Gewalt ist keine Lösung gegen Jakob Augstein

In Berlin kam es zu politisch motivierten Straftaten. Bahnstreckenvandalen. Schlug das Herz der Saboteure rechts oder links? Keiner weiß es. Jakob Augstein vermutet links. Er schreibt das auch, dabei mitfühlend, der Provokateur reagiere auf einen Zusammenbruch des Rechts und der Moral im Land. Was Augstein in die Nähe der Linken bringt. Das macht ihn interessant. Aber es ist gefährlich für die Auftragslage eines Journalisten. Wenn er das ernst meint, muss er bald für Gremliza schreiben und davon kann sicher keiner leben. In seinem Artikel auf Spiegel Online steht vorsorglich, Gewalt sei keine Lösung. Damit ist er den RAF-Verdacht los, aber so langweilig wie zuvor. Deshalb dementiert er diesen Satz wieder im Freitag nur zur Vervollständigung des trüben Bildes, das ich mir von ihm mache: „Lieber TS, nur zur Vervollständigung. Der Satz "Gewalt ist keine Lösung" stand in meinem Artikel nicht drin. Den haben die Kollegen in Hamburg reingeschrieben. Ich will damit nicht sagen, dass ich Gewalt für eine Lösung halte. Aber ich hätte von mir aus nie geschrieben, dass sie keine Lösung ist. Das ist ein großer Unterschied. Ihr JA“.

„G
ewalt ist eine Lösung, Herr Augstein?“ – „Das will ich nicht sagen, aber von mir aus auch nicht nicht geschrieben haben.“ Danke, das genügt uns.

Das P
roblem ist bei diesem Geeiere nicht die böse Redaktion des Spiegel. Es ist der Kapitalismus im Journalismus, der immer wieder brave Journalisten dazu verleitet, so zu tun, als ob es Systemkritik in ihrem Kopf gäbe, nur weil sich der Revolutionsfake so gut bei den Frustrierten verkauft.
|