadt heissen.

Wer, um Gottes willen, zieht „einfach so“ nach Passau? P a s s a u? Und das, obwohl uns dort einfach so viel Arbeit und viele Fragen erwarten: „Was will ich hier? Warum bin ich nicht woanders?“ Bzw. „Scheißarbeit, jetzt muss ich den ganzen Mist wieder einpacken, ich bin versehentlich einfach so nach Passau gezogen.“
Mann haben die ein Ego. Die Dreiflüssestadt sollte Dreieierstadt heissen.
iKillmyself
28.05.10 –
Bei Apples Zulieferer Foxconn unterschreiben die Mitarbeiter nun also eine Suizidklausel des folgenden Inhalts: „Ich verspreche, mich oder andere niemals in einer extremen Form zu verletzen“. Erinnert ein wenig an das hübsche Schild an einem Baumstamm, das sich die Titanic ausgedacht hatte: „Waldsterben verboten.“
Dabei lenkt die Aufregung um Mitarbeiter, die Ihr Leben abrupt beenden, davon ab, wie viele genau dasselbe mit leicht verzögertem Tempo erledigen. Und wirklich nicht nur die Knechte. Auch die Herren.
Was ich so mitbekomme, ist ohne als Genuss verbrämten Alkohol- und Nikotin-Abusus, um nur die erlaubten Drogen zu nennen, ja nicht einmal den steinreichen „Gewinnern“ des Systems erträglich, wie sie im Getriebe des Spätkapitalismus als Rädchen rotieren dürfen. Deren Frauen (1, 2, 3) sehen oft aus, als hätte man die Unglücklichen gerade aus einer Favela gezerrt, zum Frisör geschleift und unpassenderweise in Designerfummel gestopft – zwecklos, im Gesichtsausdruck bleiben das Elend und die Angst kleben. Lebenslust sieht anders aus. Dabei haben die doch alles, sollte man meinen. Die Selbstentleibung auf Raten ist das Grundmodell kapitalistischer Lebenserfüllung. In die Nachrichten schaffen es halt nur die paar besonders hektischen, die vor der Fabrik auf dem Pflaster aufschlagen oder sich wie der Ratiopharm-Tycoon Merckle vor einen fahrenden Zug begeben.
Dabei lenkt die Aufregung um Mitarbeiter, die Ihr Leben abrupt beenden, davon ab, wie viele genau dasselbe mit leicht verzögertem Tempo erledigen. Und wirklich nicht nur die Knechte. Auch die Herren.
Was ich so mitbekomme, ist ohne als Genuss verbrämten Alkohol- und Nikotin-Abusus, um nur die erlaubten Drogen zu nennen, ja nicht einmal den steinreichen „Gewinnern“ des Systems erträglich, wie sie im Getriebe des Spätkapitalismus als Rädchen rotieren dürfen. Deren Frauen (1, 2, 3) sehen oft aus, als hätte man die Unglücklichen gerade aus einer Favela gezerrt, zum Frisör geschleift und unpassenderweise in Designerfummel gestopft – zwecklos, im Gesichtsausdruck bleiben das Elend und die Angst kleben. Lebenslust sieht anders aus. Dabei haben die doch alles, sollte man meinen. Die Selbstentleibung auf Raten ist das Grundmodell kapitalistischer Lebenserfüllung. In die Nachrichten schaffen es halt nur die paar besonders hektischen, die vor der Fabrik auf dem Pflaster aufschlagen oder sich wie der Ratiopharm-Tycoon Merckle vor einen fahrenden Zug begeben.
Seien Sie nett zu Ihren Spamberichten
17.05.10 –
Heavy-Metal-Romantik
20.04.10 –
Ab&an muss ich Leuten was schreiben, damit die irgendwas besser verkaufen können. In den Reklamebetrieben trifft man Menschen wie ihn: sitzen stumm vor ihrem Computer, die glatte Kopfmatte schwarz gefärbt, Augenringe, dicke Chipsbacken und ein D I O - T-shirt, black XL über den Rumpf gespannt. Freundlich frage ich das offenbar nachtaktive Gegenüber: Dio? Den hab ich vor, hm, so 30 Jahren gehört. Lebt der denn noch? Macht Musik? – The creature of the night wird kurz wach, öffnet die Augen zwischen dunklen Kajalstrichen überweit und haucht: Er hat sogar Krebs. Magen. Sackt wieder zusammen und starrt träge lächelnd in den Bildschirm.
„Hat sogar Krebs!“ Was heisst das?
der Glückspilz?
der Unsterbliche?
vom Singen?
Romantik ist mir fremd. Aber die Romantik wäre sogar dem armen Ronnie James Dio zuviel. Da bin ich sicher.

„Hat sogar Krebs!“ Was heisst das?
der Glückspilz?
der Unsterbliche?
vom Singen?
Romantik ist mir fremd. Aber die Romantik wäre sogar dem armen Ronnie James Dio zuviel. Da bin ich sicher.

Synonyme?
18.03.10 –
Trendsport Selbstmord: Spanien geht voran
04.03.10 –
Der Selbstmord war 2009 die häufigste nicht natürliche Todesursache in Spanien. Mich wundert das seltsame „nicht natürlich“ an der Beschreibung der Suizide. Ja was sind sie denn dann? Psychisch bedingte Selbstmorde? Soziale? Unerklärliche? Nachdem die Menschen im Allgemeinen ganz gerne leben, sollte der natürliche Grund der Selbstmorde da zu suchen sein, wo die Lebenslust am Ende ist: in der Verzweiflung. Würden die Statistiker aber korrekt schreiben „2009 war in Spanien das Jahr der Verzweiflungstoten“, dann wäre das vielleicht einfach a) zu traurig für die Presse und b) würde Fragen wecken nach dem Warum. Sowas hat Gründe. Schon Peter Hacks hat die enorme Selbstentleibungskraft des Kapitalismus betont. Es wundert mich also nicht, dass die Menschen in der Krise dem System in den Abgrund nachspringen. Es geht zur Not aber auch ohne Verzweiflung. Auf Platz zwei der Statistik nicht natürlicher Todesursachen stehen die Verkehrstoten, gleichsam die natürlichen, dem System immanenten Selbstmorde im Kapitalismus. 2008 waren es in Spanien 3008 Menschen, die meisten geopfert auf den Altaren der Automobilindustrie. Der Glaube an die individuelle Mobilität, die angeblich etwas mit der Freiheit der Bürger zu tun haben soll, ist die wirksamste Anleitung zum Suizid, eine, die neben den Mitteln zum Freitod immer wieder auch gleich den Grund mitliefert. Siehe oben.
Groschenromane für´s Handy: Mr. Smith und Andere
22.02.10 –
Ein Albtraum in 13 SMS (< 160 Z.):
Mr. Smith, der Freund der Frauen, träumt von den Malediven, als ein stattliches Weib wie eine Operndiva einschwebt und sagt: Ich bin die Operndiva.
Bitte wer? Smith, auch ein Freund der Klugheit, merkt, dass seine hastige Rückfrage ein klein wenig ungeschickt genannt werden könnte. Sie: Idiot!
Mein Name ist Edita Gruberova, sie Kretin. Die ganze Welt liegt mir zu Füßen (Smith sieht sich an Ihren Stiefeln leckend), ich bin ein Star, Smith, aber
Mich quält ein Problem. Welches? Smith verengt die Lider: Ich werde es lösen. Sie, Smith, werden mein Strumpfband lösen, wenn ich zufrieden bin.
Sie sieht ihn an. Er sieht Ihre Beine an. Ein Raubtier blickt aus seinen Augen. Wie ein wildes Frettchen haspelt Smith willenlos, was muß ich tun?
Die Gruberova lacht. Diese Königin der Nacht schleudert die Federboa auf den staubigen Schreibtisch und sagt ein Wort, nur eins: Reden.
Ich tus! brüllt Mr.Smith begeistert. Dann kommt ihm eine Frage, nein zwei. Aber was soll ich sagen? Und wem? - Sie sind so klug, Smith, lobt die Göttliche.
Smith lächelt narkotisiert. Sie erklärt. Er heißt Schmid. Mein Agent. Er möchte, dass ich nach Tokyo wechsle. Aber das wäre mein Ende. Reden Sie mit ihm.
Sagen Sie ihm, in Japan müsste ich schreien vor Wut. Meine Stimme wird leiden. Erpressen Sie ihn. Sagen Sie ihm, ich wechsle den Agenten.
Smith greift zum Hörer. Wählt. Tuut. Schmid. Smith. Nein, Schmid. Sagen Sie nicht nein, Sie wissen nicht, was ich ihnen vorschlagen will.
Ich will es auch gar nicht wissen.. Klack. Er hat eingehängt, sagt Smith. Da platzt die Tür auf, ein Mann schreit: Wer ist der Typ da? Ich mach ihn kalt!
Smith duckt sich, die Diva flüstert: Darf ich vorstellen, mein Mann, Herkules Schmitt. Smith: Angenehm, Smith. Der Mann: Schmitt! Du verarschst mich wohl?
Schmitt zieht den Colt, um seinen Nebenbuhler zu exekutieren, aber der wacht vorher auf, schwitzt. Die Gruberova singt im Radio. Smith seufzt. Finis.
Mr. Smith, der Freund der Frauen, träumt von den Malediven, als ein stattliches Weib wie eine Operndiva einschwebt und sagt: Ich bin die Operndiva.
Bitte wer? Smith, auch ein Freund der Klugheit, merkt, dass seine hastige Rückfrage ein klein wenig ungeschickt genannt werden könnte. Sie: Idiot!
Mein Name ist Edita Gruberova, sie Kretin. Die ganze Welt liegt mir zu Füßen (Smith sieht sich an Ihren Stiefeln leckend), ich bin ein Star, Smith, aber
Mich quält ein Problem. Welches? Smith verengt die Lider: Ich werde es lösen. Sie, Smith, werden mein Strumpfband lösen, wenn ich zufrieden bin.
Sie sieht ihn an. Er sieht Ihre Beine an. Ein Raubtier blickt aus seinen Augen. Wie ein wildes Frettchen haspelt Smith willenlos, was muß ich tun?
Die Gruberova lacht. Diese Königin der Nacht schleudert die Federboa auf den staubigen Schreibtisch und sagt ein Wort, nur eins: Reden.
Ich tus! brüllt Mr.Smith begeistert. Dann kommt ihm eine Frage, nein zwei. Aber was soll ich sagen? Und wem? - Sie sind so klug, Smith, lobt die Göttliche.
Smith lächelt narkotisiert. Sie erklärt. Er heißt Schmid. Mein Agent. Er möchte, dass ich nach Tokyo wechsle. Aber das wäre mein Ende. Reden Sie mit ihm.
Sagen Sie ihm, in Japan müsste ich schreien vor Wut. Meine Stimme wird leiden. Erpressen Sie ihn. Sagen Sie ihm, ich wechsle den Agenten.
Smith greift zum Hörer. Wählt. Tuut. Schmid. Smith. Nein, Schmid. Sagen Sie nicht nein, Sie wissen nicht, was ich ihnen vorschlagen will.
Ich will es auch gar nicht wissen.. Klack. Er hat eingehängt, sagt Smith. Da platzt die Tür auf, ein Mann schreit: Wer ist der Typ da? Ich mach ihn kalt!
Smith duckt sich, die Diva flüstert: Darf ich vorstellen, mein Mann, Herkules Schmitt. Smith: Angenehm, Smith. Der Mann: Schmitt! Du verarschst mich wohl?
Schmitt zieht den Colt, um seinen Nebenbuhler zu exekutieren, aber der wacht vorher auf, schwitzt. Die Gruberova singt im Radio. Smith seufzt. Finis.
Groschenromane für´s Handy: Mr. Smith und der Fabrikant
19.02.10 –
Ein Kriminaldramolett in 10 SMS (< 160 Z.):
1) Smith sitzt. Raucht. Denkt. Nichts. Seit Tagen nichts Neues. Da. Klopfen. Herein. Die Frau tritt ein. Grazil, mondän, leicht schwingend auf Stilettos.
2) Smith strafft sich auf seinem Stuhl. Was kann ich für Sie tun? Sie: Wie sehen sie denn aus? Er: Nur eine Platzwunde. Sie: Gut. Sie mögen Kekse?
3) Nein, ich hasse Kekse, warum? Die Frau lächelt. Sie sagt: Mein Mann ist Keksfabrikant. Der Teig macht ihn fett und verklebt sein Gehirn. Mir ist schlecht,
4) so oft ich an ihn denke. Er ist hoch versichert. Es muss wie ein Unfall aussehen. Smith grübelt. Schweigt. Dann: Ein Absatz drückt hart auf seine Brust.
5) Smith spannt die Hose. Ich kann das nicht machen, denkt er. Er denkt, ich kann die nicht lassen. Da sitzt sie schon auf ihm. Mr. Smith lässt sich überzeugen.
6) Smith ordnet seine Kleider. Trinkt wacklig einen Wodka. Gut, noch einen. Nimmt die Smith&Wesson, sieht die Frau an und geht den Mann suchen.
7) Er fährt zur Keksfabrik. Er geht ins oberste Stockwerk. Er schleicht den Gang entlang. Die lederbeschlagene Tür. Smith reißt sie auf, die Waffe im Anschlag.
8) Scheiße, denkt Smith. So wird das kein Unfall. Aber da steckt schon das ganze Magazin in einem erkaltenden Keksfabrikanten.
9) Ich wusste, sie würden es vermasseln, aber das macht nichts: Die Frau hält ihm ein Glas hin. Er trinkt. Die Kugel durchschlägt das Glas, den Wodka, Smith.
10) Die Frau lässt ihre Pistole fallen. Notwehr. Ihr Lächeln erfriert. Sie geht zum Schreibtisch, nimmt den Hörer ab und ruft gelassen die Polizei. Finis.
1) Smith sitzt. Raucht. Denkt. Nichts. Seit Tagen nichts Neues. Da. Klopfen. Herein. Die Frau tritt ein. Grazil, mondän, leicht schwingend auf Stilettos.
2) Smith strafft sich auf seinem Stuhl. Was kann ich für Sie tun? Sie: Wie sehen sie denn aus? Er: Nur eine Platzwunde. Sie: Gut. Sie mögen Kekse?
3) Nein, ich hasse Kekse, warum? Die Frau lächelt. Sie sagt: Mein Mann ist Keksfabrikant. Der Teig macht ihn fett und verklebt sein Gehirn. Mir ist schlecht,
4) so oft ich an ihn denke. Er ist hoch versichert. Es muss wie ein Unfall aussehen. Smith grübelt. Schweigt. Dann: Ein Absatz drückt hart auf seine Brust.
5) Smith spannt die Hose. Ich kann das nicht machen, denkt er. Er denkt, ich kann die nicht lassen. Da sitzt sie schon auf ihm. Mr. Smith lässt sich überzeugen.
6) Smith ordnet seine Kleider. Trinkt wacklig einen Wodka. Gut, noch einen. Nimmt die Smith&Wesson, sieht die Frau an und geht den Mann suchen.
7) Er fährt zur Keksfabrik. Er geht ins oberste Stockwerk. Er schleicht den Gang entlang. Die lederbeschlagene Tür. Smith reißt sie auf, die Waffe im Anschlag.
8) Scheiße, denkt Smith. So wird das kein Unfall. Aber da steckt schon das ganze Magazin in einem erkaltenden Keksfabrikanten.
9) Ich wusste, sie würden es vermasseln, aber das macht nichts: Die Frau hält ihm ein Glas hin. Er trinkt. Die Kugel durchschlägt das Glas, den Wodka, Smith.
10) Die Frau lässt ihre Pistole fallen. Notwehr. Ihr Lächeln erfriert. Sie geht zum Schreibtisch, nimmt den Hörer ab und ruft gelassen die Polizei. Finis.
Groschenromane fürs Handy: Smith und das Geheimnis der Drachen.
17.02.10 –
Ein Krimi in 12 SMS (< 160 Z.):
1) Die alte Tür. Das Schild Detektei Smith. Smith am Schreibtisch, schweigt, raucht, wartet: Ein Mann. Das Telefon klingelt. Ja? - Wieso ich? Wieviel? Ok
2) Es klopft. Smith ruft. Der Fremde tritt ein. Der Fremde tritt auf Smith ein, schlägt ihn nieder. Lucky Strike. Smith lässt seine fallen. Ohnmacht.
3) Smith wacht in einem Hangar auf. Fragt wo und was. Ein Fremder schlägt ihn nieder. Bevor er einknickt, sieht Smith sein Tattoo:
4) Ein Drache macht Maennchen. Smith wacht in einem Keller auf. Fragt sich, Drache: die Loge? Die Mafia? Die Frau am Telefon? Dann ein Schlag. Smith kennt das.
5) Detektiv Smith wacht in einem Auto auf, bittet um eine Zigarette und wird niedergeschlagen. Er träumt wirr von Drachen-Tattoos auf nackten Frauen.
6) Smith steht muehsam auf. Kopfweh, diesmal kein Fremder zu sehen. Zur Telefonzelle. Die Frau anrufen. Kennwort: K9. Was wird gespielt? Treffen? Wo? Gut
7) Im Cafe. Die Frau mit Sonnenbrille. Sie ist klein, aber scharf. Sie erklärt alles. Smith ascht schweigend in seinen Martini. Sie macht Drachen. Aus Gold.
8) Die Chinesen glauben, diese Drachen bringen Glueck. Für einen Drachen erschlagen sie ihre Grossmutter. Das wissen die Fremden. Smith zündet den Filter an.
9) Die Fremden wollen die Frau entführen. SIE MÜSSEN MIR HELFEN! Smith nickt. Geht klar. Der Kellner schlägt ihm auf den Kopf. Er nimmt beide mit.
10) Smith und die Frau in einem Keller. Sex mit gefesselten Händen? Smith zerbeißt ihre Fessel. Sie hält ihm den Mund zu. Smith kommt. Der Fremde kommt rein.
11) Smith ist groß in Form. Der Fremde schlägt, Smith kontert, schlägt, würgt, tritt. Der Fremde röchelt. Und so geht’s den anderen. Smith raucht.
12) Die Fremden geknebelt im Keller. Die Frau nimmt die Sonnenbrille ab. Geht zu Smith. Danke. Er: Wofür? Er steckt sich einen Drachen an. Finis.
1) Die alte Tür. Das Schild Detektei Smith. Smith am Schreibtisch, schweigt, raucht, wartet: Ein Mann. Das Telefon klingelt. Ja? - Wieso ich? Wieviel? Ok
2) Es klopft. Smith ruft. Der Fremde tritt ein. Der Fremde tritt auf Smith ein, schlägt ihn nieder. Lucky Strike. Smith lässt seine fallen. Ohnmacht.
3) Smith wacht in einem Hangar auf. Fragt wo und was. Ein Fremder schlägt ihn nieder. Bevor er einknickt, sieht Smith sein Tattoo:
4) Ein Drache macht Maennchen. Smith wacht in einem Keller auf. Fragt sich, Drache: die Loge? Die Mafia? Die Frau am Telefon? Dann ein Schlag. Smith kennt das.
5) Detektiv Smith wacht in einem Auto auf, bittet um eine Zigarette und wird niedergeschlagen. Er träumt wirr von Drachen-Tattoos auf nackten Frauen.
6) Smith steht muehsam auf. Kopfweh, diesmal kein Fremder zu sehen. Zur Telefonzelle. Die Frau anrufen. Kennwort: K9. Was wird gespielt? Treffen? Wo? Gut
7) Im Cafe. Die Frau mit Sonnenbrille. Sie ist klein, aber scharf. Sie erklärt alles. Smith ascht schweigend in seinen Martini. Sie macht Drachen. Aus Gold.
8) Die Chinesen glauben, diese Drachen bringen Glueck. Für einen Drachen erschlagen sie ihre Grossmutter. Das wissen die Fremden. Smith zündet den Filter an.
9) Die Fremden wollen die Frau entführen. SIE MÜSSEN MIR HELFEN! Smith nickt. Geht klar. Der Kellner schlägt ihm auf den Kopf. Er nimmt beide mit.
10) Smith und die Frau in einem Keller. Sex mit gefesselten Händen? Smith zerbeißt ihre Fessel. Sie hält ihm den Mund zu. Smith kommt. Der Fremde kommt rein.
11) Smith ist groß in Form. Der Fremde schlägt, Smith kontert, schlägt, würgt, tritt. Der Fremde röchelt. Und so geht’s den anderen. Smith raucht.
12) Die Fremden geknebelt im Keller. Die Frau nimmt die Sonnenbrille ab. Geht zu Smith. Danke. Er: Wofür? Er steckt sich einen Drachen an. Finis.
Endlich Frieden – gemeinsam können wir es schaffen
11.02.10 –
Selbst ganz unwahrscheinliche Zustände, wie der Friede auf Erden, lassen sich mit etwas Konzentration und geeigneten Stimulantien ganz einfach herstellen. Man muss nur wollen, üben und eisern aber entspannt dran bleiben. Zum Beweis meiner hoffnungsfrohen These zeige ich ein Bild, auf dem die paranormal begabten Medien Jens, Werner und der Doktor der beiden durch bloße kollektive Willensanspannung und Trinkdisziplin einmal einen wunderschönen Regenbogen im Raum erzeugten. Als Vorschein einer Zukunft, die alle Hoffnungen der fliegenden Yogis hell überstrahlen wird. Und die der Brauereien sowieso.


kein Kommentar
11.02.10 –
Haloscan ist ein kostenloser Anbieter für Blogkommentarhosting – gewesen. Die Firma stellt den Dienst ein und nimmt mir damit die Kommentarfunktion weg. Sobald ich einen neuen aufgetrieben habe, können Sie wieder Ihren Senf dazugeben, wenn Dr. Vogl warnt. Also nicht traurig sein. Denn: Wenn Du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.
Heute schon gegruselt?
07.02.10 –
Frank T. Zumbachs Mysterious World ist eine kurzweilige Geisterbahn für alle, die ihren Kunstgenuss an den abgenagten Fingernägeln und elektrisierten Frisuren erkennen. Aber Vorsicht:
„Spaziert im Walde nicht der Clown Barsaq?
Schminkt er die Birkenrinde nicht mit flammend Rot?
Schlägt nicht mit flinken Pinselstrichen er gleich tot
der Sonntagsausflügler versturtes Pack?“
Nur lustig ist der Wonnegrusel auch nicht gemeint.
Welcome to his Nightmares
„Spaziert im Walde nicht der Clown Barsaq?
Schminkt er die Birkenrinde nicht mit flammend Rot?
Schlägt nicht mit flinken Pinselstrichen er gleich tot
der Sonntagsausflügler versturtes Pack?“
Nur lustig ist der Wonnegrusel auch nicht gemeint.
Welcome to his Nightmares
Ein Buch ist ein Buch ist ein Scheit
25.01.10 –
Die Gazette schreibt heute:
„Eine Londoner Zeitung berichtete am Dienstag, dass minderbemittelte Rentner in Wohltätigkeitsläden billige Bücher kaufen und sie als Heizmaterial verbrennen, um es in der strengen Kälte, die Großbritannien fest im Griff hat, warm zu haben.“
Die minderbemittelten Rentner lehren mich alles, was ich über das Verhältnis von Geist und Materie im Kapitalismus wissen muss. Ausserdem erstrahlen so Bolognaprozess, Studiengebühren und die ganzen Exzellenzinitiativen der deutschen Bildungselite einmal in dem richtigen Licht: Dem wärmenden Lodern des Kaminfeuers in den Häusern der sozial Exkludierten.
Andererseits: Während vier bis fünf Schwarten von Martin Walser den Raum gemütlich warm halten, kann ich schon fast ein Buch von Robert Walser durchlesen. Darauf könnte ich mich zur Not schon auch einlassen.
„Eine Londoner Zeitung berichtete am Dienstag, dass minderbemittelte Rentner in Wohltätigkeitsläden billige Bücher kaufen und sie als Heizmaterial verbrennen, um es in der strengen Kälte, die Großbritannien fest im Griff hat, warm zu haben.“
Die minderbemittelten Rentner lehren mich alles, was ich über das Verhältnis von Geist und Materie im Kapitalismus wissen muss. Ausserdem erstrahlen so Bolognaprozess, Studiengebühren und die ganzen Exzellenzinitiativen der deutschen Bildungselite einmal in dem richtigen Licht: Dem wärmenden Lodern des Kaminfeuers in den Häusern der sozial Exkludierten.
Andererseits: Während vier bis fünf Schwarten von Martin Walser den Raum gemütlich warm halten, kann ich schon fast ein Buch von Robert Walser durchlesen. Darauf könnte ich mich zur Not schon auch einlassen.
Captain Berlin rocks
14.01.10 –
Der Film: Hitlers Leibarzt, Nazi-Shewolf Dr. Ilse von Blitzen, hat Führers Gehirn mit Augen vor dem Untergang bewahrt und will den Gröfaz nun irgendwie wieder zum echten Leben erwecken. Das klappt nicht recht. Sie hat dazu zuerst einen Golem aus SS-Leichenteilen zusammengeschustert, der von dem unsterblichen Dracula lebendig gebissen werden soll. Der beisst aber lieber in die blonde Tochter von Captain Berlin als in Leichenteile, ausserdem ist er Kommunist. Captain Berlin nimmt die Verfolgung auf, um seine vom Fürsten der Finsternis entführte Tochter zu retten.
Dr. von Blitzen entsorgt derweil das Monster und packt den Führer in eine bewaffnete Blechkiste mit Rädern, den Hitlerrobo. Captain Berlin schaut bei Hitler vorbei und sucht einen Priester auf, der ihn mit Knoblauch, Kreuz und Weihwasserwumme auf Dracula vorbereitet und zieht los ins Brandenburger Schloss. Er kämpft dort mit Dracula, der Hitlerrobo mit Entourage kommt auch dazu und den Schluss gucken Sie sich selbst an, bitte.
Ein recht übersichtlicher Plot, aber was ist das eigentlich? Einem an einen fiktiven alten Comic angelehnten Theaterstück, das gerne ein Retrofilm wäre, wird sein Wunsch erfüllt. Seine Aufführung wird abgefilmt und zu schrottiger Retrocomicoptik am Computer überbastelt. Ein doppelter Gattungsschwindel ähnlich wie in der Rocky Horror Picture Show, die auch noch ein Musical sein will.
Das ist sehr genussvoll anzusehen. Das Ganze strotzt vor Genreklischees und das soll es wohl auch. Ich sehe darin die Hauptbotschaft dieses Films: Einem untoten Monstrum wie Hitler wird man nur so gerecht, dass man es neben Dracula und Frankenstein auftreten lässt. Sein künstlerischer Ort nach der Tragödie ist die unterste Schublade der Groschenhorrorcomic-Unterhaltung. Selbst der Landserroman tut ihm noch zuviel Ehre an. Versuche der hohen Filmkunst, sich dem Phänomen Hitler mittels Bruno Ganzschem Einfühlungsvermögen psychologisch zu nähern, sind gescheitert. Es ist ziemlich ekelhaft, den Führer als gebrochenen alten Mann vorgestellt zu bekommen. Als boshaftes Gehirn mit Stielaugen sehe ich ihn viel lieber.
Und noch eine andere Frage beantwortet der Film abschließend und gültig: Jimmy Hendrix hat über die USA alles Wichtige gesagt, als er die Nationalhymne auf seiner elektrischen Gitarre zersägte. Wie könnte man Deutschland durch die deutsche Hymne auf vergleichbare Weise verständlich machen? Man zerpfeift sie auf einer Blockflöte. Sehr deutsch und sehr schön.
Dr. von Blitzen entsorgt derweil das Monster und packt den Führer in eine bewaffnete Blechkiste mit Rädern, den Hitlerrobo. Captain Berlin schaut bei Hitler vorbei und sucht einen Priester auf, der ihn mit Knoblauch, Kreuz und Weihwasserwumme auf Dracula vorbereitet und zieht los ins Brandenburger Schloss. Er kämpft dort mit Dracula, der Hitlerrobo mit Entourage kommt auch dazu und den Schluss gucken Sie sich selbst an, bitte.
Ein recht übersichtlicher Plot, aber was ist das eigentlich? Einem an einen fiktiven alten Comic angelehnten Theaterstück, das gerne ein Retrofilm wäre, wird sein Wunsch erfüllt. Seine Aufführung wird abgefilmt und zu schrottiger Retrocomicoptik am Computer überbastelt. Ein doppelter Gattungsschwindel ähnlich wie in der Rocky Horror Picture Show, die auch noch ein Musical sein will.
Das ist sehr genussvoll anzusehen. Das Ganze strotzt vor Genreklischees und das soll es wohl auch. Ich sehe darin die Hauptbotschaft dieses Films: Einem untoten Monstrum wie Hitler wird man nur so gerecht, dass man es neben Dracula und Frankenstein auftreten lässt. Sein künstlerischer Ort nach der Tragödie ist die unterste Schublade der Groschenhorrorcomic-Unterhaltung. Selbst der Landserroman tut ihm noch zuviel Ehre an. Versuche der hohen Filmkunst, sich dem Phänomen Hitler mittels Bruno Ganzschem Einfühlungsvermögen psychologisch zu nähern, sind gescheitert. Es ist ziemlich ekelhaft, den Führer als gebrochenen alten Mann vorgestellt zu bekommen. Als boshaftes Gehirn mit Stielaugen sehe ich ihn viel lieber.
Und noch eine andere Frage beantwortet der Film abschließend und gültig: Jimmy Hendrix hat über die USA alles Wichtige gesagt, als er die Nationalhymne auf seiner elektrischen Gitarre zersägte. Wie könnte man Deutschland durch die deutsche Hymne auf vergleichbare Weise verständlich machen? Man zerpfeift sie auf einer Blockflöte. Sehr deutsch und sehr schön.
Gefährliche Zahlen – charmante Wissenschaft
13.01.10 –
Wenn man in Georg Wagners „Einführung in die Erd- und Landschaftsgeschichte“ von 1931 im Vorwort nur immer die ersten Sätze der Absätze liest, wird einem der Wagner auf seltsame Weise sympathisch:
„Seit zwei Jahrzehnten stehe ich immer wieder vor der schönen Aufgabe, andere in die Geheimnisse der Erd- und Landschaftsgeschichte einzuführen. […]
Nun lernt man gerade diese Wissenschaft am allerwenigsten aus Büchern. […]
Aus demselben Grund ist das Buch auch reich mit Bildern ausgestattet. […]
Das Buch bringt auch viele Zahlen. […]
Es ist unmöglich, bei dem weit umfassenden Arbeitsfeld überall Fachmann zu sein, […]
Den Nichtfachmann muss man besonders darauf hinweisen, daß einen so junge Wissenschaft noch nicht am Ziel ist. […]
Das Werk ist bestimmt für alle, die ihre Heimat näher kennenlernen möchten. […]
Möge das Werk der Geologie neue Freunde gewinnen und uns inniger verwurzeln mit unserer Heimat, der Quelle unserer Kraft. Glück auf!“
Was für ein kluger, bescheidener Mensch. Der klassisch-schöne Satz „das Buch bringt auch viele Zahlen“ sollte m. E. verpflichtend sein für jede naturwissenschaftliche Veröffentlichung – die Warnung ist einfach zu putzig.
„Seit zwei Jahrzehnten stehe ich immer wieder vor der schönen Aufgabe, andere in die Geheimnisse der Erd- und Landschaftsgeschichte einzuführen. […]
Nun lernt man gerade diese Wissenschaft am allerwenigsten aus Büchern. […]
Aus demselben Grund ist das Buch auch reich mit Bildern ausgestattet. […]
Das Buch bringt auch viele Zahlen. […]
Es ist unmöglich, bei dem weit umfassenden Arbeitsfeld überall Fachmann zu sein, […]
Den Nichtfachmann muss man besonders darauf hinweisen, daß einen so junge Wissenschaft noch nicht am Ziel ist. […]
Das Werk ist bestimmt für alle, die ihre Heimat näher kennenlernen möchten. […]
Möge das Werk der Geologie neue Freunde gewinnen und uns inniger verwurzeln mit unserer Heimat, der Quelle unserer Kraft. Glück auf!“
Was für ein kluger, bescheidener Mensch. Der klassisch-schöne Satz „das Buch bringt auch viele Zahlen“ sollte m. E. verpflichtend sein für jede naturwissenschaftliche Veröffentlichung – die Warnung ist einfach zu putzig.
Die Botschaft der Engel
14.12.09 –
Die ev. Kirche lädt mich ein zu einer Veranstaltung
im Festsaal der St. Johanneskirche mit Rudolf Lenhard zum Thema: der Mensch, die Globalisierung und die Moral
Kurz nach Kopenhagen und kurz vor Weihnachten möchten wir an diesem Abend unser Menschsein im globalen Horizont verorten. Die weihnachtliche Botschaft der Engel, Friede auf Erden, bedeutet viel in diesen Tagen.
Rudolf Lenhard, seit Jahren in einem internationalem Unternehmen tätig und zudem vielfältig in sozialen Projekten engagiert, wird mit uns die Frage diskutieren, wo der Ort des Einzelnen in der globalen Welt ist und wie die Verantwortung jedes Einzelnen Aussehen kann, ohne, dass die Aufgaben erdrücken oder ohnmächtig machen. Es geht an diesem Abend nicht um den moralischen Zeigefinger, sondern darum, wie wir mit Globalisierung (vielleicht lustvoll) gestalten können. Dies wollen wir in gewohnt heiterer Atmosphäre bei Wasser, Wein und Brot diskutieren.
Da nimmt sich ein sozial engagierter Herr Lenhard, der hastig gegoogelt ein CEO der Swiss Re sein könnte, und in dieser Funktion gerade die Wachstumspotentiale Lateinamerikas abzugrasen beginnt (http://www.bnamericas.com/interviews/insurance/Rudolf_Lenhard_,Munich_Re), einen ganzen Abend Zeit für die Gemeinde. Ihm wird zugesichert, der moralische Zeigefinger wird nicht erhoben und Spaß, vielleicht lustvoll, wird es ihm auch machen, wenn er diskutiert, „wo der Ort des Einzelnen in der globalen Welt ist“. Dabei sind diese Orte doch allesamt bekannt. Es sind drei: Da gibt es oben (CEO), unten und ganz unten. Selten bekommt man die Funktion der Religion so auf einen Blick präsentiert wie in dieser Einladung. Die Botschaft der Engel: In gewohnt heiterer Atmosphäre das Unerträgliche weiter gestalten. Und der Vorstand der Globalisierung nickt väterlich dazu.
im Festsaal der St. Johanneskirche mit Rudolf Lenhard zum Thema: der Mensch, die Globalisierung und die Moral
Kurz nach Kopenhagen und kurz vor Weihnachten möchten wir an diesem Abend unser Menschsein im globalen Horizont verorten. Die weihnachtliche Botschaft der Engel, Friede auf Erden, bedeutet viel in diesen Tagen.
Rudolf Lenhard, seit Jahren in einem internationalem Unternehmen tätig und zudem vielfältig in sozialen Projekten engagiert, wird mit uns die Frage diskutieren, wo der Ort des Einzelnen in der globalen Welt ist und wie die Verantwortung jedes Einzelnen Aussehen kann, ohne, dass die Aufgaben erdrücken oder ohnmächtig machen. Es geht an diesem Abend nicht um den moralischen Zeigefinger, sondern darum, wie wir mit Globalisierung (vielleicht lustvoll) gestalten können. Dies wollen wir in gewohnt heiterer Atmosphäre bei Wasser, Wein und Brot diskutieren.
Da nimmt sich ein sozial engagierter Herr Lenhard, der hastig gegoogelt ein CEO der Swiss Re sein könnte, und in dieser Funktion gerade die Wachstumspotentiale Lateinamerikas abzugrasen beginnt (http://www.bnamericas.com/interviews/insurance/Rudolf_Lenhard_,Munich_Re), einen ganzen Abend Zeit für die Gemeinde. Ihm wird zugesichert, der moralische Zeigefinger wird nicht erhoben und Spaß, vielleicht lustvoll, wird es ihm auch machen, wenn er diskutiert, „wo der Ort des Einzelnen in der globalen Welt ist“. Dabei sind diese Orte doch allesamt bekannt. Es sind drei: Da gibt es oben (CEO), unten und ganz unten. Selten bekommt man die Funktion der Religion so auf einen Blick präsentiert wie in dieser Einladung. Die Botschaft der Engel: In gewohnt heiterer Atmosphäre das Unerträgliche weiter gestalten. Und der Vorstand der Globalisierung nickt väterlich dazu.
... was die Geschichte noch nicht kannte
09.12.09 –
Ganz eigenartig ist es, wenn in Deutschland sich mittlerweile die dritte Generation ehemals tschechischer und polnischer „Deutscher“ so vertrieben fühlt, wie nur je der Großpapa. Die Landsmannschaften unterscheiden einen Erlebnis- und einen Bekenntniskreis. Die Ersten haben die Vertreibung erlebt, die Anderen bekennen sich zu, ja, zu was denn eigentlich? Zum Nationalsozialismus? Egal. Sie wollen „ihre“ Scholle zurückhaben und verfolgen dieses Ziel unnachgiebig. Die CDU hilft dabei mit. Weit werden Sie damit eh nicht kommen.
Was mir allerdings von Zeit zu Zeit die Haare zu Berge stehen lässt, ist die weinerliche Selbststilisierung zu Jahrtausendopfern, mit der das revanchistische Getue notorisch einhergeht. Die Steinbach schreibt beispielsweise:
Stalins harte Faust lag über halb Europa und raffte Millionen Menschen vieler Völker dahin und in diesem Machtbereich geschah etwas in seiner Dimension bis dahin Ungekanntes, was die katholischen Bischöfe der USA am 17. November 1946 in einem gemeinsamen Hirtenbrief unmissverständlich geißelten. „In Europa ist etwas geschehen, was die Geschichte bis dahin noch nicht kannte. Auf Grund eines Abkommens zwischen den Siegerstaaten wurden Millionen von deutschen Menschen, die seit Jahrhunderten in Osteuropa ansässig waren, von ihrer Heimatscholle vertrieben und mittellos in das Herz Deutschlands gestoßen. Die Leiden dieser Menschen ... erzählen uns eine traurige Geschichte von der Unmenschlichkeit solcher Vertreibung."
Man wird dem Text durchaus gerecht, wenn man ihn kitschig, verlogen und sachlich falsch nennt. Vertreibungen gehören zur Geschichte der Menschheit wie Krieg, Not und Seuchen. Wenn einer 1946 schreibt, in Europa sei ein bislang noch nicht da gewesenes Verbrechen geschehen, und er meint nicht den Holocaust, der spinnt ganz einfach. Diese so genannten deutschen Menschen, die da vertrieben wurden, mussten zum Teil einfach Geraubtes zurückgeben, waren zum Großteil selbst Nazis gewesen, hatten sich herrenmenschlich aufgeführt auf ihrer „Scholle“ und wurden dann „mittellos in das Herz Deutschlands gestossen“, also dem politischen System zugetrieben, in dem sie sowieso lieber leben wollten als hinter dem antifaschistischen Schutzwall des Warschauer Paktes. Wie ging es Ihnen, nachdem Deutschland sie an sein großes Herz gedrückt hatte? Man kann es in einem Wort sagen: Gut. Sogar Ausländer zum piesacken gab es bald schon wieder.
Was mir allerdings von Zeit zu Zeit die Haare zu Berge stehen lässt, ist die weinerliche Selbststilisierung zu Jahrtausendopfern, mit der das revanchistische Getue notorisch einhergeht. Die Steinbach schreibt beispielsweise:
Stalins harte Faust lag über halb Europa und raffte Millionen Menschen vieler Völker dahin und in diesem Machtbereich geschah etwas in seiner Dimension bis dahin Ungekanntes, was die katholischen Bischöfe der USA am 17. November 1946 in einem gemeinsamen Hirtenbrief unmissverständlich geißelten. „In Europa ist etwas geschehen, was die Geschichte bis dahin noch nicht kannte. Auf Grund eines Abkommens zwischen den Siegerstaaten wurden Millionen von deutschen Menschen, die seit Jahrhunderten in Osteuropa ansässig waren, von ihrer Heimatscholle vertrieben und mittellos in das Herz Deutschlands gestoßen. Die Leiden dieser Menschen ... erzählen uns eine traurige Geschichte von der Unmenschlichkeit solcher Vertreibung."
Man wird dem Text durchaus gerecht, wenn man ihn kitschig, verlogen und sachlich falsch nennt. Vertreibungen gehören zur Geschichte der Menschheit wie Krieg, Not und Seuchen. Wenn einer 1946 schreibt, in Europa sei ein bislang noch nicht da gewesenes Verbrechen geschehen, und er meint nicht den Holocaust, der spinnt ganz einfach. Diese so genannten deutschen Menschen, die da vertrieben wurden, mussten zum Teil einfach Geraubtes zurückgeben, waren zum Großteil selbst Nazis gewesen, hatten sich herrenmenschlich aufgeführt auf ihrer „Scholle“ und wurden dann „mittellos in das Herz Deutschlands gestossen“, also dem politischen System zugetrieben, in dem sie sowieso lieber leben wollten als hinter dem antifaschistischen Schutzwall des Warschauer Paktes. Wie ging es Ihnen, nachdem Deutschland sie an sein großes Herz gedrückt hatte? Man kann es in einem Wort sagen: Gut. Sogar Ausländer zum piesacken gab es bald schon wieder.
Die große Schmähung der Wurstfabrik
27.11.09 –
Magnus Klaue holt in der Konkret weit aus („Der Text ist Wurst“,
http://www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=dertextistwurst&jahr=2009&mon=12
und haut der Textguerilla auf den Kopf, dass die sich verwundert die Augen reiben: Was will der denn von uns? (http://www.textguerilla.de/2009/11/26/ich-bin-dann-mal-wurst-machen/) „Die Mitglieder der "Protextbewegung" wollen der Sprache nicht nur den letzten Rest an Geist austreiben, sondern sich dafür auch noch gut bezahlen lassen.“ Das schreibt er und glaubt am Ende dran.
Herr Klaue, es ist viel eher so: In der Produktionskette stehen vorne die Arbeiter am Band und stellen Autos her, die keiner braucht. Hinten in der gleichen Kette sitzen Texter am Schreibtisch und helfen mit, das überflüssige Zeug zu verkaufen. Wenn Sie sich also darüber freuen, dass die Arbeiter und Angestellten in Betriebsräten und Gewerkschaften für stabile Löhne kämpfen, dann sollten sie ähnliche Versuche der zumeist freischaffenden Texter doch auch goutieren können? Um mehr geht es nicht. Ich werde der Sprache kein Leid antun. Dem Geist auch nicht. Versprochen. Rotfront, Genosse.
http://www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=dertextistwurst&jahr=2009&mon=12
und haut der Textguerilla auf den Kopf, dass die sich verwundert die Augen reiben: Was will der denn von uns? (http://www.textguerilla.de/2009/11/26/ich-bin-dann-mal-wurst-machen/) „Die Mitglieder der "Protextbewegung" wollen der Sprache nicht nur den letzten Rest an Geist austreiben, sondern sich dafür auch noch gut bezahlen lassen.“ Das schreibt er und glaubt am Ende dran.
Herr Klaue, es ist viel eher so: In der Produktionskette stehen vorne die Arbeiter am Band und stellen Autos her, die keiner braucht. Hinten in der gleichen Kette sitzen Texter am Schreibtisch und helfen mit, das überflüssige Zeug zu verkaufen. Wenn Sie sich also darüber freuen, dass die Arbeiter und Angestellten in Betriebsräten und Gewerkschaften für stabile Löhne kämpfen, dann sollten sie ähnliche Versuche der zumeist freischaffenden Texter doch auch goutieren können? Um mehr geht es nicht. Ich werde der Sprache kein Leid antun. Dem Geist auch nicht. Versprochen. Rotfront, Genosse.
Was der Doc am liebsten hört: John McCormack
12.11.09 –
Heute warne ich Sie einmal vor schlechtem Gesang. Warum sollten Sie sich Andrea Bocelli oder Jose Carreras anhören, wenn ein John McCormack es bereits 1920 besser konnte? Ich kann Ihnen das beweisen.
Mozarts Il mio tesoro von McCormack ist die Referenzarie seit etwa hundert Jahren und wird es wohl auch die nächsten hundert bleiben:
Berührt Sie das? Dann hören Sie sich bitte noch "Oh sleep why dost thou leave me" an. Achten Sie einmal darauf, wie McCormack von 1:48 bis 2:09 eine einunddreissigsekündige Phrase in einem Zug singt. Kennen Sie einen lebenden Sänger, der diese Atemtechnik hat? Natürlich nicht. Und los:
Mozarts Il mio tesoro von McCormack ist die Referenzarie seit etwa hundert Jahren und wird es wohl auch die nächsten hundert bleiben:
Berührt Sie das? Dann hören Sie sich bitte noch "Oh sleep why dost thou leave me" an. Achten Sie einmal darauf, wie McCormack von 1:48 bis 2:09 eine einunddreissigsekündige Phrase in einem Zug singt. Kennen Sie einen lebenden Sänger, der diese Atemtechnik hat? Natürlich nicht. Und los:
Mauertrauertag
09.11.09 –
Das war schon immer ein Scheißtag: Am 9. November 1925 ordnete Hitler die Gründung der Schutzstaffel an. Am 9. November 1938 Reichspogromnacht. 9.11. 1989: Die Mauer wird geöffnet. Am nächsten Tag bricht als Menetekel der Bananenhandel zusammen, die DDR wird an westliche Industrieunternehmen verschenkt, und das Kapital beginnt kurz drauf mit seinen ergebenen Erfüllungsgehilfen Schröder, Fischer, Scharping, Clement, Riester e. a., den Reichtum nachhaltig (das Wort lieben die) umzuverteilen. Regelmäßige Wirtschaftskrisen, Ausbau des Überwachungstaates und Beginn erster taktischer Kriege im Ausland inklusive. Kurz: Wir haben schon auch unseren "nine eleven". Dabei wäre es doch so einfach, dem Tag des Verbrechens eine kleine Tat der Wiedergutmachung entgegenzustellen. Am 9. 11. 2010 stellt die Regierung in einem unerwarteten Anfall von historischer Vernunft den "antifaschistischen Schutzwall" bitte wieder auf, versprochen? Ich warte drauf.
Täglich Sex Minuten Deutschland
06.11.09 –
Eine Expertin für deutsche Verhältnisse und wie man Ihnen mit Fassung begegnet schreibt hier:
http://www.catinnovations.wordpress.com
Ich warne nicht.
http://www.catinnovations.wordpress.com
Ich warne nicht.
Der dümmste Weg, Peakoil zu erreichen
28.10.09 –
Ich stehe früh auf. Zugegeben: Weil ich muss (s. u.). Früh wach, nutze ich die Zeit und gehe arbeiten. Nicht, weil ich muss. Ich will es so, schließlich ist morgens noch alles ruhig, keiner ruft an und ich kann konzentriert meine Aufträge abarbeiten. Wenn man mich lässt. Leider hat sich bei Deutschlands Hausmeistern neben dem obligatorischen Opel Astra, dem winterlichen Schneeschaufeln um fünf und der preisverdächtigen Hausflurverbotsprosa noch ein weiteres Statussymbol durchgesetzt: Der Laubbläser mit Benzinmotor. Wer findet für mich heraus, wer diese sinnlosen, nervenzersägenden Rucksäcke mit phallischem Föhnrohr erfunden hat? Wenn es wenigstens etwas nutzen würde. Aber die Blätter wirbeln durch die Luft und rieseln irgendwo wieder runter. Dafür wird das Bruttosozialprodukt ausgebremst, mein Arbeitstag verlängert, unwiederbringliches Öl vernichtet. Nur damit es der Hausbesorger mit seinem riesigen Ding den Nachbarn und dem wehrlosen Laub besorgen kann? Wartet man so seinen Block, Herr Hausmeister? Also: Wer war´s?
Zwei Couplets vom guten Stil
20.10.09 –
Microsoft vs. deutsche Sprache: 2:0
19.10.09 –
Seit ich mit dem jüngst, unter starkem äusseren Zwang, installierten satanischen Betriebssystem arbeiten muss, reisst die Reihe der Überraschungen nicht ab. Heute lese ich in einem Winkel des Bildschirms den mit einem Warndreieck garnierten Hinweis: "Auf dem Desktop befinden sich nicht verwendete Dateien." Ich erschaudere. Nicht verwendet? Unnütze, faule Files auf meinem Desktop? Himmel hilf! Was tun? Das Fenster-Teufelchen verrät es mir: "Mit dem Desktopbereinigungs-Assistent kann der Desktop bereinigt werden. Klicken Sie auf dieses Symbol, um den Assistent zu starten." Bitte, Bill: Mit dem Assistenten. Dann ist es schon fast deutsch. Jetzt noch gereinigt statt bereinigt und auch der Sinn nimmt Konturen an. So halbwegs jedenfalls. Da gibt es bei MS offenbar eine Abteilung, die "Assistenten" programmiert. Die waren im November schon damit fertig. Und damit im Dezember keiner entlassen wird, fanden Sie das Desktopbereinigungsproblem. Ob das dieselben waren, die das "Eingabegebietsschema" durchgesetzt haben? Möglich wär´s.
Jetzt noch nicht
15.10.09 –
Seit gut drei Jahren habe ich zuhause ein Kind, das - vermutlich ein Akt der Notwehr gegen die mitteilsamen Eltern- viel spricht. Zum Beispiel das:
Doc Dad: Nachher bring ich dich zum letzten Mal in die Kinderkrippe. Traurig?
Sohn: Jetzt noch nicht.
Darin drückt sich die natürliche Unlust aus, sich mit dem Thema "trauriger letzter Krippenbesuch" überhaupt antizipatorisch zu befassen. Ehe Sie jetzt irgendeinen Satz mit "Verdrängung", "Leugnung" oder was weiß ich zu denken beginnen, möchte ich mal für diese Unlust eine dicke Lanze brechen und dabei etwas philosophisch werden.
Der Satz "Jetzt noch nicht" gehört zu den schönsten, die ich kenne. Er hat stoische Größe. Die monotheistischen Weltreligionen haben sich darauf geeinigt, die Menschen das Leben als Jammertal erdulden zu lassen, um sie später im Elysium für ihr devotes Geflenne zu entschädigen. Wie viel weiser und gesünder ist es, das Leben, solange es geht, von mir aus auch trotzig zu geniessen und sich um die Zukunft zu kümmern, wenn sie da ist.
Anders gesagt: Ein Kind das "Jetzt noch nicht" zu sagen vermag, wird sich als junger Mann nie von jenseitigen göttlichen Sexprämien dazu verleiten lassen, das Diesseits mittels Sprengstoffgürtel als Assassine zu verlassen. Was muss man einem Menschen alles antun, dass er von der natürlich Klugheit des Kindes zur religiösen Dummheit lebensverachtender Erwachsener konvertiert? Na, ich warne mal lieber vor einem Elysium, das nicht in Sichtweite liegt.
Doc Dad: Nachher bring ich dich zum letzten Mal in die Kinderkrippe. Traurig?
Sohn: Jetzt noch nicht.
Darin drückt sich die natürliche Unlust aus, sich mit dem Thema "trauriger letzter Krippenbesuch" überhaupt antizipatorisch zu befassen. Ehe Sie jetzt irgendeinen Satz mit "Verdrängung", "Leugnung" oder was weiß ich zu denken beginnen, möchte ich mal für diese Unlust eine dicke Lanze brechen und dabei etwas philosophisch werden.
Der Satz "Jetzt noch nicht" gehört zu den schönsten, die ich kenne. Er hat stoische Größe. Die monotheistischen Weltreligionen haben sich darauf geeinigt, die Menschen das Leben als Jammertal erdulden zu lassen, um sie später im Elysium für ihr devotes Geflenne zu entschädigen. Wie viel weiser und gesünder ist es, das Leben, solange es geht, von mir aus auch trotzig zu geniessen und sich um die Zukunft zu kümmern, wenn sie da ist.
Anders gesagt: Ein Kind das "Jetzt noch nicht" zu sagen vermag, wird sich als junger Mann nie von jenseitigen göttlichen Sexprämien dazu verleiten lassen, das Diesseits mittels Sprengstoffgürtel als Assassine zu verlassen. Was muss man einem Menschen alles antun, dass er von der natürlich Klugheit des Kindes zur religiösen Dummheit lebensverachtender Erwachsener konvertiert? Na, ich warne mal lieber vor einem Elysium, das nicht in Sichtweite liegt.
Bilden Sie mal einen Satz mit Madagaskar
07.10.09 –
Die Sennerin zum Senn
Kein Gas - kein Fraß, Du schweizer Lusche.
Hol´ aus Zer MADAGASKAR tusche!
Dieses kleine Scherzgedicht vom Doktor Vogl steht in diesem auch sonst ausserordentlich empfehlenswerten Bändchen von Robert Gernhardt und Klaus Cäsar Zehrer:

http://www.amazon.de/Bilden-Sie-einen-Satz-Dichterwettstreit/dp/3596174376/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1254907327&sr=8-1-spell
Microsoft vs. deutsche Sprache: 1:0
20.09.09 –
Ich bin gezwungen, vorübergehend mit dem Betriebssystem des Satans zu arbeiten. Also XP professional. Wollte nun, für meine Arbeit zwingend, die Sprache vorab einstellen. Und zwar so, dass sie ab jetzt immer "Deutsch" ist und bleibt, bis ich es wieder anders haben will. Aber wo? Suche in der Hilfe nach "Sprache", "Standardsprache" und sogar "Default Sprache"/ "Default language" erfolglos. Dann längeres grantiges Rumprobieren bis sich ein Zufallserfolg einstellte. Danach großes anhaltendes Kopfschütteln.
Wie lange muss man in seinem Leben eigentlich programmiert haben, resp. sein Gehirn durch Alkoholabusus gemartert haben, bis man auf die Idee kommt, das schöne deutsche Wort "Sprache" durch "Eingabegebietsschema" zu ersetzen? (zu erreichen über die Eingabegebietsschemaleiste)
Wie lange muss man in seinem Leben eigentlich programmiert haben, resp. sein Gehirn durch Alkoholabusus gemartert haben, bis man auf die Idee kommt, das schöne deutsche Wort "Sprache" durch "Eingabegebietsschema" zu ersetzen? (zu erreichen über die Eingabegebietsschemaleiste)
Der Staat, Frau Zypries und die Killerkids
15.09.09 –
In der Telepolis lese ich: "Justizministerin Zypries hat den Eindruck, "dass die Verrohung unter Jugendlichen seit Jahren zunimmt. Das mag vor allem daran liegen, dass es bei vielen jungen Menschen an einem vernünftigen Sozialverhalten fehlt." Dem abzuhelfen, empfiehlt sie Jugendarbeit.
Man könnte also der luciden Analyse der Frau Zypris folgend davon sprechen, die Verrohung der Jugendlichen leite sich aus einer gewissen Verrohung her. Klar. Dass der Staat diesen Möchtegern-Gangstarappern aus dem Stadelheim 0 Perspektive gibt, geht in die Ursachenforschung nicht mit ein.
Wer heute nicht das Glück hat, in der schrumpfenden Mittelschicht mit einem halbwegs schlauen Köpfchen geboren zu sein, der endet mit großer Wahrscheinlichkeit als Futter für die Zeitarbeitsfirmen oder in noch würdeloseren Umständen. Er hat sein Leben am Arbeitsmarkt abzugeben, ohne auch nur soviel von dort dafür zurückzubekommen, dass er sich ein halbwegs ausreichendes Auskommen verdienen kann. Kurz: Er gehört nicht mehr dazu, er ist draussen, asozial. Er ist bereits materiell und seelisch aus dem Kreis der Menschen mit einem vernünftigen Sozialverhalten ausgeschlossen.
Er kann sich fast nichts von dem leisten, was die vernünftigen Sozialen haben und kommt nirgends rein, wo die hingehen. Alles zu teuer. Er bekommt nicht die Wohnung, die Frauen, die Bestätigung, die medizinische Versorgung, die Sicherheit, die Hoffnungen, den Spaß, den Urlaub auf Ibiza - nichts. Und Bier und Schnaps, das Lebenselixier der Prekären, mit dessen Besteuerung sich der Staat die Taschen voll macht, aus denen er dann wieder Streetworker und Antidrogenkampagnen bezahlen kann, werden auch nicht billiger.
Killerkids sind notorische Schwarzfahrer. Jetzt fragen Sie: Müssen aus Schwarzfahrern Schläger werden? Nein. Aber aus der Gesellschaft ausgeschlossen zu sein, erhöht die Wahrscheinlichkeit. Das staatlich geförderte Syndrom Armut in Tateinheit mit täglichem Verarschtwerden ist sicher kein moralischer Grund dafür, sich asozial zu verhalten. Eine Ursache aber schon. Wirtschaft und Staat verhalten sich einer wachsenden Gruppe an Armen gegenüber weder vernünftig noch sozial. Und die armen Streetworker und Fussballclubs sollen´s dann wieder richten. Sozialpädagogik und Vereinswesen sind schön, aber mit Sicherheit nicht die richtige Antwort auf Ungerechtigkeit.
Man könnte also der luciden Analyse der Frau Zypris folgend davon sprechen, die Verrohung der Jugendlichen leite sich aus einer gewissen Verrohung her. Klar. Dass der Staat diesen Möchtegern-Gangstarappern aus dem Stadelheim 0 Perspektive gibt, geht in die Ursachenforschung nicht mit ein.
Wer heute nicht das Glück hat, in der schrumpfenden Mittelschicht mit einem halbwegs schlauen Köpfchen geboren zu sein, der endet mit großer Wahrscheinlichkeit als Futter für die Zeitarbeitsfirmen oder in noch würdeloseren Umständen. Er hat sein Leben am Arbeitsmarkt abzugeben, ohne auch nur soviel von dort dafür zurückzubekommen, dass er sich ein halbwegs ausreichendes Auskommen verdienen kann. Kurz: Er gehört nicht mehr dazu, er ist draussen, asozial. Er ist bereits materiell und seelisch aus dem Kreis der Menschen mit einem vernünftigen Sozialverhalten ausgeschlossen.
Er kann sich fast nichts von dem leisten, was die vernünftigen Sozialen haben und kommt nirgends rein, wo die hingehen. Alles zu teuer. Er bekommt nicht die Wohnung, die Frauen, die Bestätigung, die medizinische Versorgung, die Sicherheit, die Hoffnungen, den Spaß, den Urlaub auf Ibiza - nichts. Und Bier und Schnaps, das Lebenselixier der Prekären, mit dessen Besteuerung sich der Staat die Taschen voll macht, aus denen er dann wieder Streetworker und Antidrogenkampagnen bezahlen kann, werden auch nicht billiger.
Killerkids sind notorische Schwarzfahrer. Jetzt fragen Sie: Müssen aus Schwarzfahrern Schläger werden? Nein. Aber aus der Gesellschaft ausgeschlossen zu sein, erhöht die Wahrscheinlichkeit. Das staatlich geförderte Syndrom Armut in Tateinheit mit täglichem Verarschtwerden ist sicher kein moralischer Grund dafür, sich asozial zu verhalten. Eine Ursache aber schon. Wirtschaft und Staat verhalten sich einer wachsenden Gruppe an Armen gegenüber weder vernünftig noch sozial. Und die armen Streetworker und Fussballclubs sollen´s dann wieder richten. Sozialpädagogik und Vereinswesen sind schön, aber mit Sicherheit nicht die richtige Antwort auf Ungerechtigkeit.
Mitarbeiterdeutsch
08.09.09 –
Wer früher einen Gedanken äußerte, der gehaltvoll genug war, in weiteren Einzelheiten dargestellt zu werden, der sprach davon etwa so: Das ist meine Idee und die möchte ich Ihnen nun en detail ausführen. Ein Mitarbeiter unserer Tage würde seine Idee „herunter brechen“. Danach ist sie gewiss kaputt und zu nichts mehr zu gebrauchen.
Wer in der Vergangenheit jemanden treffen wollte, konnte ihm sagen, ich werde um 10 Uhr bei dir sein. Heute müsste er dort wenigstens zur vereinbarten Zeit „aufschlagen“, wenn er sich als kundig im Mitarbeiterdeutsch beweisen möchte. Ich konnte mich bislang nur einmal über das Aufschlagen eines Menschen freuen. Der hieß Möllemann.
Ihnen werden mühelos weitere Beispiele dieser Kategorie einfallen. Ich mag diese rohe Sprache nicht. Sie hat was möllemannsches, todesverliebtes.
Wer in der Vergangenheit jemanden treffen wollte, konnte ihm sagen, ich werde um 10 Uhr bei dir sein. Heute müsste er dort wenigstens zur vereinbarten Zeit „aufschlagen“, wenn er sich als kundig im Mitarbeiterdeutsch beweisen möchte. Ich konnte mich bislang nur einmal über das Aufschlagen eines Menschen freuen. Der hieß Möllemann.
Ihnen werden mühelos weitere Beispiele dieser Kategorie einfallen. Ich mag diese rohe Sprache nicht. Sie hat was möllemannsches, todesverliebtes.
Seine Exzellenz Bob Log III
01.09.09 –
Das ist nicht schlau
06.08.09 –
Affen in der Asse
03.07.09 –
Sammeln Sie Herzen?
22.06.09 –
Sauberes Netz?
19.06.09 –
Von Japan können wir noch lernen
05.05.09 –
Aua
02.04.09 –
iTunes
16.03.09 –
Vorsicht Einladung
13.03.09 –
Gefährliche Lektüre
02.03.09 –
Dirty
01.03.09 –
Unruhiger Ruhestand
07.08.08 –
Vorsicht Grenzwerte
05.08.08 –
Vieldeutige Titel in der Bloggosphäre
04.08.08 –
Nebenwirkungen der Upanishaden
04.08.08 –
Der Lektor kommt spät, aber er kommt
08.07.08 –
Aus Dr. Vogls Kochstudio
18.06.08 –
Stöckchen heisst das wohl bei Bloggern
10.06.08 –
Wer sucht, der findet
03.06.08 –
Ölkrise – pro und contra
23.05.08 –
Werbung, die fasziniert
19.05.08 –
Firmenschilder im Schwanzvergleich
16.05.08 –
Der Erfolg eines Kleinunternehmens wächst natürlich mit der Länge seines Firmenschildes, das versteht man ohne nachzudenken. Abends, wenn der Meister die Hände in den Schoß gelegt hat, geht er deshalb in sich und knobelt versonnen große Namen aus. Mit ein bisschen Phantasie geht das für ihn befriedigend aus und nur selten in die Hose. Hat er sich schließlich den längsten herausgegriffen, den er finden konnte, muss er nur noch ein mächtiges Schild vor dem Eingang annageln, das seine riesige Buchstabenlatte auch zu fassen vermag,– dann kommt die Kundschaft wie von selbst und das Geld fliesst in Strömen. Bis jetzt steht das bedeutendste mir bekannte Firmenschild in Wien. Es heisst „Leichtmetalljalousienerzeuger“. Die 29 Zeichen wurden nun allerdings schon fast getoppt durch den in Königsdorf ansässigen „Orthopädieschuhmachermeister“ (28 Z.). Der Wettbewerb ist eröffnet. Mal sehen, wer als nächstes mitmacht. Über meinem Büro steht übrigens „DoktorvogldergenauaufpasstwerdaslängsteSchildhatwarnt“.
Geläufige Irrtümer der Medizin
24.04.08 –
Immobilienkrise erreicht Bulgarien
18.03.08 –
Diese luxuriöse Shoppingmall im Premiumsegment mitten im fruchtbaren Bulgarischen Kernland wird wohl nie mehr realisiert werden. Das großzügige Areal versteppt, der ruinierte Rohbau ächzt unter der Last geplatzter Kredite, und es zeichnet sich bereits ab, dass auch die Telekommunikationsbranche mit in den Abgrund gerissen wird. So endet der Traum vom Bauboom im blühenden Osten, noch ehe er recht begann.


Allegorie der Philosophia
02.03.08 –
Vorsicht Ärzte!
30.01.08 –
Fachsprachen sind nie schön und auch niemals besonders einfühlsam. Sie richten sich die Dinge so her, dass sich die Eingeweihten rasch, andere aber gar nicht mehr unterhalten können. Wer dabei steht, wundert sich, zum Beispiel bei Ärzten, über kauzige Wendungen wie „manisch-läppisches Faseln“ oder die bereits etwas breiter bekannte „senile Bettflucht“.
Manchmal gehen den Ärzten aber regelrecht die Zügel durch vor Entzücken, wenn Sie besonders aufregende Phänomene in ihrem Idiom ausdrücken dürfen. So las ich vor kurzem von einem „fulminanten Leberversagen“, das mir bereits etwas obszön vorkam, in der offenen Begeisterung für die seltene Krankheit. Mein Duden gibt mir diese Synonyme für „fulminant“: berauschend, brillant, grandios, großartig, hinreißend, imposant, mitreißend, überwältigend, umwerfend; (ugs.): [echt] bombig, famos, fantastisch; (oft scherzh.): göttlich.
Der Facharzt auf der Notaufnahme: „Mensch, Müller, Sie bringen uns da ja ein famoses Leberversagen mit. Sagen Sie nichts, wir müssen vielleicht erstmal sehen, wie wir sie wieder aus dem Koma kriegen, was? Aber ehrlich, Respekt, so einen imposanten totalen Leberausfall hatten wir hier Jahre nicht mehr. Einfach göttlich, Müller. Oh Mann, ihren Zusammenbruch erzähl ich gleich dem Chef, der kriegt sich nicht mehr ein.“
Manchmal gehen den Ärzten aber regelrecht die Zügel durch vor Entzücken, wenn Sie besonders aufregende Phänomene in ihrem Idiom ausdrücken dürfen. So las ich vor kurzem von einem „fulminanten Leberversagen“, das mir bereits etwas obszön vorkam, in der offenen Begeisterung für die seltene Krankheit. Mein Duden gibt mir diese Synonyme für „fulminant“: berauschend, brillant, grandios, großartig, hinreißend, imposant, mitreißend, überwältigend, umwerfend; (ugs.): [echt] bombig, famos, fantastisch; (oft scherzh.): göttlich.
Der Facharzt auf der Notaufnahme: „Mensch, Müller, Sie bringen uns da ja ein famoses Leberversagen mit. Sagen Sie nichts, wir müssen vielleicht erstmal sehen, wie wir sie wieder aus dem Koma kriegen, was? Aber ehrlich, Respekt, so einen imposanten totalen Leberausfall hatten wir hier Jahre nicht mehr. Einfach göttlich, Müller. Oh Mann, ihren Zusammenbruch erzähl ich gleich dem Chef, der kriegt sich nicht mehr ein.“
Ein bizarrer Repräsentant der traditionsreichen Firma Siemens
08.11.07 –
Von Zeit zu Zeit zwingen mich die Begleitumstände meiner Lebenshaltung, das ein oder andere Reklamemittel der Siemens Aktiengesellschaft zur Kenntnis zu nehmen. Ich leide. Sie sollen nicht leiden, deshalb warne ich Sie hier einmal in aller Form vor Lichtbildern wie diesem. Machen Sie die empfindlichen Äuglein fest zu, wenn Ihnen sowas unterkommt. Sonst klopft Ihnen die grausige Bildkeule die unangenehmsten Ideen in Ihren wehrlosen Kopf.

Als erstes zwang mich das Bild, an einen Mord zu denken. Der Mann schreit auf, er wurde von hinten erschossen, soviel ist klar. Vielleicht hielt ihn der CIA seines Ziegenbärtleins wegen für einen erwachenden Schläfer der Taliban? Wer würde sonst so ein hässliches Lederimitattäschlein mit sich führen, wenn nicht ein von der Welt bereits völlig losgelöster Suizidaler?
Dann dachte es in mir: Nehmen wir an, er lebt noch, sein Schrei ist kein Todes- sondern ein Wutschrei. Vielleicht hat Mutti ihrem ziegenbärtigen Sohn zum achten Mal das gleiche hässliche Lederimitattäschlein geschenkt und er möchte es mit der Faust vernichten.
Noch Abwegigeres kam mir in den Sinn: Der Vertreter schreit vor Freude auf wegen einer Unterschrift, die ihm unter ein in dem hässlichen Lederimitattäschlein verborgenes Schriftstück gesetzt wurde. Er hat irgendeinen Abschluss bewirkt und kann deshalb nicht mehr an sich halten. Die Heiterkeit hetzt ihn fast in den Wahnsinn, so überwältigend paradiesisch ist das süße Geheimnis in seinem hässlichen Lederimitattäschlein.
Dann warf ich einen kurzen Blick auf den Hintergrund – und wie so oft: Der Kontext plaudert aus, was der Ziegenbärtige gern verschweigt: Der Siemenshandlungsreisende ist einfach blau. Sternhagelvoll. Strack und breit wie kein zweiter Siemensvertreter. Die kleine Ausbuchtung in seinem hässlichen Lederimitattäschlein passt präzise zu einer feinen Flasche Tullamore Dew, die der Kreischende bei einer Abteilungswette auf ex gelehrt hat. Danach konnte er nur noch „Yep!“ jauchzen, als ihn die Kollegen fragten: „He, Ziege, was dagegen wenn wir dich mit deinem hässlichen Lederimitattäschlein ablichten? Mach´ Fäustchen, Ziege. Und cheese!“

Als erstes zwang mich das Bild, an einen Mord zu denken. Der Mann schreit auf, er wurde von hinten erschossen, soviel ist klar. Vielleicht hielt ihn der CIA seines Ziegenbärtleins wegen für einen erwachenden Schläfer der Taliban? Wer würde sonst so ein hässliches Lederimitattäschlein mit sich führen, wenn nicht ein von der Welt bereits völlig losgelöster Suizidaler?
Dann dachte es in mir: Nehmen wir an, er lebt noch, sein Schrei ist kein Todes- sondern ein Wutschrei. Vielleicht hat Mutti ihrem ziegenbärtigen Sohn zum achten Mal das gleiche hässliche Lederimitattäschlein geschenkt und er möchte es mit der Faust vernichten.
Noch Abwegigeres kam mir in den Sinn: Der Vertreter schreit vor Freude auf wegen einer Unterschrift, die ihm unter ein in dem hässlichen Lederimitattäschlein verborgenes Schriftstück gesetzt wurde. Er hat irgendeinen Abschluss bewirkt und kann deshalb nicht mehr an sich halten. Die Heiterkeit hetzt ihn fast in den Wahnsinn, so überwältigend paradiesisch ist das süße Geheimnis in seinem hässlichen Lederimitattäschlein.
Dann warf ich einen kurzen Blick auf den Hintergrund – und wie so oft: Der Kontext plaudert aus, was der Ziegenbärtige gern verschweigt: Der Siemenshandlungsreisende ist einfach blau. Sternhagelvoll. Strack und breit wie kein zweiter Siemensvertreter. Die kleine Ausbuchtung in seinem hässlichen Lederimitattäschlein passt präzise zu einer feinen Flasche Tullamore Dew, die der Kreischende bei einer Abteilungswette auf ex gelehrt hat. Danach konnte er nur noch „Yep!“ jauchzen, als ihn die Kollegen fragten: „He, Ziege, was dagegen wenn wir dich mit deinem hässlichen Lederimitattäschlein ablichten? Mach´ Fäustchen, Ziege. Und cheese!“
Bergarchitektur
22.10.07 –
Dieser Scheich aus Abu Dhabi, namens Vibramil Bin-Andreas, ist der einzige mir bekannte Bergarchitekt. Ein Visionär unter den Baukünstlern, der seine kolossalen Werke grundsätzlich selbst erstbesteigt.

Man muss ihn einmal mit eigenen Augen bei der Arbeit gesehen haben. Fieberhaft, als gäbe es kein Morgen, entwirft er am Zeichentisch mit donnerndem Lachen und wild wirbelnden Gesten neue Bergrücken, Latschengürtel, Kämme, Grate, Abdachungen, Rinnen, Runsen, Schrofenbänder, Spalten, Risse, Platten, Ferner, Felsen, Bohrhaken nicht zu vergessen und Gipfelkreuze, ausschließlich zu seinem persönlichen Vergnügen. Ganze Heervölker von Bausklaven und Jahresproduktionen an Baggern, Kränen und Lastwagen schleppen, wuchten und betonieren die titanischen Entwürfe in die überraschte Landschaft unserer bis vor kurzem noch sehr bescheidenen Alpen. Danach widmet sich der "Godfather of Mountainbuilding" der Flora und Fauna, gestaltet so manisch wie liebevoll neue großzügigere Murmeltiermodelle, schrofensichere Kühe und Bergdohlen mit kleinen Schnapsfässchen um den Hals, für Verunglückte an schwer zugänglichen Stellen. Gefällt ihm sein Werk, tupft er hier und da ein paar letzte quietschbunte Enziane in den Fels und tritt etwas zurück.
Ist ein neuer Gebirgszug fertig geworden, prüft der steinreiche Bergphantast die Winkel, vermisst die Grate und murmelt, „steiler könntens sein, höher auch, was solls“, nur wenig später ist der agile Wüstensohn am Gipfel, felsgrau in feinsten Ozelot gekleidet, stolz und für einen kurzen Augenblick zufrieden.

Ein Foto – schon hat er am Horizont eine noch unbebergte Ebene ausgemacht und hastet wieder seinem Schreibtisch zu, den Kopf voller neuer Entwürfe, „aber diesmal auf Westalpenniveau“ wie er mit irre flackendem Blick verrät.
Zur Zeit befindet sich Vibramil Bin-Andreas auf Urlaubsreise in Nepal, wo ihn handverlesene Spitzen-Sherpas auf einer vergoldeten Ottomane die Pässe hinauftragen. Hier inspiriert sich der pfiffige Gebirgsbaumeister in seidenen Kissenbergen locker ausgestreckt zu neuen Ideen, schielt auf seiner Prunkliege mit halb geöffneten Augen zum Annapurna hinüber und flüstert, „hübsch, sehr hübsch, den lass ich gleich abtragen, und zieh ihn in Murnau wieder hoch, aber höher, steiler und vielleicht noch einmal in Istrien bei meinem kleinen Lustschloß, wer weiß; na, jetzt schau ich mir doch erst noch den Everest an.“

Man muss ihn einmal mit eigenen Augen bei der Arbeit gesehen haben. Fieberhaft, als gäbe es kein Morgen, entwirft er am Zeichentisch mit donnerndem Lachen und wild wirbelnden Gesten neue Bergrücken, Latschengürtel, Kämme, Grate, Abdachungen, Rinnen, Runsen, Schrofenbänder, Spalten, Risse, Platten, Ferner, Felsen, Bohrhaken nicht zu vergessen und Gipfelkreuze, ausschließlich zu seinem persönlichen Vergnügen. Ganze Heervölker von Bausklaven und Jahresproduktionen an Baggern, Kränen und Lastwagen schleppen, wuchten und betonieren die titanischen Entwürfe in die überraschte Landschaft unserer bis vor kurzem noch sehr bescheidenen Alpen. Danach widmet sich der "Godfather of Mountainbuilding" der Flora und Fauna, gestaltet so manisch wie liebevoll neue großzügigere Murmeltiermodelle, schrofensichere Kühe und Bergdohlen mit kleinen Schnapsfässchen um den Hals, für Verunglückte an schwer zugänglichen Stellen. Gefällt ihm sein Werk, tupft er hier und da ein paar letzte quietschbunte Enziane in den Fels und tritt etwas zurück.
Ist ein neuer Gebirgszug fertig geworden, prüft der steinreiche Bergphantast die Winkel, vermisst die Grate und murmelt, „steiler könntens sein, höher auch, was solls“, nur wenig später ist der agile Wüstensohn am Gipfel, felsgrau in feinsten Ozelot gekleidet, stolz und für einen kurzen Augenblick zufrieden.

Ein Foto – schon hat er am Horizont eine noch unbebergte Ebene ausgemacht und hastet wieder seinem Schreibtisch zu, den Kopf voller neuer Entwürfe, „aber diesmal auf Westalpenniveau“ wie er mit irre flackendem Blick verrät.
Zur Zeit befindet sich Vibramil Bin-Andreas auf Urlaubsreise in Nepal, wo ihn handverlesene Spitzen-Sherpas auf einer vergoldeten Ottomane die Pässe hinauftragen. Hier inspiriert sich der pfiffige Gebirgsbaumeister in seidenen Kissenbergen locker ausgestreckt zu neuen Ideen, schielt auf seiner Prunkliege mit halb geöffneten Augen zum Annapurna hinüber und flüstert, „hübsch, sehr hübsch, den lass ich gleich abtragen, und zieh ihn in Murnau wieder hoch, aber höher, steiler und vielleicht noch einmal in Istrien bei meinem kleinen Lustschloß, wer weiß; na, jetzt schau ich mir doch erst noch den Everest an.“
Botschaften aus dem Jenseits des Spamfilters
27.09.07 –
Heute morgen bei einem gewohnt kargen Frühstück aus annähernd versteinerten Brotresten, die ich in abgestandenes Leitungswasser tunkte, fragte ich mich – nicht zum ersten Mal – wer mir wohl helfen kann, angesichts des Vorhandensein der Rechnung in der Bank, dennoch meine Traume zu zwingen, mich, bekommend das monatliche Gehalt, das das Internet einwirkt, zu verwirklichen? Wieder und wieder diese bohrend existentielle Frage und heute überraschend die Antwort. Endlich sorgt sich jemand um mein Blühen! Und die Lage ist einfach. Danke LifeProfit Inc.:
Betreff: LifeProfit Inc.
LifeProfit Inc. kann Ihnen helfen, Ihre Traume zu zwingen, sich, bekommend das monatliche Gehalt, das das Internet einwirkt, zu verwirklichen. Um mit LifeProfit Inc. zu arbeiten, brauchen: • Ein Bürger Deutschlands zu sein • das Vorhandensein der Rechnung in der Bank • die Vereinigung des Computers zum Internet • ist ein wenig es Ihre freie Zeit Wie es arbeitet: Arbeitend für uns wie die Bezahlung, Die den Manager bearbeitet, werden Sie Teil Aus der neuen Tendenz im weltumfassenden Banksystem. Die Pflichten Die Lage ist einfach, und das Einkommen hangt nur von Ihren Bemühungen ab. Sie Sollen - die Zahlungen der Sendung zwischen unseren Kunden, die Ihr Interesse von jeder Operation bekommen, machen. Hauptsachlich werden es 5 %, mit jeder Sendung, die Ihr Interesse züchten wird. Unsere Kunden bekommen 1000 EURO zu 20000. LifeProfit Inc. sorgt sich um Ihr Blühen. Machen Sie Ihr Leben besser zusammen mit der LifeProfit Inc.!
Betreff: LifeProfit Inc.
LifeProfit Inc. kann Ihnen helfen, Ihre Traume zu zwingen, sich, bekommend das monatliche Gehalt, das das Internet einwirkt, zu verwirklichen. Um mit LifeProfit Inc. zu arbeiten, brauchen: • Ein Bürger Deutschlands zu sein • das Vorhandensein der Rechnung in der Bank • die Vereinigung des Computers zum Internet • ist ein wenig es Ihre freie Zeit Wie es arbeitet: Arbeitend für uns wie die Bezahlung, Die den Manager bearbeitet, werden Sie Teil Aus der neuen Tendenz im weltumfassenden Banksystem. Die Pflichten Die Lage ist einfach, und das Einkommen hangt nur von Ihren Bemühungen ab. Sie Sollen - die Zahlungen der Sendung zwischen unseren Kunden, die Ihr Interesse von jeder Operation bekommen, machen. Hauptsachlich werden es 5 %, mit jeder Sendung, die Ihr Interesse züchten wird. Unsere Kunden bekommen 1000 EURO zu 20000. LifeProfit Inc. sorgt sich um Ihr Blühen. Machen Sie Ihr Leben besser zusammen mit der LifeProfit Inc.!
Postkarten
11.09.07 –
Seit zwanzig Jahren schütze ich die Öffentlichkeit vor einer diabolischen Postkarte, die ich auf einem Flohmarkt sicherheitshalber an mich nahm.
Wenn die ein Kind in die Hand bekäme! Sie lag wohl verwahrt und bewacht ganz unten in einer Schublade meines Safes. Kürzlich erinnerte ich mich wieder an sie, setze mir die Taucherbrille auf, nahm das sinistre Kärtlein mit Schutzhandschuhen heraus, legte es auf den Tisch und fragte mich, an wen es wohl abgeschickt worden sein mag.

Umgedreht und gewundert: Kein Wörtchen war auf der Rückseite zu lesen. Aber ich ahne schon, welches böse Geheimnis hinter dieser Karte steckt. Lassen Sie mich raten, was dort hätte stehen sollen, wenn die Karte Ihren Zweck hätte erfüllen dürfen:
„Von anderen sehr geehrter Reiseveranstalter Dansk Tours,
mein Pauschalurlaub auf der dänischen Drecksinsel ist ein Fiasko. Ich bin im Club Gammeldansk umgeben von suizidalen Psychopathen. Der Reiseleiter antwortete auf meinen Wunsch, einmal zu grillen, mit der Ankündigung: „Dann mach ich schon mal den Wald an.“ Ich habe seit Tagen die Sonne nicht mehr gesehen. Ich reise ab. Sie hören von meinem Anwalt.
Dansk Avskum,
Stig Helmer“
oder das?
„Liebe Mutti,
wir sind jetzt angekommen, ich schreibe Dir von drüben, hier ist alles genau so, wie es Dein weissbärtiger Zauberzausel mir erzählt hat. Nur noch viel dunkler. Wenn ich mich nur erinnern könnte, wo ich den blöden Ring reinschmeissen soll. Der Dicke wird es wissen.
Alles Liebe aus Mordor,
Frodo“
Wenn die ein Kind in die Hand bekäme! Sie lag wohl verwahrt und bewacht ganz unten in einer Schublade meines Safes. Kürzlich erinnerte ich mich wieder an sie, setze mir die Taucherbrille auf, nahm das sinistre Kärtlein mit Schutzhandschuhen heraus, legte es auf den Tisch und fragte mich, an wen es wohl abgeschickt worden sein mag.

Umgedreht und gewundert: Kein Wörtchen war auf der Rückseite zu lesen. Aber ich ahne schon, welches böse Geheimnis hinter dieser Karte steckt. Lassen Sie mich raten, was dort hätte stehen sollen, wenn die Karte Ihren Zweck hätte erfüllen dürfen:
„Von anderen sehr geehrter Reiseveranstalter Dansk Tours,
mein Pauschalurlaub auf der dänischen Drecksinsel ist ein Fiasko. Ich bin im Club Gammeldansk umgeben von suizidalen Psychopathen. Der Reiseleiter antwortete auf meinen Wunsch, einmal zu grillen, mit der Ankündigung: „Dann mach ich schon mal den Wald an.“ Ich habe seit Tagen die Sonne nicht mehr gesehen. Ich reise ab. Sie hören von meinem Anwalt.
Dansk Avskum,
Stig Helmer“
oder das?
„Liebe Mutti,
wir sind jetzt angekommen, ich schreibe Dir von drüben, hier ist alles genau so, wie es Dein weissbärtiger Zauberzausel mir erzählt hat. Nur noch viel dunkler. Wenn ich mich nur erinnern könnte, wo ich den blöden Ring reinschmeissen soll. Der Dicke wird es wissen.
Alles Liebe aus Mordor,
Frodo“
Vom Nutzen der deutschen Sprache
06.09.07 –
Hüten Sie sich davor, zu viele Worte zu machen. Vieles lässt sich im Deutschen ausgesprochen kurz sagen.
Die deutsche Sprache schafft es, sehr vielschichtige Zusammenhänge, wie beispielsweise die Biographie Harald Juhnkes, in zwei Worten, mit einer winzigen Modifikation des Ausgangswortes vollständig darzustellen.
Glück - Gluck.
Kürzer und schöner lässt es sich nicht sagen. Schon fast eine Grabinschrift.
Für fünf Jahrhunderte der schleichenden Säkularisierung braucht unsere Muttersprache nur ein passend gewähltes Ausgangswort und ein r.
Beichte - Berichte.
Wie der Kapitalismus diese Entwicklung innerhalb weniger Sekunden in einer trivialen Online-Auktion wieder rückgängig macht, erschliesst sich mit nur einem i:
Bieten - Beten
Auch die Folgen des Wohlstands sind sehr knapp ausgesagt in:
Torte - Tote
Manche behaupten, sogar der Geisteszustand eines bekannten Internetdoktors lasse sich in einem e beschreiben:
Vogl - Vogel
Aber das stimmt nicht.
Die deutsche Sprache schafft es, sehr vielschichtige Zusammenhänge, wie beispielsweise die Biographie Harald Juhnkes, in zwei Worten, mit einer winzigen Modifikation des Ausgangswortes vollständig darzustellen.
Glück - Gluck.
Kürzer und schöner lässt es sich nicht sagen. Schon fast eine Grabinschrift.
Für fünf Jahrhunderte der schleichenden Säkularisierung braucht unsere Muttersprache nur ein passend gewähltes Ausgangswort und ein r.
Beichte - Berichte.
Wie der Kapitalismus diese Entwicklung innerhalb weniger Sekunden in einer trivialen Online-Auktion wieder rückgängig macht, erschliesst sich mit nur einem i:
Bieten - Beten
Auch die Folgen des Wohlstands sind sehr knapp ausgesagt in:
Torte - Tote
Manche behaupten, sogar der Geisteszustand eines bekannten Internetdoktors lasse sich in einem e beschreiben:
Vogl - Vogel
Aber das stimmt nicht.














